DE71298C - Verfahren zur Herstellung von Kunstsandstein - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstsandstein

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DE71298C
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DE
Germany
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hydrofluoric acid
fluorine
sand
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artificial
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DENDAT71298D
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W. BERTINA in Schierstein a. Rh
Publication of DE71298C publication Critical patent/DE71298C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/18Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing mixtures of the silica-lime type

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Verfahren zur Anfertigung von Kunstsandstein gründet sich auf.die Anwendung von Fluorsalzen oder wässeriger Flufssäure mit Glaspulver und Steinmehlen aus natürlichen oder künstlichen Materialien in Verbindung mit alkalischen Erden behufs Bildung eines unlöslichen Bindemittels zur Verkittung des anzuwendenden Sandes, welcher kein Quarzsand zu sein braucht.
Die benöthigten Materialien sind:
1. natürlicher oder künstlicher Sand (Füllmaterial), welcher vollständig witterungsbeständig sein und dessen Korn mindestens die Festigkeit besitzen mufs, welche das Fabrikat »Kunstsandstein« erreichen soll;
2. fein pulverisirtes Glas allein oder in Verbindung mit Steinpulvern, welche durch Fluorsalze oder Flufssäure angegriffen werden;
3. Kalk oder sonstige alkalische Erden, welche durch Fluorsalze oder Flufssäure in unlösliche Verbindungen übergeführt . werden können.
Die Mischungsverhältnisse der einzelnen Materialen haben sich nach Art und chemischer Beschaffenheit derselben zu richten, jedoch beträgt die Sandmenge (Füllmaterial) stets etwa 90 pCt., während der Rest auf die Bindemittelbildner entfällt.
Ebensowenig wie sich die Mischungsverhältnisse für alle Materialien im Voraus bestimmen lassen, ist die Angabe eines für alle Fälle passenden Arbeitsverfahrens möglich; beide Factoren müssen unter Berücksichtigung der physikalischen und chemischen Eigenschaften der zu Gebote stehenden Materialien durch Versuche auf Zug- und Druckfestigkeit festgestellt werden.
Angenommen, es läge ein feinkörniger Quarzsand vor und sollten beliebige Glasabfälle mit Kalkhydrat verarbeitet werden, so würde etwa folgendes Verfahren einzuschlagen sein:
Zunächst ist der Sand durch Sieben in ein Kornverhältnifs zu bringen, welches in der Stampf- oder Giefsmasse die gröfste Dichtigkeit ergiebt, wenn die Zusätze von Glas und Kalkhydrat in fein gepulvertem Zustand hinzukommen ; dementsprechend ist der Glasbruch fein zu mahlen und der Aetzkalk trocken abzulöschen. Unter der Voraussetzung, dafs mit dem Sand bereits ein günstiges Dichtigkeitsverhältnifs erzielt wurde, genügen bei 4 pCt. Glasmehl 5 pCt. Aetzkalk und 1 pCt. Fluorverbindungen. Nachdem das benöthigte Wasser zur Bildung einer entsprechenden Stampf- oder Giefsmasse durch Vorversuche festgestellt ist, wird das Glaspulver mit Wasser, dem etwas Flufssäure zugesetzt wurde, übergössen und mehrere Stunden in gelinder Wärme unter öfterem Umrühren stehen gelassen. Inzwischen ist der Sand mit dem .Kalkhydrat sorgfältig vermischt worden und wird das Gemenge mit der das Glas enthaltenden Flüssigkeit nunmehr durch weiteres Mischen in die gewünschte Stampf- oder Giefsmasse verwandelt, deren Formen sofort beginnen kann. Entsprechend dem angewendeten Verfahren können die Stücke sogleich oder erst nach 2 Tagen den Holzoder Metallformen entnommen werden, bleiben
weiter 2 bis 3 Tage an der Luft liegen, bis sie gut transportfähig sind, und kommen dann in ein kaltes Wasserbad mit etwa 1 pCt. Zusatz von Fluornatrium, Fluorkalium, Fluorammonium oder Fluormagnesium, in welchem sie 3 bis 10 Tage verbleiben; nach dem Verlassen dieses Bades werden die Formstücke in reinem Wasser, welches günstig auf 25° bis 30° C. angewärmt wird, unter öfterem Erneuern des Wassers von etwa vorhandenen löslichen Salzen sorgfältig ausgelaugt und sind nach dem Abtrocknen zur Verwendung fertig.
Wird der Sand von Fluor leicht angegriffen und ist das Glaspulver verhältnifsmäfsig leicht in Flufssäure löslich, so kann die Vorbereitung des Glases mit Flufssäure wegbleiben und werden dann der Stampf- oder Giefsmasse etwa ι pCt. Fluorsalze in trockenem, aber feinstvertheiltem Zustand vor dem Anfeuchten beigegeben, während das weitere Verfahren dasselbe bleibt, jedoch mit der Modification, dafs das lösende und verkittende Bad nur einen kleinen Zusatz eines Fluorsalzes erhält.
Gleichbleibend ist die Anwendung des Sandes, des Glases oder Steinmehles und des Kalkes, während die Verwendung der Fluorsalze oder der Flufssäure sich nach den zu Gebote stehenden Materialien zu richten hat und entweder als trockene Beimischung zu der Formmasse, als Auflösung zu dem Formwasser oder als Zusatz zu dem Bad in Anwendung kommen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Kunstsandstein, beruhend auf der Anwendung von Fluorsalzen oder Flufssäure mit Glaspulver allein oder vereint mit Steinpulver aus natürlichem oder künstlichem Material, welches durch Fluorsalze oder Flufssäure angegriffen wird, in Verbindung mit Kalk oder anderen alkalischen Erden und Sand oder sonstigem Füllmaterial, welches nicht Quarz zu sein braucht, zur Erzielung einer Formmasse, welche nach entsprechender Formgebung einem- mehrtägigen Bad mit Fluorsalzgehalt ausgesetzt wird.
DENDAT71298D Verfahren zur Herstellung von Kunstsandstein Expired - Lifetime DE71298C (de)

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