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Halte- -und Windevorrichtung für schwere Ersatzräder an Kraftfahrzeugen,
insbesondere an Omnibussen Die Erfindung betrifft eine Halte- und Windevorrichtung
für schwere Ersatzräder an Kraftfahrzeugen, insbesondere an Omnibussen. Bei einer
bekannten Vorrichtung dieser Art wird das, Ersatzrad durch die seitlich angreifende
Windevorrichtung gehalten und Über eine neigbare Auflage herabgelassen. Diese Anordnung
gibt dem Ersatzrad während der Fahrt und beim Herablassen einen sehr unsicheren
Halt.
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Andererseits ist es bekannt, auf Kraftfahrzeugen zum lot- und waagerechten
Bewegen schwerer Lasten ein Traggerüst mit Seilwinde auf einem ausfahrbaren Rahmen
anzuordnen.
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Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgable zugrunde, eine kranartige
Haltevorrichtung für schwere Ersatzräder an Kraftfahrzeugen, insbesondere an Omnibussen,
zu schaffen, die ein Ausfahren des von ihr ge-
haltenen Rades gestattet und
einen möglichst kleinen Raum beansprucht.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß ein in
an sich bekannter Weise auf einem verfahrbaren Rahmen des Fahrzeuges angeordnetes
und mit einer Seilwinde versehenes Traggerüst aus zwei das Ersatzrad oben übergreifenden
und je eine Seilrolle tragenden Galgen besteht, die so zu beiden Seiten der
Radmitte hinter dem Rad angeordnet sind, daß kein Teil der Vorrichtung den Scheitelpunkt
des festgelegten Rades überragt.
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Die Haltevorrichtung kann vorteilhaft so ausgebildet sein, daß die
Tragseile z.B.durch Anspleißen eines Seilstückes verdoppelt sind und die Enden der
Seile so an einer das Ersatzrad aufnehmenden Tragplatte angreifen, daß sie das Rad
zwischen sich festhalten.
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Der Erfindungsgegenstand zeichnet sich dadurch aus, daß er bei seiner
Unterbringung in der Rückwand des Fahrzeugs den Rückblick des Fahrers nicht beeinträchtigt
und das Ersatzrad während der Fahrt und heim Herablassen zuverlässig festgehalten,
das Herablassen daher einfach und gefahrlos ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Abb. i die aus der Fahrzeugrückwand herausgefahrene Vorrichtung im Längsschnitt,
Abb. 2 eine Rückansicht der Vorrichtung. Die Vorrichtung besteht im wesentlichen
aus einem am Fahrzeugboden 18 angeordneten
festen Rahmen I9, 2o,
21, auf dem mittels Führungsrollen 22, 23, 24 ein zweiter, waagerecht verschiebbarer
Rahmen 2 5 läuft, der an seinem hinteren Ende ein Gerüst 26 aus Profileisen
trägt. Dieses besteht im wesentlichen aus zwei kranartig nach hinten ausladenden
seitlichen Stützen 50, 5 1, die. durch Streben 52 bis 55 gegeneinander und
gegen den Rahmen 25 abgestützt sind und an deren äußerem Ende je eine
Seilrolle 27 drehbar gelagert ist.
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über jede der Rollen 27 führt ein Drahtseil 29. Beide Seile
sind mit ihrem einen Ende auf der Welle 31 einer Winde befestigt, die im unteren
Teil des Gerüstes 26 angeordnet ist und über ein Rädervorgelege 32, 33 durch eine
abnehmbare Kurbel 34 von Hand bedient werden kann. Die Winde ist außerdem in der
üblichen Weise durch ein Klinkengesperre 35, 36 gegen unbeabsichtigtes Rückwärtsdrehen
gesichert. Die freien Enden beider Drahtseile sind beispielsweise durch Anspleißen
je eines besonderen Seilstückes 29' verdoppelt. An ihnen ist mittels zweier Rundeisenbügel
56, 57 eine Tragplatte 58 angehängt. Auf dieser ruht :das Ersatzrad 16, wenn
es hochgewunden oder auf den Erdboden herabgelassen wird.
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In der Ruhelage wird das Gewicht des Ersatzrades in der Hauptsache
nicht von dem Drahtseil 29, sondern von zwei Knaggen 37, 38 getragen, die
an dem Gerüst 26 angeordnet sind und auf denen die. Felge des Rades aufliegt.
Das Rad ist außerdem gegen Heruntergleiten von den Knaggen durch einen Haltebügel
39 gesichert, der mit Hilfe einer Knebelschraube 4o an dem Gerüst 26 lösbar
befestigt ist.
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In der Ruhelage 26' des Gerüstes ist der verschiebbare Rahmen
25 durch Halteschrauben 41 mit den Längsträgern 20, 21 des festen Grundrahmens 19
starr verbunden. Wenn das Ersatzrad beim Radwechsel benötigt wird, werden die Halteschrauben
41 gelöst Lind der verschiebbare Rahmen 25 mit dem Gerüst 26 so weit nach hinten
herausgefahren, bis, sein vorderer Querträger 42 gegen Anschläge 43 stößt, die an
den Längsträgern 20, 21 angeordnet sind. Dann befindet sich das Gerüst 26 mit dem
Ersatzrad in der in Abb. i dargestellten Lage. Nunmehr wird die Knebelschraube 40
gelöst und der Haltebügel 39 abgenommen. Nachdem das Sei1 29 durch Drehen an der
Kurbe1 34 etwas gelockert ist, kann das Rad 16 von den Knaggen 3 7, 3 8 abgezogen
und durch. -weiteres Drehen der Kurbe1 34 vollends bis zum Erdboden herabgelassen
werden, ohne an der Anhängerkupplung 44 oder einem anderen Hindernis. anzustoßen.
Sobald das Rad auf -dem Erdboden angelangt ist und die Seile 29 entlastet Sind,
wird das äußere Ende 29' des einen Seiles durch Ausklinken des Karabinerhakens 3o
von der Tragplatte 58 gelöst.
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Das Ersatzrad kann dann nach einer Seite von der Tragplatte herunter-
und das ausgewechselte Rad dafür auf die Tragplatte hinaufgerollt werden. Die vier
Seilenden 29, :29' werden zu beiden Seiten um das ausgewechselte Rad herumgelegt.,
und der Karabinerhaken 3o wird wieder eingeklinkt, worauf das Rad mühelos emporgezogen
und in den Raum 15 am hinteren Ende des Fahrzeugs hineingefahren werden kann. Beim
Hochwinden wird das Rad durch die schräg verlaufenden unteren Schenkel der Knaggen
37, 38 selbsttätig nach außen gedrückt und legt sich dann nach dem Zurückschwingen
in die Gleichgewichtslage auf die oberen, waagerechten Schenkel der Knaggen auf,
worauf es mittels des z,9 Bügels 39 und der Halteschraube 4o wieder starr
mit dem Gerüst 26 verbunden wird.
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Die Vorrichtung kann also von einer Person bequem und ohne große Kraftanstrengung
gehandhabt werden. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, wird infolge der seitlichen
Anordnung der Stützen 5o, 5 1 für die ganze Vorrichtung in der Höhe nicht
mehr Raum beansprucht, als für die Unterbringung des bloßen Ersatzrades sowieso
erforderlich wäre. Infolgedessen wird durch die Vorrichtung die Höhe des in der
Fahrzeugrückwand befindlichen Fensters 59 in keiner Weise verringert.