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Leuchtbildwaage zur Anzeige von Tara-, Brutto- und Nettogewichten
Zur Anzeige von Tara-, Brutto- und Nettogewichten werden sowohl Laufgewichtswaagen
als auch Neigungswaagen benutzt. Die letzteren sind auch in Form von sog. Leuchtbildwaagen
bekannt.
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Bei diesen Leuchtbildwaagen sind zwei .Skalen vorhanden, die von
einer mit dem Neig tmgspendel ausschwingenden Optik durchleuchtet werden und von
denen die eine von Hand einstellbar ist. Es sind auch selbsttätige Leuchtbildwaagen
bekannt, bei denen die Belastung auf zwei voneinander unabhängige, gleichachsig
gelagerte Neigungspendei übertragen wird, von denen das eine in beliebiger Ausschlagstellung
festklemmbar ist, während das andere die optische Einrichtung trägt.
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Bei allen genannten Waagen ist es nur möglich, zwei Gewichte gleichzeitig
abzulesen, nämlich entweder das Brutto- und Nettogewicht oder Brutto- und Taragewicht
oder das Netto- und Taragewicht.
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Die Erfindung betrifft eine Leuchtbildwaage zur Anzeige der Tara-,
Netto- und Bruttogewichte auf einem Ableseschirm, bei der die Belastung auf zwei
voneinander unabhängige, gleichachsig gelagerte Neigungspendel übertragen wird,
von denen das eine in Ausschlagsstellung festklemmbar ist. Gemäß der Erfindung wird
eine gleichzeitige Projektion der Tara-, Netto- und Bruttogewichte bei einer Waage
dieser Art dadurch lerreicht, daß drei zu projizierende Skalen vorgesehen sind,
von denen die eine an dem festklemmbaren Neigungspendel und die beiden anderen Skalen
gemeinsam an dem zweiten Neigungspendel befestigt sind, und daß. die erste Skala
von einer feststehenden Optik und von den bei den anderen Skalen die eine durch
die gleiche
Optik, die andere durch eine mit dem anderen Neigungspendei
ausschwingende Optik durchleuchtet und deren Gewichtsangaben gemeinsam auf eine
Mattscheibe projiziert werden können.
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Abb. I zeigt eine schematische Anordnung der Neigungspendel und der
optischen Einrichtung in einer für die Darstellung vereinfachten Form.
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Abb. 2 ist eine Seitenansicht einer Ausführungsform entsprechend
der Abb. 1.
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Abb. 3 stellt ein Schema nach Ausschlag der Neigungspendel dar, aus
dem die Beziehungen der einzelnen Gewichte zueinander erkennbar sind.
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Die Belastung der Wiegebrücke wird in üblicher Form auf das Gehänge
a und von diesem auf den Hebels übertragen, so daß die Belastung über die Bänder
und d die Neigungspendel e und f zum Ausschlag bringt.
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An dem erstgenannten Pendel befinden sich die durchsichtigen Skalen
I und 2 mit entsprechenden Gewichtsangaben. Eine gleiche Skala 3 ist an dem zweiten
Neigungspendelf befestigt. An diesem Pendel befindet sich außerdem noch eine aus
Prismen und Linsen bestehende optische Einrichtung g und eine Schienelt, die durch
eine Zange i festklemmbar ist. Schließlich ist noch eine feststehende optischle
Einrichtung k, I vorhanden, die mit den Skalen 2 und 3 zusammenarbeitet.
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In Abb. I sind die Verhältnisse so dargestellt, als ob sich die beiden
Skalen nebleneinander in einer Ebene befänden. Diese Darstellungsart wurde jedoch
nur der Übersichtlichkeit halber gewählt, in Wirklichkeit befinden sich die Skalen
hintereinander, wie dies in Abb. 2 dargestellt ist. Die Bezugszeichen dieser Abbildung
stimmen mit denen der Abb. I überein. Die Achsen der beiden Neigungspendel e und
f liegen gleichachsig zueinander. Das Pendel e trägt die beiden untereinanderliegenden
Skalen 1 und z. Das Neigungspendel 1 trägt die Skala 3, die sich in möglichster
Nähe der Skala 2 befindet und gegebenenfalls unmittelbar darunter angeordnet sein
kann. Ferner trägt es die optische Einrichtung g, die aus mehreren Linsen und Prismen
besteht. Die Lichtquell,em für diese optische Einrichtung kann feststehend angeordnet
sein, sie muß jedoch dann in oder in nächster Nähe der Schneidenlinie des Neigungspendels
stehen, um eine klare Projektion bei den verschiedensten Ausschlägen des Neigungspendels
zu erzielen.
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Diese Lichtquelle dient nur zur Projektion der Skala 1, während die
Skalen 2 und 3 durch eine weitere feststehende Lichtquelle k unter Zwischenschaltung
der Linsen und Prismein 1 ebenfalls auf eine feststehende Mattscheibe projiziert
werden.
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In dem Projektionsweg für sämtliche Skalen ist noch ein unter 45"
liegender Spiegel eingeschaltet, der hinter der Mattscheibe ll, liegt und den Strahl
von der Senkrechten in die Waagerechte umlenkt und dabei auf die Mattscheiben wirft.
Die Lage des Spiegels und der Mattscheibe ist dabei so vorzusehen daß die Projektion
der Skalen I bis 3 auf der Mattscheibe unabhängig von den Ausschlägen des Pendels
1 stets klar erscheint. Das wird dann erreicht, wenn die Strahlenlänge zxvischer
dem linken Prisma bzw. 1 und der Mattscheibe möglichst genau der Entfernung zwischen
diesem Prisma und der Pendelachse entspricht.
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Die Anzeige des Brutto-, Tara- und Nettogewichtes auf der Mattscheibeit
kommt folgendermahen zustande.
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Ist die Waage nicht belastet, dann stehen die drei Skalen auf Null
und lassen diesen \wert auf der Mattscheibe erkennen. Wird die Waage mit dem Iaragewicht
belastet, dann schlagen die beiden Neigungspendel ? und ; um den gleichen Betrag
aus.
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Eine Relativverschiebung zwischen der optischien Einrichtung g und
der Skala z tritt hierbei nicht ein, so daß auf dem rechten Teil der Mattscheibe
n nach wie vor die Belastung 0 angezeigt wird. Dagegen schlagen die beiden Skalen
2 und 3 entsprechend der Tarabelastung aus. Da die zugehörige optische Einrichtung
k, I feststeht, wird von diesen beiden Skalen aus das Taragewicht projiziert, d.
h. sowohl auf der linken als auch auf der mittleren Skala, die an der Mattscheiben
erscheint, ist das Taragewicht ablesbar.
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Hierauf wird durch eine beliebige Betätigung die Zange geschlossen
und damit das Neigungspendel f festgeklemmt. Darauf wird das Nettogewicht eingefüllt.
Da das Neigungsplendel f festgeklemmt ist, schlägt nur noch das Neigungspendel e
aus, und zwar entsprechend der Gesamtbelastung, d. h. dem Bruttogewicht. Hierbei
tritt eine Relativverschiebung zwischen der Skala I und der optischen Einrichtung
g ein. Diese Verschiebung entspricht aber nur dem Nettogewicht, da das Pendel 1
und damit die optische Einrichtung g in der dem Taragewicht entsprechenden Stellung
festgehalten wurden.
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Infolgedessen ist das Nettogewicht auf dem rechten Teil der Mattscheiben
abzulesen.
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Da sich das Neigungspendel e entsprechend dem Bruttogewicht verstellt
hat und die für diese Skala vorgesehene optische Heinrich tung k, 1 von Anfang an
feststehend ist, kann auf dem zur Skala z gehörigen Teil der Mattscheibe n das Bruttogewicht
abgelesen werden.
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Der linke Teil der Mattscheibe lt schließlich zeigt das Taragewicht
an, da während des Aufbringens des Nettogewichts auf die
Wiegebrücke
eine Verschiebung zwischen dem inzwischen festgeklemmten Neigungspendel 1 und der
feststehenden Optik k, I nicht mehr eintrat.
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In Abb. 3 sind diese Verhältnisse noch einmal schematisch dargestellt,
und zwar in der Stellung, die die beiden Neigungspendel nach Aufbringen des Gesamtgewichts
einnehmen.
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Die Stellung des Neigungspendelsf mit der Skala 3 entspricht dem
Taragewicht, wie dies durch den mit T bezeichneten Pfeil gekennzeichnet ist. In
dieser Stellung wurde das Pendel durch die Zange festgehalten. Dagegen konnte das
Neigungspendel e mit den Skalen I und 2 durch das weitere Aufbringen des Nettogewichtes
weiter ausschlagen. Die Differenz zwischen den beiden Ausschlägen entspricht infolgedessen
dem Nettogewicht, sie ist durch einen Pfeil mit N bezeichnet worden, während der
Gesamtausschlag des Neigungspendels e, durch den Pfeil B bezeichnet, dem Bruttogewicht
entspricht.
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Die Projektion des Taragewichtes erfolgt mit Hilfe der Optik k,l
und der Skala 3, die des Bruttogewichtes mittels der gleichen Optik und der Skala
2. Die Optikg für die Skala I schwingt zusammen mit dem Neigungspendel 1 aus, so
daß sie nur denjenigen Teil der Skala I durchleuchtet, der auf das Nettogewicht
zurückzuführen ist.
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Es ist ohne weiteres möglich, Tara-, Brutto-und Nettogewicht auch
dann gemeinsam abzulesen, wenn die Reihenfolge des Aufbringens der Belastung anders
ist, als in dem Beispiel geschildert. Beispielsweise kann zunächst das Bruttogewicht
und nach Entleerung eines Gefäßes 0. dgl. das T,aragewicht gewogen und dann wiederum
mit Hilfe der drei Skalen Tara-, Brutto- und Nettogewicht gleichzeitig abgelesen
werden. In diesem Falle müßte nach der ersten Wägung das Neigungspendel e festgeklemmt
werden. In gleicher Weise sind jedoch auch noch andere gombinationen möglich, die
unter Umständen einen Austausch der Skalen oder der optischen Einrichtung erfordern,
im Bedarfsfalle jedoch ohne weiteres durchführbar sind.