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Steuervorrichtung für die Luftzuführung an einer Einrichtung zum Enteisen
von Flugzeugteilen mittels aufgelegter Gummikissen -Es sind Enteisungsvorrichtungen
für Flugzeugbeile bekannt, die' aus den zu enteisenden Teilen aufgelegten Gummikissen
bestehen und periodisch aufgeblasen und :entleert werden. Zur Steuerung dieser Vorgänge
war es bisher üblich, etwa vom. Flugzeugmotor aus zwangsläufig angetriebene Ventil-
oder Schiebersteuerungen zu verwenden. Da die Steuerstellen teils weit vom; Antriebsmotor
entfernt lagen, ergaben sich mehr oder weniger umständliche Antriebe; die viel Raum
in Anspruch nahmen und in unerwünschter Weise zur Gewichtsvermehrung beitrugen.
Zweck der Erfindung ist es, diese Steuerung zu vereinfachen.
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Bei der Steuerung nach der Erfindung wird der Druckluftzufluß zum
Auffüllen der Enteisungsvorrichtung unter dem Einfuß der auftretenden Enddrücke
gesteuert und die Entleerungsöffnung ohne besondere Steuerungsteile mit der Atmosphäre
oder einem Raum niederem Druckes verbunden. Der Querschnitt der Entleerungsöffnung
wird dabei gegenüber der Zuflußöffnung sehr klein gehalten. Bemißt man beispielsweise
die Querschnitte so, daß das Auffüllen der Enteisungsvorrichtung in einigen Sekunden,
die Entleerung aber in einer wesentlich größeren Zeitspanne, etwa in 3o Sekunden,
erfolgt, so- macht -es praktisch nichts aus, wenn auch während des Ruffüllens die
Entleerungsöffnung offen bleibt. Die in der kurzen Auffüllzeit entweichende Luft
ist der Menge nach gegenüber dem Gesamtverbrauch gering; man hat dafür aber den
Vorteil, die Steuerung auf eine einzige Leitung beschränken zu können.
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Für die Steuerung des Zuführungsventils wird nach der Erfindung eine
Einrichtung verwendet, bei der ein Kolben oder .eine Membran gegenüber .einem Federdruck
unter dem Einfluß des Druckes in der Enteisungsvorrichtung mit dem Zulaufventil
unter Zuhilfenahmeeiner Verschleppungseinrichtung derart verbunden ist, da,ß der
Lufteintritt in den Endlagen des Kolbens selbsttätig geöffnet oder geschlossen wird.
Die Verschleppungseinrichtung
hat dabei den Zweck, zu erreichen,
daß eine Beeinflussung des Ventils nur in den Endlagen des Kolbens oder der Membran
erfolgt und störende Drosselungen des Luftdurchganges vermieden werden. Die Betätigung
des Lufteinlaßventils geschieht dabei von der Treibstange des Kolbens oder der Membran
,aus, indem an diese eine in ihrer Längsrichtung federnde Druckstange ;angelenkt
wird, deren freies Ende mit einer Rolle auf einer der Kolbenstange parallelen, zu
dieser symmetrisch liegenden -Bahn läuft. Die Laufbahn ist dabei etwas kürzer ,als
der Kolbenhub ,gehalten, so daß in den Endlagen des Kolbens infolge der auftretenden
Schrägstellung der Druckstange das freie Druckstangenende in die entgegengesetzte
Endlage der Bahn federt und dabei das Einlaßventil öffnet oder schließt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. ,,z ist
das Gehäuse der Steuerungseinrichtung, b der Eintrittsstutzen für Druckluft, c der
Austrittsstutzen, der das Innere des Gehäuses mit der Enteisungsvorrichtung verbindet.
d ist ein Entleerungskanal, dessen Durchtrittsöffnung mittels der Schraube v bzw.
deren Dichtungskegel einstellbar ist. Auf der im Bilde rechten Seite des Gehäuses
ist ein Kolben oderentsprechend der Darstellung eine Membran angeordnet, deren Antriebsstange
f ,auf der einen Seite im Abblasestutzen y und auf der anderen Seite meinem an das
Gehäuseaa angebauten Lager z geführt ist. Die Membran wird durch eine Spiralfeder
g vom außen her belastet. Unter dem Eintrittsstutzen b ist ein Einlaßventil h mit
Ventilsitz i vorgesehen. Dieses Ventil kann durch ,einen Stößel l, der an einem
um den Bolzen w schwingenden Bügel h befestigt ist, gegen den Druckeiner Feder x
geöffnet werden.
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Mit der Stange f gelenkig verbunden ist eine kurze, zweiteilige Druckstange,
deren Hälften m, n längs beweglich und zylindrisch ineinandergreifen und durch .eine
Spiralfeder p auseinandergedrückt werden. Der obere Druckstangenkopf trägt eine
Rolleu, die ,auf :einer Bahn s mit der Lauflänge t beweglich ist. Der Bügel k ist
so geformt, daß das Ventil h in der rechten Endlage der Rolle o offen gedrückt,
in der linken nach Senken des Bügels h und Stößels L geschlossen ist. Die
Bahn s der Rolle o liegt parallel der Tr=eibstange f, und die Endpunkte der
Bahnt und die Kolben- bzw. Membranhubstrecke u liegen symmetrisch zueinander.
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Die Arbeitsweise ist folgende: Bei Beginn des Aufblasens der Enteisungsvorrichtung
habe=n Ventil lt und Membran e die dargestellte Lage. Mit steigendem Druck
bzw. fortschreitender Auffüllung bewegt sich die Treibstange entgegen dem Druck
der Feder g nach rechts. Die Rolle o bleibt dabei in ihrer Lage, und das Ventil
k ist geöffnet. Sobald bei einem bestimmten Druck sich das Gelenk des Druckstangenkolbens
m so weit nach rechts bewegt hat, daß in bezug auf die Rollenachse eine nach links
gerichtete Komponente entsteht, schnellt die Rolle unter Einwirkung der Feder p
auf der Bahn s nach links und gibt den Bügel h frei. Bügel mit Stößel l fallen nun,
unter dem Druck der Luft beschleunigt, nach unten, und das Einlaßventil wird geschlossen.
Die in der Enteisungsvorrichtung enthaltene Luft entweicht nun durch den Kanal d
langsam nach außen in die Atmosphäre oder in einen Raum geringeren Druckes. Die
Schnelligkeit des Luftabsinkens ist durch die Schraube v einstellbar.
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Mit fallendem Druck. bewegt sich die Kolbenstange nach links. In der
linken Endlage nimmt die Druckstange dadurch, daß der Rollenweg kürzer als der Kolbenhub
ut ist, eine nach rechts geneigte Lage ein; die Rolle bewegt sich infolgedessen
nach rechts und öffnet das Ventil lt von neuem. In dieser Weise wiederholt sich
das Spiel des Auffüllens und Entleerens ohne Hinzutun einer Bedienung, wobei die
Zeitdauer einer Periode durch Veränderung der Größe des Austrittsquerschnittes mittels
der Schraube v einstellbar ist.
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Je nach den Verhältnissen können für die Nase eines Flügels eine einzelne
oder bei Unterteilung der Enteisungsvorrichtung mehrere der beschriebenen Steuervorrichtungen
angewendet werden.