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Verfahren und Vorrichtung zur photographischen Aufzeichnung von Morsezeichen
oder anderen Nachrichtenzeichen auf kreisförmigen Zeichenträgern, wobei die Aufzeichnung
in Form einer Spirale erfolgt Es ist an .sich bekannt, Nachrichtenströme bzw. Zeichen
auf linearen Phonogrammträgern photographisch zu registrieren. Diesen Verfahren
haften für bestimmte Verwendungszwecke technisch Nachteile an. Zum Beispiel sind
derartige Aufzeichnungen, wenn man sie zum Wiedergeben von Morsezeichen für Übungszwecke
verwenden will, nur kurze Zeit verwendungsfähig und auch unpralktisch und unhandlich
im Gebrauch. Aus ,diesem Grunde werden bei der vorliegenden Anmeldung ,die Nachrichtenströme,
die lbeispielsweise in Form von Morsezeichen vorliegen, auf scheibenförmigen Aufzeichnungsträgern,
die etwa Form und Abmessung handelsüblicher Schallplatten haben, photographisch
aufgezeichnet. In der Zeichnung ist eine Einrichtung zur photographischen Aufzeichnung
solcher Zeichen auf einen Träger vorbeschriebener Art schematisch dargestellt. Dabei
erfolgt die Aufzeichnung in Form einer Spirale, die am äußeren Umfang der Platte
beginnt und sich auf die Mitte zu bewegt, oder auch umgekehrt. Man hat schon versucht,
Morsezeichenträger herzustellen, indem man von bandförmigen Schablonen ausging,
bei denen .die Kanten dieses Bandes zum mechanischen Schließen und Öffnen eines
Kontaktes verwendet werden, beispielsweise wie in der deutschen Patentschrift Gag
541 beschrieben ist. Nach den Angaben .in dieser Patent-,Schrift wurde ein Band
der vorerwähnten Art zusammen mit einer Zwischenlage zu einer Spirale eingerollt.
Diesem Verfahren haftet äls Hauptnachteil an, daß erstens, d@ie Zeichen auf einem
Metallband eingestanzt werden und zweitens gleiche Länge haben. Rollt man einderartiges
Band zu einer Spirale zusammen und dreht man diese Spirale an einem Kontaktsystem
vorbei, so würden bei konstanter Geschwindigkeit des den Antrieb .der Schablone
bewirkenden Platten-
Cellers Zeichen verschiedener Länge gesendet
werden, da nämlich die Umfangsgeschwindigkeit der Spirale nach dem Platteninnern
zu abnimmt. Aus diesem Grunde ist man bei diesem Verfahren gezwungen, durch den
verhältnismäßig komplizierten veränderlichen Friktionsantrieb, der noch dazu .durch
die Spirale selbst gesteuert werden muß, die Umfangsgeschwindigkeit zu verändern,
um beim Senden über den Umfang der Spirale konstante Zeichenlänge zu bekommen. Außerdem
haften diesem Verfahren noch mehrere technische Nachteile an; u. a. ist zu berücksichtigen,
daß Schablonen einen sehr kostspieligen Herstellungsprozeß benötigen und außerdem
leicht beschädigt werden können, denn es braucht beispielsweise nur einmal die vorstehende
Kante des die Zeichen tragenden Metallbandes verbogen werden, und die Apparatur
und das abtastende Kontaktsystem wird schwer beschädigt. Diese Nachteile, die durch
die Verwendung von s:piralförmigen Schablonen mit gleicher Zeichenlänge auftreten,
werden vermieden .durch das erfindungsgemäßeVerfahren zur photographischen Aufzeichnung
von Morsezeichen auf scheibenförmigen Zeichenträgern, wobei die Aufzeichnung in
Form einer Spirale erfolgt. Dabei treten, wie beim Patent 629 541, ebenfalls durch
die veränderliche Umfangsgeschwindigkeit der aufzuzeichnenden Spirale andere technische
Schwierigkeiten auf, und zwar würde in diesem Falle bei der Aufnahme der Zeichen
die veränderliche Umfangsgeschwindigkeit nicht die Länge der von einer solchen Aufnahme
später gesendeten Zeichen, sondern deren Stärke nachteilig beeinflußt. Um-diesen
Nachteil zu vermeiden, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die Lichtstärke der Aufzeichnungsvorrichtung
in Abhängigkeit von der jeweiligen Umfangsgeschwindigkeit des Aufzeichnungsträgers
so zu regeln, daß der Quotient aus Lichtstärke des Aufzeichnungssystems und Umfangsgeschwindigkeit
für alle Stellen des Aufzeichnungsträgers konstant ist.
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In der Zeichnung .ist x der mit nicht ;dargestellten Antriebsmitteln
angetriebene Aufzeichnungsträger, 2 das die Aufzeichnung, beispielsweise der Morsezeichen,
bewirkende Aufzeichnungsorgan, welches eine Lichtquelle, z. B. eine Glühlampe, enthält
sowie eine Abbildungsoptik, welche in dem Punkt 3 einen feinen Lichtspalt auf den
Aufzeichnungsträger abbildet. Durch eine in der Zeichnung nicht besonders dargestellte
elektromagnetisch betätigte Blende kann der Lichtstrahl entweder unterbrochen oder
freigegeben werden, so daß er entsprechend ,den von der Morsetaste q. gegebenen
Zeichen auf den Aufzeichnungsträger einwirkt. Die Aufzeichnungsoptik ist auf einer
Führungsschiene 5 beweglich angeordnet und wird entsprechend den Umdrehungen des
Aufzeichnungsträgers durch in :der Zeichnung ebenfalls nicht besonders dargestellte
Hilfsmittel, z. B. eine Spindel, langsam von der Mitte nach dem Ende zu oder umgekehrt
bewegt, so daß eine spiralförmige Aufzeichnung auf dem Träger entsteht ähnlich der
tneehanisehen Aufzeichnung wie bei einem Phonographen. Die Schwärzungsunterschiede,
.die nach dem Entwickeln der Aufzeichnung entstehen, sind jedoch nicht über die
ganze Fläche konstant, da die Umfangs.geschwindigkeit der Aufzeichnungsspur mit
wechselndem Durchmesser der Aufzeichnung ansteigt und infolgedessen der Lichtstrahl
wechselnd unterschiedlich lange auf den Phonograintnträger einwirkt. Bei der lichtelektrischen
Abtastung einer so hergestellten Aufzeichnung werden infolgedessen die in der Photo-r_elle
auftretenden Stromimpulse entsprechend den unterschiedlichen Schwärzungswerten zwischen
einem Minimum- undeinemMaximumwert schwanken. -Um .diesen Nachteil des Verfahrens
zu beseitigen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die Helligkeit des auf den Träger
abgebildeten Lichtfleckes bzw. des Spaltbildes entsprechend der Änderung der Umfangsgeschwindigkeit
zu regulieren, und zwar soll die Regelung so erfolgen, daß der Quotient aus Leuchtdichte
.der Spaltabbildung- und der jeweiligen Umfangsgeschwindigkeit für alle Teile des
Aufzeichnungsträgers konstant ist. Zu diesem Zwecke ist der Führungsschlitten für
dasAufzeichnungsorgan mit einer Anzeigevorrichtung verbunden, bestehend aus ,dem
Zeiger 6 und der Skala 7, welche es gestattet, die jeweilige Stellung des Aufzeichnungsorgans
zu dem Aufzeichnungsträger exakt festzustellen. Außerdem ist zur Kontrolle der Lichtstärke
der Aufzeichnungslampe am Aufzeichnungsorgan eine Photozelle 8 angeordnet und mit
einem empfindlichen Meßinstrument 9 (Mikroamperemeter) verbunden. Zur Regelung der
Lichtstärke dient -der Widerstand 1o, welcher die von der Batterie kommende Betriebsspannung
für .die Aufzeichnungslampe reguliert. Zweckmäßigerweise werden solche Photozellen
und Meßi.nstrumente zur Kontrolle der Lichtstärke verwendet, die eine lineare Abhängigkeit
von der jeweilig zu messenden Lichtstärke aufweisen. Es läßt sich ferner ermöglichen,
daß die Skalen der Anzeigeworrichtung 5 mit der Skala des Instruments 9 in Übereinstimmung
gebracht werden können. Bei der Bedienung ,des Apparats braucht dann jeweils der
Widerstand immer nur so eingestellt werden, daß das Instrument den gleichen Skalenteil
anzeigt,
den auch die Anzeigevorrichtung 7 aufweist. In weiterer
Ausiges.taltung der Erfindung kann die Anzeigevorrichtung auch direkt auf einen
Widerstand wirken und dadurch die Lichtstärke selbsttätig regulieren. An Stelle
des Widerstandes kann .die Übertragung auf ein Blendensystem wirken, welches in.
dem Aufzeichnungsorgan angeordnet ist und die Lichtstärke ebenfalls linear regelt.
Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Kontrolle der Lichtstärke durch ein Photometer
vorzunehmen. Man kann das Photometer durch ein in den Heizstromkreis der Glühlampe
eingeschaltetes Amperemeter ersetzen, nur muß dann das Verhältnis zwischen der Zunahme
der Lichtstärke und der Anzeige des Amperemeters einmal empirisch ermittelt werden,
damit die Skala des Instruments mit :der Anzeigevorrichtung für die Stellung des
Aufzeichnungsorgans in Übereinstimmung gebracht werden kann. Mit Hilfe des vorgeschlagenen
Verfahrens, bzw. der angewendeten Vorrichtung ist es ermöglicht, Aufzeichnungen
von konstanter Intensität mit gleichbleibenden Schwärzungsunterschieden in Spirallinien
herzustellen.
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Es sei noch darauf hingewiesen, daß Vorstehendes sinngemäß Anwendung
finden kann, wenn es sich um die photographische Aufzeichnung von Schallschwingungen
oder anderen oszillatorischen Vorgängen handelt. In diesem Fall muß dann die bei
den Morsezeichen verwendete schwerfällige Blende durch ein schwingungsfähiges Blendensystem
ersetzt werden.