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Füllvorrichtung für Zuckermassenstränge o. dgl. Die Erfindung betrifft
eine Füllvorrichtung für Zuckermassenstränge o, dgl. mit einer am Boden des Füllmassenbehälters
angeordneten Kapselpumpe und daran angeschlossenem, in den Zuckerkegel eigebettetem
Füllrohr.
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Die Eigenarten der zur Füllung von Zuckermassensträngen o. dgl. dienernden
Füllmassen, die entweder dünnflüssig oder breiig und vielfach klebrig oder gallertartig
sind, stellen an die Füllvorrichtung ganz besondere Anforderungen, die mit den bekannten
Füllvorrichtungen bisher nicht restlos befriedigt werden konnten.
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Gemäß der Erfindung .erfolgt die Füllung in Anpassung an die Eigenarten
der Füllmasse durch die Verwendung einer Drehkolbienpumpe mit zwei gleichsinnig,
aber im ständigen Wechsel zwischen Beschleunigung und Verzögerung umlaufenden Kolbiensegmenten,
deren Bewegungsphasen um 18o° gegeneinander verschoben sind. Saug- oder Druckventile
sind nicht vorhanden, so daß alle durch Verstopfung solcher Teile hervorgerufenen
Störungen vorn vornherein vermieden sind und außerdem unter vereinter Wirkung von
Saugzug, Eigengewicht der Füllmasse im Vorratsbehälter und Schneidwirkung der Kolbenflanken
der Drehkolbenpümpe eine gleichmäßige, stetige Förderung der verschi,edensten Füllmassen
in den hohlen Zuckerstrang gewährleistet ist.
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Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung meinem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigen Abb, i einen Querschnitt der Füllvorrich# tung, teilweise
in Ansicht, Abb.2einen senkrechten Schnitt durch die Füllvorrichtung nach Abb. i,
Abb. 3 ein Anwendungsbeispiel der Füllvorrichtung zum Füllen von Zuckermassensträingen
in Ansicht.
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Als wesentliche Bestandteile der Vorrichtung für die Förderung der
Füllmasse dienen die Drehkolbensegmente i und 2. Das Drehkolbensegment i ist auf
einer massiven Antriebs. welle 9 befestigt, während das Drehkolbensegnnent 2 auf
.einer Hohlwelle io befestigt ist, welche die Welle 9 einschließt. Zweckmäßig wird
die Hohlwelle i o an der Seite des Drehkolbens scheibenartig erweitert, welche scheibenartige
Erweiterung das Drehkolbensegment 2 bildet. Beide Drehkolbensegmente i und 2 drehen
sich infolgedessen gleichachsig, und zwar derart, daß sich im Laufe einer halben
Umdrehung die benachbarten Kolbeinflanken der beiden Drehkolben im Druckra u nn
i ieinander ständig nähern, während sie sich im Saugraum 12 wieder voneinander entfernen,
wobei
ihre Drehrichtung aber dauernd dieselbe bleibt. Dieser periodische Geschwindigkeitswechsel
wird durch zwei die Wellen 9 und i o antreibende und um 18o° versetzte jelliptische
Zahnräderpaare 13 und 1q., 15 und 16 erzwungen.
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Die den Saug- von dem Druckraum trennenden Abschlußstege q. und 5
des Pumpengehä.uses 3 sind so angeordnet, daß der Beginn der Annäherung der zusammenarbeitenden
Kolbenflanken noch vor Erreichen des vollkommenen Abschlusses der Pumpenkammer von
dem Füllmassenbehälter 6 liegt.
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Der Weg, den die maßgebenden Kolbenflanken im Saug- und Druckraum
zurücklegen, ist nicht gleich lang. Im Saugraum 12 ist der Weg wesentlich größer
zu dem Zweck, auch den ersten Teil des Kolbenweges mit zu erfassen, wo das Größtmaß
der Kolbenflankenentfernung bereits überschritten ist und schon wieder eine Verkleinerung
des von den Flanken eingeschlossenen Zwischenraumes eingesetzt hat. Dies. bedeutet,
daß die angesaugte Füllmasse kurz vor dem Übertritt vom Saugzum Druckraum nochmals
verdichtet, bei satter Füllung sogar teilweise wieder in den Saugraum 12 zurückgedrückt
wird. Dieser eigenartige Vorgang ist bei der Zähigkeit der vorkommenden Füllmasse
geradezu erwünscht, da er den unteren Teil der im Saugraum befindlichen Füllmasse
in einer gewissen Walkhewegung erhält.
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Die Formgebung der Kolbenflanken der Kolbensegmente ist besonders
zweckmäßig gewählt, und zwar besitzt die voreilende Kolbenflanke die Form -einer
hohlgeschliffenen Schneide, welche sich von unten in die im- Füllmässenbehälter
6 bzw. im Saugraum lagernde Füllmasse eingräbt und auf dem langen Wege (18o°) durch
den Saugraum gewissermaßen einen Span von der Füllmasse lostrennt. Diese Entnahme
der Füllmasse wird begünstigt durch die Saugwirkung und außerdem durch das Eigengewicht
der Füllmasse - im- Vorratsbehälter, der zu diesem Zweck unmittelbar in den Saugraum
übergeht und sich senkrecht über diesem erhebt. Auf di°se Weise ist auch bei der
Verarbeitung sehr zäher Füllmassen, z. B. Marmeladen, die Gewähr gegeben, daß unter
vereinter Wirkung von Saugzug, Eigengewicht und Schneidwvirkung der Kolbenflanken
die verlangte Förder- ; leistung eingehalten wird. Die vorerwähnte gegenseitige
Annäherung der Kolbenflanken beim Durchgang durch den Druckraum i i erzwingt den
übertritt der Füllmasse in diesen Druckraum. Pür den Ausgleich periodischer Schwankungen
der Liefermenge ist dem Pumpenauslaß 8 ein Druck.ausgleichsraum ; vorgeschaltet,
der eine gleichmäßige Zufuhr der Füllmasse über den Pumpenauslaß 8 zur Anschlußleitung
17 bewirkt. Die Anschlußleitung 17 führt gemäß dem Ausführungsbeispiel (Abb.3)
nach einem in dem sog. Kegelroller vorgesehenen Füllrohr, das in dem Zuckerkegel
18 eingebettet ist. Der Zuckerkeg:l i S wird in an sich bekannter Weise in dem Kegelroller,
der durch eine Walze 19 angedeutet ist, zu einem Strang ausgerollt, in den die Füllmasse
eingedrückt wird.
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Es ist selbstverständlich, daß für die Regelung der Liefermenge die
Umlaufgeschwindigkeit der Füllvorrichtung verschieden regelbar vorgesehen werden
kann; beispielsweise durch einen Regelanlasser. Die Regelung kann aber auch auf
anderem Wege herbeigeführt werden. Wenn im vorstehenden gesagt ist, daß die Füllvorrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung zur Füllung von Zuckermassensträngen angewendet
werden kann, so beschränkt sich die Erfindung jedoch nicht auf diesen Anwendungszweck;
die Vorrichtung ist auch zur Förderung von Massen, Flüssigkeiten o. dgl. verwandter
Art geeignet.