DE721847C - Aus Mineralstoffen hauptsaechlich bestehender Gewichtskoerper - Google Patents
Aus Mineralstoffen hauptsaechlich bestehender GewichtskoerperInfo
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Classifications
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Description
- Aus Mineralstoffen hauptsächlich bestehender Gewichtskörper Für viele Gegenstände, insbesondere Stehlampen, Stehspiegel usw., wird im Sockel ein Schwergewichtskörper, in der Regel aus Gußeisen, angeordnet, um den Schwerpunkt des betreffenden Gegenstandes möglichst tief in bezug auf seine Standfläche zu verlagern. Auch auf anderen Gebieten werden metallische Gewichtskörper, z. B. Uhrgewichte, verwendet. Im Zuge der äls notwendig und nützlich erkannten Einsparung von Metallen, dort, wo solche nicht unbedingt erforderlich sind und durch leicht beschaffbare heimische Stoffe ersetzt werden können, ist man vielfach schon dazu übergegangen, an Stelle der metallischen Schwergewichtskörper solche aus mineralischen Stoffen von steinartiger Beschaffenheit zu ersetzen. Der Einfachheit wegen sollen im folgenden nur die Gewichtskörper für die Sockel von Stehlampen betrachtet werden, wenn auch das Anwendungsgebiet des Erfindungsgegenstandes schlechthin der Ersatz von Metallgewichtskörpern ist. _ In den Sockeln von Stehlampen befindet sich eine Einlage aus Gußeisen, welche in der Regel von einem Mantel aus besserem Werkstoff, z. B. Messing, umgeben ist. Man hat in neuester Zeit versucht, diese Gewichtskörper aus einer steinartigen Masse zu bilden. Dabei sind indessen gewisse Bedingungen zu erfüllen. Diese sind hauptsächlich: die leichte. Verformbarkeit, die Möglichkeit der Bearbeitung durch Werkzeuge, z. B. Bohrer, Sägen, Drehmeißel u. dgl., und in der Hauptsache ein größeres spezifisches Gewicht, welches, soweit es überhaupt möglich ist, sich dem spezifischen Gewicht der Gußcisenkörper annähern soll. Zwar kann dieses Gewicht durch mineralische Stoffe, welche sich verformen und mit Schneidwerkzeugen verarbeiten lassen, nicht ohne.weiteres erreicht werden, da sie im allgemeinen nicht das erforderliche hohe spezifische Gewicht aufweisen.
- Es lag nahe, Beton- und Zementkörper zu verwenden. Diese Körper sind aber außerordentlich spröde, und sie lassen sich praktisch mittels Schneid- oder Bohrwerkzeuge nicht bearbeiten. Die Körper werden auch bei Verzvendung als Gewichtskörper, z. B. in Steh- Lampen, hin und her bewegt und häufig hart aufgesetzt, wodurch sich Teile des Körpers von meist sandiger Beschaffenheit von dem Gewichtskörper lösen. Diese beschmutzen und beschädigen die Standfläche, z. B. die Oberfläche von Tischen, in erheblichem Maße. Die Gewichtskörper werden vielfach durch Schrauben mit dem Sockel einer Stehlampe verbunden. Diebisher in Aussicht genommenen Steinkörper sind aber gegen Zug außerordentlich empfindlich und beim Anziehen der Schrauben zerbrechen sie recht häufig. Aus diesen Gründen ist man bislang zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. Es gibt zwar, aus der Bautechnik bekannt, aus Sorelzement und organischen Füllstoffen zusammengesetzte, geformte und gepreßte Erzeugnisse, z. B. Platten. Es kommt aber bei diesen gerade auf die Leichtigkeit an. Solche Stoffe lassen sich vielfach mittels Werkzeuge bearbeiten, aber ihres geringen spezifischen Gewichts wegen können sie als Gewichtskörper keine Anwendung finden.
- Gegenstand der Erfindung ist ein Gewichtskörper, hauptsächlich aus mineralischen Bestandteilen, welcher nach seiner Zusammensetzung und seinem Herstellungsverfahren sowohl die Forderung nach einem möglichst hohen spezifischen Gewicht und der leichten Bearbeitungsfäbigkeit sowie des homogenen Zusammenhaltens seiner Bestandteile erfüllt und somit insbesondere für Lampensockel als vollwertiger Ersatz für die bisherigen metallischen Gewichtskörper angesehen werden kann.
- Die Körper bestehen nach Raumteilen aus:
Diese Stoffe werden mechanisch miteinander vermengt und mit einer Chlormagnesiumlauge von 18 bis 22°Be zu einer erdfeuchten und formbaren Masse angerührt. Die Masse wird sodann mit einem Über`schuß von 6o0% gegenüber dem Füllraum in Formen eingefüllt, unter großem Druck in die Formen eingepreßt, unmittelbar aus der Form herausgehoben und sodann während längerer Zeit, etwa 5 Tagen, an der Luft getrocknet.25 °!a getrocknetem und fein gemahle- nem Schwerspat, 2511, Schwerspat in der Körnung o bis 3 mm, i2,50,to feinem Sägemehl (Fichte oder Buche), scharf .getrocknet, i2,50(0 .grobem Sägemehl (Fichte oder Buche), scharf getrocknet und 25 0!o gemahlenem, gebranntem Magne- sit (Mg O). - Es ist verständlich, daß je nach den Witterungsverhältnissen die T raclcendauer kürzer oder länger ist. Von ,den verwendeten Stoffen spielt Schwerspat (Bariumsulfat Ba So,,) eine wesentliche Rolle wegen seines hohen spezifischen Gewichts von 4,56. Auch Magnesit hat ein spezifisches Gewicht von mindestens 3. Wenn auch die Dichte von Körpern aus den vorgenannten Stoffen selbstverständlich nicht die Dichte der betreffenden Stoffe im natürlichen Zustand erreichen kann, so wird doch ` durch die in dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführte starke Pressung der Stoffe eine Dichtigkeit der Körper erreicht, daß diese ein spezifisches Gewicht von 3,75 bis q. haben. Die. Gewichtskörper lassen sich mittels Werkzegen leicht bearbeiten, z. B. bohren, sägen und. drehen. Die Formbeständigkeit, insbesondere gegen Absplittern oder Lösen von Stoffteilchen, ist außerordentlich groß. Die Körper können geschliffen und poliert werden. Es ist möglich, diese Gewichtskörper auch ohne schützenden Mantel aus Metall, z. B. Messing, als Sockel für Stehlampen zu verwenden. Im Rahmen der Erfindung können die Werkstücke etwa drei Wochen nach .der Pressung, wenn sie richtig von der Luft ausgetrocknet worden sind, noch in Wasserglas von handelsüblicher Zusammensetzung eingetaucht werden. Hierdurch wird die Oberfläche glashart und verschleißfester, ohne .daß aber im übrigen die Bearbeitung durch Werkzeuge, beispielsweise Bohrer, beim Herstellen von Löchern zur Aufnahme von Schrauben beeinträchtigt wird.
- .Die Gewichtskörper können ferner durch Zusatz von Farbe sowohl einfarbig gefärbt als auch marmoriert werden, wobei dann durch die weitere oben angegebene Behandlung sich auch farbenschöne Erzeugnisse erzielen lassen.
- Auf der zugehörigen Zeichnung ist ein Sockel einer Stehlampe dargestellt, deren Fuß aus einem gepreßten Metallkörper a besteht. Der Hohlraum des Fußes ist mit einem Gewichtskörper b nach der Erfindung ausgefüllt. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, muß der Körper b gebohrt werden können, um Verbindungsschrauben aufnehmen zu können oder um Kanäle c für das Durchführen elektrischer Leitungen o. dgl. zu schaffen.
- Aus der Zeichnung ist ersichtlich, daß die Gewichtskörper b nicht nur durch Werkzeuge sich bearbeiten Lassen, sondern auch erheblichen Beanspruchungen durch Druck beim Anziehen von Befestigungsschrauben ausgesetzt sein können, ohne zu brechen.
- Die erfindungsgemäße Zusammensetzung der Gewichtskörper nach den genau angegebenen Raumteilen und das Verfahren insbesondere zur Formgebung kann natürlich gewissen Abänderungen unterliegen.
Claims (3)
- 9 PATENTANSPRÜCHE: i. Aus Mineralstoffen hauptsächlich bestehender Gewichtskörper, insbesondere für Sockel von Lampen, Stehspiegeln a. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß aus einem Gemenge von
besteht, welches mit Chlormagnesiumlauge von 18 bis 22° Be erdfeucht angerührt, darauf in Formen gebracht, gepreßt und getrocknet ist.25 °/o scharf getrocknetem' und fein gemahlenem Schwerspat, 25 °/o Schwerspat in der Körnung von 6 bis 3 mm, 12,5 °@o feinem Sägemehl (Fichte oder Buche), scharf getrocknet, 12,5 °@o grobem Sägemehl (Fichte oder Buche), scharf getrocknet .und 251/, gemahlener Magnesia (Mg O) - 2. Verfahren zur Herstellung von Gewichtskörpern nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet"daß beim Füllen der Formen die Masse mit einem Raumüberschuß von etwa 6o % in die Form eingefüllt und unter großem Druck in die Form gepreßt, hierauf sofort aus der Form .entnommen und an der Luft während längerer Zeit (etwa 5 Tagen) getrocknet wird.
- 3. Verfahren zur Herstellung von Gewichtskörpern nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach erfolgtem Trocknen (etwa 3 Wochen) d.ie Werkstücke in Wasserglas von handelsüblicher Zusammensetzung eingetaucht werden zur ErzeugurTg einer glasharten, verschleißfesten, leicht polier- und schleifbaren Oberfläche.
Priority Applications (1)
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1939
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