DE708677C - Verfahren zur Erzeugung eines Diaethylaetherdampf-Luftgemisches fuer die Narkose - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung eines Diaethylaetherdampf-Luftgemisches fuer die NarkoseInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Erzeugung eines Diäthylätherdampf-Luftgemisches für die Narkose _ Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines Diäthylätherdampf-Luftgemisches für die Narkose und besteht darin, daß der flüssige Äther durch Auftropfen auf einen ständig über den Siedepunkt des Äthers erhitzten Körper in einem dauernd zugeführten Luftstrom von etwa Raumtemperatur plötzlich verdampft wird.
- Dadurch treten die für die Narkose nachteiligen Eigenschaften des Äthers, wie unangenehmer Geruch und Geschmack, Reizwirkung auf die Atmungsorgane, die zur Erkrankung dieser Organe führen kann, Erregung von Übelkeit und Erbrechen, vergiftende und lähmende Wirkung auf das Atemzentrum bis zur Erstickungsgefahr, nicht in Erscheinung. Geruch und Geschmack des Ätherdampf-Luftgemisches werden verbessert. Es tritt keine Reizwirkung auf die Atmungsorgane ein, auch wenn dieselben bereits erkrankt sind. Der gemäß der Erfindung behandelte Äther erregt auch keine Übelkeit und kein Erbrechen und übt eine- belebende Wirkung auf die Atmung und die Herztätigkeit @ aus.
- Zur Durchführung des neuen Verfahrens hat sich die auf der Zeichnung teilweise im Schnitt dargestellte Vorrichtung als brauchbar erwiesen. Die Zuführung des Äthers erfolgt aus einem Behälter a, der mit einer Regelvorrichtung b versehen ist und den Äther mehr oder weniger schnell in die Verdampfungskammer c tropfen läßt. Der Boden d dieser Kammer wird durch eine darunter angebrachte elektrische Heizung e auf die notwendige Temperatur gebracht. Die Heizung ist aus Sicherheitsgründen in einer allseitig geschlossenen Metallkapsel f untergebracht. Sie kann durch einen Regler g auf verschiedene Heizstufen geschaltet werden, so daß ihre Heizwirkung ständig der bei. längerem Ätherzufluß zunehmenden Verdunstungskälte angepaßt werden kann und eine plötzliche Verdampfung jedes einzelnen Äthertropfens in dem in Richtung des Pfeiles vom Stutzen 1z zum Stutzen i dauernd durch die Verdampfungskammer c hindurchströmenden Luftstrom von etwa Raumtemperatur erfolgt.
- Man kennt schon Masken für Narkose, die eine durch elektrischen Strom, Dampf o. dgl. heizbare Verdampfungsvorrichtung für die narkotisierende Flüssigkeit besitzen, bei denen z. B. die einströmende Luft über die obere Heizfläche der Verdampfungsvorrichtung streicht und sich mit den Ätherdämpfen mischt, die sich aus dem auf diese Heizfläche auftropfenden Äther bilden. Die Mischung der angewärmten Luft mit den Ätherdämpfen streicht dann in einer unteren Verdampfungskammer über die untere Heizfläche und wird hier weiter nachgewärmt, um- eine vorzeitige Kondensierung- der Ätherdämpfe - zu vermeiden.
- Bei 'diesem bekannten Verfahren werden dem Patienten überflüssig große Mengen von hoch erwärmten Ätherdämpfen zugeführt und dadurch alle oben angeführten Nachteile, insbesondere die starke Reizwirkung auf die Atmungsorgane und die Neigung zu Übelkeit und Erbrechen, hervorgerufen.
- Ferner ist auch ein \Tarkoseapparat bekannt, der eine mit Bimsstein gefüllte Verdunstungskammer besitzt. Cber diese Kammer wird ein Hohlzylinder gestülpt, der vorher 15 Minuten in kochendem Wasser gelegen und dadurch eine Eigentemperatur von 581 angenommen hat. Der Bimsstein, mit welchem die Verdunstungskammer gefüllt ist, besitzt, nachdem er'/". Stunde der Einwirkung des Hohlzylinders ausgesetzt war, eine Temperatur von .I5 bis 4b°.
- Bei der Inbetriebnahtne dieser bekannten Vorrichtung geht die Innentemperatur der Verdunstungskammer herunter, und zwar einerseits durch den Eintritt der Luft und andererseits durch die Verdunstung des Äthers, so daß die Äther-Luftmischung eine Temperatur von etwa 3o bis 32° annimmt und diese auch noch kurz vor dem Eintritt in die Narkosemaske besitzt. Es ist also eine C berhitzung des Äthers weder beabsichtigt roch durchführbar. Zudem läßt sich auch die Maximaltemperatur von 3o bis 32° bestenfalls zu Anfang der Narkose halten. Sie sinkt aber im Verlaufe der Narkose wesentlich ab. Die von den Äthertropfen getroffenen Birnssteinstücke nehmen schon nach wenigen Tropfen eine sehr tiefe, fast bis auf den Gefrierpunkt heruntergehendeTemperatur an. Das ist im Hinblick auf die schlechte Wärmeleitfähigkeit der Bimssteinstücke, die geringe Heizkraft des als Thermophor wirkenden Hohlzylinders und die Eigenart der sich bei Verwendung von Äther als Tropfflüssigkeit abspielenden physikalischen Vorgänge ohne weiteres erklärlich.
- Man hat auch bereits ein Narkosegerät vorgeschlagen, bei dem die Narkoseflüssigkeit tropfenweise in die durch eine als Heizmantel ausgebildete Heizvorrichtung erwärmte Verdunstungskammer eintritt, in der sich Trennwände oder Füllkörper oder Trennwände und Füllkörper befinden, die den Weg der Narkosedämpfe in der Vergasungskamtner vergrößern. Die sperrig geformten Füllkörper sollen aus porösem, die Narkoseflüssigkeit aufsaugendem Material, beispielsweise aus Bimsstein, bestehen.
- Dieses Gerät dient zwar ebenfalls dazu, Äther und Luft zu mischen. Der hier vorgeschlagene Weg unterscheidet sich aber von dem Verfahren gemäß der Erfindung grundsätzlich in folgenden Punkten: Erstens wird bei dem mittels der vorgeschlagenen Vorrichtung durchführbaren Verfahren der heruntertropfende Äther zunächst von dem Füllgut aufgesaugt, verdampft langsam und nimmt nach und nach die gewollte Temperatur an. Diesem Zwecke dienen die obenerwähnten Trennwände, die den Weg des Narkosegemisches vergrößern.
- Zweitens nimmt die Atemluft, mit der sich die Ätherdämpfe mischen sollen, dieselbe Temperatur an wie der Ätherdampf, da sie die Heizkammer ebenfalls auf einem langen Weg durchstreicht; diese Temperatur liegt also höher als der Siedepunkt des Äthers.
- Drittens ist das Narkotikum längere Zeit einer erhöhten Temperatur ausgesetzt, wodurch die Gefahr einer Zersetzung wächst.
- Dagegen wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erstens der heruntertropfende Äther plötzlich verdampft. Zweitens mischt sich der plötzlich entstandene Ätherdampf mit Luft von etwa Raumtemperatur, so daß die Temperatur des fertigen Narkosegemisches nur wenig von der Rautntemperatur abweicht; auf eine Erwärmung der Luft wird verzichtet. Drittens ist das Narkotikum nur ganz kurze Zeit hindurch einer höheren Temperatur ausgesetzt. Die Gefahr einer Zersetzung ist daher ausgeschlossen.
- Daraus geht deutlich hervor, daß in beiden Fällen ganz andere Wege beschritten werden, uni den Äther zu verdampfen. Auch die erreichten Wirkungen müssen daher verschieden sein, was die praktische Erprobung bestätigt hat. Es genügt zur Erreichung einer guten Narkose nicht, das Ätherdampf-Luftgemisch zu erwärmen, nötig ist vielmehr, den Äther unter Wärmezufuhr plötzlich zu verdampfen, gleichzeitig aber zu verhindern, daB die Luft und damit das Narkosegemisch selbst eine Temperatur annehmen, die wesentlich höher ist als die Raumtemperatur.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erzeugung eines Diäthylätherdampf-Luftgemisches für die Narkose, dadurch gekennzeichnet, daß der flüssige Äther durch Auftropfen auf einen ständig über den Siedepunkt des Äthers erhitzten Körper in einem dauernd zugeführten Luftstrom von etwa Raumtemperatur plötzlich verdampft wird.
Priority Applications (1)
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- 1933-02-01 DE DET42058D patent/DE708677C/de not_active Expired
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