DE7715C - Neuerungen an lithographischen Druckpressen - Google Patents
Neuerungen an lithographischen DruckpressenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B41—PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
- B41F—PRINTING MACHINES OR PRESSES
- B41F3/00—Cylinder presses, i.e. presses essentially comprising at least one cylinder co-operating with at least one flat type-bed
- B41F3/18—Cylinder presses, i.e. presses essentially comprising at least one cylinder co-operating with at least one flat type-bed of special construction or for particular purposes
- B41F3/30—Cylinder presses, i.e. presses essentially comprising at least one cylinder co-operating with at least one flat type-bed of special construction or for particular purposes for lithography
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Description
1879.
JOHN WHITFIELD HARLAND, JAMES MARMADUKE LANGDALE und JOHN GATLIFF in PARIS.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. April 1879 ab.
Diese Erfindung besteht in Neuerungen in der Construction und Anordnung der Theile
bei Handpressen oder durch Dampf oder anderen Motor, behufs Erzielung lithographischer Abdrücke
betriebenen Maschinen.
Diese Neuerungen beziehen sich auf:
ι. Eine so compacte Anordnung der Theile, dafs weniger Raum erforderlich ist, als bei solchen Maschinen gewöhnlich der Fall.
ι. Eine so compacte Anordnung der Theile, dafs weniger Raum erforderlich ist, als bei solchen Maschinen gewöhnlich der Fall.
2. Die gleichzeitige Anwendung zweier Steine von gleicher oder auch von verschiedener Gröfse,
so dafs eine doppelte Anzahl von Abdrücken bei gleicher Betriebsgeschwindigkeit erzielt wird.
Von dem einen Stein wird ein Abdruck genommen, während der andere Stein mit Farbstoff
versehen und in seine richtige Lage gelegt wird und umgekehrt.
3. Eine fortwährende Spannung der Leder oder anderer Trommelhäute und vollständige
Genauigkeit beim Registriren 'der von der Trommel getragenen Bogen.
4. Die Entfernung der auf den Steinen durch den Befeuchter zurückgelassenen überflüssigen
Feuchtigkeit.
5. Die Erleichterung eines richtigen Einsetzens der Steine.
6. Die Erreichung des nothwendigen Druckes der Abstreicher dadurch, dafs sie auf einem
Drehring unter einem zu den Steinen geneigten Winkel so befestigt werden, dafs dieser Winkel
stumpfer oder spitzer justirt werden kann, je nach dem erforderlichen Druck.
A, Fig. 2, ist ein starkes gufseisernes Gestell,
welches einen starken Tisch trägt. Der Tisch wird mit dem Gestell durch Bolzen verbunden
und ist an jeder Seite mit einer abgehobelten Schiebefläche A', Fig. 1 und 2, versehen.
Auf dieser Fläche laufen die beiden Supports BB. C ist der doppelte Abstreichkasten,
welcher sich auf der Welle JD dreht. Diese Welle ist mit dem nöthigen Räderwerk
versehen, um die erforderlichen besonderen Bewegungen einzelner Theile zu ermöglichen.
Jede Bewegung wird durch die Drehung der durch Hand oder andere Kraft bewegten Welle E selbstthätig ausgeführt.
Die Abstreicher FF werden durch eine auf jeder Seite der Maschine angebrachte und mit
den Supports B B1 in welchen die Zapfen des doppelten Abstreichkastens C sich drehen, verbundene
Zahnstange G bewegt.
Diese beiden Zahnstangen G G erhalten ihre Bewegung von zwei auf den Enden der Welle K
angebrachten Trieben HH von gleicher Gröfse. Durch das Rad, welches auf der von der Kurbel M
bewegten oscillirenden Welle L sitzt, erhalten die Zahnstangen eine hin- und hergehende Bewegung,
d. h. sie bewegen sich rück- und vorwärts mit den Abstreichern, welche durch eine
einfache Vorrichtung beim Vorgehen nach einander die Rücken der Trommeln berühren und
beim Zurückgehen sich so drehen, dafs sie aufser Berührung mit denselben kommen.
NN sind zwei Ketten, welche durch die Verbindung der Lager für die Walzenaxen PP
gebildet werden. Die Walzen werden hin- und herbewegt, wodurch die Farbe von dem Farbtisch
Q auf die Steine 5»S übertragen wird.
Der in den Zeichnungen gezeigte Farbtisch ist von cylindrischer Form.
Die erste Walze, d. h. die Walze, welche der Mitte der Maschine zunächst steht, ist die
Befeuchtungswalze i?; unmittelbar hinter dieser Walze folgt der Kautschukabstreicher T, und
sodann die Farbwalzen OOO. Beim Zurückgehen sind die Befeuchtungswalzen und der
Kautschukabstreicher nicht in Berührung mit den Steinen, welche nur von den Färb walzen
berührt werden.
Am Ende jedes Hubes vor Eintritt der entgegengesetzten Bewegung berühren die Befeuchtungswalzen
für jeden Stein ein endloses Band aus Molesquin oder anderem ähnlichen Fabrikat, welches über eine Walze / in der
Mitte der Maschine läuft und in einen Wasserbehälter eintaucht, so dafs dasselbe fortwährend
feucht gehalten wird. Die beiden Farbtische Q Q erhalten ihren Farbstoff von zwei oscillirenden
Walzen UU. Diese Walzen werden durch die auf der Cylinderwelle angebrachten Excenter bewegt,
welche zwischen den Farbstoff führenden Walzen V V und den Walzen UU laufen. Die
Farbstoffzuführenden Walzen erhalten ihrenFarbstoff aus den Trögen oder Behältern wie gewöhnlich.
Die Tröge XX befinden sich jedoch unterhalb des Cylinders, so dafs sie vor Staub geschützt
sind und gleichzeitig wie Schubladen ausgezogen werden können, um gereinigt zu werden.
Eine Reihe von Hebeln, welche die ganze Bewegung für das Färbe- und Befeuchtungsverfahren
ausführen, werden durch eine Walze, welche mit einem auf der gekrümmten Welle sitzenden Rade verbunden ist, bewegt. Y Y sind
die Console, welche die beiden Tische ZZ tragen.
Sobald das Papier auf den Greifer a, Fig. 4, 5 und 6, gelegt wird, senkt sich das Trommelgestell
b b b b selbstthätig von einer verticalen bis zu einer horizontolen Lage. Der Greifer a,
welcher bisher durch ein auf einem Zapfen oder Scharnier d sitzendes Excenter c offen gehalten
worden ist, schliefst sich vermittelst einer Feder e. Die veränderte Stellung bewirkt die Entfernung
des von dem Excenter ausgeübten Druckes. Das Trommelleder/.ist an dem einen Ende
um die drei Seiten einer starken Stange g und an dem andern auf einer Walze h befestigt.
Diese Walze ist mit einem Sperrrad k und Sperrkegel / versehen. Auf dem Ende der Walze ist
das Vierkant m angebracht, durch welches die Walze gedreht werden kann, um das Trommelleder
auf den gewünschten Grad der Spannung zu bringen. Obgleich die Zahnstange in den
Zeichnungen als beweglich dargestellt ist, kann man eine feststehende Zahnstange mit darauf beweglichem
Trieb anwenden, um die nothwendige hin- und hergehende Bewegung zu erzeugen.
Der Arbeiter stellt sich an der Seite der Maschine und ungefähr in der Mitte derselben,
Fig. 2, auf, so dafs ein Stein zu seiner Rechten und der andere zur Linken steht. Eine der
Trommeln steht in fast verticaler Stellung, während die andere eine horizontale Lage einnimmt.
Der Greifer ist jetzt offen, um das Papier aufzunehmen, und der Stein sichtbar. Die Maschine
kann durch eine auf der Welle E sitzende Riemscheibe und den dazugehörigen Riemen oder
durch Drehung einer am Schwungrade angebrachten Kurbel in Thätigkeit gesetzt werden.
Durch die Befeuchtungswalzen R wird der Stein befeuchtet und die überflüssige Feuchtigkeit
durch den Kautschuk-Abstreicher T entfernt. Hinter dem Abstreicher T folgen die Farbwalzen
OOO. Diese Walzen sowie die Abstreicher T werden von dem cylindrischen Farbtisch
Q aus nach dem Stein >S durch eine Reihe von Hebeln bewegt, wodurch das Befeuchten,
sowie das Auftragen der Farbe bewirkt wird.
Die durch die Walzenlager N gebildete Kette gestattet, dafs sich die Walzen von dem cylindrischen
Tische bis zu den Steinen krummlinig bewegen und umgekehrt.
Die Befeuchtungs walze R und der Abstreicher T kommen niemals mit dem Farbcylinder Q in
Berührung. Beim Zurückgehen laufen die Wellen der Befeuchtungswalzen R so auf einer dazu
angebrachten Führung, dafs diese den Stein nach dem Färben nicht mehr berühren.
Die scharnierartige Verbindung der Walzenlager gestattet diese Aenderung der Lage der
Walze R, ohne die Stellung der andern Walzen zu beeinträchtigen. Während der Stein mit Farbstoff
versehen . wird, steckt der Arbeiter die Kante des Papiers, welches gedruckt werden
soll, in den Greifer, während zu gleicher Zeit auf der andern Seite der Abstreicher über die
horizontal liegende Trommel läuft und auf den Stein drückt. Am entgegengesetzten Ende des
Hubes beim Zurückgehen der Farbwalzen dreht sich der Abstreichekasten in dem Drehring und
nimmt eine horizontale Stellung ein.
Diese Drehung wird dadurch bewirkt, dafs der auf der Axe des Abstreichekastens excentrisch
angebrachte Hebel in Berührung mit einem justirbaren Anschlag kommt oder auf andere
passende Weise.
Der so begonnene Hub wird fortgesetzt, bis der Abstreichekasten die Mitte der Maschine
erreicht. Die Walzen sind jetzt zurückgegangen, der Stein ist frei und die Trommel mit dem
Papier bereit, aus ihrer verticalen Stellung in eine horizontale überzugehen.
Sobald die Trommel anfängt, sich zu bewegen, wird der kurze Hebel oder Excenter c vom
Drucke befreit, Fig. 4, 5, 6, der Greifer α wird durch die Feder e geschlossen und das Papier
dadurch unbeweglich festgehalten. Während des Senkens der Trommel drückt die Luft das
Papier flach gegen die Trommelfläche, bis das Blatt den Stein berührt. Während dieser Bewegung
der Trommel ändert sich die Stellung des Abstreichekastens, d. h.. derselbe geht vor
und dreht sich von einer horizontalen bis zu einer schrägen fast verticalen Stellung, um den
notwendigen Druck ausüben zu können, so dafs das Blatt bedruckt wird. Der Druck des
Abstreichers kann durch die Stellschrauben justirt werden, auch kann der Winkel, unter
welchem die Abstreicher die Trommelflächen berühren, abgeändert werden. Diese Bewegung
gestattet, dafs die zweite Trommel sich heben kann. Das Heben der Trommel geschieht durch
die abwechselnde Bewegung der mit den Schiebestangen verbundenen Hebel. Diese Schiebestangen
werden durch einen Vorsprung in der Speiche des auf der oscillirenden Welle L
sitzenden Rades hin- und herbewegt.
Sobald die Trommel eine verticale Stellung einnimmt, wird der Greifer durch die Einwirkung
des Excenters c geöffnet. Der Arbeiter entfernt das bedruckte Blatt und führt .ein zweites
Blatt in den Greifer ein, wonach die vorher beschriebenen Bewegungen an dem entgegengesetzten
Ende der Maschine ausgeführt werden.
Die Drehung des Abstreichekastens in der, Mitte des Hubes geschieht dadurch, dafs der
auf seiner Axe excentrisch angebrachte Hebel in Berührung mit einem Anschlag kommt,
welcher an dem Arm des die Zahnstange bewegenden Triebes befestigt ist.
Diese Bewegung kann auch durch einen kleinen Trieb und Zahnstange, durch eine Kette ohne
Ende oder ein anderes mechanisches Aequivalent hergestellt werden.
Die Maschine wird, wie vorher beschrieben,· von einem Behälter aus mit Wasser gespeist.
In diesen Behälter taucht ein um eine Walze / laufendes endloses Band. Das Band wird durch
die Walze /bewegt und gegen die Befeuchtungswalzen geführt.
An dem unteren Ende des Bandes befindet sich eine schwere Walze, durch welche das Band
gespannt gehalten wird. Die Walze dreht sich mit dem Bande und verhindert, dafs letzteres
aus dem Wasser gehoben wird.
Claims (6)
1. Die Anwendung zweier feststehenden Steine von gleicher oder verschiedener Gröfse bezw.
Stärke in lithographischen Druckpressen oder Apparaten, wobei auf die Steine so
gewirkt wird, dafs durch das fortgesetzte Rotiren der Triebwelle der Abdruck von
dem einen Stein fertig hergestellt wird, während der zweite Stein selbstthätig befeuchtet
und mit Farbstoff versehen und das Papier in die richtige Lage auf die freie
Trommel gebracht wird.
2. Die Anwendung der hin- und hergehenden Bewegung für die Abstreicher FF oder die
Druckcylinder nach den Farbwalzen O O O,
der Trommeln // und Befeuchtungseinrichtung RlT; diese hin- und hergehende Bewegung
wird durch die Einwirkung der Kurbel M auf eine oscillirende Welle L1 welche
mit Räderwerk so versehen ist, dafs dasselbe die Zahnstange G und den Trieb H bewegt,
hervorgerufen, sowie durch die Verbindung der Hebel mit einem an einem Rade auf der gekrümmten Welle befestigten Schiffe
oder anderem mechanischen Aequivalent, um die gewünschte hin- und hergehende Be-wegung
hervorzubringen.
3. Die in den Fig. 4, 5, 6 gezeigte Trommel, bestehend aus dem gewöhnlichen Leder^ oder
einem anderen Ueberzug, welcher so in einem Gestell befestigt ist, dafs derselbe
durch die dazu angebrachte Vorrichtung hklm gespannt werden kann und der ferner
mit einer Vorrichtung versehen ist, um die genaue Registrirung und das richtige Halten
des Papiers zu bewirken, wie bei α c d e gezeigt. Diese Trommeln können bei sämmtlichen
lithographischen Maschinen ■ und Pressen, gleichviel ob durcli die Hand oder
anderen Motor getrieben, angewendet werden.
4. Die verbesserte Methode, um Druck dadurch zu erzielen, dafs die Abstreicher die Trommeln
in einem mehr oder weniger scharfen Winkel berühren, anstatt dafs dieselben in verticaler
Richtung nach unten getrieben werden. Diese Abstreicher sind auf einem Drehring angebracht und so hergestellt und angeordnet,
wie vorher beschrieben und bei BCDE
in Fig. i, 2, 3 der Zeichnungen dargestellt.
5. Die.Anwendung eines Abstreichers aus Kautschuk
oder anderem elastisch-federnden Material, um die von den Befeuchtungswalzen auf dem Stein zurückgelassene überflüssige
Feuchtigkeit zu entfernen. Diese Anordnung kann bei sämmtlichen lithographischen
Druckmaschinen zur Anwendung kommen.
6. Die Construction und Anordnung der Mechanismen.
Alles im wesentlichen, wie vorher beschrieben und in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE7715C true DE7715C (de) |
Family
ID=285437
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT7715D Active DE7715C (de) | Neuerungen an lithographischen Druckpressen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE7715C (de) |
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