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Vorsatzplatte für Eisenbahngüterwagen Für Eisenbahngüterwagen, die
zum Befördern von Getreide bestimmt sind, sind Vorsatztüren bekannt, die mittels
besonderer Befestigungsvorrichtungen in die Türöffnungen der Güterwagen zu hängen
sind und, in waagerechte Felder unterteilt, beim Entladen der Wagen von oben nach
unten fortschreitend, felderweise zu öffnen sind. Diese auf ausländische Verhältnisse
zugeschnittenen Vorsatztüren machen bauliche Veränderungen am Wagenkasten notwendig,
die z. B. bei der Deutschen Reichsbahn verboten, also keineswegs auf deutsche Verhältnisse
übertragbar sind.
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Weiter ist eine Vorsatzplatte bekannt, die aus drei gelenkig miteinander
verbundenen Feldern besteht, wobei das. MittelfeldV-förmig ausgestaltet ist und
die Seitenfelder durch Scharniere an die schrägen Seiten des Mittelfeldes angelenkt
sind. Die von innen vor die Wagentür gestellte Platte soll sich beim Lösen des an
der Spitze des Mittelfeldes sitzenden und die einzige Befestigung bildenden Riegels
in eine Art Sattelform legen und damit dem Gut den Weg aus dem Güterwagen freigeben.
Damit verlieren aber die Seitenfelder ihre Anlehnung, und die Vorsatzplatte wird
durch den überaus starken Staudruck des Förderguts aus dem Wagen herausgeschleudert.
Bekannt
ist auch eine- metallene Vorsatzplatte, die durch einen Anschlag auf der einen und
einen unter Federdruck stehenden Balzen auf der andern Seite in der Güterwagentür
gehalten wird, während das Ladegut sie gegen die Pfosten drückt. Sie bedarf jedoch
besonderer Öffnungsklappen, um das Gut so weit entladen zu können, daß die Platte
herausgenommen werden kann. Dabei ist ein Verbiegen der Öffnungsklappen sowie ein
Beschädigen empfindlichen Guts beim Hochwuchten der Platte sehr leicht möglich.
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Von einem einwandfrei wirkenden Vorsatzg ät für Eisenbahngüterwagen
muß geforer.
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dert werden, daß es ohne besondere, am Wagen anzubringende Befestigungsmittel
sicher vor der Wagentür steht, den auftretenden Stau-(truck des Förderguts im mittleren
Teil des Türbereichs zu den Türpfosten hin gleichin ; ßig ableitet und damit die
vornehmlich hier auf dem Vorsatz lastende, einen hohen Verschleiß auslösende Spannung
aufhebt, ein störungsfreies Einladen und stufenweises Ausladen ermöglicht, für alle
Arten Schütt-und gegebenenfalls auch Stapelgüter zu verwenden und bei Nichtgebrauch
auf kleinsten Raum zusammenzulegen ist.
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Diesen Anforderungen entspricht die Vorsatzplatte gemäß der Erfindung,
und zwar besteht das Neue darin, daß die in an sich bekannter Weise aus mehreren,
gelenkig miteinander verbundenen Feldern bestehende Platte in der Gebrauchslage
nach dem Wageninnern, also nach dein Schüttgut zu, einen vorspringenden, durch Spannmittel
in der Stellung gehaltener Winkel bildet, so daß der Druck des Schüttguts auf die
Vorsatzplatte abgefangen und deren Druck auf die zur starren Verbindung zweier benachbarter
Felder vorgesehener, leicht lösbaren Sperrmittel verhindert wird. Zwischen breiten
Seitenfeldern kann ein schmales, pfostenartiges Mittelfeld sitzen. Die Seitenfelder
können am unteren Ende je ein durch Gelenkbänder verbundenes, umlegbares Bodenbrett
tragen, das mit dem zugehörigen Feld durch eine Kette oder durch eine Leine verbunden
ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeider Erfindung dargestellt,
und zwar spielzeigt Abb. i eine Seitenansicht der in den Güterwagen zustellenden
Vorsatzplatte, Abb. 2 den Grundriß der Vorsatzplatte in Gebrauchsstellung, Abb.
3 eine schaubildliche Ansicht der zusammengeklappten, transportfähigen Vorsatzplatte,
Abb..I die schaubildliche Hinteransicht eines Feldes der Vorsatzplatte mit herabgeklapptem
Bodenbrett und Abb. 5 die Ansicht eines mit Kartoffeln beladenen Reichsbahngüterwagens
mit eingesetzter Vorsatzplatte.
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Die im Ausführungsbeispiel die Vorsatzplatte bildenden Wände oder
Felder a, b und c sind miteinander durch Gelenkbleche d und e zusammenklappbar
verbunden, und die Gelenkbleche sind so angeordnet, daß sie an den Feldern
a und b an der Innenseite, an den Feldern b und c an der Außenseite
sitzen. Diese Anordnung der Gelenke sowie die unterschiedliche Breite des Feldes
b gegenüber den Feldern a und c ist für ein schritt-, weises Freilegen des Ladeguts
vorteilhaft, ermöglicht ferner ein störungsfreies Ausschwenken der Felder und ein
leichtes Lösen der Sperrmittel. Gleichzeitig wird hierdurch auch die Zusammenlegbarkeit
der Vorsatzplatte, wie Abb. 3 zeigt, erreicht.
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Die benachbarten Felder a und b sind an der Außenseite der
Vorsatzplatte mit Metallmanschetten g mit Führungslöchern oder mit Winkelstücken
h mit Pührungslöchern versehen, die einander gegenüberliegen. Durch Einstecken des
Riegels f in das Führungsloch der Metallmanschette und des entsprechenden Winkelstücks
wird eine starre Verbindung des Feldes a mit dem Feld b, wie Alb.
2 veranschaulicht, herbeigeführt. Durch die eigenartige Anordnung der Gelenke
d und e, die abwechselnd innen und außen an den benachharten Feldern
der Vorsatzplatte angebracht sind, wird eine starre, ebene Verbindung aller Felder
zueinander, ein Einbuchten der Platte nach innen, um den Staudruck der Ladung abzufangen,
oder ein Vorspringen nach außen beim Entladen, um eine Entnahmeöffnung zu bilden,
ermöglicht.
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Ein Einbuchten der Vorsatzplatte nach innen zur Ableitung des Staudrucks
kann beispielsweise durch Anbringen an sich bekannter Spannketten k bewirkt werden,
die durch ein Spannschloß i (Abb. i und 2) gespannt werden und der Vorsatzplatte
außer der Möglichkeit, den sich durch Rangierstöße noch vergrößernden Staudruck
abzufangen, auch noch eine bessere Standfestigkeit geben. Beim Entladen des Güterwagens
läßt man zunächst das im Bereich der Ablaufluken m liegende Ladegut durch diese
Luken m abrollen. Sodann werden die Spannketten k gelöst und die starre Verbindung
der Felder a und 1) durch Lösen der Verriegelung f aufgehoben. Ein leichtes Ziehen
am Ring L führt zu der nötigen Schwenkbewegung des mittleren Feldes b nach rechts.
Hierdurch verkürzt sich die Spannweite der Vorsatzplatte um die Breite des ausgeschwenkten
Feldes b, was zur Folge hat, daß das an ihm angelenkte Feld a. sich vom Türpfosten
des Güterwagens löst und nunmehr als Reguliermittel für das Ablaufen des nachrollenden
Ladeguts verwendet
werden kann. Der jetzt freigewordene Raum im
Türbereich des Güterwagens genügt, um ein Absacken des Schüttguts mittels Gabel
ungehindert durchführen zu können. Bei weiterem Entladen kann nach Freilegen des
Feldes c die gesamte Vorsatzplatte herausgehoben werden.
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Um die Standfestigkeit der Vorsatzplatte, die nur lose in die Tür
des Güterwagens, entsprechend den Vorschriften der Deutschen Reichsbahn, zu stellen
ist, zu erhöhen, können mit Gelenkblechen u an die Felder der Vorsatzplatte angelenkte
Bodenbretter r vorgesehen sein, die eine mit Haken zum Eingreifen in eine Öse v
versehene Kette oder Leine s haben. Zweckmäßig werden solche Bodenstützen nur an
den größeren Felderna, c der Vorsatzplatte angebracht (vgl. Abb. 2).
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Ein weiterer Vorteil der nach innen eingebuchteten Vorsatzplatte liegt
in der Möglichkeit, den Raum zwischen Schüttgut und Wagentür bei Frostgefahr mit
Strohbunden oder sonstigen die Kälte abhaltenden Stoffen auszukleiden, so daß die
Verluste infolge Frostes wesentlich herabgemindert werden können.
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Zum Zusammenlegen der Vorsatzplatte für den Transport werden auch
die Bodenbretter r umgelegt, so daß die zusammengelegte Vorsatzplatte (Abb. 3) nur
den Raum einer flachen Kiste beansprucht.
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Die Erfindung läßt sich nicht nur auf dreiteilige, sondern ebensogut
auf fünfteilige Vorsatzplatten anwenden, bei denen dann zweckmäßig drei breite Felder
und zwei schmale Zwischenfelder vorgesehen werden. Es sind dann entsprechend 'mehr
'Riegel f anzuordnen, um die einzelnen, einander benachbarten Felder starr miteinander
verbinden oder voneinander lösen zu können. Als Werkstoff für die Vorsatzplatte
ist Holz oder jeder andere zweckentsprechende Stoff zu verwenden.