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Verfahren und Vorrichtung zum Oberflächenhärten von metallischen Gegenständen
mittels induktiver Erhitzung Es ist bereits bekannt, sich zur Oberflächenhärtung
von metallischen Gegenständen, insbesondere Stahlgegenständen, der induktiven 1?rwärmung
zu bedienen. Die Erhitzung der zu härtenden Oberflächenteile wird mittels ein- oder
mehrwindiger Spulen durchgeführt, die entweder unmittelbar oder unter Zwischenschaltung
eines Transformators an eine «'echselstromquelle, vorzugsweise hoher Frequenz, angeschlossen
werden. Um die erforderliche Einwirkung durch die Spulen sicherzustellen, ist es
notwendig, die Spulen um das zu behandelnde Werkstück herumzulegen oder aber die
Spulen mit Zu- und Rückleitung über der Werkstückoberfläche anzuordnen. Die aus
elektrischen Gründen bedingte Tatsache, daß sich der Stromkreis der Spule in unmittelbarer
Nähe des Werkstückes schließen muß, bringt es mit sich, daß auch Werkstückteile
einer Induktionswirkung und damit einer Temperaturerhöhung unterliegen, die eine
Härtung nicht erfahren oder aus anderen Gründen auf normaler oder wenig erhöhter
Temperatur gehalten werden sollen.
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Bisher hat man nun geglaubt, die Erhöhung der Temperatur in einzelnen
Werkstückteilen bzw. die Vermeidung von Temperaturerhöhungen in anderen Werkstückteilen
durch
| rein elel:trisclf: \lai.lnalunen lieg infln@seu zu |
| müssen. @o sind ttr@llila@e gC'lnallil tltirtlen, |
| die Spule in (Ier \ ähe tlcr `tt'ile ii. an tic#tit'ii |
| Temperaturerhöhungen zunl @tvechc tlc#r |
| Ilärtung erwünscht «-aren, mit verll:i@tnis- |
| mäßi- geriltgen Ouersehnittt#tt und enger |
| K(ilililttn@ zu versehen. so tla(.l gr@iße Strom- |
| konzentration und sannt >tark(# Feldlinien- |
| verdichtung im Werkstück erz;@u-t wurde. |
| In der Nähe dci- Stefleii dagegen. all denen |
| (las Werkstück nicht geli:irtet werden sollte. |
| wurde die Spule Illit czrliiiltiiisni:ii.li'# gro(leiit |
| Otterschtfitt vers°Aeil und eilte verhältnis- |
| mäßi- schlechte Kopplung liergestell;. 1);e |
| Folge davon ist eine gvrin(re @troml:onzt#n- |
| tration und damit geringe Feldlinienclichte |
| im Werkstuck all (seil liztreftenden Stellen. |
| so claß tiperwünschte `I'etn(ieraturerläölitingeii |
| verhindert «-erdelf konnten. AUCh zum |
| Schutz der lVerkstückkanten vor L'herhitzun-. |
| Verbrennen u. cl"l. sind entsprechende elek- |
| trische Maßnahmen vorgeschlagen worden. |
| Auf diese Weis- war es im allgemetllen |
| mit gutem Erfolg möglich. in -den Werk- |
| stücken die für die teilweise Oberilächen- |
| liärtung erwünschte `f einperaturverteiltin- |
| sicherzustellen. Allerdings gelingt es je nach |
| Form und Ausbildung des~zii behandelnden |
| Werkstückes nicht immer, den gewünschten |
| Erfolg in vollem Maße zti erzielen. \her |
| al>gesellen hiervon bringt die erforderliche |
| stetige cid:r sprunghafte Änderung des |
| Spulenduerschnittes und die unterschiedliche |
| I?ittstellung der Kopplung der einzelnen |
| Spulenabschnitte# gegenüler (turn Werkstück |
| Nachteile in elektrischer Hinsicht finit sich: |
| denn diese Mattnahmen Nahen zur Folge. saß |
| in einzelnen Abschnitten der Spule, li:diiigt |
| durch @treuuligen u. (1g1.. auf einen günstigen |
| elektrischen Wirkungsgrad verzichtet werden |
| muß, wodurch. insgesamt gesellen. eine |
| schlechte |
| der zur Vc rfügung |
| gestellten elektrischen 1:nergie bzw. der e@c#1;- |
| trischen Anlage hervorgerufen wird. |
| Die I?rflndung hat '--s sich zur Aufgabe |
| gemacht. clies°ii dem induktiven I?rhitzen |
| anhaftenden Man-e1 zu beseitigen, und zwar |
| sowohl in betu- auf Verfahren, frei denen es |
| darauf ankommt. nur eitie'teiltveise Tem(ie- |
| raturerhühumg bzw. Ilärtun- der Oberfläche |
| durchzuführen. als auch auf solche. hei deuten |
| Kantenteile o. d-1. geschützt werden müssest. |
| Die Maßnahmen g;#mä ß der l:rtin(tung sollen |
| derart sein, (laß der elektrische Wirkun-s-rad |
| der elektrischen Anlage nicht lieeititriic liti.t |
| wird. Die I?rtiii(Isiiig löst diese Aufgabe |
| dadurch. saß (lie gewünschte Temperatur- |
| verteilung in seit Oherfl:ichenschichten (le# |
| zu härtenden Werkstückes nicht wie bisher |
| auf elektrischem Wege erzielt wird, sondern |
| ausschließlich durch wärinetcchnische Mali- |
| nahinrii. Zu di@#etil Z-"uel< th#r @:It@ttl:- |
| I'@1" #@l ati@@C'i1linlii 111?tl :t1I:@@''lrtlt'.t#I. '-f:lV@ |
| @@its offne lüilifun@ #1s @,@@'rfcaiielccs III@.@li@a |
| ist uutl atuler@eit@ itn @esanttc#11.@ rrf,@:iicl; |
| (fit elelarischen \-@Irlle@lin@un@:il .für eitle |
| giwlchntal.itge Und :dlseiti@ `I-Llllit@ r@tt@r- |
| :rhirfnnl@r 1111,1 auch :In den @tvileli |
| !#e#-eben ist. tliz.- nicht gehärtet ZS"erth'll (i(It'r |
| aus anderen i iründen eine "i*@°itii,er;ittti"- |
| @r(iiilitui" flicht erfahren sollen. I:s ist zwar |
| all sich bekannt. inerliindutl@ Init Induk- |
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| fen zu kühlen. Insheson(lere bei Spulütt i:t |
| sc1ion vtirgesch(agen wcyrcleii. fliese litilil aus- |
| zuhilden und In;t @iiritz%@ttnunt@ett zu. ver- |
| sehen, die auf (las Werkstück gerichtet sind. |
| Während aller Heini Pz-kannten das Spritzen |
| erfolgt. nachdem (las l#'rliitzeil auf Ilürte- |
| tempcratur abgeschlos.en ist. Besteht (lie |
| Maßnahme gemäß der I?rfnctiiiig i17 ent- |
| scheidender Weise darin. 11a1.1 an den stellen, |
| alt denen aus härtetechni=clien Gründen Tem- |
| peraturen nicht eintreten stillen, die Wärtne- |
| wirkung der gleichmäßig fließenden Str%inie |
| Bereits im I-ntstehen durch starke Kühlung |
| vernichtet wird. Da die räumliche AIimdnung |
| des Induktor: die Kopplung und die `Irtitti- |
| kon7entration ohne Rücksicht auf clie ge- |
| wünschte "feniperatttrvertc#ilusi_g im V%eri:- |
| stück ausschließlich nach dem Gesichtspunkt |
| optimaler elektrischer .Ausnutzung gewählt |
| wird. ergibt sich eitle besonders günstige |
| .ltisiltltztillg der ulelctriscli:#il @aierit#. I, hat |
| sieh gezeigt. datA( t=> g@lttlt,#t. durch dit-s#: reite |
| wärmetechnis,he Maßnahme unter Aufrc#cht- |
| erlialtunrr optimaler elektrischer I:cdiu@uttgctl |
| die gewünschte Temperaturverteilung 1111 |
| Werkstück sicherzustellen. |
| ()er Vorteil dieser Maf;nalime vrgiiit sich |
| ins wesentlichen schon aus dem cilietl Aus- |
| geführten. Darüber hinaus ergibt sich tusch |
| (1:#r Vorteil. tlal.l die Kühlung in einfacher |
| Weise auch so eingestellt werden kai:n tla@.@ |
| an einzelnen `tellere elfte @rerllf@Itt@lgt.' `rellt- |
| peraturerhöhung eintritt. was -"Ich insix'stiII- |
| (1ere bei teer ()licrfl:ichenliä rtun- langer. ebener |
| Werkstücke. wie Platten (.. (1g1., als |
| erwiesen hat. Hierdurch ist die M`ig- |
| llellkeit gegeben. t erzllgs.spannungell. (fle |
| Beint einseitigen Harten einzutreten pflegen. |
| t:#ntgegenzuwirkest. |
| Die Maßnahmen gemäß der 1?rfincltsn |
| lassen sieh nicht vergleichen mit Maf@nahmett, |
| die in Verbindung mit dein Vlammenerhitzen |
| zum lwecl<e des ()berflächenhärteits gele<-eitt- |
| licfi versucht worden sind und (lie darin |
| l)t#stelieii. "heile (!t#-, Werkstückes zurrt "lweckr |
| ((c-i" Warnleableitung finit metallischen Zusatz- |
| stücken zu verbinden. Während l:eini Flani- |
| inc'sierliit7eil durch ein derartiges metallisches |
| stark gekühltes Zusatzwerkstück eine Warme- |
abfuhr erreicht werden kann, w:ire dies heim elektroinduktiven
Erhitzen nicht möglich, weil sich das metallische Zusatzstück unter -dein Einfluß
induzierter Ströme miterwärtnen und so lediglich zu einer gewissen l3eeinflttssung
der Erhitzungsintensität beitragen wiirde. Ein unmittelbares Kühlen der mit einer
Flamme zu erhitzenden Stellen. wäre auch deshalb nicht möglich, weil das Kühlmittel
die betreffende Stelle nicht erreichen, sondern entweder vom Üllerdruck der Flamme
beiseite geschoben oder bereits vor Erreichen der Werkstückolyerfläche verdampfen
würde.
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Das Erzielen- einer gewünschten Temperaturverteilung auf der Werkstückoherfläche
kann dadurch unterstützt werden, daß bestimmte Teile mit wärmeisolierenden, Mitteln
abgedeckt werden, wobei zweckmäßig solche Mittel zu wählen sind, die hei der Härtetemperatur
schmelzen. Während die nicht abgedeckten Stellen einer starken Kühlung unterworfen
werden und somit eine Temperaturerhöhung nicht erfahren, kann die Kühlwirkung .unter
der Wärmeschutzmasse -nicht eintreten, - so daß hier eine Temperaturerhöhung auf
das- gewünschte 'Maß stattfindet. Bei Verwendung von wärmeisolierenden Massen, die
hei- der gewünschten Härtetemperatur schmelzen, tritt dann durch die vorgesehene
Kühlung sofortige Härtung ein. ]s kan:n natürlich auch so verfahren. werden, daß
bei Erreichung der Härtetemperatur die Schutzmassen mechanisch entfernt werden.
Voll Bedeutung sind diese Maßnahmen für solche Werkstücke, die innerhalb einer im
wesentlichen zu härtenden Oherflächensch.icht Stellen aufweisen, die nach der Härtung
noch einer mechanischen Bearbeitung unterworfen werden sollen und daher weich bleiben
müssen.
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Die Verwendung von wärmeisolierenden Massen, die bei der gewünschten
Härtetemperatur schmelzen oder vor dein Abschrecken mechalii-sch entfernt werden,
ist auch von Bedeutung für die Behandlung verzahnter Werkstücke, beispielsweise
Zahnräder, heilwelletizapfen u. dgl. Die Stellen, auf denen die Schutzmassen aufzubringen
sind, bestimmen sich bei diesen Gegenständen in erhöhtem Maße nach der gewählten
Frequenz des Heizstromes. Ist die Frequenz verhältnismäßig niedrig, so wird im allgemeinen
die Erwärmung der Zähne vom Fußkreis aus erfolgen, so daß die Fußteile der Zähne
besonders stark zu kühlen sind, während die Zahnköpfe und Zahnflanken durch eine
Wiirinei:solatiotisschiellt geschützt werden. Wird hingegen eine verhältnismäßig
hohe Frequenz verwendet, so erfolgt die Erhitzung im allgemeinen vorzeitig an den
Zahnköpfen, besonders an. den scharf vorspringenden Kanten; in diesem Fall werden
die köpfe und l<aiiteii intensiv gekühlt. während die Flanken der Zahne und die
Fußteile durch ehre geeignete Wärilieisol;itirni gegen die starke Kühlung geschützt
werden.
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Zur Kühlung der einzelnen kalt zu haltenden Stellen werden Spritzdüsen
verwendet, die auf die betreffendem Stellen gerichtet sind. Um die Kühlung noch
wirksamer zu gestalten, kann das gesamte Werkstück in ein Kühlmittelhad eingetaucht
werden, wobei jedoch im allgemeinen auf die Anordnung von Kühlmitteldüsen, die auf
einzelne besondere Stellen des Werkstückes gerichtet sind, nicht verzichtet werden
kau n:" Das Eintauchen des gesamten Werkstückes in-einem mehr oder minder großem
Maße in ein Kühlmittelhad ]>ringt, wie sich gezeigt hat, besondere. Vorteile bezügbeh
der Vermeidung von Verzug und sich ähnlich auswirkenden Spannungen mit sich.
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Gemäß der Erfindung können die Spritzmitteldiisen auch= als Teile
der Induktionsspule ausgebildet werden in der Weise, daß in der Nachbarschaft nicht
zu härtender Teile des `Verkstückes die Spule hohl ausgebildet und mit Schlitzen
versehen wird, durch die das Kühlmittel austritt,, das durch die hohle Spule zugeführt
wird.
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Die geringen Spannungen, die all den Windungen - der Induktionsspule
auftreten, stellen sicher, (laß durch das Kühlmittel Durchschläge und Nebenschlüsse
nicht hervorgerufen werden. Das gilt auch für die Ausführungsform der Erfindung,
nach-welcher das Werkstück und die Spule in ein Flüssigkeitsbad eintauchen, da die
ßadflüssigkeit ((51 oder Wasser) genügende Isolationsfähigkeit aufweist. Sofern
bei irgendwelchen Allordnungen, die zur Durchführung des Verfahrens vorgesehen werden,
verhältnismäßig hohe Spannungen vorliegen sollten, kann durch überstehende Isolationsschichten
zwi= sehen den Leitern der Isolationsweg derart verlängert werden, daß auch in diesen
Fällen die Gefahr von Durchschlägen oder Nebenschlüssen nicht besteht.
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Im nachfolgenden wird die Erfindung all Hand der schematischen "Zeichnungen,
die senkrechte Mittelschnitte darstellen, näher erläutert.
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Es sei die Aufgabe gestellt, einen ebenen, länggestreckten fCörper
auf eitler Oberfläche mit einer Härteschicht-- zu versehen. Hierzu wird man, wie
in. Alb. t veranschaulicht, uni (las Werkstück i -herum eitle Spule 3 anordnen.
Der Einfachheit halber ist eine einwindige Spule dargestellt, die in bekannter Weise
hohl und kühlmitteldurchflossen sein kann. Diese gleichmäßig um das. Werkstück leerumgelegte
Spule 3 erzeugt nicht nur in der zu härtenden Oberfläche, wie bei 4 an gedeutet,
sondern
auch an der Gegenseite .l eine Erwärmung. Bei kontinuierlicher Bewegung des Werkstückes
i in Richtung des Pfeiles s würde dann bei nachfolgendem Abschrecken eine Härtezone
2 auf der einen und eine entsprechende Zone 6 auf der Gegenseite .des Werkstuckes
entstehen. Bringt man aber gemäß der Erfindung auf der Unterseite der Platte an
der Stelle der Einwirkung der Spule eine stark wirkende Kühlung zur Anwendung, die
durch die Pfeile 7 angedeutet ist, so wird die Entwicklung von Wärme an dieser Stelle
verhindert. Trotz dieser Kühlwirkung und der damit verbundenen Ausschaltung einer
Temperaturerhöhung an der nicht zu härtenden Stelle wird die durch die Spulenwirkung
hervorgerufene gleichmäßige elektrische Feldverteilung nicht gestört und damit eine
optimale Ausnutzung- der elektrischen Artlage gewährleistet.
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Um die beabsichtigte Wirkung der Kühlung 7 sicherzustellen, ist es
zweckmäßig, die Kühlung bereits vor Einschaltung des elektrischen Stromes anzustellen,
damit von vornherein an den nicht zu erwärmenden Stellen je,-liehe Temperaturerhöhung
unterbunden wird. Es kann aber auch so vorgegangen werden, daß die Kühlung in einem
Maße erfolgt, die geringe Temperaturerhöhung an den nicht zu härtenden Stellen zuläßt.
Diese geringfügige Temperaturerhöhung an der der zu härtenden Fläche gegenüberliegenden
Fläche des Werkstückes hat sich in manchen Fällen zur Vermeidung eines Verzuges
des Werkstückes als zweckmäßig erwiesen. Besonders vorteilhaft ist hierbei, daß
ohne irgendwelche Sondereinrichtungen an der Spule bz-#v. an der elektrischen Anlage
die nur auf niedere Temperaturen erwärmte Zone die gleiche Tiefe aufweist wie die
eigentliche Härtezone auf der Gegenseite der Platte.
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Ähnliche Wirkungen, wie sie nach dem Verfahren gemäß der Erfindung
möglich sind, glaubte man bisher durch rein elektrotechnische Maßnahmen erzielen
zu müssen. Hierzu wurde, wie aus den Abb. 2 a bis 2 c ersichtlich, die Spule beispielsweise
so ausgebildet, daß sie gegenüber der zu härtenden Fläche einen geringen Querschnitt
3 und eine verhältnismäßig geringe Kopplung aufwies. Gegenüber der Gegenseite des
zu behandelnden Werkstückes dagegen hatte die Spule großen Querschnitt 8 und verhältnismäßig
schlechte Kopplung. Eine derartige Anordnung ist, elektrisch gesehen, verhältnismäßig
ungünstig, weil der große Querschnitt 8 mit sehr schlechter - Kopplung eine ungünstige
Ausnutzung der Energie ergibt. Aber abgesehen hiervon besteht noch der Nachteil,
daß an der Unterseite trotz des großen Querschnittes und der schlechten Kopplung
eine gewisse Erwärmung nicht verhindert werden kann, die außerdem in ihrer Tiefenwirkung
nicht beherrschbar ist.
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Besondere Schwierigkeiten ereben sich bei Beginn und Beendigung einer
kontinuierlich durchgeführten Härtung. Wird, wie aus Abb. 2 a ersichtlich, ein Werkstück
beispielsweise in der Form einer Platte i, die an der Oberfläche 2 gehärtet werden
soll, in Richtung des Pfeiles 4 in die Spule hineinbewegt, so befindet .sich in
dem Augenblick, wo der Spulenquerschnitt 3 voll zur Wirkung gelangen könnte, der
größte Teil des Spulenquersehnittes 8 noch nicht in Kopplung mit dem Werkstück.
Dies bedeutet, daß infolge der Streuungen, insbesondere im großen Ouerschrbitt 8
der Spule, ein schlechter elektrischer Wirkungsgrad hervorgerufen wird, und es wird
daher an der vorderen Seite der Oberfläche 2 zunächst eine Einhärtung erzielt, die
bedeutend geringer ist als die erwünschte. Erst wenn das Werkstück i in die gestrichelt
angedeutete Lage 6 vorgerückt ist, kommt die Spule 3, 8 zur vollen Einwirkung, und
erst dann ist eine Einhärtung in gewünschter Tiefe gewährleistet. Diese bleibt aber
nur erhalten, bis das Werkstück die gestrichelt angedeutete Stellung 6 (Abb. 2 b)
beim Auslauf aus dei- Spule erreicht hat. Von da ab treten in umgekehrter Folge
genau die gleichen Schwierigkeiten auf wie beim Einlaufen der Platte in die Spule.
Nach diesen Darlegungen ist es ohne weiteres verständlich, daß die gleichen Schwierigkeiten
dann auftreten, wenn das Werkstück r, das an seiner Oberfläche :2 kontinuierlich
gehärtet werden soll, beispielsweise Löcher g (Abb. 2c) aufweist. An Vorder- und
Hinterkante dieser Löcher tritt genau die gleiche Erscheinung auf, wie sie in Verbindung
mit Abb. 2 a und 2b für den Ein- und Auslauf der Platte in die Spule geschildert
wurde.
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Wird dagegen in Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung eine
symmetrische Spule 3 vorgesehen (Abb. 3 a bis 3 c), wobei die Unterseite der Platte
t, die nicht gehärtet werden soll, an der Einwirkungsstelle der Spule, einer starken
Kühlung 5 unterworfen wird, so ist die vollkommen gleichmäßige Härtung einer Platte
sowohl am Anfang als auch am Ende ohne weiteres möglich. Das gleiche gilt für solche
@t'erkstücke, die Löcher 9 - (Abb. 3 c) aufweisen. Hierbei erscheint es zweckmäßig,
daß Löcher, Schlitze, Aussparungen u. dgl. mittels nichtleitender Werkstoffe (Bolz,
Ton, Keramik o- dgl.) abgeschlossen werden, um zu verhindern, daß die Kühlung 5
in der Nähe solcher Löcher in unerwünschter Weise auf die zu härtende Oberfläche
2 übergreift. Es hat sich gezeigt, daß sich bei Anwendung einer symmetrischen
Spule
die gewünschte Temperaturverteilung in der Umgebung der Löcher selbsttätig einstellt
und somit Überhitzungen der Lochränder ohne Sondermaßnahmen von selbst verhindert
"werden. -.Das für die Härtung der Oberflächen-Schicht a erforderliche Abschrecken.
erfolgt in der üblichen Weise durch eine der Spule nachgeordnete Spritzdüse, die
unabhängig von der Spritzeinrichtung betätigt wird, die für die Kühlung bei 5 erforderlich.
ist.
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Die Wahl des Kühlmittels für die Kühlung 5 erfolgt entsprechend der
Werkstoffart. Hierbei muß berücksichtigt werden, welche Temperaturen in.. den nicht
' zu härtenden Oberflächenteilen des Werkstückes- zulässig sind. In Zweifelsfällen
ergeben Stichversuche mit Kühlmitteln verschiedener Kühlfähigkeit unter Veränderung
der Kühlmittelmenge und Strömungsrichtung die erforderlichen Aufschlüsse.-Es kann
beispielsweise die Kühlung durch Druckluft oder Druckgas, vorgenommen werden, wenn
die zulässige Temperatur in - den nicht. zu härtenden Oberflächenteilen verhältnismäßig
hoch sein soll. In anderen. Fällen kann jedoch auch ein Dampf- oder ein Flüssigkeitsnebel
Verwendung finden. Für manche Werkstücke ist es günstig, Flüssigkeiten, wie beispielsweise
Wasser, zu verwenden.
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In allen Fällen wird die Anordnung derart getroffen, daß die nicht
zu härtenden Oberflächenteile bereits bei Beginn der Aufheizung stark gekühlt werden,
während die zu härtenden Oberflächenteile vor dem Einfluß der intensiven Küli.lung
während der Aufheizung geschützt werden. Erst nach beendeter Rufheizung oder bei
kontinuierlicher Härtung nach dem Verlassen der Aufheizungszone werden sie
der erforderlichen Abschreckung unterworfen.
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Um die Kiilllung noch wirksamer zu gestalten, kann gemäß der Erfindung
auch dazu übergegangen werden, die Rufheizung unter einem Kühlmittel, beispielsweise
Wasser, vorzunehmen. Hierzu wird, wie aus Abb.4 ersichtlich, die Spule 3 und das
an seiner Oberfläche 2 zu härtende Werkstück i in einem Gefäß 13 untergebracht,
das mit Wasser derart gefüllt ist, daß der Flüssigkeitsspiegel 12 Spule und Werkstück
übersteigt. Bei Einschaltung des elektrischen Stromes in der Spule bildet sich über
der zu härtenden Oberflächenzone 2, wie bei 11 angedeutet, eine 'als Wärmeisolation
wirkende Wasserdampfschicht. Bei Bewegung des Werkstückes-in Richtung des Pfeiles
4 wandert die erhitzte Schicht mit der darüber gebildeten Dampfisolationsschicht
in das Gebiet der Abschreckung 6, wo die der Einfachheit halber nicht dargestellte
Spritzbrause einer Zerstörung der Dampfschicht bewirkt,-,o daß die Abschreckung
erfolgen kann. Das zur Kühlung der hohlen Spule verwendete Kühlmittel kann durch
' Spritzöffnungen an der @egettseite der Platte aus der Spule, wie- bei 3 angedeutet,
austreten, um dort in gewünschter Weise die Temperaturerhöhung durch die Spuleneinwirkung
zu verhindern. Es kann, aber auch an dieser Stelle eine gesonderte Kühlmittelvorrichtung
vorgesehen werden. Letzteres ist notwendig, wenn für die Spule keine Eigenkühlung
vorgesehen wird, auf die häufig verzichtet werden kann, wenn, wie beschrieben, Spule
und Werkstück in ein Flüssigkeitsbad eingesetzt werden.
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In manchen Fällen kann es aus wärmetechnischen Gründen von Nachteil
sein, -die zu härtende Oberfläche des Werkstückes unter das Kühlmittel untertauchen
zu lassen, weil insbesondere durch die Bildung der Dampfschicht erhebliche -Wärmemengen
verbraucht werden. Gemäß der Erfindung ist es daher auch möglich, das Werkstück
nur so weit in die Flüssigkeit eintauchen zu lassen, daß der Flüssigkeitsspiegel
einige Millimeter unter der zu härtenden. Oberfläche steht, wie in Abb. 4. bei 14
angedeutet.
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13e, Werkstoffarten, bei denen die Induktionswirkung eine außerordentlich
rasche und starke Temperaturerhöhung hervorruft und bei denen daher die-Aufgabe,'
einzelne Teile von der Beeinflussung auszuschließen, besondere Schwierigkeiten bereitet,
kann unter Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung auch zur Verwendung unsymmetrischer
Spulen gegriffen werden. Dieses ist besonders dann wichtig, wenn die zur Erzielung
der gewünschten Temperaturerhöhnngen angesetzte elektrische Leistung je Flächeneinheit
sehr hoch ist. Bei der an sich schon vorgeschlagenen Verwendung unsymmetrischer
Spulen, die in der Nähe der nicht zu beeinflussenden Stellen großen Querschnitt
8 und schlechte Kopplung haben, läßt sich dann bei derartigen Werkstoffen an den
nicht zu behandelnden Stellen durch gute Kühlung während der Aufheizzeit die entstehende
Wärme abführen und so auch bei derartigen- Werkstoffen die gewünschte Temperaturverteilung
erzielen. In Abb. 4, ist die Verwendung einer unsymmetrischen Spule in Verbindung
tnit der Behandlung des Werkstückes in einem Kühlmittelbad dargestellt. Selbstverständlich
ist es auch möglich, unsymmetrische Spulen unter gleichzeitiger Kühlung auch ohne
Anwendung eitles ICüli,lmittelbades zu benutzen.
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Es wurde schon erwähnt, claß die Kühlwirkung durch richtige Wahl des
Kühlmittels heeinflußt werden kann. Darüber hinaus kann die Kühlwirkung noch dadurch
beeinflußt werden, claß bestimmte Strömungsrichtungen
| für (las lüihlinittel eingehalten «erden: denn |
| die Richtung lies _\ttftreftens der Kühlinittel- |
| strahlen in Verbindung mit der .\tiftrettstärke |
| sind mitbestimmend für (11e in der "Leiteinheit |
| abführbaren Wärnieniengen. |