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Fördervorrichtung für Bleche in Durchlauföfen Die bekannten Fördervorrichtungen
für Bleche u. ä. Gut in Durchlaufglühöfen mit kontinuierlichem Gutvorschub (Hubbalkenöfen)
haben einen großen Nachteil insofern, als das Gut infolge ihrer Anordnung in der
Ofensohle nur auf der Oberseite beheizt werden kann und darüber hinaus die nicht
beheizte Gutunterseite durch die gekühlten Walzen- und Balkenschlitze noch dunkle,
die Güte des Erzeugnisses beeinträchtigende Stellen und Streifen erhält.
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Hinzu kommt noch, daß die Förderbalken das Gut nicht nur verkratzen,
sondern bei ihren Bewegungen im Ofen noch eine entsprechend ihren erheblichen Abmessungen
starke Pumpenwirkung hervorrufen, die von ungünstigem Einfluß auf die Druck- und
Strömungsverhältnisse im Ofen ist.
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Da schließlich bei den bekannten Fördervorrichtungen die Hubbalken
isoliert sein müssen, führt die Zerbrechlichkeit dieser Isolation vielfach zu längeren
Betriebsstörungen, die technisch und wirtschaftlich gleich ungünstig sind.
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Diese Nachteile können erfindungsgemäß behoben werden, wenn die Stäbe
oder Ballten des Förderrostes immer dann, wenn sie außer Betrieb sind, d. h. nicht
fördern, entweder seitlich herausgezogen oder durch Drehen in eine geschützte Lage
im Ofenraum gebracht werden.
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Denn einmal kann in diesem Falle das Gut von unten beheizt werden,
so daß es viel schneller als in den bekannten Öfen mit kontinuierlichem Vorschub
erwärmt werden kann, was zu einer kürzeren Ofenlänge führt, so daß außer wärmewirtschaftlichen
Vorteilen auch die Ofenanlage billiger wird.
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Wenn des weiteren die Vorwärtsbewegung des Gutes nicht, wie üblich,
in Schritten von 1o bis 2o cm, sondern erfindungsgemäß in Sprüngen von
0,5 bis z m Länge erfolgt, wobei nur etwa .1 Hübe je Minute erforderlich
sind, wird die bereits genannte Pumpen-
Wirkung und das Verkratzen
des Gutes entweder völlig oder doch weitgehend vermieden.
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Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Abbildungen
dargestellt.
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Abb. i und 2 zeigen im Querschnitt und in Ansicht einen Ofen mit seitlich
angebrachter Gutförderv orrichtung.
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Abb. 3 zeigt ein Bewegungsschema der seitlich angebrachten Fördervorrichtung
und Abb. 4 die Antriebsvorrichtung.
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Abb. 5 und 6 zeigen einen Teillängs- und OOuerschnitt durch einen
Ofen mit einer im Ofenraum verschNvenkbaren Fördervorrichtung, Abb.7 einen Längsquerschnitt
durch den Ofen entsprechend Abb. 5 und 6, sowie Abb. 8 ein Bewegungsschema der Fördervorrichtung.
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Wie aus den Abb. i bis 4 hervorgeht, die sich auf eine seitlich vom
Ofen angebrachte Fördervorrichtung beziehen, besteht die Fördervorrichtung aus einem
längs des Ofens A auf Schienen 3 vierfahrbaren Wagen i, auf welchem quer verschiebbare
Förderstäbe 2 angeordnet sind, die in den Ofen eingefahren und aus dem Ofen herausgefahren
werden können, wobei sie beim Hineinfahren in den Ofen unter das Blech B zu liegen
kommen. Die Schienen 3 sind zusammen mit ihrer Tragevorrichtung.l. an einem Winkelhebelgestänge
51 bis 54 heb- und senkbar gelagert, das auf der gegenüberliegenden Ofenseite mit
einer Rolle 55 verbunden ist, die den Unterstützungsbalken 56 für den Förderrost
trägt. Dem Gestänge 51 bis 55 wird über eine Welle 6 eine Schwingbewegung durch
einen Antrieb 7 erteilt, so daß also bei der Betätigung des Antriebes 7 der Förderrost
gehoben und gesenkt werden kann, und hierbei für den Fall, daß sich die Förderstäbe
2 im Ofen befinden, das Blech hebt oder senkt.
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Das Ein- und Ausschieben der Förderstäbe 2 in den Ofen A und aus dem
Ofen wird mittels Zahnstange 8 bewirkt, die durch Zahnräder g hin und her bewegt
werden, welche auf einer an dem Wagengestell befestigten Welle io angeordnet sind,
auf der ein Zahnrad i i sitzt. In dieses Zahnrad greift eine Zahnstange 12 ein,
welche bei der Betätigung des Antriebes 13 _ der Welle io eine hin und her
gehende Drehbewegung erteilt, die dann über die Zahnräder g und die Zahnstangen
8 als hin und her gehende Bewegung auf die Förderstäbe :2 übertragen wird.
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Das in minutlich etwa vier Sprüngen von o,5 bis i m Länge erfolgende
Bewegen des Förderrostes in der Längsrichtung des Ofens geschieht mittels des auf
der von der Antriebswelle 141 über den Kegelrädertrieb i45 gedrehten Welle 14 sitzende
Kurbelrades i43. Auf derselben Welle sitzt das Kurbelrad i4°, das zugleich den äußeren
Balken 56 zur Unterstützung der Förderstäbe 2 auf der gegenüberliegenden Ofenseite
bewegt, dessen Heben und Senken mit der Gleishebevorrichtung gekuppelt ist.
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Die Antriebswellen 71, 131, 141, 151 (Abb. 4) werden
in Reihe hintereinander selbsttätig ein- und ausgeschaltet und durch eine einzige
Welle i8 angetrieben, die ihren Antrieb von einem Motor 16 über ein Schneckengetriebe
17 erhält und mit einem Zahnritzel ig ausgerüstet ist. Die Welle i8 wird durch ein
Kurbelgetriebe :2o hin und her geschoben, wodurch das Ritzel ig in Eingriff mit
den Zahnrädern 72, 132, 142, 15= gelangen kann. An dem Ritzel ig fehlen einige
Zähne. so daß sich Zahnlücken ergeben; in den diesen Zahnlücken entsprechenden Zeitintervallen
wird nun das Getriebe selbsttätig von einem der Räder 72, 132, 14, ,
152 zum anderen verschoben, wobei jedes Rad mit der entsprechenden Kurbelscheibe
jedesmal eine halbe Umdrehung ausführt.
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Um einen reibungslosen Übergang zu den Rollgängen zu erzielen, werden
die ersten Rollen der Zu- und Abführungsrollgänge auf den Unterstützungsbalken 56
gelagert, so daß sie nur bei gehobenem Balken in Tätigkeit treten.
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Hiernach arbeitet die erfindungsgemäße Fördervorrichtung wie folgt:
Wenn sie sich entsprechend den Abb. i und 2 außerhalb des Ofens befindet, werden
durch Betätigung der Zahnstangen 8 die Förderstäbe 2 durch die in der Ofenseitenwand
vorgesehenen u-förmigen Ausnehmungen c (von denen nur zwei gezeichnet sind) in den
Ofen eingeführt, so daß die Stäbe 2 unter das Blech B zu liegen kommen. Unmittelbar
hierauf erfolgt dann durch Betätigung des Antriebes 7 das Heben der Stäbe 2, so
daß auch das Blech gehoben wird. Durch Betätigung des Antriebes 14 werden anschließend
die Stäbe 2 mit dem Blech B vorwärts bewegt, dann am Ende ihres Hubes durch den
Antrieb 7 wieder gesenkt, anschließend mittels der nun in entgegengesetzter Richtung
bewegten Zahnstangen 8 aus dem Ofen herausgezogen und durch Betätigung des Antriebes
14 -rückwärts bewegt, so daß sie sich wieder in ihrer Ausgangsstellung befinden,
um den Kreislauf von neuem beginnen zu können. In Abb.3 ist dieses Bewegungsschema
dargestellt. Von I nach II erfolgt das Hineinfahren der Stäbe 2 aus ihrer Ausgangsstellung
in den Ofen A unter das Blech B, von II nach III ihr Heben mit dem Blech, von III
nach IV ihr Vorschub mit dein Blech im Ofen, von IV nach V ihr Senken unter Freigabe
des Bleches, von V nach VI ihr Herausfahren aus
dem Ofen und von
VI nach I ihre Rückführung in die Ausgangsstellung.
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In den Abb. 5 bis 8 ist eine zweite Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, gemäß welcher die Förderbalken im Ofen verbleiben, aber durch Drehen
in eine geschützte Lage im Ofenraum- gebracht werden, wenn sie sich nicht in Betrieb
befinden, und aus dieser Lage in die Arbeitsstellung geschwenkt werden, wenn das
Blech im Ofen fortbewegt werden soll.
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Der Ofen ist wiederum mit A und das Blech mit B bezeichnet. Brenner
D dienen zur Beheizung des Bleches von unten. Das Blech ruht auf Querbalken 21 aus
feuerfestem Material, die mit Vorsprüngen 22 ausgerüstet sind, wie dies in Abb.
5 für den rechten und linken Querbalken 21 gezeigt ist. Unterhalb der Vorsprünge
22 wird ein Raum 23 gebildet, der zur Aufnahme der in den Hubbalken 51' drehbar
gelagerten, durch Durchbrechungen E in den .Ofenseitenwänden sich erstreckenden
Förderbalken 24 mit Ansätzen 24' dient, die somit in eine gut geschützte Lage im
Ofenraum gebracht werden können, in welcher sie der Feuereinwirkung weitgehend entzogen
sind.
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Das Bewegungsschema der Förderbalken 24 geht aus Abb. 8 hervor. Hiernach
werden die Balken aus ihrer Anfangsstellung I in die Stellung II unter das Blech
geschwenkt, von hier in die Stellung III. unter gleichzeitigem Heben des Bleches
gehoben, dann zusammen mit dem Blech in die Stellung IV bewegt, anschließend unter
Freigabe des Bleches in die Stellung V gesenkt, von hier wieder nach unten in die
Stellung VI geschwenkt und schließlich in die Stellung I unterhalb der Vorsprünge
22 der Querbalken 21 in ihre geschützte Lage zurückbewegt.
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Wie bei der Ausführungsform nach den Abb. i bis 4 befindet sich auch
hier die gesamte Antriebseinrichtung außerhalb des Ofens.
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Der Antrieb für die Längsbewegung der Förderbalken 24 in Vorwärts-
und Rückwärtsrichtung ist grundsätzlich derselbe wie bei der Ausführungsform nach
den Abb. i bis 4; er ist daher auch in diesem Falle mit 14 bezeichnet. Auch das
Heben und Senken der Förderbalken 24 erfolgt grundsätzlich in derselben Weise wie
bei der Ausführungsform nach den Abb. i bis 4. Der hierzu erforderliche Antrieb
ist daher ebenfalls mit 5, 7 bezeichnet. Da aber bei der Ausführungsform nach den
Abb. 5 bis 8 das Herein-und Herausfahren der Förderstäbe nach den Abb. i bis 4 durch
ein Verschwenken ersetzt ist, tritt an Stelle des Kurbeltriebes 13 bei der ersten
Ausführungsform eine Welle 25 mit Kettenrädern.