DE75327C - Verfahren zur Darstellung von Disazofarbstoffen aus aI-Amido-a3-naphtol-/J4-sulfosäure - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Disazofarbstoffen aus aI-Amido-a3-naphtol-/J4-sulfosäure

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DE75327C
DE75327C DENDAT75327D DE75327DA DE75327C DE 75327 C DE75327 C DE 75327C DE NDAT75327 D DENDAT75327 D DE NDAT75327D DE 75327D A DE75327D A DE 75327DA DE 75327 C DE75327 C DE 75327C
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blue
sulfonic acid
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amido
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Badische Anilin and Sodafabrik AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B35/00Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
    • C09B35/02Disazo dyes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Amidonaphtole und ihre Sulfosäuren haben zur Darstellung von Azofarbstoffen in neuerer Zeit erhöhtes Interesse gewonnen, und zwar haben besonders zwei Amidonaphtole bezw. Sulfosäuren derselben , nämlich die Ol1 a4- (1 -8) und die ß1ai- (2 · 8 oder 1 · 7) Verbindungen sich als zur Darstellung werthvoller Farbstoffe geeignet erwiesen.
Das JS1 a4-Amidonaphtol:
OH
NH9
führt in Form seiner ß3 - Sulfosäure (Patent Nr. 53076) bei Combination mit Benzidin etc. zu tiefschwarzen Farbstoffen, dem »Diaminschwarz« (Patent Nr. 55648).
Andererseits liefern die beiden sich von dem Ct1 a4-Amidonaphtol:
OH NH
des Patentes Nr. 55404 ableitenden zwei verschiedenen Sulfosäuren beide mit Diphenylbasen mehr oder weniger blaue substantive Farbstoffe. Dieselben besitzen an sich einen stumpfen Ton, während ihre Benzoylderivate von leuchtend blauer Nuance sind (vgl. die Angaben in den Patentschriften Nr. 54662 und Nr. 63074, auch Nr. 62289).
Auf diese Benzoylderivate wurde damals wegen ihres schönen Farbentons besonderer Werth gelegt, indefs besitzen auch die nicht benzoylirten Farbstoffe werthvolle Eigenschaften, und ein bemerkenswerther, neuer technischer Effect derselben besteht insbesondere darin, dafs in ihnen zum ersten Mal schon ohne Anwendung von Dianisidin, also mittelst Benzidins und Tolidins, blaue substantive Farbstoffe erzielt worden sind.
Auch andere Sulfosäuren des A1 a4-Amidonaphtols sind nach den neueren Untersuchungen zur Darstellung von Azofarbstoffen verwendbar.
Es hat sich nun gezeigt, dafs zu diesen Verbindungen wider Erwarten als weitere eine Sulfosäure des M1 a3-Amidonaphtols: '
OH
hinzutritt, welche nach den Angaben der Patentschrift Nr. 73276 aus der aj-Naphtylamin-«3 ß4-disulfosä'ure dargestellt werden kann. Dieselbe vermag sich mit Diazo- und Tetrazoverbindungen zu Farbstoffen zu vereinigen, welche bereits ohne vorhergehende Benzoylirung technische Bedeutung besitzen. Sie liefert speciell bei Combination mit den Tetrazoverbindungen des Diamidocarbazols, Diamidodiphenylenketoxims, Tolidins und analoger Diphenylbasen im Verhältnifs von 2 Molecülen zu ι Molecül dieser letzteren in alkalischer Lösung substantive Farbstoffe, welche sich so-
wohl durch ihre - violetten bis grünblauen Nuancen (diejenige der Benzidincombination ist violettblau, die derTolidincombination blau), als auch durch eine grofse Farbintensität, vortreffliche Wasch- und Lichtechtheit und gute Säurebeständigkeit auszeichnen. Gegenüber den entsprechenden Farbstoffen aus Benzoyl-ctj a4-amidonaphtol-ctj-sulfosäure (Patent Nr. 54662) besitzen sie den Vorzug, auch ohne Anwendung von Alkali gut aufzufärben; zugleich unterscheiden sie sich von den nicht benzoylirten, ihnen sonst sehr ähnlichen Farbstoffen der Patente Nr. 54662 und Nr. 63074, welche durch Diazotiren und Combiniren auf der Faser zerstört werden, sowohl durch gröfsere Farbstärke, sowie ferner charakteristisch durch die Fähigkeit, sich auf der Faser nach Art der Primulinfarbstoffe diazotiren und combiniren zu lassen, wobei braunschwarze, violette und violettschwarze Töne erzeugt werden, deren Echtheit den höchsten Anforderungen genügt.
Diese hervorragenden Eigenschaften der aus der neuen Amidonaphtolsulfosäure dargestellten Farbstoffe liefsen sich weder an der Hand der Theorie, noch nach den bisherigen Erfahrungen voraussehen. Einerseits sind in dieser Körperklasse überhaupt diesbezügliche Gesetzmäßigkeiten noch nicht erkannt, und es sind sogar verschiedene Amidonaphtolsulfosäuren einer Vereinigung mit Diazoverbindungen überhaupt nicht fähig, so dafs das Verhalten der vorliegenden Ci1 - Amido-a3-naphtol-ß4-sulfpsäure ebensowenig wie der Charakter ihrer etwaigen Farbstoffderivate sicher vorauszusehen waren. Insbesondere war die Brauchbarkeit und Säureechtheit der letzteren noch aus dem speciellen Grunde überraschend, weil das O1Ct3-AmIdO-naphtol selbst, sowie das analog constituirte. H1 a3 - Dioxynaphtalin und seine Sulfosäuren, mit Diazo- etc. Verbindungen vollkommen säureunechte und daher gänzlich werthlose Farbstoffe geben. Endlich Tiefs sich auch die Diazotirbarkeit und Combinirbarkeit und die gute Qualität der" so erzielten Farbtöne nicht voraussehen.
Von den aus der P1 a4- und der Ci1 «4-Amidonaphtolsulfosäure dargestellten Disazofarbstoffen unterscheiden sich die entsprechenden des vorliegenden Patentes folgendermafsen:
Diämido-
carbazol
C 0 m t
Diamido-
diphenylen-
ketoxim
) i η a t i on
Tolidin
mit:
Benzidin
Dianisidin
P1 a4-Amidonaphtol-ß3-sulfo-
säure (Patent Nr. 55648)
(Säure für »Schwarz«)
blauschwarz schwarz schwarzblau
K1 a4- Amidonaphtol-a3- und
«2-sulfosäure (Patente Nr. 54662
und Nr. 63074)
' (Säuren für »Blau«)
stumpfbläu stumpfblau stumpfblau
Benzoylderivat der H1 ct4-Amido-
naphtol-ct3-sulfosäure (Patente
Nr. 54662 und Nr. 57394)
blau blau
in ätzal
violettblau
calischem Bade
grünes Blau
gefärbt
Benzoylderivat der U1 a4-Amido-
naphtol-«2-sulfosäure
(Patent Nr. 63074)
— . blau
O1 a3-Amidonaphtol-ß4-sulfo-
säure (vorliegendes Patent)
(Säure für »Blau«)
violett blau blau
färben im gei
blauviolett
wohnlichen Bac
grünblau
. ohne Alkali.
Die Darstellung der Farbstoffe sei an folgendem Beispiel erläutert:
Farbstoff aus 1 Molecül Diamidocarbazol und 2 Molecülen Amidonaphtolsulfosäure.
14,7 kg Diamidocarbazolsulfat in Form einer 3orjrocentigen Paste werden mit 100 kg Eis und 57 kg Salzsäure vom spec. Gew. 1,15 vermischt und mit einer Lösung von 7 kg Nitrit diazotirt.
Die Tetrazolösung läfst man einfliefsen in eine Lösung von 24 kg Amidonaphtolsulfosäure, 39 kg Natronlauge von 40 ° B. und 35 kg calcinirter Soda in 3000 1 Wasser.
Nach mehrstündigem Rühren kocht man auf, salzt aus, filtrirt, prefst und trocknet.
Zur Darstellung der Farbstoffe aus den anderen oben angegebenen Diphenylbasen verwendet man an Stelle von 14,7 kg Diamidocarbazolsulfat die äquimolecularen Mengen jener Basen bezw. von Salzen derselben.
Die Färbeeigenschaften der Farbstoffe, welche alle in Wasser leicht löslich sind, ergeben sich aus der obigen Zusammenstellung.
Zu ihrer weiteren Charakteristik dient nachfolgende Tabelle:
Combin
Benzidin
ation der 1
Tolidin
\midonapb
Dianisidin
tolsulfosä
Diamido-
diphenylen-
ketoxim
ure mit:.
Diamido
carbazol
Lösung
in concentrirter Schwefelsäure
blau blau grünblau blau blau
Lösung
beim Verdünnen mit Wasser
violettrothe
Fällung
blauviolette
Fällung
blauviolette
Fällung
violettrothe
Fällung
rothviolette
Fällung
Farbe der 0,1 procentigen
wässerigen Lösung
violett blau blau violettblau stumpfviolett
beim Versetzen der wässerigen
Lösung mit Na O H
Fällung Fällung Fällung Fällung Lösung wird
schwärzlich-
roth
beim Versetzen der wässerigen
Lösung mit HCl
Fällung Fällung Fällung Fällung Fällung
mit Nitrit diazotirbar diazotirbar diazotirbar diazotirbar diazotirbar.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Verfahren zur Darstellung von Disazofarbstoffen aus Ct1-Amido-a3-naphtol-ß4-sulfosäure, darin bestehend, dafs man 1 Molecül der Tetrazoverbindungen der zur Darstellung substantiver Azofarbstoffe dienenden Paradiamine auf '2 Molecule Ct1 - Amido - α3-
    naphtol-ß4-sulfosäure in alkalischer Lösung einwirken läfst.
    Die Verwendung von Diamidocarbazol (Patent Nr. 46438), Diamidodiphenylenketoxim (Patent Nr. 52596 und Nr. 57394), Tolidin, Benzidin und Dianisidin in dem durch Anspruch i. geschützten Verfahren.
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