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Hydraulisches Fernschaltgebergerät, insbesondere für Flugzeuge Die
Erfindung bezieht sich' auf ein hydraulisches Fernschaltgerät für die Verdrängerzellen
von Hub-, Zug- und Schaltvorrichtungen, und zwar insbesondere für solche, bei denen
es darauf ankommt, die Druck- erzeugende Verdrängerzelle oder auch einen in der
Druckleitung. etwa eingebauten Verteiler oder ein sonstiges Steuerglied in der Ruhestellung
der Anlage von einem Gegendruck zu: entlasten. Derartige Schaltvorrichtungen werden
beispielsweise zur Verriegelung von Fahrwerksteilen, Klappen und Rudern oder zur
Auslösung von Verstellantrieben beliebiger bewegbarer Flugzeugteile und für sonstige
Fernübertragungen verhältnismäßig kleiner Bewegungen verwendet.
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Es ist (durch die amerikanische Patentschrift r 983 884) ein hydraulisches
Fernschaltgerät für Flugzeuge bekannt, das aus Kolben und Zylinder besteht und bei
dem das Geber-und Empfängergerät durch eine einzige Arbeitsleitung verbunden ist.
Hierbei müssen sich die beiden Geräte in jeder beliebigen Lage immer im Gleichgewicht
befinden, d. h. die Bedienungshebel sollen in jeder Lage stehenbleiben. Der
Aufwand zum Erreichen dieses Zieles, nämlich die Anordnung von Federn, Gegenfedern,
Druckrollen und auf den Verstellwellen sitzenden Nockenhebeln, ist aber sehr erheblich,
wodurch einmal das Gewicht der ganzen Anlage sehr vergrößert und zum anderen die
Betriebssicherheit infolge der empfindlichen notwendigen Gelenke sehr in Frage gestellt
wird. Außerdem ist noch als sehr nachteilig anzuführen, daß eine geringe einseitige
Gegenkraft, die im Flugbetrieb immer auftreten kann, das Gleichgewicht stört und
somit ein einwandfreies Arbeiten des Gerätes nicht gewährleistet ist.
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Die Erfindung vermeidet diese Nachteile 'dadurch, daß! die eine Seite
des Geberkolbens mit einem in der Arbeitsleitung fest,eingebauten, zum Empfängergerät
hinöffnenden Rückschlagventil und die andere Seite des Geberkolbens über eine Nebenleitung
mit einem z. B. durch einen Steuerkolben gebildeten Steuerglied in Flüssigkeitsgestängeverbindung
steht, durch welches bei Bewegung des Geberkolbens im Sinne einer Druckentlastung
des Empfängergerätes das Rückschlagventil geöffnet wird.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung können zum Ausgleich von Flüssigkeitsmengenunterschieden
zwischen einem Vorratsbehälter und dem Zylinder des Gebergerätes in diesem Überdruckventile
angeordnet sein.
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Durch die Erfindung kann einmal das Gewicht des .Gerätes gegenüber
den bekannten Einrichtungen weit geringer gehalten werden, und zum anderen ist die
Betriebssicherheit jederzeit gegeben, da nur leicht zu wartende Elemente Verwendung
finden. Als weiterer Vorteil gegenüber dem Bekannten ist noch anzuführen, daß bei
Anordnung des Rückschlagventils
und Steuerkolbens unmittelbar am
Empfängergerät die Hauptarbeitsleitung im Ruhezustand völlig drucklos gehalten werden
kann. Die hierbei zusätzlich angeordnete Nebenleitung zur Betätigung des Steuerkolbens
fällt nicht sehr ins Gewicht, da deren Querschnitt sehr gering ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Die Druck erzeugende Verdrängerzelle wird hier gebildet durch den Zylinder
a mit dem doppelt wirkenden Kolben b. Als Druckmittel wird eine Flüssigkeit verwendet.
Um die Druckleitung möglichst luftfrei zu halten, ist über dem Zylinder ein Vorratsbehälter
c angeordnet, der über die üblichen Ansaugventile d, d' die Zylinderräume
speist. Der Höchstdruck wird gehalten durch die überdruckventile f und f'. Der Flüssigkeitsvorratsbehälter
e trägt außerdem einen bekannten Anzeiger e zur Überwachung der eingeschlossenen
Flüssigkeitsmenge. Die Betätigung des Kolbens kann von Hand oder durch eine maschinelle
Kraft erfolgen. In der Zeichnung z. B. wird der Kolben durch den zweiarmigen Handhebel
b, g' bewegt. Die Flüssigkeit wird über die Leitung /t und über ein Rückschlagventil
i der Arbeitsleitung k zugeführt, welche entsprechend einer auf dem Empfängerkolben
wirkenden Gegenkraft ständig unter Druck steht. Nach erfolgter Arbeitsbewegung wird
der Hebel .a bzw. der Kolben b sofort entlastet, weil das Rückschlagventil i den
Zylinder a von der Druckleitung k absperrt. Soll ein Zurückfließen der Druckflüssigkeit
in der Leitung k und damit eine Rückbewegung des Arbeitsgliedes im Empfängergerät
erfolgen, so wird in entsprechendem Sinne der Hebel g und damit der Kolben b bewegt.
Hierdurch wird auf den unter dem Zylinder a angeordneten Steuerkolben o über die
Leitung m, n ein Druck ausgeübt und dieser Kolben vorgeschoben. wobei er
mittels seines übertragungsstiftes das Rückschlagventil i öffnet. Die Flüssigkeit
kann somit aus der Leitung k in den Zylinderraum a zurückfließen, entsprechend dem
Hub des Kolbens b.
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Sobald der rückwärtige Druck des Kolbens b nachläßt, gibt auch der
Kolben o das Ventil frei, so daß sich dieses unter dem Druck seiner Feder und der
Flüssigkeit in der Leitung h wieder schließt. Damit ist auch die Flüssigkeitsmenge
in der Arbeitsleitung bzw. Druckleitung k abgesperrt und die auszuübende Bewegung
des angetriebenen Gliedes verriegelt. Es kann also mit einer einzigen Leitung eine
Hub- oder Schaltbewegung übertragen werden. Je nach der zu erfüllenden Aufgabe können
solche Druckleitungen auch paarweise mit wechselseitiger Wirkung zur Anwendung kommen.
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Insbesondere kann bei entsprechender Länge der Verbindungsleitungen
k und in das Rückschlagventil i unmittelbar an der Arbeitszelle des Empfängergerätes
sitzen, wodurch die ganze Zuführungsleitung bei Stillstand der Druck erzeugenden
Verdrängerzelle drucklos bleibt.
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In denn zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispiel ist für das
öffnen des Rückdruckvertils i ein Steuerkolben o vorgesehen; es kann jedoch die
angestrebte Wirkung auch durch eine Membran erzielt werden.