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Einrichtung zur Erzielung einer richtigen Fertigwarenbreite an Gewebespannmaschinen
Zur Erzielung einer richtigen Fertigwarenbreite an Gewebespannmaschinen durch selbsttätige
Regelung des Abstandes der Spannfeldwände nach der Breite der aus der Maschine auslaufenden
spannungslosen Ware, muß zunächst die Fertigwarenbreite mittels Lichtzellenanordnungen,
oder mittels mechanischer oder pneumatischer Kontaktgebevorrichtungen, welche beide
Warenkanten abtasten, überwacht werden. Man wählt zu diesem Zwecke die eine Warenkante
als Leitkante und bewegt den gemeinsamen Tragkörper der auf Fertigwarensollbreite
eingestellten Tastvorrichtungen quer zur Laufrichtung der Ware jeweils derart, daß
sich die Leitkante immer innerhalb der Toleranzzone ihrer Abtastvorrichtung befindet.
Nur wenn dies der Fall ist, überwacht die Abtastvorrichtung für die zweite Warenkante
die wirkliche Warenbreite, so daß der Verstellmotor der Spannwände entsprechend
den getasteten Abweichungen von der Sollbreite in richtigem Sinne gesteuert werden
kann. Bei Einrichtungen nach Patent 735 949 wird der mit den Querbewegungen der
Leitkante synchron gesteuerte Tragkörper der beiden Kantenabtastvorrichtungen sehr
viel rascher gesteuert als die von den Abtastvorrichtungen der Gegenkante gesteuerte
Verstellvorrichtung für die Spannfeldwände. Dies ist notwendig, weil das Ergebnis
einer Verstellung der Spannfeldwände erst einige Zeit später an der Meßstelle feststellbar
ist, so daß nur bei entsprechend langsamer Verstellung der Spannfeldwände Überregelungen
und dauernde Pendelungen vermieden werden.
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Es verbleibt aber eine Fehlerquelle der Regelung: nämlich das oftmals
gleichzeitige Arbeiten beider Verstellmotoren, wodurch die Steuerimpulse für den
Verstellmotor der Spannfeldwände jeweils dann ungenau, je direkt in falschem Sinne
gegeben werden, wenn der Tragkörper der Abtastvorrichtungen sich nicht innerhalb
der Toleranzzone zu der überwachten Leitkante befindet. Auch
hierdurch
entstehen Überregelungen, Fehlrcgelungen und Pendelungen, die aber durch weitere
Verlangsamung des V erstellvorgangs der Spannfeldwände nicht ausgleichbar sind.
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Durch die Erfindung sollen diese Fehler der bekannten Regelungseinrichtung
vermieden werden, und zwar erfindungsgemäß dadurch, daß die Steuerung des Verstellmotors
der Spannfeldwände immer nur dann freigegeben wird, wenn sich die Leitkante innerhalb
der Toleranzzone der sie überwachenden Abtastv orrichtung befindet.
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Es ist dann nicht mehr möglich, daß die Abtastvorrichtung der Gegenkante
den Verstellmotor der Spannfeldwände zu einer Zeit steuert, Nvo der gemeinsame Tragkörper
beider Abtastvorrichtungen noch nicht auf die Leitkante eingespielt ist.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei welchem der Steuerstrom
für die Felderregung des Verstellmotors der Spannfeldwände über Verriegelungskontakte
der beiden Steuerrelais für den Tragkörperverstellmotor geführt ist und von diesen
nur freigegeben wird, wenn sich beide Relais in den Stellungen befinden, die dem
Zustand: Leitkante ist innerhalb der Überwachungstoleranz, entsprechen.
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Die zu überwachende Warenbahn ist mit i bezeichnet; Leitkante ist
die Kante i", Gegenkante die Kante 1b. Der quer zur Warenbahn bewegliche Tragkörper
der Abtastvorrichtungen 2, 3 bzw. d., 5 der Kanten ist nicht gezeichnet. Als Abtastvorrichtung
sind Lichtzellenanordnungen 2, 3 mit zugehörigem Verstärker 6 bzw. 4., 5 mit Verstärker
7 dargestellt. Der Verstellmotor für die O_uerbewegungen des Tragkörpers der Abtastvorrichtungen
ist mit 12 bezeichnet, der Verstellmotor der Spannfeldwände mit 13, die Netzleitungen
mit 1q.. Die Schütze 8, 9 für den Verstellmotor 12 werden von den Lichtzellen 2,
3 über den Verstärker 6 gesteuert und tragen Verriegelungskontakte 8, und 96 für
den Steuerstrom des Verstellmotors 13 der Spannfeldwände. Die Schütze io, ii für
den Verstellmotor 13 werden von den Lichtzellen d., 5 der die Gegenkante 1b abtastenden
Überwachungsvorrichtung über den Verstärker 7 gesteuert. Die Wirkungsweise der Einrichtung
ist folgende: Ist die Leitkante i, in der Toleranzzone, dann muß die Lichtzelle
:2 ansprechen, Lichtzelle 3 nicht und der Verstellmotor 12 wird in Ruhe bleiben.
Lichtzelle 2 erregt dann das Relais 8, welches die Ansteuerung der Erregerwicklung
12,1 über den Kontakt 8" vorbereitet, den Vorbereitungskontakt 86 für die Erregerwicklung
i26 aufhebt und den Verriegelungskontakt 8, für den Steuerstrom des Verstellinotors
13 schließt. Das Relais 9 spricht dabei nicht an, weil die Lichtzelle 3 abgedeckt
ist; sein Verriegelungskontakt 96 für den Steuerstrom des Verstellmotors 13 ist
ebenfalls geschlossen, so daß die Ansteuerung von 13 durch eines der Relais io oder
i i der Gegenkantenabtastvorrichtung .4, 5 freigegeben ist. Befindet sich auch die
Gegenkante il, innerhalb der Toleranzzone ihrer Abtastvorrichtung :1, 5, dann ist
Relais i i durch die Lichtzelle 4. angesteuert und Relais io in Ruhe, der Kontakt
i i6 ist also aufgehoben, der Kontakt lob geschlossen, der Verstell-Motor 13 bleibt
in Ruhe.
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Verschiebt sich die Gegenkante i6 derart, daß außer d. auch die Lichtzelle
5 anspricht und das Relais io ansteuert, dann kann Steuerstrom zur Erregerwicklung
13" über die Kontakte i i", io,t gelangen, und Motor 13 beginnt die Spannfeldwände
zu verstellen. Verschiebt sich die Gegenkante 1b derart, daß beide Lichtzellen -.,
5 abgedeckt sind, dann gelangt Steuerstrom über die Kontakte i i,, und i ob zur
Erregerwicklung i36, und Motor 13 verstellt die Spannfeldwände in entgegengesetztem
Sinne. Dies gilt so lange als die Leitkante i" in ihrer Toleranzzone verharrt.
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Werden beide Lichtzellen 2, 3 von der Leitkante abgedeckt, dann sind
die Kontakte 86 und 96 beschlossen, und die Erregerwicklung 12b erhält Strom, während
der Steuerstrom für die Erregerwicklungen des Motors 13 durch den Verriegelungskontakt
8, unterbrochen bleibt. Werden beide Lichtzellen 2, 3 von der Leitkante freigegeben,
dann sprechen beide Relais 8, 9 an; und es wird die ErregerwiCklung 12" über die
Kontakte 9" und 8" erregt, während der Steuerstrom für die Erregung des Motors 13
beim Verriegelungskontakt 96 unterbrochen bleibt.
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An Stelle von Lichtzellenabtastvorrichtungen können auch kontaktgebende
mechanische Fühlervorrichtungen verwendet werden oder auch auf der Verwendung von
Blaswind beruhende, kontaktgebende Vorrichtungen.
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Die Aufgabe der Erfindung ist damit indessen noch nicht für alle praktisch
vorkommenden Fälle gelöst, denn die über die Verriegelungskontakte 96 und 8, freigegebenen
Steuerzeiten für den Verstellmotor 13 werden bei oft und rasch aus der Toleranzzone
verlaufender Leitkante unter Umständen nicht ausreichen, um eine wirkliche Breitenfehlerausgleichung
herbeizuführen.
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Erfindungsgemäß verwendet man deshalb für jeden einzelnen Fall der
Ansteuerung des Verstellmotors 13 eine sog. Quantenverstellung, d. 11. man verstellt
die Spannfeldwände bei jeder Ansteuerung des Verstellmotors um einen vorher festgelegten
und gegebenenfalls auch während des Betriebes noch einstellbaren Betrag, welcher
eine Korrektur der
Fertigwarenbreite bewirkt, die im allgemeinen
kleiner ist als die zugelassene Breitentoleranz. Hierzu verwendet man beispielsweise
an sich bekannte einstellbare Zeitrelais 15, 16, welche auch bei sehr kurzzeitiger
Ansteuerung des Verstellmotors 13 die Erregerwicklungen 13a oder 13b über eine gewisse
Zeit hinweg erregt halten. Durch Zwischenschaltung von Untersetzungsgetrieben kann
man mit normalen Verstellmotoren genügend langsam verstellen und die Quantenzeiten
an Zeitrelais sicher einstellen.
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Im Ausführungsbeispiel sind solche Zeitrelais in jeder Erregerleitung
vorgesehen, so daß auch Fälle vorkommen können, wo das zweite Zeitrelais anspricht,
während das nrste seine Erregerwicklung noch speist. Der Motor 13 hört dann
zeitweise auf zu verstellen und verstellt erst nach dem Abschalten des ersten Zeitrelais
noch während der verbleibenden kurzen Restzeit des zweiten Verstellbefehls die Spannfeldwände,
aber in umgelehrtem Sinne. Wenn man die Wirkungsweise für einen solchen Sonderfall
verfolgt, erkennt man, daß dies Verhalten die tunlichst rasche Beseitigung von Breitenfehlern
begünstigt.
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Erfolgt ein Steuerimpuls für eine Erregerwicklung, z. B. für die Wicklung
13" dann geht der Steuerstrom über die Zeitrelaisspule und die Ruhekontakte 15a,
das Zeitrelais spricht an und gibt während der eingestellten Zeit über die Arbeitskontakte
r5b Erregerstrom nach 13a. In gleicher Weise wirken die Ruhe- und Arbeitskontakte
16" und 16b beim Zeitrelais 16 für die Erregung der Wicklung 13b.
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Betrachtet man den Fall, daß die Gegenkantensteuerung einsetzte, als
der Breitenfehler 1/4 der Toleranz betrug, und setzt voraus, daß die Zeitrelais
jeweils eine Breitenänderung von 3/4 der Toleranz veranlassen, dann wird die geänderte
Breite genau in der Toleranzmitte liegen. Sie wird noch innerhalb der Toleranz liegen,
wenn der Breitenfehler weniger als 3/4 Toleranz betrug und auch dann noch innerhalb
der Toleranz, wenn durch das Zeitrelais bei einer sehr geringen Toleranzüberschreitung
gerade der Wert einer Toleranz an der Breite geändert wurde. Man erkennt daraus,
daß die Quantensteuerung praktisch nicht an sehr genaue Quantengrenzen gebunden
ist, um so mehr, als einer etwaigen Überregelung durch das Eingreifen des entgegengesetzt
steuernden zweiten Zeitrelais sofort entgegengewirkt wird.