DE75896C - Verfahren zum Beschweren von Seide und Schappe - Google Patents

Verfahren zum Beschweren von Seide und Schappe

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DE75896C
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DENDAT75896D
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H. J. NEUHAUS NACHFOLGER in Krefeld
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M11/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising
    • D06M11/77Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with silicon or compounds thereof
    • D06M11/79Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with silicon or compounds thereof with silicon dioxide, silicic acids or their salts
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
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    • D06M11/07Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof
    • D06M11/11Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof with halogen acids or salts thereof
    • D06M11/20Halides of elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table, e.g. zirconyl chloride

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach dem neuen Verfahren wird die rohe, souplirte oder abgekochte Seide oder Schappe im Strang oder im Stück (in halbseidenen oder ganzseidenen Waaren), gefärbt oder ungefärbt, in einem Zinnchloridbade von 25 bis 30 ° B. ι Stunde behandelt, durch Abquetschen vom überschüssigen Zinnchlorid befreit und dann gewaschen.
Hierauf gelangt die Waare in ein angewärmtes, saures, neutrales oder alkalisches Bad von löslichen phosphorsauren Salzen, z. B. phosphorsaurem Natron, von 3 bis 50B., wird daselbst Y2 bis 1 Stunde behandelt und dann wieder gewaschen.
Durch die Behandlung mit Zinnchlorid und danach mit löslichen phosphorsauren Salzen wird nicht das Zinnoxyd als solches fixirt, sondern es bildet sich auf der Faser saures phosphorsaures Zinnoxyd.
Die so vorbehandelte Waare wird in einem angewärmten Bade von 3 bis 50 B., welches ein lösliches kieselsaures Salz, ζ. B. Natriumsilicat, enthält, Y2 bis 1 Stunde behandelt und dann gewaschen.
Bei dieser letzteren Operation spielt nicht das Alkali, sondern die Kieselsäure die Hauptrolle, denn es führt jede Form der löslichen Kieselsäure zum Ziel, und es wird eine alkalische Lösung der Kieselsäure nur deshalb vorgezogen, weil sie am beständigsten ist.
Die Kieselsäure ist der integrirende Bestandtheil der neuen Beschwerung.
Das oben erwähnte saure phosphorsaure Zinnoxyd besitzt die Fähigkeit, Kieselsäure aus ihren Lösungen und zwar in so hohem Mafse aufzunehmen, dafs man auf abgekochter Seide durch fünf Zinnchlorid - Phosphat - Silicat-Passagen 100 bis 120 pCt. Uebergewicht erzielt, während durch fünf Zinnchlorid-Soda-Passagen (nach dem bisher üblichen Verfahren) nur 15 bis 20 pCt. Uebergewicht erhalten wurden.
Nach diesem neuen Verfahren wird in der Seide ein Gemenge von phosphorsaurem und kieselsaurem Zinnoxyd neben freier Kieselsäure aufgespeichert, im Gegensatz zu dem Ergebnifs der bisher üblichen Verfahren, bei welchen durch die Anwendung alkalischer Bäder (Soda-Bäder) das Zinnoxyd nur als solches fixirt wurde.
Das patentirte Verfahren besitzt gegenüber dem Fixiren des Zinnes durch gerbsäurehaltige Materialien folgende Vorzüge.
Man ist im Stande, auf jede Chlorzinn-Passage eine solche von löslichen phosphorsauren Salzen und danach von löslichen kieselsauren Salzen folgen zu lassen und diese Operationen in gleicher Reihenfolge ein- bis sechsmal zu wiederholen, ohne der Seide ihren Charakter zu nehmen. Würde man dagegen der Chlorzinn-Passage eine solche von Gerbsäure folgen lassen und diese Operationen nur einmal wiederholen, so würde, abgesehen davon, dafs das ständige Chlorzinn-Bad durch die Bildung von gerbsaurem Zinnoxyd — hervorgerufen durch Abgabe von Gerbsäure an das Chlorzinn-Bad — verdorben würde, die Seide ihren Charakter verlieren und durch die oberflächliche Fixation von gerbsaurem Zinnoxyd ein baumwollartiges Aussehen erhalten.
Ferner wird nach dem neuen Verfahren eine bedeutend höhere Beschwerung erzielt als durch Zinnoxyd und Gerbsäure bei gleicher Anzahl
von Chlorzinn-Passagen, und zwar erhält man nach dem neuen Verfahren bei fünf Chlorzinn-Passagen ioo bis 120 pCt. Uebergewicht, nach letzterem Verfahren nur 40 bis 50 pCt. Uebergewicht.
Ferner bleibt nach dem neuen Verfahren selbst hochbeschwerte Seide rein weifs, wodurch man im Stande ist, Weifs und die schönsten, hellsten und reinsten Farben auf beschwerter Seide herzustellen, was bei Seide, welche mit gerbsaurem Zinnoxyd beschwert ist, nicht möglich ist, da auch die reinste Gerbsäure die Seide schmutzig färbt.
Auch sind alle Farben auf nach dem neuen Verfahren beschwerter Seide bedeutend haltbarer als auf Seide; ebenso ist auch die beschwerte Seide selbst bedeutend haltbarer als die Seide, welche mit Zinnoxyd allein beschwert ist.
Ferner besitzt die nach dem neuen Verfahren beschwerte Seide Glanz, Griff und Elasticität in weit höherem Mafse als Seide, welche mit Zinnoxyd allein oder mit gerbsaurem Zinnoxyd beschwert ist.
Nachdem die zu beschwerenden Waaren die Zinn-Phosphat-Silicat-Bäder je nach dem gewünschten Grade der Beschwerung ein- bis sechsmal passirt haben, wird nach dem letzten Gange warm geseift und, falls die Waaren vorher gefärbt waren, direct avivirt, d. h. mit Säure und Olivenöl (Emulsion) geschönt. Falls die Waaren noch nicht gefärbt waren, werden sie nach dem Seifen gewaschen, mit Schwefelsäure oder Salzsäure abgesäuert und dann gefärbt. Nach dem Färben wird in der oben geschilderten Weise gewaschen und avivirt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Das Verfahren des Beschwerens von roher, souplirter oder abgekochter Seide oder Schappe im Strang oder im Stück (in halbseidenen oder ganzseidenen Waaren), sowohl vor als nach dem Färben, mittels Kieselsäure^ in Verbindung mit Zinnoxyd und Phosphorsäure.
2. Eine Ausführungsform des in Anspruch 1. gekennzeichneten Verfahrens, bestehend in den folgenden Processen:
ι stündiges Behandeln der Waare mit Zinnchlorid von 25 bis 300B.; Waschen;
Y2 bis ι stündiges Behandeln der Waare in einem angewärmten, sauren, neutralen oder alkalischen Bade von 3 bis 50 B., welches ein lösliches phosphorsaures Salz enthält; Waschen;
Y2 bis ι stündiges Behandeln der Waare in einem angewärmten Bade von 3 bis 50B., welches ein lösliches kieselsaures Salz enthält; Waschen; und unter Umständen Wiederholen dieser drei Operationen, je nach der gewünschten Beschwerung.
DENDAT75896D Verfahren zum Beschweren von Seide und Schappe Expired - Lifetime DE75896C (de)

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