-
Hülse für Schrotpatronen Die Hülsen von Schrotpatronen bestehen im
allgemeinen aus einer Papphülse, die durch einen Boden an einem Ende verschlossen
wird. Zur sicheren Befestigung zwischen Papphülse und Hülsenboden befindet sich
im Innern der Hülse noch ein Pappstopfen. Die Hülsen der bekannten Schrotpatronen
besitzen ausschließlich Böden aus Messingblech oder vermessingtem Eisenblech bzw.
gleichwertigen Metallen. Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diese metallenen Baustoffe
durch solche zu ersetzen, die in unbeschränktem Umfange zur Verfügung .stehen. Den
Versuchen stehen jedoch recht erhebliche Schwierigkeiten entgegen, weil die Verbindung
zwischen Papphülse und Hülsenboden eine so innige sein muß, daß selbst bei den beim
Schuß auftretenden außerordentlich hohen Gasdrücken, namentlich am Hülsenboden,
sich weder Risse bilden, die den Schützen belästigen oder gar gefährden könnten,
noch sich Verdrückungen oder Dehnungen einstellen, die das richtige Auswerfen der
abgeschossenen Hülsen in Frage stellen.
-
Die Erfindung betrifft eine Hülse für Schrotpatronen, bei der es gelungen
ist, die Aufgabe der Vermeidung von Metall bei der Anfertigung der Hülsenböden restlos
zu lösen. Nach der Erfindung wird die Papphülse mit nach innen umgebördeltem Rand
zwischen dem Pappstopfen' und dem aus kunstharzhaItigen Preßstoff bestehenden Hülsenboden
eingebettet und der Pappstopfen sowie der Hülsenboden durch das an sich bekannte
Hitzedruckverfahren miteinander verbunden. Bei bekannten Hülsen für Schrotpatronen
verwendet man unter Umständen noch besondere Verstärkungseinlagen, die ebenfalls
bei den bekannten Ausführungen aus Pappe oder aus Blech bestehen. Solche Verstärkungseinlagen
sind auch beim Gegenstand der Erfindung möglich, sie erhalten dann ebenfalls an
einem ihrer Enden einen nach innen umgebördelten Rand, mit welchem sie bei der fertigen
Hülse zwischen Pappstopfen und Hülsenboden eingebettet werden.
-
Es war nicht zu erwarten, daß zur Anfertigung der so hoch beanspruchten
Hülsenböden der an sich bereits bekannte kunstharzhaltige Preßstoff geeignet wäre.
Es ist
zu berücksichtigen, daß beim Abschuß einer Schrotpatrone
mit normaler Gebrauchsladung Drücke von etwa 5ooat auftreten, die naturgemäß in
besonderem Maße sich auf den Hülsenboden auswirken, da die Papphülse meist satt
an den inneren Gewehrlaufwandungen anliegt und dadurch eine Entlastung gegenüber
den hohen Drücken erfährt. Es ist völlig überraschend, daß der Kunstharzpreßstoff
den außerordentlich hohen Belastungen standhält. Versuche haben ergeben, daß selbst
bei wesentlich stärkerer Beschußladung, welche gegenüber der normalen Gebrauchsladung
einen Gasdruck von rund S5oat ergibt, in keinem einzigen Falle ein Versager festzustellen
war. Die Verbindung zwischen dem aus Kunstharzpreßstoff bestehenden Hülsenboden
und den übrigen Teilen der Hülse läßt sich wahrscheinlich gerade zufolge der Verwendung
des Kunstharzpreßstoffes und durch die Ausgestaltung der Papphülse bzw. der Verstärkungseinlagen
mit umgebördelten Rändern so innig durchführen, daß bei den angestellten Versuchen
weder eine Rißbildung , eintrat noch Verdrückungen oder Dehnungen festgestellt werden
konnten. In jedem Falle wurden die abgeschossenen Hülsen ohne jede Beanstandung
ausgeworfen. Ein derartiges Ergebnis konnte trotz der vielseitigen Verwendung des
Kunstharzpreßstoffes auf anderen Gebieten keineswegs erwartet werden.
-
Es ist für die Erfindung nebensächlich, ob die Hülse noch mit Verstärkungseinlagen
in Form von kleinen Papphülsen oder kleinen Blechhülsen versehen wird. Sind Verstärkungseinlagen
erwünscht oder notwendig, so bietet die Erfindung die Möglichkeit ihrer Anwendung.
-
Der kunstharzhaltige Preßstoff besteht einerseits aus dem Bindemittel,
d. h. einem Kunstharz, welches durch Kondensation vorn Phenol und Formaldehyd, aus
Kresol mit einem Aldehyd, oder aus Harnstoff, Tioharnstoff, oder Harnstoff und Tioharnstoff
mit Formaldehyd hergestellt wird. Als Füllstoff kommen alle organischen und anorganischen
Stoffe in Frage, so Holzmehl, Asbestfasern, Leinen- oder sonstige Gewebefasern,
auch Gewebe- oder beispielsweise Papierschnitzel u. dgl.
-
Die Zeichnung läßt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
im Schnitt erkennen. Die Hülse besteht aus dem eigentlichen zylinderförmigen Körper
a aus gewöhnlicher Pappe. An einem seiner Enden ist dieser Körper a mit einem nach
innen tongebördelten Rand b versehen. Im Innern des Hülsenkörpers a liegt der auch
bei bekannten Ausführungen vorhandene Pappstopfen c. Der umgebördelte Rand b des
Hülsenkörpers a liegt zwischen diesem Pappstopfen c und dem Hülsenboden d eingebettet,
der aus einer der erwähnten Prehstoffarten hergestellt ist. Beim Ausführungsbeispiel
sind noch Verstärkungseinlagen vorgesehen, und zwar eine Einlage e aus Pappe sowie
eine Blecheinlage f . Es ist aber für die Erfindung unwesentlich, ob solche Einlagen
e, f vorgesehen sind oder nicht, es kann auch nur eine dieser beiden Einlagen vorgesehen
sein. Falls Einlagen vorgesehen sein sollten, erhalten auch diese wie beim Ausführungsbeispiel
nach innen umgebördelte Ränder g, h, die ebenso wie der umgebördelte Rand
b des Hülsenkörpers a zwischen dem Pappstopfen c und dein aus Kunstliarzpreßstoff
bestehenden Hülsenboden d eingebettet liegen.
-
Die Herstellung der Hülse erfolgt unter Anwendung des an sich bekannten
Hitze-Druckverfahrens, also in einer hochbeheizten Preßform, in die die zur Anfertigung
des Hülsenbodens d erforderliche Preßmasse eingeschüttet und im übrigen die weiteren
Hülsenteile eingelegt werden. Es hat sich gezeigt, daß bei Anwendung dieses Verfahrens
die Verbindung zwischen dem Hülsenboden d und dem Pappstopfen c eine ganz außerordentlich
feste wird, vermutlich liegt dies daran, daß während des Preßvorganges ein Teil
des in der Preßmasse enthaltenen Bindemittels beim -Aufschließen desselben in die
Pappmasse des Pappstopfens c eindringt und nunmehr .unter der Einwirkung der Hitze-erhärtet.