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Regelung einer Eisenbahnwagenheizung In den Abteilen von Eisenbahnwagen
sind die Fensterwände durch den Fahrwind stark gekühlt. Die dadurch bedingte Kältestrahlung
in Verbindung mit dem an dieser Wand herabfallenden Kaltluftstrom erzeugt beim Reisenden
das lästige Gefühl eines Luftzuges. Um ihn davor zu schützen, pflegt man außer den
Heizflächenteilen unter den Sitzen auch solche unten längs.der Fensterwand im Abteil
anzuordnen. Der von diesen Heizflächen erzeugte Warmluftstrom steigt nun längs der
Fensterwand auf, erwärmt diese und wirkt dem früher erwähnten Kaltluftstrom entgegen.
Die unter der Fensterwand in den Abteilen angeordneten Heizflächenteile wurden bei
den bisher bekannten Ausführungsformen immer von den Zu- und Rücklaufrohren der
Heizung gebildet. Diese Heizflächenteile wurden daher niemals in jedem Abteil allein,
sondern nur in ihrer Gesamtheit für den ganzen Wagen abgesperrt. Dem Reisenden steht
in diesem Falle zur Regelung der Abteiltemperatur eine Handstellvorrichtung für
die stufenweise Abstellung nur der unter den Sitzbänken angeordneten Heizflächenteile
zur Verfügung, und ebenso stellen bei selbsttätiger Abteiltemperaturregelung
im
_'#,bteil angeordnete Temperaturfühler mit steigender Abteiltemperatur immer nur
die unter den Sitzen liegenden Heizflächenteile ab, -während der unter der Fensterwand
liegende Heizflächenteil ohne Rücksicht auf die-Abteiltemperatur stets-warm bleibt
und bei mildem Wetter das Abteil überheizt.
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Die Erfindung bezieht sich auf dieRegelung einer Eisenbahnabteilheizung
mit stufen: eise abstellbaren Heizflächen an der Fenste rwand und an anderen Stellen
des Abteiles und behebt die genannten Übelstände in einzachster Weise dadurch, daß
beim Abstellen der Heizung die Fensterwandheizfläche zuletzt unwirksam wird. Steigt
nun die Abteiltemperatur, so stellen die Reisenden mittels der hierzu vorgesehenen
Handstellvorrichtung und bei selbsttätiger Regelung die im Abteil angeordneten Temperaturfühler
zunächst die Heizflächenteile unter den Sitzbänken ab. Als letzter abstellbarer
Rest bleibt der Heizflächenteil unter der Fensterwand wirkungsvoll. Steigt trotzdem
die Abteiltemperatur über das erwünschte -Maß, so stellt bei Handregelung der Reisende
und bei selbsttätiger Regelung ein entsprechend eingestellter Temperaturfühler auch
diesen Heizflächenteil ab. Da diese Regelungsart in jedem Abteil vorgesehen ist_,
ist also in jedem Raum des Wagens mit billigen einfachen Mitteln allen Wünschen
der Reisenden Rechnung getragen.
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Eine vorteilhafte Regelung im obigen Sinne ergibt sich, wenn man das
Heizmittel Tiber eine von Hand oder selbsttätig von mindestens zwei auf verschiedene
Temperaturen eingestellten Abteiltemperaturfühlern gesteuerte Abstellvorrichtung
zuerst der Fensterwandheizfläche und dann erst den anderen Heizflächen desAbteiles
zuleitet. Dabei muß natürlich der dem Heizflächenteil an der Fensterwand zugeordnete
Temperaturfühler eine höhere Einstelltemperatur erhalten als die übrigen Temperaturfühler
des Abteiles.
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Bei Umlaufdampfheizungen mit unabstell- j baren Vor- und Rücklaufleitungen
an der Fensterwand eines Eisenbahnwagens, die die anderen Heizflächen des Abteiles
mit Dampf versorgen und die zum Ausgleich des erhöhten Wärmebedarfs der an die Außenwand
grenzenden Teile der Wagenräume dienen, hat man bereits zur Steuerung der Heizwirkung
E dieser Vor- undRücklaufleitungen den sie umhüllenden Schutzkasten mit Verschlußklappen
versehen, die sämtlich miteinander gekuppelt sind und deren Stellung durch einen
der Außentemperatur oder einer von ihr abhängigen Temperatur ausgesetzten Temperaturfühler
gesteuert wird. Demgegenüber kuppelt man der vorliegenden Erfindung entsprechend
jede Klappe im Abteil mit der Stellvorrichtung für die anderen Heizflächenteile
des betreffenden Abteiles in der Art, daß dit Klappe sich nach dem Absperren dieser
anderen Heizflächenteile schließt.
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Die Zeichnung zeigt mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
in den Abb. i, -2 und 3.
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Die Abb. i stellt schaubildlich eine 1 iederdruckdampfheizung für
ein Abteil einesEisen-Bahnwagens in Ansicht dar. Aus der unter dem Wagen zerlegten
und mit Lokomotivdampf gespeisten Hauptleitung i führt das Rohr 2 den Dampf einem
in der Abbildung nicht gezeichneten thermostatisch gesteuerten Dampfeinlaliventil
üblicher Bauform zu. Im Heizkörperkopf 3 wird durch dieses Dampfeinlaßventil der
Dampf entspannt und durch-: strömt nun zunächst die unten an der Fensterwand verlegten
Rohrteile .I und @. Aus dem Rohr 5 tritt der Dampf in das unter einer Sitzbank des
Abteiles liegende Rohr 6. in welchem der Dehnungskörper des erwähnten Dampfeinlaßventils
zu denken ist.
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Dieser ist so eingestellt, daß er über <las geöffnete Einlaßcentil
immer nur so viel Dampf in die Heizrohre 4. ; und 6 einlälft.
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j daß aus dein Rohrstutzen j gerade kein Dampf !, mehr ausströmt.
Der am Dehnungskörper zu seiner willkürlichen Verstelluig angebrachte Hebel 8 ist
dann mittels der Stellvorrichtung 9 in die Stellung I gebracht, wobei der Handgriff
des Stellhebels 9 in die Stellung »Warm <- gedreht zu denken ist. In der gezeichneten
Mittelstellung der Stellvorrichtung 9 auf .rlläßig=; steht der Hebel '" in der Mittelstellung
II und hat dabei den Dehnungskörper und das Dampieinlaßc entil so eingestellt, daß
mir die an der Fensterwand liegenden Heizrohre .1 und 5 mit Dampf erfüllt sind,
während das Heizrohr 6 kalt bleibt. In dieser Stellung ist also der vom Mantel des
Rohres 6 gebildete Heizflächenteil `abgestellt, und es heizen nur die Fensterwandheizrohre
d. und 5, von «-elchen die «-arme Luft längs der Fensterwand aufsteigt. diese er«-ärmt
und dem herabfallenden Kaltluftstrom entgegenwirkt. Ist den Reisenden des Abteiles
bei dieser Stellung der Stellvorrichtung 9 die Abteiltemperatur noch immer zu hoch,
so kann die Stellvorrichtung 9 in die Stellung »Kalt« gebracht werden. wobei der
Hebel S in die Stellung III kommt und das Dampfeinlaßventil in die Abschlußstellung.
Es kühlt nun, wie man sieht, auch der abstellbar -einachte Rest der gesamten Abteilheizfläche.
nämlich der, den die Fensterwandheizrohre d. und 5 darstellen, aus. Sämtliche Heizflächen
des Abteiles sind abgestellt.
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In der Abb. 2 ist gleichartig wie in der Abb. i eine erfindungsgemäß
durchgebildete Heizung in einem Abteil eines Eisenbahnwagens
dargestellt,
welche für ein beliebiges strömendes Heizmittel bestimmt ist. Sie besteht aus einem
unten an der Fensterwand liegenden U-förmigen Rohr io und einem U-förmigen, unter
einer Sitzbank liegenden Rohr i i. Beide Rohre i o und i i sind an. einen in Kammern
unterteilten Heizkörperkopf 12 so angeschlossen, daß das Heizmittel" welches einer
Kammer des Kopfes 12 durch das Rohr 2 zufließt, wie durch Pfeile angedeutet, von
dieser Kammer sowohl in das Heizrohr io an der Fensterwand wie in das Heizrohr 11
unter der Sitzbank des Abteiles eintritt und aus beiden Rohren über eine zweite
Kammer des Kopfes 12 durch das Rohr 13 abströmt.
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Der Heizmitteldurchfluß durch die Rohre io und ii wird durch elektromagnetisch
gesteuerte Ventile 14 und- 15 überwacht, die selbsttätig in Abhängigeit von der
Abteiltemperatur wie folgt betätigt werden: In den Steuerstromkreis des dem Heizrohr
io zugeordneten Magnetventils 14 ist der Temperaturfühler 16 über eine elektrische
Stromduelle 30 eingeschaltet. Dieser Fühler ist so eingestellt, daß er z.
B. bei 21° C seinen Kontakt schließt, wobei das Magnetventil 14 den Heizmitteldurchfluß
durch das Heizrohr io sperrt. In den Steuerstromkreis des dem Heizrohr i i zugeordneten
Magnetventils 15 ist der Temperaturfühler 17 eingeschaltet, welcher seinen Kontakt
bei einer niedrigeren Temperatur, z. B. bei ig° C, schließt und dabei das Sperren
des Magnetventils 15 bewirkt.
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Steigt die Temperatur der Abteilluft und somit auch die der Temperaturfühler
16 und 17 auf ig° C, so schließt der Temperaturfühler 17 seinen Kontakt, und das
Magnetventil 15 stellt den dem Heizrohr i i entsprechenden Heizflächenteil des Abteiles
ab. Das Heizrohr io an der Fensterwand bleibt warm und sorgt auch weiterhin für
die Erwärmung der Raumluft des Abteiles, seiner Fensterwand und des an dieser herabfallenden
Kaltluftstromes. Steigt aus irgendwelchen Gründen, weil z. B. wegen sehr milden
Wetters die Außentemperatur stark angestiegen.ist, die Abteiltemperatur weiter bis
auf 21° C, so schließt auch das Kontaktthermometer 16 seine Kontakte und veranlaßt
das -Magnetventil 14, nun auch den Heizmitteldurchfluß durch das Heizrohr io zu
sperren, so daß alle Heizflächenteile im Abteil abgestellt sind, bis wieder die
Abteiltemperatur so weit gesunken ist, daß zunächst das Kontaktthermometer 16 den
Stromkreis über das Magnetventil 14 öffnet und das Fensterwandheizrohr io wieder
wirksam wird. Nach weiterem Fallen der Abteiltemperatur öffnet auch das Kontaktthermometer
17 den Steuerstromkreis über das Magnetventil 15, worauf -%vie- , der beide Heizrohre
io und i i vom Heizmittel durchflossen werden.
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In der Abb. 3 ist der Querschnitt durch ein Abteil eines mit einer
Umlaufheizung ausgerüsteten Eisenbahnwagens dargestellt. Die Umlaufdampfrohre 18
und ig erstrecken sich längs der Fensterwände durch alle Abteile des Wagens, und
in ihnen wird über einen Hauptdampfeinlaßregler in bekannter Weise ein Dampf-Luft-Gemisch
von der Spannung der Außenluft im Umlauf gehalten. An die Rohre 18 und ig sind in
der gezeichneten bekannten Art U-förmige Heizkörper 2o angeschlossen, die unter
den Sitzen der Abteile liegen. Der Heizkörper 2o des Abteiles hat ein an sich bekanntes
Absperrglied 21, das durch eine Stellvorrichtung 22 geöffnet und geschlossen werden
kann.
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In der Stellung I des Hebels 28 des Absperrgliedes 21, die der Stellung
der Stellvorrichtung 22 auf »Warm« entspricht, ist der Dampfdurchgang zum Heizkörper
20 offen, und der Heizkörper 2o heizt. In den Stellungen II und III des Hebels 28,
die den Stellungen »Mäßig« und »Kalt« der Stellvorrichtung 22 entsprechen, ist das
Absperrglied 21 geschlossen, und der Heizkörper 2o kühlt aus. Um die an der Fensterwand
verlegten Umlaufdampfrohrteile 18 und ig, die im Abteil liegen, von einem Wärmeschutzkasten
23 umhüllt sind und ständig warm bleiben, als abstellbaren Heizflächenteil des Abteiles
benutzen zu können, ist der obere Teil als Klappe 24 ausgebildet, die sich um die
Achse 25 dreht und durch die Stange 27 mit dem Hebel 28 des Absperrgliedes 21 so
verbunden ist, daß sie. in der gezeichneten Offenstellung steht, wenn die Stellvorrichtung
22 auf »Mäßig« gestellt und das Absperrglied 21 geschlossen ist. Es strömt dann
die Luft entsprechend der gezeichneten Pfeile aus dem Abteil über die Offnung 2g
des Kastens 23 um die Umlaufdampfrohre 18 und ig und durch die geöffnete Klappe
24 längs der Fensterwand nach oben, erwärmt die Fensterwand und wirkt dem an ihr
herabfallenden Kaltluftstrom entgegen. Gleichzeitig heizt sie allein das Abteil.
Wird das Absperrglied 21 durch Verdrehen des Handhebels der Stellvorrichtung 22
auf »Warm« geöffnet, wobei der Hebel 28 in die Stellung I gelangt, so wird
die Klappe 24 in die mit 24' bezeichnete Offenstellung gebracht, und es heizen nun
sowohl der Heizkörper 2o und, wie bereits beschrieben wurde, auch die Umlaufdampfrohrteile
18 und ig das Abteil. Wird aus der Stellung »Mäßig« der Stellhebel der Stellvorrichtung
22 in die Stellung »Kalt« gebracht, so wird die Klappe 24 in die mit 24" bezeichnete
Geschlossenstellung gebracht, so daß die Heizwirkung der Umlaufdampfrohrteile 18
und ig aufhört, wobei
aber auch der Heizkörper 2o abgestellt ist
und somit sämtliche Heizflächenteile des Abteiles wirkungslos sind.
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Man sieht, daß bei allen vorbeschriebenen Heizungen nach den Abb.
1, 2 und 3 die an der Fensterwand verlegten Heizflächenteile des Abteiles zuletzt
abstellbar gemacht sind, und zwar mittels der zur stufenweisen Abstellung der Heizflächen
des Abteiles in diesem vorgesehenen und oben beschriebenen Einrichtungen; Es ist
ohne weiteres einzusehen, daß auch für die Heizeinrichtung nach der Abb. 3 statt
einer Handstellvorrichtung 22 mehrere Temperaturfühler zur selbsttätigen Verstellung
des Absperrgliedes 2i und der Klappe 2.4 vorgesehen werden können, wobei natürlich
wieder der zur Verstellung der Klappe 24 dienende Temperaturfühler höher eingestellt
sein muß als alle anderen Temperaturfühler, die zur An- und Abstellung der anderen,
unter den Sitzen liegenden Heizflächenteile des Abteiles dienen.