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Vorrichtung zum Schwenken von Anschlußrinnen an Brikettkühlrinnenschränken
Zum Schwenken der Anschlußrinnen, die in Braunkohlenbrikettfabriken die Verbindung
zwischen Strangpresse und Kühlrinnenschrank einerseits und zwischen Kühlrinnenschrank
und Verladung oder Stapelschuppen anderseits herstellen, wurden bisher sog. Galgenschwenkeinrichtungen
benutzt. Es ist, auch schon jorgeschlagen worden, die Einlaufrinne dieser Schwenkeinrichtungen
mit der Auslaufrinne zwangsläufig zu kuppeln. Die bisher allgemein gebräuchliche
Galgenschwenkeinrichtung ist aus Abb. i ersicheli:ch. Die Schwenkrinnrs a ist an
dem Galgen G mittels eines über Rollen c geführten Seiles d aufgehängt. Das Seil
d ist durch das Dach e des Kühlrinnenschrankes bei ee hindurchgeführt. Der
vom Gewicht der Schwenkrinne a auf das Seil d ausgeübte Zug wird durch das Gegengewicht/
ausgeglichen, so daß .es möglich ist, die verhältnismäßig schwere Schwenkrinne a
von Hand zu heben. und zu senken, um sie je nach Bedarf an die Kühlschrankrinnen
hl, h., und h3 anzuschließen oder auch, was aus Abb. i nicht ersichtlich ist, mit
Kühlschrankrinnen in Verbindung zu bringen, die in waagerechter Richtung neben hl,
h., und k3 liegen. Diese bekannte Galgenschwenkeinrichtung hat verschiedene Nachteile.
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Sie baut sehr hoch, weil das Gegengewicht f in der höchsten Stellung
der Schwenkrinne a noch über dem Kühlschrankdache bleiben muß, wenn es nicht auf
dem Dach zum Aufsitz-en kommen oder Dachdurchb.ruchsöffnungen erfordern soll. Sie
verlangt für die Seilführung stets eine Durchbrechung ee des Daches .e oberhalb
der Schwenkrinne a, die sich bei schlechtem Wetter schädlich auf die Briketts auswirkt.
Ferner ist bei einem Reißen der Verbindung zwischen Schwenkrinne a und Gegengewicht
f eine Gefahr gegeben, da sowohl die herabfallende Schwenkrinne als
auch
das fallende Gegengewicht Personen verletzen und Sachschaden anrichten können. Außerdem
läßt sich eine Galgenschii#.enkeinrichtung nur in beschränktem Umfange benutzen,
wenn aus besonderen Gründen auf der Verladeseite des Kühlschrankes .ein oder mehrere
Rinnen, .etwa die oberste waagerechte Rinnenreihe kt des Kühlschrankes mit Anschlußrinnen
aa dauernd fest verbunden sind. Alle diese Nachteile werden durch die Erfindung
vermieden.
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Es sind auch mit Ausbrechvorrichtungen zwangsläufig zusammenarbeitende
Brikettschwenkrinnen bekanntgeworden, die die Aufhängung der Gegengewichte unterhalb
des Kühlschrankes ermöglichen und auch eine Durchbrechung des Daches nicht erforderlich
machen. Diese Brikettschwenkfinnen haben den Nachteil, daß sie durch die Kupplung
mit den Ausbrechvorrichtungen schwer bauen und im übrigen die Gegengewichte mit
ihnen fest verbunden sind, so daß sie beim Schwenken in waagerechter Richtung mit
verschoben werden müssen. Dagegen läßt sich die neue Brikettschwenkrinne, die unabhängig
von einer Ausbrechvorrichtung arbeitet, in waagerechter Richtung 'bewegen, ohne
daß die Gegengewichte mit verschoben werden müssen.
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Die Neuerung ist in Abb. z in Vorderansicht, in Abb. 3 in Seitenansicht
und in Abb. q. im Grundriß beispielsweise dargestellt. An dem Hauptstützrahmen g
des Kühlschrankes wird auf der Pressen- und der Verladeseite je ein Rahmen 1t fest
angebracht, der auf beiden Seiten senkrechte Schlitze i hat. In diesen Schlitzen
bewegt sich eine Gleitschiene L, die zweckmäßig aus einem Winkeleisen besteht. Die
Gleitschiene L' dient als Auflager für die Schwenkrinne a, die ihrerseits mit Hilfe
von Rollen in auf der Gleitschiene L in waagerechter Richtung verschoben
werden kann. Das Gewicht der Gleitschiene l und der Schwenkrinne a wird aufgenommen
voneinem Gegengewicht ff, das durch eine an sich bekannte Verbindung, etwa Seile
oder Ketten, die über Rollen n laufen, mit der Gleitschiene L verbunden ist. Diese
Seile oder Ketten sind seitlich angeordnet, so daß sie am Kühlschrank vorbeilaufen
können und das Gegengewicht tf unter den Kühlrinnenschrank gehängt werden kann.
Die Führungsrollen n können unmittelbar auf dem Hauptstützrahmen g des Kühlschrankes
gelagert werden, so daß sie noch unter das Dach e zu liegen kommen. Der Schwenkvorgang
spielt sich nun so ab, daß die Schwenkrinne a zusammen mit der Gleitschienel in
die gewünschte Höhe gehoben und dann die auf den Rollen in, laufende Schwenkrinne
auf der Gleitschiene in gewünschter Weise waagerecht verschoben wird. Die in die
gewünschte Stellung gebrachte Schwenkrinne wird gegen Seiten-oder Höhenverschiebung
in. bekannter Weise durch eine einfache Verriegelung o oder ähnliches gesichert.
Reißt das Seil oder die-Kette, so bleibt die Schwenkrinne infolge der Verriegelung
in ihrer Lage erhalten, und es fällt nur das Gegengewicht zu Boden, ohne Sachschaden
anzurichten. Gegebenenfalls kann der Platz unter dem Gegengewicht unterhalb des
Kühlschrankes noch unzugänglich gemacht werden. Reißt das Seil während des Schwenkens,
so kann die Schwenkrinne mit der Gleitschiene nur bis auf die untere Kante des Rahmens
h fallen und kaum Schaden anrichten. während das Gegengewicht ebenfalls wieder unschädlich
zu Boden fällt.
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Die neue Schwenkvorrichtung läßt sich leichter und schneller bedienen
als die bisher bekannte. Sowohl die Höhen- als auch die Seitenverschiebung der Schwenkrinne
a ist leicht möglich, beispielsweise von Rinne k, herauf nach h3 (Abb. 2 und 3)
oder von k waagerecht nach kk3 (Abb. a) usw.
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Es sind zwar ähnliche Verschiebeeinrichtungen, die eine Höhen- und
Seitenverschiebung von irgendwelchen Körpern zulassen, bekannt. wie z. B. an einem
Zeichentisch, auf dem sich eine durch Gegengewicht ausgewogene Reißschiene leicht
herauf- und herunterbewegen läßt. Die Neuerung baut auf solchen bekannten Einrichtungen
auf, überträgt sie in sinnfälliger Abänderung in das Fachgebiet der Braunkohlenbrikettierung
und erzielt hier einen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt gegenüber den
bekannten Einrichtungen.