DE74744C - Verfahren zur Darstellung von a-Naphtoldisulfosäuren aus a-ChlornaphtalindisuIfosäuren - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von a-Naphtoldisulfosäuren aus a-ChlornaphtalindisuIfosäuren

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DE74744C
DE74744C DENDAT74744D DE74744DA DE74744C DE 74744 C DE74744 C DE 74744C DE NDAT74744 D DENDAT74744 D DE NDAT74744D DE 74744D A DE74744D A DE 74744DA DE 74744 C DE74744 C DE 74744C
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acid
chloronaphthalene
disulfonic acids
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DENDAT74744D
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K. OEHLER in Offenbach a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C309/00Sulfonic acids; Halides, esters, or anhydrides thereof

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Ueber das Verhalten der a-Chlornaphtalindisulfosäuren gegen Alkalien bei höherer Temperatur ist bislang nichts bekannt geworden.
Es hat sich gezeigt, dafs sich die Disulfosäuren des a-Chlornaphtalins durch Erhitzen mit concentrirten wässerigen Lösungen der fixen Alkalien in α-Naphtoldisulfosäuren überführen lassen. Das Wesen der Erfindung ist demnach in der Anwendung der Alkalischmelze zum Ersätze des Chlors in den Disulfosäuren des a-Chlornaphtalins durch die Hydroxylgruppe zu erblicken.
Das neue Verfahren zur Darstellung der α-Naphtoldisulfosäuren wird durch folgende Beispiele gekennzeichnet:
I. Verfahren zur Darstellung einer a-Naphtoldisulfosäure aus derjenigen a-Chlornaphtalindisulfosäure, die durch Sulfurirung von a-Chlornaphtalin mit rauchender Schwefelsäure unter 60 ° entsteht.
Die als Ausgangsmaterial dienende a-Chlornaphtalindisulfosäure wird gewonnen, indem man zunächst 100 Theile a-Chlornaphtalin bei 10 bis 150 langsam in 260 Theile rauchende Schwefelsäure von 2opCt. SO3-Gehalt einlaufen läfst; nach 4 bis 5 Stunden giebt man langsam 75 Theile rauchende Schwefelsäure von 70 pCt. S O3 - Gehalt hinzu, indem man dafür sorgt, dafs die Temperatur der Masse nicht über 20° steigt. Nach 24 Stunden wird die Sulfurirungsmasse in bekannter Weise auf das Natriumsalz der Chlornaphtalindisulfosäure verarbeitet. Die Alkalisalze dieser Disulfosäure sind in Wasser sehr leicht löslich, weniger löslich ist das Bariumsalz.
100 kg a-chlornaphtalindisulfosaures Natrium werden mit 450 kg Natronlauge von 350B. 5 Stunden auf 200 bis 2100 erhitzt; nachdem Erkalten wird die Schmelze mit Salzsäure angesäuert und das ausgeschiedene α-naphtoldisulfosaure Natrium abfiltrirt. .Durch Umkrystallisiren aus Wasser wird es gereinigt. Die neutralen Natrium- und Bariumsalze krystallisiren mit 4 Mol. Wasser:
C10 H5 OH (S O5NaJ2, 4 H2 O
und C10 Hb OH([SO3]2 Ba) 4.H2O;
die wässerige Lösung des Natriumsalzes wird durch Eisenchlorid blau gefärbt. Salpetrige Säure führt die Naphtoldisulfosäure in eine Nitrosoverbindung über, die in gelben Blättchen krystallisirt.
Durch Einwirkung von Salpetersäure entsteht Naphtolgelb S.
II. Verfahren zur Darstellung einer a-Naphtoldisulfosäure aus derjenigen a-Chlornaphtalindisulfosäure, die durch Sulfurirung von Chlornaphtalin - monosulfosäure (Cl- S O3H= U1 a2) bei niedriger Temperatur entsteht.
Zur Herstellung der a-Chlornaphtalindisulfosäure werden 100 Theile wasserfreies chlornaphtalinsulfosaures Natrium unter gutem Rühren bei 10 bis 150 in 300 Theile rauchende Schwefelsäure von 20 pCt. SO3-Gehält eingetragen. Nach 24 Stunden wird die Sulfurirungsmasse in bekannter Weise auf das chlornaphtalindisulfosaure Natrium verarbeitet. Das Schmelzverfahren ist dasselbe, wie unter I. beschrieben.
Die Naphtoldisulfosäure zeigt dieselben Reactionen wie die unter I. näher gekennzeichnete Säure.
Tabellarische Zusammenstellung des Verhaltens der α-Naphtoldisulfosäuren gegen einige Reagentien.
Verhalten der Naphtoldisulfosäuren gegen:
OH
,SO3H
SOiH
Ber. XXII, S.
«i ßi h OH S OaH./\/\ S O3 H
Patente.Nr. 20716
und 32291," Ber. XXII, S.
SO3H
SO3H
Wahrscheinliche
Constitution der
Naphtoldisulfosäure
des Patentes
Nr. 38281
α, ß2
SO3HOH
SO3H
Patent
Nr. 45776,
Ber. XXII,
S- 333°
OH
SO3H
Patent
Nr. 41957
OH
s O3 h/\/\
SO3H
Patent
Nr. 41957
und das vorliegende Patent
Ct1 Ct2 CL^ SO3H OH
SO3H
Patent
Nr. 40571,
Ber. XXIII,
S. 3090
Säuren aus bei 70
bis 190° sulfurirtem
α - Chlornaphtalin
I.
Wahrscheinlich
U1 a2 ß4
Wahrscheinlich
«1 ßi ßi
nachdem vorliegenden Patente
Diazoverbindungen
Keine Azofarbstoffe
Säureempfindliche Azofarbstoffe
Säurebeständige
Azofarbstoffe
Säurebeständige Azofarbstoffe
Säure- ■
beständige
Azofarbstoffe
Säurebeständige
Azofarbstoffe
Säurebeständige
Azofarbstoffe
Säure-
empfind-
Azofarb-
stoffe
Salpetrige Säure
Keine Nitrosoverbindung
Nitrosoverbindung Nitrosoverbindung
Nitroso-
verbin-
dung
Nitroso-
verbin-
dung
Salpetersäure
Glatt Dinitronaphtol
Wird oxydirt
Liefert
einen gelben
durch KOH
fällbaren
Farbstoff
Naphtolgelb S
Brillantgelb
Liefert
einen
gelben,
schwer
löslichen
Farbstoff
Liefert
einen
gelben,
leicht
löslichen
Farbstoff
Eisenchlorid
Blaue
Färbung
Tiefblaue Färbung
Blaue
Färbung
Blaue
Färbung
Blaue
Färbung
Vorübergehend
blaue
Färbung,
dann mifs-
farbig bräunlich werdend.
Aus dem Verhalten der nach I. und II. gewonnenen a-Naphtoldisulfosäure ergiebt sich, dafs man es hier mit einer der Da hl'sehen a-Naphtoldisulfosa'uren zu thun hat, und zwar entweder mit der Säure II oder III (s. Täuber, die Sulfosäuren der beiden Naphtylamine und der beiden Naphtole, S. 23).
Da nun nach Armstrong beim Sulfuriren der α, α.2 - Chlornaphtalinsulfosäure mit der theoretischen Menge einer 20 proc. rauchenden Schwefelsäure bei ioo° die α, α2 ß4-Chlornaphtalindisülfosäure entsteht (Ber. 1891, R. 709), so ist die nach dem neuen Verfahren dargestellte Säure wohl die «!-Naphtol-aj ß4-Disulfosäure.
III. Verfahren zur Darstellung einer a-Naph-
' toldisulfos.äure aus derjenigen a-Chlornäphtalindisulfosäure, die durch Sulfurirung von a-Chlornaphtalin mit 66° Schwefelsäure bei 180 bis 1900 entsteht.
Die beim Erhitzen von α-Chlornaphtalin mit 6 Theilen 66° Schwefelsäure auf i8o° entstehende Disulfosäure ist nicht einheitlich, denn es können aus ihr zwei Bariumsalze von verschiedener Löslichkeit in Wasser erhalten werden. Die Alkalischmelze der rohen a-Chlornaphtalindisulfosäure wird nach Beispiel I ausgeführt.
Die erhaltene rohe Naphtalindisulfosäure besteht aus einem Gemisch isomerer Verbindungen, von welchen zwei mit grofser Wahrscheinlichkeit die aja2ß4- und Ct1 βτ ß4-Verbindungen sind. Die Eigenschaften dieser Säuren im Vergleich zu den bekannten a-Naphtoldisulfosäuren finden sich in der nebenstehenden Tabelle.
Die nach dem neuen Verfahren dargestellten a-Naphtoldisulfosäuren können zur Darstellung von Azofarbstoffen, Naphtolgelb S etc. Verwendung finden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung von a-Naphtoldisulfosäuren durch Erhitzen von α Chlornaphtalindisulfosäuren mit wässerigen Lösungen von Alkalien auf 200 ° bis 2100.
2. Als besondere Ausführungsformen des unter I. beschriebenen Verfahrens:
a) die Darstellung einer α - Naphtoldisulfosäure, darin bestehend, dafs man diejenige α - Chlornaphtalindisulfosäure, welche entweder durch Sulfurirung von α-Chlornaphtalin unter 6o° oder durch Sulfurirung von at ^-Chlornaphtalinsulfosäure bei Wasserbadtemperatur entsteht, nach der unter Anspruch 1. gekennzeichneten Art und Weise mit Alkalien erhitzt;
b) die Darstellung einer nicht einheitlichen a-Naphtoldisulfosäure, darin bestehend, dafs man das Gemisch von α - Chlornaptalindisulfosäuren, welches beim Sulfuriren von α - Chlornaphtalin bei 180 bis 1900 gebildet wird, nach der im 1. Anspruch angegebenen Weise mit Alkalien erhitzt.
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