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Heiz- oder Kühleinrichtung mit selbsttätiger Regelung der Temperaturen mehrerer Räume von einer zentralen Stelle aus, insbesondere für Eisenbahnwagen.
Der Wärmebedarf zur Aufrechterhaltung des gleichen Erwärmungszustandes in den einzelnen Abteilen eines Eisenbahnwagens ist, auch wenn es sich um ganz gleich grosse Abteile handelt, für jedes Abteil verschieden, weil verschiedene Umstände, wie z. B. mehr oder weniger dicht schliessende Fenster und Türen, einen gewissen Einfluss auf die Höhe der Raumtemperatur jedes Abteils ausüben.
Wenn man daher eine Einrichtung vorsieht, bei welcher zur Gleichhaltung der Raumtemperaturen das An-und Abschalten der Heizung für alle Abteile gleichzeitig von einer zentralen Stelle aus erfolgt, so weichen trotz richtiger Bemessung der in jedem Abteil angeordneten Heizflächen aus den erwähnten Gründen die erzielten Raumtemperaturen ziemlich stark voneinander ab. Man hat daher die zentrale Regulierung bereits verlassen und regelt jedes Abteil für sich selbst durch in jedem Abteil angebrachte Temperaturfühler, welche, dem jeweiligen Wärmebedarf entsprechend, Heizflächen an-oder abschalten.
Diese Regelart ist aber teuer und entspricht auch nicht den Erfordernissen, denn der Wärmebedarf der Menschen ist je nach ihrer Gewohnheit und ihrem physischen Zustand verschieden. Es besteht das Bedürfnis nach einer Heizeinriehtung, welche freie Wahl des Erwärmungsgrades innerhalb gewisser Grenzen in jedem einzelnen Abteil gestattet.
Die nachbeschriebene Erfindung greift auf die gemeinsame zentrale Regelung der Raumtemperaturen der Abteile zurück und löst gleichzeitig das Problem der willkürlichen Einstellbarkeit der Raumtemperatur in den Abteilen innerhalb gewisser Grenzen. Sie besteht darin, dass eines der Abteile des Wagens oder ein Nebenraum den steuernden Temperaturfühler für die zentrale automatische Regelung enthält und dass die Heiz- oder Kühlwirkung in jedem andern Abteil durch eine Stellvorrichtung gleich, grösser oder kleiner gemacht werden kann als die Heiz-oder Kühlwirkung im erstgenannten, steuernden Raum, wobei die Stellvorrichtung des steuernden Raumes nur durch das Aufsichtspersonal ausserhalb oder auch während des Betriebes verstellbar ist.
Die zentrale Regelung ermöglicht nämlich, wie die Erfahrung lehrt, in jedem Abteil für sich die Gleichhaltung der Temperatur, wobei freilich die Temperaturen der einzelnen Abteile untereinander und gegenüber dem steuernden Abteil verschieden hoch ausfallen.
In jedem Abteil, mit Ausnahme des steuernden, wird nun eine Verstellvorrichtung mit mehreren Stufen angeordnet, mit deren Hilfe man entweder die unvermeidlichen Temperaturunterschiede ausgleichen oder auch willkürlich höhere oder tiefere Temperaturen einstellen kann. Man erzielt auf diese Weise eine einfache und billige Art der automatischen Regelung, die auch den Wünschen des Reisepublikums weitest Rechnung trägt.
Da es üblich ist, in den Eisenbahnwagen die Stellvorrichtungen in den Abteilen während des Vorheizens auf die grösste Wärmestufe zustellen und in dieser Stellung zu belassen, bis die Reisenden einsteigen, so würde beim Vorheizen immer in allen Abteilen die grösste Heizfläche wirksam sein. Damit dabei aber ein Überheizen vermieden wird, wird erfindungsgemäss die Heizeinrichtung jedes Abteiles so bemessen, dass ihre volle Wirkung nur um Vi-Vs grösser ist als die des steuernden Abteiles.
Anderseits wird erfindungsgemäss die Heizeinrichtung jedes Abteiles auch so durchgebildet, dass ihre geringste einstellbare Heizwirkung nicht kleiner als etwa 1/3 der Heizwirkung des steuernden Abteiles ist. Dies hat den Zweck, dass ein auf geringste Heizwirkung eingestelltes und längere Zeit in Betrieb gelassenes Abteil nicht zu stark auskühlen kann. Stellt man nämlich die Stellvorrichtung eines solchen auf kleinster Erwärmungsstufe verbliebenen Abteiles auf eine höhere Heizstufe, so dauert es
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länger als beim gewöhnlichen Vorheizen, bis die neu eingestellte Temperatur erreicht ist, weil ja die Regelung vom steuernden Abteil aus ohne Rücksicht auf das ausgekühlt Abteil erfolgt.
Durch die erwähnte untere Begrenzung der Abteiltemperaturen stellen sich in den Abteilen, in welchen die Stellvorrichtungen aus irgendeinem Grunde durch längere Zeit auf geringster Heizwirkung verblieben sind, noch erträgliche Temperaturen ein.
Zu erwähnen ist noch, dass eine wie : oben beschriebene Heizeinrichtung mit zentraler Regelung von einem Raum aus den Nachteil hat, dass, falls in diesem Raum z. B. ein Fenster offen steht, alle andern Räume überheizt werden. Der Temperaturfühler des steuernden Abteiles arbeitet ja immer darauf hin, dass im steuernden Abteil die Normaltemperatur herrscht. Steht nun in diesem ein Fenster offen, so wächst trotz ungeänderter Raumtemperatur infolge des Wärmeverlustes durch das offene Fenster die Heizwirkung der Heizeinrichtung dieses Raumes und somit auch die der Heizeinrichtungen in allen andern Abteilen.
Belässt man die Stellvorrichtungen in den, Abteilen in der Normalstellung, so werden
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Räume eingerichtet werden, derart, dass in jedem ein Temperaturfühler angeordnet ist und jener der beiden Fühler steuert, der die höhere Temperatur hat. Bei elektrischer Regelung werden beispielsweise zwei Kontaktthermometer vorgesehen, die zueinander parallel geschaltet sind. Steht nun in einem der beiden Räume das Fenster offen, so bleibt er kälter als der andere Raum, und es steuert daher das im wärmeren Raum angeordnete Kontaktthermometer alle Abteile durch Schliessen und Offnen seiner Kontakte, d. h. gleichzeitiges Ab- und Wiederanstellen allerin den Abteilen angeordneten Heizeinrichtungen.
Die anliegende Skizze zeigt eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung.
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welche von der unter dem Wagen geführten Hauptleitung 3 abgezweigt und über ein Ventil 4 geführt ist. Das Ventil 4 wird durch den Temperaturfühler 5 gesteuert, welcher im Abteil I angeordnet ist.
Bei Erreichung einer vorbestimmten Raumtemperatur, Normaltemperatur, schliesst das Kontakt-
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sich wieder und alle Heizkörper werden dadurch wieder angestellt. Das Abteil 1, das den Temperaturfühler 5 aufweist, nennt man das steuernde Abteil.
Beim geschilderten Regelvorgang wird also in allen Abteilen die Temperatur zentral vom steuernden Abteil aus geregelt, wobei erfahrungsgemäss in jedem Abteil eine Temperatur konstant gehalten wird, die auch von der Normaltemperatur des Abteiles 1 sehr verschieden sein kann. Nun ist jeder Heizkörper 1, 1", d. h. jede Heizeinrichtung eines Abteiles 1', I", mit einer Stellvorrichtung 6', 7', 6", 7"versehen, mit Hilfe welcher der Unterschied der Heizwirkung der Heizeinrichtung des Abteiles I'bzw. 1" gegen- über der Wirkung der Heizeinrichtung im steuernden Abteil 1 ausgeglichen oder auf Wunsch auch grösser oder kleiner gemacht werden kann.
Das in der Fig. 1 dargestellte Beispiel zeigt Heizeinrichtungen, bei welchen mittels der Stellhebel 7, 7', 7"die Einstellung der Heizkörper 1, 1', 1" auf verschiedene Erwärmungsstufen möglich ist.
Im steuernden Abteil I steht der Stellhebel 7 in der Mittelstellung. Die Fig. 2 zeigt eine vergrösserte Abbildung eines Stellhebels 7. Der Stellhebel 7 im steuernden Abteil ist der Benutzung des Publikums entzogen, z. B. durch den Kasten 8, der nur dem Bahnpersonal zugänglich ist.
In jedem Abteil, mit Ausnahme des steuernden, kann also der Reisende frei nach Wahl die ihm angenehme Temperatur mittels der Stellhebel einstellen, welche Temperatur dann vom steuernden Abteil 1 aus selbsttätig aufrechterhalten wird.
Diese freie Einstellbarkeit der Raumtemperatur ist, wie eingangs schon erwähnt wurde, zweckmässig nach oben und unten durch entsprechende Bemessung des Regelbereiches so begrenzt, dass die Heizwirkung in einem Abteil nur um höchstens 1/4-1/3 grösser oder um 1/3 kleiner als die Heizwirkung im steuernden Abteil 1 gemacht werden kann, so dass ein Überheizen oder zu starkes Auskühlen der Abteile unter allen Umständen vermieden wird.
Mit gestrichelten Linien ist auch im Abteil Z'ein Temperaturfühler 5'eingezeichnet, der zum Temperaturfühler 5 des Abteiles 1 parallel geschaltet ist. Wird ein solcher vorgesehen, so kann jedes der beiden Abteile I odeer I' als steuerndes Abteil wirken. Die Führung in der Steuerung übernimmt immer jenes
Abteil, in welchem die höhere Temperatur herrscht. Würde z. B. im Abteil 1 das Fenster offen bleiben, so würde, weil die Temperatur im Abteil I zurückbleibt, das wärmere Abteil l'die Steuerung der Heiz- anlage übernehmen, wodurch verhindert wird, dass der erhöhte Wärmebedarf im Abteil I einen solchen
Einfluss auf die Heizanlage nehmen kann, dass alle Abteile überheizen.
Die vorstehenden, für Heizeinrichtungen angestellten Betrachtungen gelten in ganz gleicher Weise
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