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Kompaß Einflüsse von Bésclllexmigungs3Eräften auf das M,agnetsystem
eines Kompasses smd häufig in einer bestimmten Richtung am meisten wirksam. Zum
Beispiel sind beim Einbau des Kompasses in Schiffen Beschleunigungen besonders in
Fahrtrichtung des Schiffes zuerwarten.
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Man hat bereits bei Kompassen für Luftfahrzeuge das Magnetsystem
innerhalb einer Hohlkugel frei beweglich gelagert, welche ihrerseits in einer von
einem ortsfesten Kompaßkessel eingeschlossenen Fliissigkefr schwimmend erhalten,
gegenüber der Wandung des Kompaßkessels durch federnd gelagerte Rollen abgestützt
und mit einem Untergewicht versehen war, um zu erreichen, daß bei Bewegungen des
Kompaßkessels das von der Hohlkugel getragene Magnetsystem seine Lage im Raum beibehält.
Auch hat man bereits zur Dämpfung der Schwingungen der Magnemadel eine das frei
bewegliche Magnetsystem tragende ebenfalls mit einem Untergewicht versehene Pfanne
innerhalb eines flüssigkeitsgefüllten, ortsfesten Kfompaßkessels kardanisch, also
mit zwei Freiheitsgraden gelagert. Weiterhin ist es bei Kompassen zur Bestimmung
der Inklination und der Deklination eines Magnetsystems bekannt, das Magnetsystem
im Innern einer Hohlkugel starr zu befestigen und diese innerhalb eines kardanisch
aufgehängten, flüssigkeitsgefüllten Kompaßkessels schwimmend zu erhalten und derart
zu lagern, daß die Hohlkugel sowohl um eine waagerechte als auch um eine lotrechte
Achse drehbar ist. Alle diese Einrichtungen erfüllen nicht den Zweck, aus einer
bestimmten Richtung zu erwartende Beschleunigungen in erhöhtem Maße zu dämpfen.
Die beiden ersterwähnten Einrichtungen haben außerdem die Eigentümlichkeit, daß
der Kompaßkessel sämtliche Bewegungen des Luftfahrzeuges ungehemmt mitmacht. Um
bei starken Lagenänderungen des Kompaßkessels die lotrechte Lage der das Magnetsystem
tragenden Pinne entgegen der Flüssigkeitsreibung rasch wiederherzustellen, muß der
Pinnenträger mit einem verhältnismäßig großen exzentrisch angeordneten Gewicht ausgestattet
werden, besonders wenn der Pinnenträger als Pfanne ausgebildet ist, da diese bei
Bewegungen des Kompaßkessels emen großen Teil des Flüssigkeitsinhaltes beiseite
drücken muß. Aus dem gleichen Grunde ist es auch nachteilig, wenn ein besonderer
Kardanrahmen sich innerhalb des flüssigkeitsgefüllten Kompaßkessels befindet. Die
Notwendigkeit der Anbringung eines großen Zusatzgewichtes bringt aber den Nachteil
mit sich, daß der Pinnenbalter stark beschleunigungsempfindlich wird.
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Die Erfindung bezweckt, den Einfluß von Beschleunigungen auf das
Magnetsystem, die aus einer bestimmten Richtung erwartet werden, weitgehend unwirksam
zu machen. Bei
Magnetsystem umschließende Hohlkugel innerhalb einer
zweiten Hohlkugel drehbar gelagert und der Zwischenraum zwischen den beiden Hohlkugeln
mit Flüssigkeit gefüllt, gemäß der Erfindung ist aber außerdem sowohl die äußere
Hohlkugel (der liompaßkessel) in sonst üblicher Weise kardanisch aufgehängt als
auch die innere Hohlkugel innerhalb der äußeren um waagerechte Achslager drehbar,
welche gegenüber den an der äußeren Hohlkugel vorgesehenen Kardanlagern um go" versetzt
sind.
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Der Kompaß wird so aufgestellt, daß beim Auftreten einer aus einer
bestimmten Richtung zu erwartenden Beschleunigungskraft das innere Gefäß relativ
zum Kompaßkessel Besve.gtrngsfreiheit um die senkrecht zur BeschIeunigungsrichtuJng
liegen den waagerechten Zapfenlager hat. Infolge der kardanischen Lagerung des Kompaßkessels
behalten dieser und damit auch das innere Gefäß bei nicht zu plötzlich auftretenden
Lageänderungen ihre Stellung im Raum ohne weiteres bei. Das Untergewicht kann demnach
bedeutend geringer bemessen werden, so daß das Magnetsystem weit weniger beschleunigungsempfindlich
wird. Die bekannte Ausbildung beider Gefäße als konzentrisch zueinander angeordnete
Hohlkugeln bietet gleichzeitig den Voprteil, daß bei relativer Drehung der inneren
Holilkugel in bezug auf den hohlkugelig ausgebildeten Kompaßkessel eine die Dämpfung
beeinträchtigende Flüssigkeitsbewegung ein Minimum wird.
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Als Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung ist in der
Zeichnung ein kardanisch aufgehängter Peilkompaß dargestellt, und zwar zeigt die
Abb. I den Kompaß teilweise im Schnitt und in der Seitenansicht und Abb. 2 den Kompaß
von oben gesehen im Schnitt längs der Schnittlinie A-B.
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Der Kompaß hat zwei ineinanderliegende Hohlkugeln i und 2, beispielsweise
aus Glas.
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Ein die beiden Hälften der äußeren Hohlkugel 1 zusammenhaltender,
zum Aufsetzen eines Peilgerätes geeigneter Ring 3 hat Zapin einem Kardanring 6 drehbar
gelagert ist, der wiederum in Lagern 7 und 8 schwenkbar ist. Ein die beiden Hälften
der inneren Hohlkugel 2 zusammenhalten der Ring g trägt Zap. fein 10 und 1 1, mittels
welcher die innere Hohlkugel in dem Ring 3 der äußeren Hohlkugel drehbar gelagert
ist, und zwar sind die zur Lagerung der inneren Hohlkugel 2 be. stimmten Zapfen
10 und 11 gegenüber den an der äußeren Hohlkugel 1 vorgesehenen Zapfein 4 und 5
um go" versetzt angeordnel.
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Innerhalb der inneren Hohlkugel ist eine Pinne 12 befestigt, welche
die mit dem nichtdargestellten Magnetsystem verbundene Rosenscheibe 13 trägt. Sowohl
der Zwischenraum zwischen den beiden Hohlkugeln 1 und 2 als auch die innere Hohlkugel
2 ist mit Flüssigkeit gefüllt. 14 ist ein Gewicht, welches dafür sorgt, daß die
innere H-ohllcugel 2 nach einer Schwingung um die Zapfen 10, 11, verursacht durch
eine Beschleunigungseinwirkung, in die dargestellte Ausgangslage wieder zurückgeführt
wird.
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Der dargestellte Kompaß wird so aufgestellt, daß die zu erwartenden
größten Beschleunigungskräfte den Kardanring in den Lagern 7 und 8 zu drehen verursachen.
Dabei bleibt die Lage der inneren, um die Zapfen 10 und 11 drehbaren Hohlkugel2
nahezu unbeeinflußt.