DE60306C - Verfahren zur Herstellung von künstlichem Sandstein - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von künstlichem SandsteinInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B28/00—Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
- C04B28/02—Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing hydraulic cements other than calcium sulfates
- C04B28/04—Portland cements
-
- Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
- Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
- Y02W—CLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
- Y02W30/00—Technologies for solid waste management
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisher mittels Cement, Schlacken und dergl. hergestellten künstlichen Bausteine und
Fafonstücke haben in keiner Weise den an sie gestellten Anforderungen genügt.
Es ist bisher nicht gelungen, ein Fabrikat fertig zu stellen, welches gleichzeitig die
Structur der natürlichen Steine zeigte und dabei nur angenähert die Festigkeit und Widerstandsfähigkeit
derselben erreichte.
Die aus mehr oder weniger grobgekörntem Material unter Zuhülfenahme eines geeigneten
Bindemittels (Kalk, Cement) durch Einstampfen hergestellten Formen können wegen ihres unschönen
Aussehens nur zu geringeren Bauten oder zu Bauten verwendet werden, welche nachträglich verputzt werden sollen. Die aus
fein gemahlenen Materialien hergestellten Kunststeine, welche durch Eingiefsen der flüssigen
Masse in Formen erhalten werden, können anderseits wohl durch ihr Aussehen befriedigen,
es ist aber bislang noch nicht möglich gewesen, ein solches Fabrikat zu liefern, welches, was
Festigkeit anbelangt, mit den natürlichen Steinen einen Vergleich aushalten könnte. Ein
Rissigwerden und ein allmähliges Abbröckeln trat auch bei ganz geringer Inanspruchnahme
durch die Witterungseinflüsse nach verhältnifsmäfsig kurzer Zeit ein, aufserdem hatte die
Fabrikation solcher künstlichen Steine bisher den Nachtheil, dafs die Fabrikate lange Zeit —
Monate lang — auf dem Herstellungsplatze lagern mufsten, ehe sie überhaupt eine nur
für den Transport genügende Festigkeit erlangen konnten.
Die Erfinder haben nun nach jahrelangen Versuchen gefunden, dafs ein nach jeder
Richtung hin befriedigendes Resultat erzielt wird, wenn man Sand und Sandsteinabfälle sehr
fein pulvert und dieselben mit feingepulverter Hochofenschlacke, welcher man zum schnelleren
Erhärten etwas mit Soda gemischten Cement zusetzt, unter sehr geringem Wasserzusatz
und nach festem Einstampfen in Formen abbindet. Das Gemenge von Sand, Sandsteinabfall
und Hochofenschlacken liefert einen Kunststein, welcher mit der täuschenden
Aehnlichkeit der natürlichen Steine auch deren Festigkeit nicht nur erreicht, sondern
sogar übertrifft, aufserdem sehr billig herzustellen ist, zur Erlangung seiner schliefslichen
Festigkeit nur ganz kurzer Zeit bedarf und dabei noch den Vortheil hat, dafs er sich
kurz nach der Herstellung sehr leicht bearbeiten läfst.
Das Verfahren ist folgendes:
Sandsteinabfälle werden mit Sand zu einem ganz feinen Pulver gemahlen und ungefähr
vier Theile des so erhaltenen Pulvers mit ungefähr zwei Theilen sehr fein gemahlener
granulirter Giefserei-Hochofenschlacke innig gemengt. Es eignet sich hierzu nicht jede
Hochofenschlacke, vielmehr nur solche, welche bei der Herstellung von Giefserei-Roheisen
gewonnen - wurde und welche, wie die Erfinder gefunden haben, infolge ihrer eigenthümlichen
Zusammensetzung (35 pCt. Kieselsäure, 22 pCt. Thonerde und Eisenoxyd, 42 pCt. Kalk und etwas Schwefel) aufserordentlich
reactionsfähig ist und mit dem Sandsteinpulver und Sand sehr gut bindet.
Beim Granuliren der Schlacke ist darauf zu sehen, dafs die erhaltene granulirte Masse bei
dem Trocknen — welches bisher meist durch stärkeres Erhitzen erfolgte ■— nicht zu sehr
erhitzt und dadurch ihres Gehaltes an Schwefel beraubt werde, da letzterer nach der Beobachtung
der Erfinder bei der späteren Bindung der Masse eine grofse Rolle zu spielen scheint. Zur
schnelleren Erhärtung der so gewonnenen Kunststeinmasse wird auf sechs Theile derselben ein
Theil Portlandcement zugesetzt und das Ganze noch zum besseren Reguliren der Erhärtungsdauer mit einem Zusatz von ι bis ι ο pCt. Soda
versehen.
Das ganze Gemenge wird mit Hülfe rotirender Siebe auf das Innigste gemischt, da es für das
Gelingen des Verfahrens von gröfster Wichtigkeit ist, nicht nur dafs alle Materialien sehr fein
gepulvert sind, sondern auch, dafs die Mischung derselben eine möglichst vollkommene wird.
Der wohlgemischten Masse wird dann eben nur so viel Wasser zugesetzt, dafs sie sich
grubenfeucht anfühlt. Mehr Wasser ist schädlich und kann zu einem späteren Rissigwerden
des Steines Veranlassung geben.
Man bringt nunmehr das feuchte Pulver in Formen, welche vortheilhaft dem Profil, welches
die Steine bekommen sollen, angepafst und so gestampft sind, dafs sich noch ein Theil
des Wassers ausscheidet.
Nach Verlauf von ι bis 5 Stunden werden die Steine herausgenommen, welche so weich
sind, dafs sie noch zwei Tage lang mit gewöhnlichen Tischlerschneidwerkzeugen bearbeitet
werden können.
In dieser Zeit wird ihnen die gewünschte Gestalt und Profilbildung gegeben, sie können
gedreht, glatt geschliffen und roh bearbeitet werden.
Diese leichte Bearbeitungsweise ist nur allein denkbar, wenn die zur Verwendung kommende
Masse in vollkommen fein gemahlenem Zustande ist; die bisherigen Kunststeine, welche
zu ihrer Zusammensetzung feinen Quarzsandes bedurften, zerbröckelten bei jedem Versuche
einer nachherigen Bearbeitung sowohl in feuchtem als in trockenem Zustande. Die
Steine mufsten deswegen ausnahmslos so zur Verwendung kommen, wie sie die Gufsform
verliefsen, wodurch die Kunststeine sofort durch jedes Laienauge als »künstlich« auf den
ersten Blick erkannt wurden.
Die vollkommen natürliche Aehnlichkeit kann nur durch nachheriges Bearbeiten erzielt
werden, welches allein die nach vorliegendem Verfahren hergestellten Steine aushalten können.
In beiliegender Zeichnung stellt:
Fig. ι den Stein dar, wie er in dem Formkasten gebildet wird,
Fig. 2 zeigt ihn, wie er innerhalb der ersten beiden Tage durch Tischlerwerkzeuge die gewünschte
Profilirung erhalten hat.
Nach Verlauf von zwei Tagen sind sie so gehärtet, dafs ihre Bearbeitung nur mit Steinwerkzeugen
möglich ist.
Nach acht Tagen ist ihre Härte bedeutend gröfser als die der natürlichen Sandsteine.
Die im Jahre 1885 nach eben beschriebenem Verfahren hergestellten künstlichen Steine, welche
absichtlich unter gröfster Beanspruchung den plötzlichsten Temperaturveränderungen, sowie
abwechselnd der Feuchtigkeit und Trockenheit ausgesetzt wurden, zeigen nicht die geringste
Aenderung ihrer Farbe nach ihrer Structur, es sind keine Risse oder Abbröckelungen entstanden
und ihre Festigkeit ist nach wie vor unveränderlich geblieben.
Es sei nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dafs diese glänzenden Resultate allein
durch die Anwendung der von Giefserei-Roheisen entstehenden granulirten, getrockneten
und feinstens zermahlenen Schlacke erzielt werden konnten, sowie dafs es zur Bildung
eines guten und festen Steines Hauptbedingung ist, dafs sämmtliche zur Anwendung kommenden
Materialien fein zermahlen und gründlich mit einander gemischt sind, dafs nur so viel Wasser
angewendet werden darf, dafs das Gemisch sich eben feucht anfühlt, und dafs dies alles
nur unter Vermittelung eines sorgfältigen Einstampfens die erzielten Resultate abgeben kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von künstlichem Sandstein, darin bestehend, dafs Sand, Sandsteinabfälle und Giefserei - Hochofenschlacke behufs späterer schneller Erhärtung der Kunststeinmasse mit Portlandcement und Soda gemischt werden und die mit Wasser angefeuchtete Mischung in Formen gestampft wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE60306C true DE60306C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=334451
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT60306D Expired DE60306C (de) | Verfahren zur Herstellung von künstlichem Sandstein |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE60306C (de) |
-
0
- DE DENDAT60306D patent/DE60306C/de not_active Expired
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