DE71635C - Verfahren und Einrichtungen zum Ausstanzen flacher Glasgegenstände - Google Patents

Verfahren und Einrichtungen zum Ausstanzen flacher Glasgegenstände

Info

Publication number
DE71635C
DE71635C DENDAT71635D DE71635DC DE71635C DE 71635 C DE71635 C DE 71635C DE NDAT71635 D DENDAT71635 D DE NDAT71635D DE 71635D C DE71635D C DE 71635DC DE 71635 C DE71635 C DE 71635C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
punching
plate
strips
glass
roller
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT71635D
Other languages
English (en)
Original Assignee
P. SlEVERT in Döhlen b. Dresden, Dresdenerstr. 104
Publication of DE71635C publication Critical patent/DE71635C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Re-Forming, After-Treatment, Cutting And Transporting Of Glass Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Aus den Ansprüchen 1. und 2. des Haupt-Patentes Nr. 67292 ergiebt sich, dafs das Ausstanzen der Contouren in der plastischen Glasfläche nicht nothwendigerweise in dem Mafse erfolgen mufs, dafs die einzelnen Gegenstände gleich selbstständig ausgestanzt sind; vielmehr wird im Anspruch 2. das Verfahren des Abschleifens ausgestanzter Glasgegenstände auf einer oder auf beiden Seiten empfohlen, während diese Gegenstände noch in einer Tafel zusammenhängen.
Die Einstellbarkeit der das Ausstanzen bewirkenden Walze oder Platte ermöglicht, das Eindringen der die Umrisse bildenden Leisten in die plastische Glasmasse zu regeln, so dafs das völlige Ausstanzen oder auch nur ein mehr oder minder tiefes Eindringen der Leisten in die plastische Glasfläche erfolgt.
Bei Ausführung dieses Verfahrens hat sich als Zwischenproduct eine Glasfläche mit durch vermindertes Ausstanzen verzierten Ornamenten, Figuren, Inschriften aller Art ergeben, wie ein solches beispielsweise rechtseitig bei A, Fig. 4, ersichtlich ist. Durch das im Haupt - Patent geschützte Verfahren können demnach Glastafeln mit durch Einstanzen hervorgerufenen Ornamenten hergestellt werden, welche durch die Strahlenbrechung in den schrägen Flächen der eingedrückten Umrisse aufserordentlich wirkungsvoll sind.
In der Zeichnung zum Haupt-Patent ist ein Walzenlängenschnitt d in vergröfsertem Mafsstabe mit der Form der Leisten, welche die einzelnen Figuren (Glasbuchstaben, Ziffern, Ornamente, Rahmen und sonstige Gegenstände) bilden, angegeben, mit welchen Leisten auch die Unterfläche von Prefsplatten besetzt sein kann.
Bei Ausführung der Erfindung haben sich nun sowohl in Bezug auf die Herstellung solcher mit Leisten besetzten Walzen und Platten, als auch in Bezug auf den Betrieb mit denselben Schwierigkeiten ergeben.'
Die Herstellung ist eine kostspielige, wenn Walze oder Platte und die Leisten darauf ein Gufsstück bilden; namentlich ist bei dieser Ausführungsform die Bearbeitung und Nacharbeitung der Leisten eine schwierige.
Der Betrieb mit solcher Walze oder Platte und darauf festsitzenden Umrifsleisten hat den Nachtheil, dafs die kalte Walzenoberfläche oder Platte abschreckend auf die Glasfläche einwirkt, deren Plasticität zu leichtem Eintritt der Leisten und scharfer Begrenzung der eingestanzten Flächen erforderlich ist. Es kann der Betrieb bei dieser Walzen- und Plattenausführung ferner ein unrationeller insofern werden, als beim Stanzen alle auf der Walze oder Platte befindlichen Umrisse zum Eindruck in die plastische Glasmasse gelangen müssen, während es vortheilhaft sein kann, gewisse auf einer Walze oder Platte befindliche Figuren in gröfserer Anzahl durch Ausstanzen ' herzu-
stellen, dagegen gewisse auf derselben Walze oder Platte sitzende Figuren wegzulassen.
. Sodann hat sich aber auch beim Betriebe ergeben, dafs die sich zwischen den zusammengehörenden zwei Leisten und zwischen den Leisten und der Walzen- oder Plattenfläche festsetzende Luft nachtheilig auf die Form der plastischen Glasoberfläche einwirken kann.
Versuche, die Walzen- oder Plattenfläche an geeignet vielen Stellen zu durchbohren, haben zwar Abhülfe geschaffen, doch auch wieder den Nachtheil hervorgerufen, dafs sich diese Durchbohrungen zuweilen mit flüssiger Glasmasse vollsetzen, von denen sie erst mühselig gereinigt werden müssen.
Um alle die genannten Nachtheile hinsichtlich Herstellung und Betrieb von und mit den bisher angewendeten Walzen und Platten zu umgehen, kommen nun sogenannte Skelettwalzen oder Skelettplatten zur Anwendung, wie eine solche Skelettplatte beispielsweise in Draufsicht, Fig. ι und 4, und im Schnitt nach x-x der Fig. 1 in Fig. 2 dargestellt ist, während Fig. 3 eine axonometrische Ansicht einer Skelettwalze in verkleinertem Mafsstabe darstellt. Für die Skelettplatten lassen sich die auszustanzenden Buchstaben, Ziffern, Figuren, Rahmen, Ornamente etc. in geeignetem Material (Holz etc.) aus konisch zulaufenden Leisten leicht modelliren, dann giefsen und, fertig gegossen, durch Schräubchen an dem Gitterwerk der Skelettplatte befestigen, wodurch die Formen auf einer Platte auswechselungsfähig werden.
So ist beispielsweise auf der Skelettplatte (Fig. 1) das Wort Patent aus solchen einzelnen aus Leisten gebildeten Buchstaben zusammengesetzt und jeder Buchstabe mittels Schraubstifte an der Platte befestigt. Jeder Raum zwischen zwei die Contouren eines Buchstabens begrenzenden Leisten hat zum Entweichen von Luft genügenden Ausgangsraum durch das Skelettwerk der Platte.
Die Durchbrechungen der Platte gestatten der von der plastischen Glastafel ausströmenden Hitze ein Durchdringen der Platte und Erwärmen aller ihrer Theile.
Sind auf einer Platte eine Anzahl von Figuren vereinigt, wie beispielsweise in Fig. 1 deren zwei angedeutet sind, so kann, wenn die Anfertigung der einen Figur, nicht aber die der zweiten Figur beliebt wird, diese zweite Figur leicht entfernt und durch eine andere ersetzt werden.
Für die Besetzung einer Skelettwalze ist es erforderlich, dafs zunächst der Abgufs der Modelle in einem biegsamen Material, Zinn, Zink, Blei oder einer Composition, erfolgt, dieses Modell dann nach Mafsgabe des Walzenumfanges gebogen und in dieser Form dann zum Abgufs in einem dem heifsen plastischen Glasmaterial widerstehenden Metall gelangt.
Die Skelettwalze kann ebenso wie die Skelett-Dlatte aus einem regelmäfsigen oder unregelmäfsigen, die Umfläche bildenden Gitterwerk bestehen, welches von der aufsteigenden Hitze der Glasmasse durchdrungen und vorgewärmt wird.
Es ist für den Fachmann leicht ersichtlich, in welch wesentlich vortheilhafterer Weise sich diese Art der Walzen- und Plattenbesetzung mit Figuren für Herstellung und Betrieb bei dem im Haupt-Patent Nr. 67292 gekennzeichneten Verfahren erweist.
In den Ansprüchen 3. und 4. des Haupt-Patentes ist auf die Möglichkeit hingewiesen, den Apparat entweder mit einer Vorlaufwalze c und mit einer nachfolgenden figurenbesetzten Walze d oder mit einer Vorlaufwalze c und mit einer nachrückenden figurenbesetzten Platte, auszustatten.
Bei dem Ausstanzen gröfserer Gegenstände oder von Massenartikeln aus gröfseren Glastafeln wird sich die Anwendung der Vorlaufwalze c stets empfehlen.
Beim Ausstanzen aus kleineren Glasflächen kann es vorzuziehen sein, die Stärke der Glasfläche anstatt durch die Vorlaufwalze durch eine Prefsfläche herzustellen.
In diesem Falle kommt eine Glaspresse zur Anwendung,' durch welche zunächst durch eine Prefsfläche die ebene Glasfläche hergestellt und dann mittels einer mit Figuren etc. bildenden Leisten besetzten Platte das ganze oder theilweise Aus- bezw. Einstanzen in die plastische Glasmasse bewirkt wird.
Es können für diesen Zweck zwei Glaspressen in Anwendung kommen, von denen die eine die Prefsplatte und die andere die Stanzplatte enthält, wobei dann die in einer Presse ebengeprefste Glasfläche mit oder ohne umgebenden Rahmen in die andere Presse übergeführt wird, um in dieser mittels einer figurenbesetzten Platte dem Aus- bezw. Einstanzen zu unterliegen.
Ausgeschlossen ist bei Anwendung von nur einer Glaspresse nicht, die Einrichtung dahin zu combiniren, dafs die Platten zum Gleichpressen der Glasmasse und zum Aus- bezw. Einstanzen in der Weise vereinigt werden, dafs die eine Seite die Druck- bezw. Prefsfläche für das erste Niederdrücken der Glasmasse und die andere Seite die mit Figuren bildenden Leisten besetzte Ausstanz- oder Einstanzfläche bildet.
Diese vereinigten Platten können in einem Bügel dreh- und feststellbar aufgehängt werden, so dafs zunächst die Druckfläche niedergeht und die Glasfläche ebnet und nach Erheben dieser Platte eine Umdrehung im Bügel
stattfindet, so dafs die mit Leisten besetzte Fläche nach unten steht und dann beim Niedergehen in die plastische Glasmasse eindringt.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Eine Abänderung des im Anspruch i. und .2. des Patentes Nr. 67292 gekennzeichneten Verfahrens in der Weise, dafs in eine noch plastische Glasfläche mittels auf einer Walze oder Platte sitzender, geschärft zulaufender Leisten Verzierungen in V-Form zwecks Herstellung decorirter Glasflächen eingestanzt werden, welche nach dem Einstanzen einem Abschleifen auf einer oder auf beiden Seiten unterworfen werden können.
2. Zum Ausstanzen von flachen Glasgegenständen aus oder zum Einstanzen von Verzierung etc. aller Art in Glastafeln in plastischem Zustande die Abänderung der im Anspruch 3. und 4. des Haupt - Patentes genannten, mit Leisten versehenen Walzen oder Platten als Skelettwalzen oder Skelettplatten mit beliebig durchbrochener Umfläche oder Oberfläche, auf denen die die Figuren etc. bildenden Leisten befestigt sind.
3. An Stelle der im Patent - Anspruch 3. und 4. des Haupt-Patentes genannten Vorlaufwalze die Anwendung einer Prefsplatte zum Ebenen der plastischen Glasmasse und Niederpressen derselben auf die zum Ausstanzen bezw. Einstanzen geeignete Dicke, event, unter Anwendung einer Platte, die auf der einen Seite als Prefsplatte zum Glattpressen und auf der anderen mit Leisten besetzten Seite zum Aus- bezw. Einstanzen dient.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT71635D Verfahren und Einrichtungen zum Ausstanzen flacher Glasgegenstände Expired - Lifetime DE71635C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE71635C true DE71635C (de)

Family

ID=344923

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT71635D Expired - Lifetime DE71635C (de) Verfahren und Einrichtungen zum Ausstanzen flacher Glasgegenstände

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE71635C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE542905C (de) Verfahren und Metallrahmen zur Herstellung von Presspulvertabletten
DE71635C (de) Verfahren und Einrichtungen zum Ausstanzen flacher Glasgegenstände
DE3133792A1 (de) Vorrichtung zum kontinuierlichen pressen einer pressgutmatte im zuge der herstellung von spannplatten, faserplatten und aehnlichem pressgut
DE519414C (de) Verfahren zur Herstellung von Walzen zum Einwalzen von Verzierungen in die Oberflaeche von Eisen und anderen Metallen
DE100392C (de)
AT206597B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Glasplatten mit tiefwelliger Oberflächenprofilierung
DE181497C (de)
DE448551C (de) Vorrichtung zum Pressen duenner Platten aus plastischen Massen
DE732268C (de) Maschine zum Belegen von Platten aus Hartgummi o. dgl.
DE73918C (de) Verfahren und Vorrichtung, plattenartige, ungleich dicke Körper zu walzen
DE1673632C (de) Verfahren zur Herstellung eines Uhrenziffernblattes mit rehefartig erhöhten Zeichen
DE139109C (de)
DE811343C (de) Verfahren zur Herstellung der Reibkronen von Reiben, insbesondere fuer Haushaltmaschinen
DE544255C (de) Vorrichtung zum Herstellen gewellter Asbestzementplatten
DE23793C (de) Verfahren zur Herstellung gemusterter Walzen
DE572718C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung konischer Durchbrechungen bzw. Einschnitte in Platten o. dgl.
DE523430C (de) Strangpresse zum Herstellen von Metallblechen
DE1091316B (de) Maschine, sogenannte Vakuum-Formmaschine, zum Herstellen von Schildern aus thermoplastischem Kunststoff
DE363776C (de) Verfahren zum Pressen von Muttern
DE407207C (de) Verfahren zum Herstellen von Schallplatten
DE546896C (de) Verfahren zum Einpraegen von Buchstaben u. dgl. in duennwandigen Stoff (Celluloid, Folie)
DE468359C (de) Verfahren zur Herstellung von Kammplatten aus Kunsthorn
DE69053C (de) Verfahren zur Herstellung von Durchbrechungen in Holzflächen
DE170174C (de)
DE125873C (de)