-
Vorrichtung zum überziehen von phosphatierten Konservendosen mit Lack
Die verzinnten Blechdosen, wie sie Insbesondere als Konservendosen Verwendung, finden,
werden mehr und mehr verdrängt durch mit .einem Lacküherzug versehene Schwarzblechdoeen,
nachdem das Zinnvorkommen schon längst nicht mehr den gestellten Anforderungen Genüge
zu leisten vermag.
-
Es ist bekannt, daß die Schwarzblechdosenkörper mehreren .sanglich
durchzuführenden Behandlungsgängen unterworfen werden müssen, tun zu :einem brauchbaren
Endergebnis zu gelangen, das beispielsweise die Konservierung . von Lebensmitteln
o.:dgl. für lange Zeiträume einwandfrei ermöglicht.
-
Die Dosenkörper müssen nach ihrer Rohfertigstellung zunächst eimnal
gründlich von den anhaftenden Fett- und Schmutzteilen befreit werden, und zwar so,
daß alle Teile des Dosenkörpers, insbesondere die Bärdelwinkel, von dieser Reinigung
ergriffen werden. Dann muß der Dosenkörper für die Aufnahme des Lacküberzuges ,durch
Aufrauhung vorbereitet werden, denn nur ein innig am Körper haftender Lacküberzug
vermag den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Die Aufrauhung geschieht durch
Phosphatierung, die wiederum alle Teile des Dosenkörpers erfassen muß, wobei dann
nachher alle Säurereste vom D,osenkörp.er gründlich abgespült und der Dosenkörper
vollkommen getrocknet werden muß, ehe er mit dem flüssigen Lack in. Berührung gebracht
werden kann. Dieser Lack muß in einer gleichmäßigen, sehr dünnen Schicht aufgetragen
werden und tatsächlich alle Stellen, auch die durch Bördelung usw. verborgen liegenden
Stellen, überziehen. Ist das geschehen, dann müß der Lack durch allmähliche Hitzebeeinflussung
eingebrannt werden, um so. schließlich einen lacküberzogen-en Dosenkörper zu schaffen,
der tatsächlich allen Anforderungen gerecht zu werden vermag.
-
Für die einzelnen Verrichtungen sind bereits entsprechende Vorrichtungen
in mehr oder weniger vollkommener Ausführung bekanntgeworden. Jede Vorrichtung stellt
dabei ein selbständiges Arbeitsgerät dar, wobei diese Arbeitsgeräte vielfach in
verschiedenen Räumen des Betriebes Aufstellung finden.
-
Das Ziel der Erfindung ist es nun, eine Vorrichtung zu schaffen, mit
deren Hilfe alle erforderlichen Behandlungen des Dosenkörpers meinem Zuge ausgeführt
werden können, so .daß der am :einen Ende in die Vorrichtung eingeführte rohe Dosenkörper
die Vorrichtung am anderen Ende in vollkommen fertiglackiertem Zustand verläß.t.
Es
ist zwar .bereits :eine Vorrichtung zum Überziehen von Gegenständen, mit einem Lacküberzug
bekannt durch Patent 307 214, bei der die Gegenstände mittels einer :endlosen Förderkette
durch -ein in Kammern verscb:iedener Zwecke aufgeteiltes Gehäuse geführt und dabei
gedreht werden; auch Temperi@erung ist dabei vorgesehen.
-
Es handelt sich aber dabei ausschließlich um eine Lackiermaschine
mit Handbeschikkung.
-
Weiterhin ist eine Vorrichtung durch Patent 532 941 bekannt, welche
eine Maschine zum überziehen von Holzgriffen, also Massenartikeln, mit Lack zeigt,
der aufgespritzt wird. Es sind Mittel vorgesehen, die Träger von anhaftender Spritzflüssigkeit
zu reinigen.
-
Der Gegenstand der Erfindung b,efaßt sich dagegen mit einer großen,
selbsttätig arbeitenden Anlage, die auch die umfangreiche Vorbehandlung der lackierten
Gegenstände einschließt und außerdem -die Reinigung der Fördermittel vorsieht, um
ein stetiges, pausenloses Arbeiten zu ermöglichen.
-
Zum Vermeiden von Beschädigungen der vorbehandelten (phosphatierten)
Dosen durch Anfassen mit :der Hand, wie das bisher meist mehrmals geschah, bis die
Diesen in die or tsgetrennte Lackieranlage 9
# und um die Dosenoberfläche
sonstiger unerwünschter Beeinflussung zu entziehen, wird erfinduingsgemäß vorgeschlagen,
die Lackieranlage unmittelbar anschließend an die Vorbehandlungsvorrichtung anzuordnen,
d. h. beide zu kombinieren. Dabei sind die Dosen dauernd in Umdrehung gehalten,
auch dann, wenn das Hauptfördermittel irgendwie zum Stillstand gezwungen ist. Dadurch
wird !ein Zusammenlaufen ,des Lackes und somit das Entstehen von Ausschußware verhütet.
-
Auf der Zeichnung zeigt die neue Vorrichtung Abb. i in einem senkrechten
Längsschnitt, Abh.2 in einer Ansicht von oben dargestellt.
-
Die Erfindung bestellt in einem in mehrere Kammern A, B, C
aufgeteilten geschlossenen Gehäuse und in einer die Kammern nacheinander durchlaufenden
:endlosen Förderkette i und 2 mit von ihr drehbar getragenen Haltern 3 mit Punktklemmung
für die Blechdosen D , und im Bereiche der .in Frage kommenden Kammern vorgesehenen
Mitteln, z. B. Zahnstangen q. oder Zahnketten 5, mit denen die an den Haltern vorgesehenen
Drehmittel, z. B. Zahnräder 6, beim Vorbe igang in Eingriff kommen, wobei in den
Kammern Spülvorrichtungen, Bäder, Trocken- und Kühleinrichtungen, Lackauftragvörrichtungen
utid Lackeinbrennzo.nen vorgesehen sind, derart, daß die beim Eintreten auf die
Halter eingesetzten Rohdosen das Gehäuse beim Austreten fertiglackiert verlassen.
-
Auf diese Weise gelingt @es, in einer einzigen Vorrichtung pausenlos,
im ununterbrochenen Zuge die Dosen den :einzelnem Behandlungen in unmittelbarer
Folge nacheinander selbsttätig zuzuleiten, wobei die Dosenkörper bei ihrer Wanderung
durch eine ständige Verdrehung ihrer Halter dort, «-o es nötig ist, den Behandlungsmitteln
von allen Seiten her ausgesetzt werden. Die Vorrichtung ermöglicht einen großen
Durchsatz, weshalb die Dosen so wohlfeil hergestellt «-erden können, wie das bei
ihrem großen Verbrauch nötig ist, wenn sie nicht die in ihnen verpackte Ware verteuern
sollen. Dabei findet eine rein mechanische Behandlung in den Kammern des Gehäuses
statt, und es ist eine leichte überwachung der in den Kammern wirksamen Behandlungsmittel
möglich.
-
Das endlose Fördermittel, die Förderketten i, 2, werden zweckmäßig
außerhalb des Gehäuses nach der Aufgabestelle für die Dosen zurückgeführt und vor
Eintritt in das Gehäuse in ein Lattgenbad 7 bzw. durch eine Bespülvorrichtung b
hindurchgeleitet. Auf diese Weise wird das Gehäuse selbst durch die Rückführung
des Fördermittels nicht belastet, dieses Fördermittel selbst aber vor .erneutem
Eintritt in das Gehäuse einer gründlichen Reinigung und Befreiung von anhaftenden
Lackteilen usw. unterzogen.
-
Die Stelle, wo die Bedienung die Dosen D aufgibt, ist mit L', die
Abnahmestelle mit F bezeichnet.
-
Insbesondere ist die Vorrichtung so ausgebildet, daß in dem Gehäuse
für den Durchgang der von den Haltern getragenen Dosen in den ersten Kammern Laugenbäder
9 und Spülbäder io und i i zum vollkommenen Entfernen der den Rohdosen anliaftendcii
Fettuni Schmutzteilchen vorgesehen sind, dann eine ein Phosphatbad 12 enthaltende
Kammer und im Anschluß daran Spülkammern 13 mit Kaltwasser Lind Spülkammern 14 init
Heißwasser für das Abspülen der überflüssigen Phosphatsä u e vorgesehen sind, wobei
während des Durchganges durch alle diese Kammern Mittel zum Drehen der Dosenhalter
in Form von ortsfesten Zahnstangen4 und einem auf der drehbar gelagerten Halterachse
vorgesehenen Zahnrad 6 in Tätigkeit treten. Anschließend folgt eine mit einem Lufterhitzer
verbundene Trockenkammer 3o, aus der die überschüssige Feuchtluft durch einen Lüfter
15 abgesaugt wird und an die sich eine Kühlkammer 16 anschließt, die von
beiden Seiten durch Lüfter i7 und iS mit Kühlluft beschickt wird. Daran schließt
sich eine Kammer i9, in der die wiederum mit Mitteln zum Drehen, insbesondere einer
umlaufenden Zahnkette
5, in Eingriff kommenden Dosenhalter unter
einer Mehrzahl von hintereinander in der Förderrichtung ang ordneten, quer zur Förderrichtung
;gestellten Rinnentrögen 20 vorbeigeleitet werden, aus denen durch überlauf der
flüssige Lack in einem Flüssigkeitsschleier niedergeht, wobei der überschüssige
Lack meine Auffangwanne gerät, von der aus der Lack durch eine Pumpe o. ,dgl. nach
den Rinnentrögen zurückhefördert wird, und sich schließlich-zwei durch Lufterhitzer
abgestuft beheizte lange Kammern für das Lackvorbrennen 21 und Lackeinbrennen 22
anschließ en, in denen die Hälter @dlurch die durch diese Kammer weitergeführte
Zahnkette 5 gedreht werden, wobei die Lackvorbrennungskammer 21 mit einem Ab-saugventilator
23 (Fig. 2) für die sich entwickelnden Gase ausgestattet ist.
-
Im Bereich der Kammer r 9 kommt das auf die Achsen der Diosenhalter
3 gesietzte Zahnrad 6 mit der Zahnkette 5 zum Eingriff, die über Kettenräder 2q.
und 25 geführt ist und so angetrieben wird, daß sie in Richtung der eingezeichneten
Pfeile umläuft. Infolgedessen werden die Dosen D während des Durchganges durch die
Kammern 19, 2 z und 22 unabhängig von sonstigem Fördertrieb der Anlage gedreht.
-
Die Zahnkette 5 wird von einem auf dem Gehäuse A awgeordnieten Motor
26 angetrieben, der zunächst mittels Riemen ein Reduziergetriehe antreibt und von
da mittels Riementriebes die Kette 5 in Bewegung setzt.
-
Bemerkenswert ist, daß die Zahnkette 5 unter Zwischenlagerung der
Decke 27 der Kammern 2 t und 22 verläuft, so daß die Zahnräder 6 mit ihr dauernd
in Eingriff bleiben, solange die Halter 3 durch die Kammern I g, 21 und 22 wandern.
-
Die Kammern sind übereinander angeordnet und stehen durch an ihren
Enden vorgesehene öffnungen derart miteinander i'n Verbindung, daß das Fördermittel
die Kammern im Zickzackweg durchläuft.
-
Die Kammern des GehäusesA verlaufen waagerecht und langgestreckt,
und an beiden Enden des Gehäuses sind Vorkammern B und C angeordnet, in denen das
Fördermittel in senkrechten Zügen im Zi:ckza.ckwege geführt wird, wobei am Eintrittsende
in der betreffenden Vorkammer das Laugenbad 7 für das noch nicht mit DüsenD beschickte:
Fördermittel t, 2 und die Spülvorrichtung 8 mit ansch@ießender Aufgabestelle E für
die Dio,sen ausgestattet ist, während am Auslaufende F die dort befindliche Kammer
als ein mit einem Lüfter 28 in Verbindung stehender Kühlraum 29 ausgebildet ist
und eine Stelle zurr Abnahme der fertigen Dosen D aufweist.
-
In der Säurebehandlungskammer ist eine die Phosphatsäure enthaltende
beheizte Wanne vorgesehen, in deren Flüssigkeit die Dosenhalter durch entsprechende
Leitrollen für das Fördermittel hineingeleitet werden, wobei der Boden der Wanne
mit Abschrägungen ausgerüstet ist, die nach seitlich angeordneten, zur Aufnahme
des Schlammes dienenden Auffangrinnen geneigt sind, und an den Behälter ,einte von
-einer Pumpe bediente Saugleitung angeschlossen ist, die es gestattet, nach Stillsetzung
des Betriebes die Säureflüssigkeit aus der Wanne abzuziehen und in einen Klärbehälter
zu drücken, aus dem sie nach Klärung und Entfernung des Schlammes aus den Rinnen
in den Säurebehälter zurückfließen kann.