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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Materialien und Verfahren zur Prävention,
Behandlung und Diagnose von Infektionen, die durch Helicobacter
pylori ausgelöst
werden. Genauer gesagt betrifft die vorliegende Erfindung Polypeptide
und Antikörper,
die in Vakzinen für
die Behandlung und Prävention
pathologischer Infektionen nützlich
sind, die durch Helicobacter pylori-Stämme ausgelöst werden. Die vorliegende
Erfindung betrifft spezifisch ein bakterielles Blutgruppenbindungsadhesin
(BAB-Adhesin). Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin Polynukleotide,
die für
die rekombinante Produktion der Polypeptide nützlich sind und für eine Verwendung
in Immunisierungstherapien. Zusätzlich
betrifft sie Polypeptide, Antikörper
und Polynukleotide, die für den
Nachweis der Bakterien verwendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft weiterhin neue Immunglobuline, die
eine spezifische Aktivität
auf eine Blutgruppenbindungsadhesin ausüben, das von Helicobacter pylori
exprimiert wird und ihre Verwendung. Die vorliegende Erfindung ist
für die
Behandlung und Prävention
von Helicobacter pylori induzierten Infektionen im Gastrointestinaltrakt
nützlich.
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Hintergrund der Erfindung
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Helicobacter
pylori ist ein Auslöser
für die
saure peptische Erkrankung und die Gegenwart dieses Organismus steht
in hoher Korrelation zu der Entwicklung von Magenadenokarzinom.
Es wurde kürzlich
gezeigt, daß eine
bakterielle Adheränz
an die Epithelauskleidung des menschlichen Magens durch fukosylierte
Blutgruppenantigene vermittelt wird.
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Die
Forschung der letzten Zeit hat sich auf die Rolle von Helicobacter
pylori bei der Entwicklung von Geschwüren in der Magenmukosa fokussiert.
Kürzliche
Feststellungen zeigen einen starken Zusammenhang zwischen H. pylori
und chronischer, aktiver Gastritis und Magengeschwüren. Weiterhin
scheint eine starke Korrelation zwischen ventrikulärem Krebs
und Magengeschwüren
zu bestehen. Eine traditionelle Behandlung von Magengeschwüren hat
eine Magenresektion, die Verabreichung von Wismutzusammensetzungen,
die Verabreichung von H2-Blockern und die
Verabreichung von pH-Puffern involviert, um nur einige Beispiele
zu nennen.
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Kürzlich wurden
verschiedene Behandlungsformen durch die Verabreichung von Antibiotika
supplementiert. Ein Problem bei gegenwärtig bekannten Behandlungen
ist das Risiko eines Fehlschlagens der Behandlung. Weiterhin entwickeln
nicht nur Mikroorganismen eine Antibiotikaresistenz sondern die
verabreichten Antibiotika bringen das natürliche Gleichgewicht gutartiger
Mikroben die den Intestinaltrakt kolonisieren häufig durcheinander. Dies führt zu Durchfall
und anderen Zeichen von intestinalem Unbehagen zusätzlich zu
einer Destabilisation der gutartigen Flora im Verdauungstrakt. Andere
Behandlungen, z.B. H2-Blocker benötigen häufig eine
lebenslange Medikation um das Wiederauftreten der Erkrankung zu
verhindern.
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Das
Vorstehende macht zusammen mit der Tatsache, daß H. pylori sehr weit verbreitet
unter Menschen ist – gemäß einer
konservativen Schätzung
sind ungefähr
60 % aller erwachsenen Menschen in den Industrieländern infiziert – die Diagnose,
Prävention
und Behandlung von H. pylori-Infektionen
zu einer dringenden Aufgabe.
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Weiterhin
unterstreicht die Tatsache, daß es
in Entwicklungsländern
häufig
an Ressourcen zur konventionellen Behandlung von Magengeschwüren fehlt
die Wichtigkeit der Auffindung neuer Wege für die Behandlung und Prävention
von H. pylori-induzierten Infektionen. Es ist aus vielen Gründen offensichtlich,
daß eine
Erkrankungsprävention
mit Vakzinen eine vorzugsweise Ausführungsform ist. Ein Vakzin
würde eine
einfach verabreichbare und ökonomische
prophylaktische Behandlungsvorschrift gegen H. pylori-Infektionen bereitstellen.
Ein effektives Vakzin gegen H. pylori fehlt nichtsdestotrotz zum
gegenwärtigen
Zeitpunkt.
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Stand der Technik
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H.
pylori kolonisiert die menschliche Magenmukusa in einem Gleichgewicht
zwischen einer Adheränz an
die epithelialen Oberflächenmukosazellen
und der mukösen
Schichtauskleidung des Magenepithels. Sobald die Infektion stattgefunden
hat, scheinen die Bakterien lebenslang eine Kolonie zu bilden. Eine
Anhaftung an die Epithelauskleidung schützt die Bakterien vor den antimikrobiellen
Wirkungen des sauren Magensafts des Magenlumens wie auch vor physikalischen
Kräften
wie einer Peristaltik. Für
ein Überleben
in dieser feindlichen ökologischen
Nische hat H. pylori eine Batterie von Virulenzfaktoren entwickelt
(siehe Clyne M., Drumm B., Cell envelope characteristics of Helicobacter
pylori: their role in adherence to mucosal surface and virulence.
FEMS Immunol. Med. Microbiol. 1. Dez. 1966; 16(2): 141-55); wie
zum Beispiel die Produktion des Enzyms Uresse, das die Mikroumgebung
um die Bakterien abpuffert und polare Flagellen um eine hohe Motilität sicherzustellen,
ein notwendiges Charakteristikum in einer ökologischen Nische, wo der
Umsatz der mukösen Schicht
sich im Bereich von Stunden bewegt. Eine Untergruppe von H. pylori-Stämmen erzeugt
das vakuolisierende Cytotoxin VacA und das Cytotoxin-assoziierte
Antigen CagA.
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Die
Anhaftung ist für
die Kolonisierung der Epithelauskleidung essentiell und die Bakterien
exprimieren Oberflächen-assoziierte
Adhäsionsmoleküle, die
spezifisch Kohlenhydrate oder Proteinrezeptoren auf den Zelloberflächen oder
der mukösen
Auskleidung erkennen. Die Spezifität dieser Wechselwirkung in
Kombination mit der genetisch regulierten Rezeptorverteilung führt zu einem
begrenzten Bereich von Zelllinien und Geweben, die für die Kolonisierung
zur Verfügung
stehen. Etliche putative Rezeptorstrategien wurden für H. pylori beschrieben,
wie zum Beispiel Hämagglutinin-Sialinsäure, sulfatierte
Glycokonjugate und Sulfatide. Kürzlich wurde
die fukosylierten Blutgruppenantigene H-1 und Lewisb beschrieben
(Borén
et al., Science, 262, 18921993), die eine spezifische Adheränz von H.
pylori an die Menschen- und Rhesusaffen-Magenoberflächen-mukösen Zellen
in situ vermitteln. Die H-1- und Lewisb-Antigene
sind Teil von Blutgruppenantigenen, die die Blutgruppe 0 im ABC-System
definieren. Ein kürzliches
Dokument zielt auf die Identifikation eines Adhesins von H. pylori
ab, das an etliche Blutgruppenantigene bindet, einschließlich Lewisb. (Alkout A.M., Blackwell C.C. Weir D.M.
Poxton I.R. Elton R.A., Luman W., Palmer K., Isolation of a cell
surface component of Helicobacter pylori that binds H type 2, Lewis(a)
and Lewis(b) antigens. Gastroenterology April 1997; 112(4): 1179-87).
Ein 61-Kilodalton-Protein wurde eluiert.
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Oberflächenexprimierte
Proteine sind häufig
Konstituenten der äußeren Membran.
Die äußere Membran
hat eine strukturelle Rolle und wirkt als selektive Barriere, wobei
sie bestimmt, was in die Zelle eintritt und welche Moleküle sezerniert
werden. Eine Klasse äußerer Membranproteine
werden Porine genannt und erzeugen hydrophile Poren durch die äußere Membran
wo spezifische Metaboliten wie zum Beispiel Zuckermoleküle diese überqueren
können.
Kürzlich
wurde über
das Auffinden einer Anzahl äußerer Membranproteine
bei H. pylori berichtet, wobei für
diese vorgeschlagen wurde, daß sie
eine Familie von Porin-Proteinen bilden.
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Das
BAB-Adhesin wurde früher
identifiziert und es wurde gezeigt, daß es auf der bakteriellen Oberfläche von
H. pylori lokalisiert ist (siehe Prioritätsanmeldung SE 9602287-6).
Es wurde gezeigt, daß die
Blutgruppen bindungsaktivität
pH-abhängig
war und die gegenwärtigen
Erfinder präsentieren
Beweise, daß die
Bindungsaffinität
an den Lewisb-Rezeptor eine hohe Gleichgewichtskonstante
aufweist. Für
die Reinigung des BAB-Adhesins wurde ein vernetzt markiertes Rezeptorkonjugat
verwendet um den spezifischen Transfer von Biotin an die Adhesine
auf der bakteriellen Oberfläche
zu vermitteln. Danach konnte das Biotin-markierte Adhesin durch
Streptavidin-beschichtete magnetische Kügelchen extrahiert werden.
Die Bestimmung der aminoterminalen Aminosäuresequenz des gereinigten
BAB-Adhesins zeigt
Homologien zu äußeren Membranproteinen
von H. pylori-Porinen.
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Intensive
Untersuchungen waren auf die immunologische Behandlung und Prävention
von H. pylori-induzierten Infektionen gerichtet. Die
EP 0 484 148 (Ando & Nakamura) beschreibt
ein Verfahren zur Behandlung und/oder Prävention einer oberen Gastrointestinalerkrankung
bei Säugern,
wobei das Verfahren die orale Verabreichung einer effektiven Menge
einer pharmazeutischen Zusammensetzung an einen bedürftigen
Patienten umfaßt,
umfassend anti-Helicobacter pylori-polyklonale Immunglobuline und
einen pharmazeutisch annehmbaren Träger. Die Beschreibung beschäftigt sich
weiter mit der Kombination dieser Behandlung mit einer Verabreichung
von Antibiotika. Als Verfahren zur Erzeugung der polyklonalen Antikörper beschreibt
EP 0 484 148 die Isolation
und Reinigung von Anti-H.-pylori-Immunglobulinen
aus den Seren und der Milch von Säugern. H. pylori selbst wurde
im Magen von Kühen,
Ziegen, Schafen, Schweinen oder Pferden gemäß
EP 0 484 148 nicht angetroffen, jedoch
wurde angenommen, daß diese
Tierarten kolonisierende Mikroorganismen mit Antigen-Determinanten
aufweisen, die zu denen von H. pylori ähnlich sind, da sie Immunglobuline
aufweisen, die mit Stämmen
von H. pylori kreuzreagieren, die beim Menschen angetroffen werden.
Vorzugsweise werden gemäß
EP 0 484 148 große Säuger, zum
Beispiel schwangere Kühe
mit ganzen Zellen von H. pylori immunisiert und die Immunglobuline
darauffolgend aus der Milch oder dem Colostrum extrahiert. Bei den
Immunisierungsexperimenten wurden NCTC-Stamm 11362 und das klinische
Isolat H. pylori Nr. 153 verwendet um die Produktion von Immunglobulinen
auszulösen.
Andererseits wurde der NCTC-Stamm 11637 für Analysezwecke verwendet.
Es wird beansprucht, daß die
Immunisierung einen Anti-H.-pylori-Titer in der Milch in einer derartigen
Größenordnung
ergibt, daß tägliche Dosen
von 0,01-0,1 g/Tag Immunglobulinzusammensetzung für eine erfolgreiche
Therapie ausreichen. Das beanspruchte Intervall von 0,01-0,1 g/Tag wurde jedoch
nicht durch die von Ando & Nakamura
präsentierten Experimente
gestützt
und so derartig niedrige Dosen haben sich bis jetzt in klinischen
Tests als nicht effizient erwiesen. Die aktuell in den Beispielen
5 und 7 verwendeten Dosen liegen bei einem Größenordnungsbereich von 1 g/Tag,
d.h. dem 10-fachen der Obergrenze des gegebenen Intervalls. Weiterhin
ist es sehr unwahrscheinlich, daß unspezifische Immunglobulinmischungen
wie die von Ando & Nakamura
hergestellten in den beanspruchten Dosierungen effektiv sein würden, da ähnliche
Dosen gegen andere gastrointestinale Pathogene nicht effektiv sind.
Die simultane Verabreichung von Antibiotika, die in der Beschreibung
extensiv diskutiert wird, unterstreicht die Unzulänglichkeit
der offenbarten Immunglobuline.
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Auch
EP 0 469 359 (Cordle & Schaller) beschreibt
die Immunisierung von Säugern,
vorzugsweise schwangeren Kühen
mit Formalin-getöteten
H. pylori-Bakterien (ATCC-Stamm 26695). Anti-H.-pylori-polyklonale-Antikörper wurden
isoliert und aus der Milch gereinigt und schließlich an Ferkel in Mengen von
ungefähr 0,5
g Immunglobulinen 3-mal täglich
verabreicht. Die Ergebnisse wurden durch eine Bestimmung der Zahl
von Biopsieproben bewertet, die für Gram-negative Bakterien nach
dem Versuch positiv waren. Die Gram-negativen Bakterien wurden bei
78 % der Ferkel angetroffen, die mit Nicht-Immunnährstoff
gefüttert
wurden, aber nur (Sic!) bei 35 % der Ferkel, denen Nährstoff
verabreicht wurde, enthaltend sogenannte spezifische Anti-H.-pylori-Antikörper.
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Anti-H.-pylori-Antikörper, die
effektiv sind, um eine Aggregation von H. pylori auszulösen wurden
so oral als Behandlungsvorschrift und Prävention von H. pylori-induzierten
Infektionen im Gastrointestinaltrakt verabreicht. Nichtsdestotrotz
ist es wie auch in
EP 0 484 148 festgehalten
immer noch nicht klar, wie viele antigene Determinanten auf der
Oberfläche
von H. pylori vorliegen. Das Auftreten einer breiten Varietät von H. pylori-Stämmen macht
die praktische Effizienz jeder polyklonalen immunologischen Therapie
gemäß dem Stand
der Technik fragwürdig.
Eine Immunisierung unter Verwendung ganzer Bakterien wird immer
eine hohe polyklonale Immunreaktion mit einem niedrigen Niveau an
Antikörpern
gegen eine gegebene antigene Determinante auslösen. Dies wird z.B. durch die
von Cordle & Schaller
präsentierten
Ergebnisse unterstrichen, wobei obwohl die Zahl an Helicobacter-positiven
Biopsien reduziert war, eine vollständige Heilung durch die Behandlung
gemäß ihrer
Erfindung nicht erhalten wurde.
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Es
ist bemerkenswert, daß die
für eine
orale Prophylaxe oder Therapie benötigte Immunglobulindosis noch
nicht klar definiert wurde. Bei einem normalen menschlichen Erwachsenen
werden ungefähr
5 g IgA erzeugt und an den Oberflächen täglich sezerniert. Offensichtlich
sind Dosierungen in dieser Größenordnung ökonomisch
und praktisch für
eine groß angelegte
Therapie oder Prophylaxe ungeeignet. In Studien im Hinblick auf
die Wirkung von oralen Immunglobulinen auf eine Rotavirusinfektion
wurden tägliche
Dosierungen in einem Intervall von 600 bis 9000 mg in klinischen
Tests untersucht. Eine erfolgreiche Intervention wurde auch berichtet,
wenn H. pylori und kryptosporidiale Infektionen bei täglichen
Verabreichungen von 3 bis 15 g Immunglobulin von immunisierten Kühen behandelt
wurden (Hammarström
et al., Immunol. Rev. 139 (1994), 43-70). Allgemein gesprochen deuten
alle Studien bis jetzt auf eine Notwendigkeit einer Verwendung hoher
Immunglobulindosen hin, wenn man eine aktuelle Infektion bekämpfen will.
Der Bedarf an spezifischeren Immunglobulinpräparationen, die die Verwendung
geringerer Dosierungen ermöglichen
würden,
ist daher dringend.
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Um
die Potenz einer immunologischen Behandlungsvorschrift für die Behandlung
und Prävention
von H. pylori zu maximieren ist es von großer Wichtigkeit eine spezifisch
konservierte antigene Determinante zu finden, die eine zentrale
Rolle für
die Pathogenität
von H. pylori spielt. Die Verwendung einer solchen Antigen-Determinante
würde es
ermöglichen
hochspezifisch und therapeutisch effiziente neue polyklonale und/oder
monoklonale Immunglobulinpräparationen
zu erzeugen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Das
obige Problem der Bereitstellung spezifischer, kosteneffizienter
und therapeutisch überlegener Immunglobulinpräparationen
für die
Behandlung und Prävention
von H. pylori wurde nun durch die Zusammensetzung gemäß der beigefügten Patentansprüche gelöst. Die
vorliegenden Erfinder haben nun überraschend
gezeigt, daß hochspezifische
und therapeutisch effiziente polyklonale und/oder monoklonale Immunglobulinpräparationen
durch die Immunisierung eines Tiers mit einem Adhesin-Protein, das
für H.
pylori spezifisch ist, bereitgestellt werden können. Das Adhesin-Protein ist
bereits in den Priotitätsanmeldungen
SE 9602287-6 und SE 9701014-4 charakterisiert, die hier in ihrer
Gesamtheit in bezug genommen werden. Die Erfindung wird nun im näheren Detail
unter Bezugnahme auf die beigefügten
nicht-begrenzenden Figuren und Beispiele beschrieben.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die weitere Reinigung und
Kennzeichnung der H. pylori-Blutgruppenantigenbindungs-(BAB)-Adhesins,
um die Entwicklung von Verfahren und Materialien für die spezifische
und selektive Diagnose und Behandlung von H. pylori-induzierten
Infektionen und verwandten Erkrankungen zu ermöglichen und die Entwicklung
der Verfahren und Materialien. Eine weitere und entsprechend wichtige
Aufgabe war die Bestimmung der DNA-Sequenzen der Gene, die an der
Expression dieses Proteins beteiligt sind. Diese Aufgaben wurden
durch das in Anspruch 1 angegebene Protein erfüllt, die in den Ansprüchen 12
und 13 offenbarte DNA und die in den darauffolgenden Ansprüchen spezifizierten
Verfahren und Materialien. Die DNA-Sequenzen wie ursprünglich eingereicht
sind in den Tabellen 2 und 3 dargestellt und offenbaren die babA-
bzw. die babB-Sequenzen.
Die vollständige
Proteinsequenz ist in Tabelle 4 offenbart.
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Beschreibung der Figuren
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1A illustriert
die bakterielle Bindung an lösliche
Blutgruppenantigene. H. pylori-Stämme wurden mit 125I-markierten
Blutgruppenantigenglucokonjugaten inkubiert und die gebundene 125I-Aktivität wurde gemessen (Merke: Abwesenheit
von Blutgruppenantigenbindung gezeigt für die Stämme MO19 und 26695).
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1B illustriert
einen Rezeptor-Displacement-Assay. Der Stamm CCUG 17875 wurde zunächst mit 10
ng 125I-markierten Leb-Antigen-Glucokonjugat
inkubiert und der Komplex wurde dann (1 h) mit einem Überschuß an markierten
Leb oder Lea Glycokonjugat
Antigen ausgesetzt, bevor die 125I- Aktivität im bakteriellen Pellet
gemessen wurde. Konzentrationen eines nichtmarkierten Glycokonjugats
reichten von 50 ng bis 8 μg und
C) zeigt die Ergebnisse einer Scatchard-Analyse der H. pylori Leb-Antigeninteraktion.
Die bakterielle Bindung an das Leb-Glycokonjugat wurde gegen eine
Affinitätskonstante
(Ka)-Wert von 8 × 10–10 M–1 titriert
(13).
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2:
Obere Reihe: Prävalenz
des BabA-Adhesins in der bakterielleen Population. Zellen des. Stamms
CCUG 17875 wurden mit biotinyliertem Leb (A)
oder Leb (B) Glycokonjugat inkubiert. Gebundenes
biotinyliertes Lewis-Konjugat wurde mit FITC-markiertem Streptavidin
(grüne
Fluoreszenz) nachgewiesen und die Bakterien wurden mit Propidiumiod
(Rot-Fluoreszenz)
gegengefärbt.
Untere Reihe: Lokalisierung des BabA-Adhesins. Für eine Elektronenmikroskopie
(15) wurden Zellen des Stamms CCUG 17875 mit biotinyliertem Leb (C) oder Lea (D)
inkubiert.
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3 zeigt
die Charakterisierung des Molekulargewichts des BabA-Adhesins durch Verwendung
einer Rezeptor-Overlay-Analyse (A, B) und eine Rezeptor-affinitätsgerichtetes
Affinitätstagging
von BabA (C).
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4 zeigt
ein Rezeptoraktivitäts-gerichtetes
Affinitätstagging
und Proteinreinigung des BabA-Adhesins.
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5 zeigt
die translatierten Aminosäuresequenzen
für die
BabA- und BabB-Gene,
korrespondierend zu der N-terminalen Domäne des BabA-Adhesins.
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6 zeigt
die prozentuale Inhibition der H. pylori-Bindung an 125I-markierte
Lewis-b-Antigene für
unterschiedliche Präparationen
als Funktion des Antikörpertiters.
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7 zeigt
einen Western-Blot-Nachweis des BabA-Adhesins durch die unterschiedlichen
Antikörperpräparationen.
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8 zeigt
vier Western-Blot-Analysen von H. pylori-Proteinen durch die unterschiedlichen
Antikörperpräparationen.
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Beschreibung der Erfindung
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Das
Blutgruppenbindungsadhesin, BabA, wurde nun biochemisch gekennzeichnet
und durch ein neues Verfahren gereinigt, das Rezeptoraktivitätsgerichtete
Affinitäts-Tagging
(Retagging). Zwei Gene, BabA und BabB erwiesen sich als für zwei unterschiedliche
aber sehr ähnliche
Proteine codierend. Die vorliegende Erfindung umfaßt so ein
neues Blutgruppenbindungsadhesin gemäß Anspruch 1 und der derauffolgenden
Ansprüche.
Die DNA-Sequenzen sind in den Tabellen 2 (babA) und 3 (babB) offenbart.
Die Proteinsequenz ist in Tabelle 4 offenbart. Die Erfindung beinhaltet
auch jede pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend das Adhesin-Protein
und/oder Fraktionen davon. Beispiele für solche pharmazeutischen Zusammensetzungen sind
beispielsweise Medikamente für
die Prävention
oder Behandlung von Helicobacter pylori-induzierter Gastritis, Magen-
und Duodenumgeschwüren
und Magenadenokarzinom. Optional umfaßt die pharmazeutische Zusammensetzung
zusätzlich
pharmazeutisch akzeptable Exzipientien.
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Weiterhin
umfaßt
die vorliegende Erfindung das BAB-Adhesin-Gen oder die -Gene zur
Expression eines Adhesin-Proteins gemäß der Erfindung. Ein neues
Verfahren für
die Isolierung und Reinigung der Adhäsion wird beschrieben. Die
offenbarten Gene werden so betrachtet, daß sie als Kassettensystem funktionieren, wobei
der Organismus zwischen diesen alterniert um eine Immunität des Wirts
zu vermeiden. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Homologien der offenbarten
Sequenzen existieren und zusätzlich
die Kassettenfunktion in anderen Stämmen von H. pylori supplementieren.
Außerdem
können
Gene, die zu einer Homologie der ersten 40 Aminosäuren oder
Gene korrespondieren, korrespondierend zu einer Homologie der letzten
ungefähr
300 Aminosäuren
so funktionieren. Es ist weiterhin sehr wahrscheinlich, daß Helicobacter
pyloris dazu in der Lage ist, zwischen etlichen Genen zu wechseln, ähnlich den
offenbarten Genen in einem sogenannten Kassettensystem.
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Die
Erfindung umfaßt
zusätzlich
monospezifische Antiseren, die unter Verwendung des neuen Adhesin-Proteins
und/oder immunologisch wirksamer Fraktionen davon erzeugt wurden.
Diese monospezifischen Antiseren werden vorzugsweise gemäß irgendeinem
geeigneten konventionellen Verfahren zur Produktion monospezifischer
Antiseren in vitro oder in vivo erzeugt, zum Beispiel durch Inokulation
eines geeigneten Tiers. Solche Verfahren sind für den Fachmann auf dem Gebiet üblich. Antikörper, die
in einem geeigneten Tier oder in dem zu behandelnden Patienten erzeugt
wurden, können
darauffolgend lokal, zum Beispiel oral an einen Patienten verabreicht
werden.
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Die
Erfindung umfaßt
weiterhin die Verwendung der monospezifischen Antiseren für die Herstellung eines
Testkits für
die quantitative oder qualitative Bestimmung von Adhesin-Protein
oder immunologisch wirksamen Fraktionen davon in Zellen, Geweben
oder Körperflüssigkeiten.
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Die
Erfindung umfaßt
weiterhin die Verwendung des Adhesin-Proteins oder der korrespondierenden DNA
für die
Herstellung eines Vakzins und/oder für die Herstellung von Zusammensetzungen
für diese
Verwendungen. Die DNA der Erfindung kann für eine Immunisierungstherapie
und für
die Herstellung der Zusammensetzungen für eine solche Therapie verwendet
werden. Vorzugsweise werden bei einer Immunisierungstherapie, wobei
die Zusammensetzung oral an einen Patienten verabreicht wird, das
Adhesin-Protein, immunologisch effektive Fraktionen davon oder die
DNA in Kombination mit einem pharmazeutisch geeigneten immunstimulierenden
Mittel verabreicht. Beispiele für
solche Mittel beinhalten die folgenden, sind jedoch nicht darauf
begrenzt: Choleratoxin und/oder Derivate davon, wärmelabile
Toxine wie zum Beispiel E. coli-Toxin und ähnliche Mittel. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung
kann weiterhin konventionelle und pharmazeutisch annehmbare Adjuvantien
beinhalten, die für
den Fachmann auf dem Gebiet der Immunisierungstherapie bekannt sind.
Vorzugsweise wird in einer Immunisierungstherapie unter Verwendung
der erfinderischen DNA die DNA vorzugsweise intramuskulär verabreicht,
wobei die DNA in geeignete Plasmidträger eingebaut wird. Ein zusätzliches
Gen oder Gene die ein geeignetes Immunstimulans codieren, können vorzugsweise
in dasselbe Plasmid inkorporiert werden.
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Die
Immunisierungstherapien sind nicht auf die oben beschriebenen Verabreichungswege
begrenzt, sondern können
natürlich
an eine der folgenden Verabreichungswege angepaßt werden: Oral, nasal, subkutan und
intra muskulär.
Insbesondere sind die oralen und nasalen Verabreichungsverfahren
vielversprechend, insbesondere für
Immunisierungen im großen
Umfang.
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Die
vorliegenden Erfinder haben überraschend
dargestellt, daß hochspezifische
und therapeutisch effiziente polyklonale und/oder monoklonale Immunglobulinpräparationen
durch die Immunisierung eines Tiers mit einem Adhesin-Protein oder
Fraktionen davon, die spezifisch für H. pylori sind, bereitgestellt
werden können.
Wenn eine Immunisierung gegen H. pylori betrachtet wird, ist es
bemerkenswert, daß die
Infektion bekanntlich lebenslang anhält, trotz einer kräftigen Immunreaktion
der Magenmukosa. Eine erhöhte
lokale Produktion von IgA in der Mukosa ist nicht notwendigerweise
genug und die Verabreichung monospezifischer Antikörper, die
gegen einen zentralen Virulenzfaktor gerichtet sind, wie zum Beispiel
dem Adhesin gemäß der vorliegenden
Erfindung könnte
einen effektiveren Ansatz bilden.
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Die
Bezeichnung "Immunisierung" betrifft hier ein
Verfahren zur Induktion eines kontinuierlichen hohen Antikörperniveaus
und/oder einer zellulären
Immunreaktion. Die Bezeichnung "Tier" bedeutet hier vorzugsweise
jedes Mitglied des Subphylums Vertebrata, einer Division, die alle
Tiere einschließlich
den Säugern
beinhaltet, die durch segmentierte knöchrige oder knorpelige Wirbelsäulen gekennzeichnet
sind. Alle Vertebraten haben ein funktionales Immunsystem und reagieren
auf Antigene durch die Erzeugung von Antikörpern. Die Bezeichnung "Protein" wie hier verwendet
bezeichnet ein natürlich
auftretendes Polypeptid und die Bezeichnung "Polypeptid" wird hier in ihrer breitesten Bedeutung
verwendet, d.h. sie bezeichnet jedes Aminosäurepolymer (Dipeptid oder länger), das
durch Peptidbindungen verbunden ist. Dementsprechend umfaßt die Bezeichnung "Polypeptid"-Proteine, Oligopeptide, Proteinfragmente,
Analoga, Muteine, Fusionsproteine und ähnliches. Die Bezeichnung "Antikörper" wie in diesem Kontext
verwendet, beinhaltet einen Antikörper, der zu irgendeiner immunologischen
Klasse gehört,
wie zum Beispiel die Immunglobuline A, D, E, G oder M. Von besonderem
Interesse ist nichtdestotrotz Immunglobulin A (IgA), da es sich
um das Hauptimmunglobulin handelt, das durch das sekretorische System
von Warmblütern
erzeugt wird. Im unteren Colostrum kann jedoch die Hauptantikörperklasse
IgGl sein.
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Borén et al.
haben kürzlich
ein Lewisb-Bindungsprotein mit einem Molekulargewicht
von ungefähr 73500
Da isoliert und gekennzeichnet (siehe die Prioritätsanmeldungen
SE 9602287-6 und SE 9701014.4, die hier in ihrer Gesamtheit in bezug
genommen werden). Es wird angenommen, daß dieses Adhesin-Protein eine konservierte
Struktur aufweist und für
pathogene Stämme
von H. pylori spezifisch ist. Das Protein ist für mindestens einen der H. pylori-Stämme spezifisch,
die in der folgenden Gruppe beinhaltet sind: CCUG 17875, NCTC 11637,
A5, P466, G109, G56, Ba 185, Ba 99, 931 und 932.
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Dieses
Adhesin-Protein oder immunologisch wirksame Fraktionen davon sind
dadurch gekennzeichnet, daß die
folgende Aminosäuresequenz
beinhaltet ist:
EDDGFYTSVGYQIGEAAQMV.
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Die
folgende DNA-Sequenz ist in der DNA zur Expression des Adhesin-Proteins oder immunologisch wirksamer
Fraktionen davon beinhaltet:
5'-GAAGACGACGGCTTTTACACAAGCGTAGGCTATCAAATCGGT
GAAGCCGCTCAAATGGTA-3'
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Die
Immunglobulinzusammensetzung der Erfindung wird durch Immunisierung
eines schwangeren Säugers
erzeugt, vorzugsweise einer Kuh oder eines anderen geeigneten Haustiers
mit dem Lewisb-Bindungsadhesinprotein oder
immunologisch wirksamer Fraktionen davon. Das Adhesin-Protein oder
immunologisch wirksame Fraktionen davon wird/werden vorzugsweise
intramuskulär
oder subkutan dem gewählten
Tier optional zusammen mit geeigneten Adjuvantien injiziert. Beispiele
für solche
Adjuvantien beinhalten Immunstimulierungsmittel wie zum Beispiel
das Choleratoxin und/oder Derivate davon, hitzelabile Toxine wie
zum Beispiel E. coli-Toxin und ähnliche,
konventionelle Mittel wie zum Beispiel klassische Adjuvantien einschließlich mineralischen
und pflanzlichen Ölen,
sind jedoch nicht hierauf begrenzt. Folgend auf die Behandlung durch
Immunisierung, umfassend eine notwendige Menge von Dosierungen,
einschließlich
sogenannter Booster-Dosierungen über eine
ausreichende Zeitspanne für
eine optimale Immunglobulinexpression werden Milch oder Seren von
dem Tier gesammelt. Vorzugsweise wird das Kuh-Colostrum, das besonders
hoch an Immunglobulinen ist, gesammelt. Die spezifische Immunglobulinfraktion
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird dann auf konventionelle Weise abgetrennt und gereinigt,
z.B. einschließlich
einer Abtrennung von Fetten, einer Proteinpräzipitation und einer Konzentration
durch Ultrafiltration.
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Gemäß einem
anderen Verfahren zur Erzeugung der Immunglobulinzusammensetzung
der Erfindung wird ein Vogel, vorzugsweise ein Huhn oder ein anderer
geeigneter Hausvogel mit dem Lewisb-Bindungsadhesinprotein
oder immunologisch effektiven Fraktionen davon immunisiert. Das
Adhesin-Protein oder Fraktionen davon wird vorzugsweise intramuskulär oder subkutan
in den gewählten
Vogel optional zusammen mit geeigneten Adjuvantien injiziert.
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Beispiele
für solche
Adjuvantien beinhalten immunstimulierende Mittel wie zum Beispiel
Choleratoxin und/oder Derivate davon, hitzelabile Toxine wie zum
Beispiel E. coli-Toxin und ähnliche,
konventionelle Mittel wie zum Beispiel klassische Adjuvantien einschließlich mineralischen
und pflanzlichen Ölen,
sind jedoch nicht hierauf begrenzt. Folgend auf die Behandlung durch
Immunisierung, umfassend eine notwendige Menge von Dosierungen,
einschließlich
sogenannter Booster-Dosierungen über
eine ausreichende Zeitspanne für
eine optimale Immunglobulinexpression werden Eier oder Seren von
dem Tier gesammelt. Vorzugsweise wird das Eigelb, das besonders
hoch an Immunglobulinen ist, gesammelt. Die spezifische Immunglobulinfraktion
gemäß der vorliegenden
Erfindung wird dann auf konventionelle Weise abgetrennt und gereinigt,
z.B. einschließlich
einer Proteinpräzipitation
und einer Ultrafiltration. Alternativ kann das Eigelb, das von hohem
Nährwert
zusätzlich
zu einem hohen Titer an spezifischen Antikörpern ist, gemäß der vorliegenden
Erfindung als solches verabreicht werden.
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Gemäß einem
bevorzugten Herstellungsverfahren wird ein monoklonales Immunglobulin
durch Etablieren transgener Tiere erzeugt. Solche transgenen Tiere
können
aus der folgenden Gruppe von Arten gewählt werden: Säuger, z.B.
Kuh, Ziege und Kaninchen und Vögel:
z.B. Huhn, Ente und Truthahn. Der besonders bevorzugt verwendete
Säuger
ist die Kuh und der besonders bevorzugte Vogel ist das Huhn. Eine
weitere Entwicklung transgener Tiere wie zum Beispiel Mäuse und
Ratten könnte
ebenfalls neue Möglichkeiten
eröffnen. Die
Wahl des Tiers wird natürlich
durch die Verfügbarkeit
und eine lokale Adaptation bestimmt.
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Beispielsweise
wird ein Grundstock transgener Tiere, die an die lokalen Bedingungen
angepaßt
sich, lokal gehalten z.B. in Dörfern
in Entwicklungsländern
um als lokale Einheiten zur Erzeugung der Immunglobuline für die orale
Verabreichung zu dienen. Beispielsweise sind transgene Kühe, Ziegen
oder Hühner
für diesen Zweck
geeignet und vorzugsweise werden Hühner verwendet. Der Verbrauch
der Milch oder vorzugsweise der Eier, die durch die transgenen Tiere
erzeugt werden, kann dabei helfen, gegenwärtig sehr schwierige infektiöse Erkrankungen,
zum Beispiel durch H. pylori ausgelöste Erkrankungen, auszulöschen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
monoklonale Antikörper
unter Verwendung des Hybridom-Verfahrens erzeugt werden. Das Hybridom-Verfahren
ist dem geübten
Arbeiter auf dem Gebiet der Biochemie wohlbekannt und wird z.B.
in Galfre, G. and Milstein C., Preparation of monoclonal antibodies:
strategies and procedures (Methods in Enzymology, 73:3-46, 1981)
beschrieben. Ein geeignetes Wirtstier wird mit dem Lewisb-Bindungsadhesinprotein oder Fraktionen
davon immunisiert. Nach der Immunisierung wird das Tier geopfert,
Milzzellen gesammelt und mit Zellen von einer neoplastischen Zelllinie
fusioniert, vorzugsweise Myelomzellen. Durch Auswahl der Wachstumsbedingungen
können
die erfolgreich fusionierten Hybridomzellen gewählt werden. Die durch die Hybridomzelllinie
erzeugten monoklonalen Antikörper können dann
oral in einer Vorschrift für
eine Behandlung und/oder Prävention
von H. pylori-Infektionen verabreicht werden.
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Vorzugsweise
werden die polyklonalen und/oder monoklonalen Antikörper vor
der Verabreichung gereinigt und noch bevorzugter mit pharmazeutisch
geeigneten Trägern
oder Adjuvantien vermischt. Beispiele für geeignete Träger sind
Salzlösung,
pharmazeutisch annehmbare Fette, Öle, Kohlenhydrate und Proteine. Der
Träger
oder die Träger
ist/sind vorzugsweise so gewählt,
daß die
Löslichkeit
und Absorption des Immunglobulins in der Mukosa-Schichtauskleidung des Magens erhöht wird.
Unter Verwendung geeigneter Adjuvantien kann die Stabilität, therapeutische
Effizienz und der Nährwert
der Zusammensetzung verbessert werden. Um die Stabilität bei Lagerung
zu verbessern, kann die Immunglobulinzusammensetzung lyophilisiert
werden. Unabhängig
von der exakten Präparation
und/der Formulierung ist es von zentraler Wichtigkeit eine Denaturierung
der Immunglobuline zu verhindern.
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Die
höhere
Spezifität,
die von den Immunglobulinpräparationen
der polyklonalen und/oder monoklonalen Antikörper gemäß der Erfindung ausgeübt wird,
ermöglicht
es, wesentlich niedrigere Dosierungen im Vergleich mit den gegenwärtig verwendeten
zu verwenden und so die Kosten zu senken und die Verfügbarkeit der
Behandlung zu verbessern. Die Verwendung der spezifischen monoklonalen
Antikörper
kann es möglich machen
die Dosierungen weiter zu erniedrigen. Die Dosierungen sind in allen
Fällen
eine Funktion des Antikörpertiters
der Präparation.
Ein hoher Titer ermöglicht
natürlich
die Verwendung niedriger Dosierungen.
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Eine
Immunglobulinpräparation
der Erfindung kann wie folgt hergestellt werden: ein Tier wird mit
einem Lewisb-Bindungsadhesinprotein oder
Fraktionen davon immunisiert, exprimiert von Helicobacter pylori, die
Immunglobulinfraktion wird aus Exkreten des Tiers isoliert und darauf
gereinigt. Die gereinigte Immunglobulinzusammensetzung wird mit
geeigneten Trägern
und Adjuvantien vermischt um eine Immunglobulinpräparation
für die
Prävention
oder Behandlung von H. pylori-Infektionen zu bilden. In den Fällen, in
denen der Antikörpertiter
ausreichend hoch ist und die anderen Bestandteile der Immunglobulinzusammensetzung,
isoliert aus dem Tier harmlos sind, beispielsweise im Fall von Colostrum
von immunisierten Kühen
oder Eigelb von immunisierten Hühnern
gibt es immer die Option der Verabreichung von Colostrum oder Eigelb
an den Patienten ohne weitere Behandlung des Colostrums oder des
Eigelbs.
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Die
erfindungsgemäße Immunglobulinzusammensetzung
wird vorzugsweise oral an den Patienten in der kleinsten therapeutischen
oder prophylaktisch effektiven Dosis verabreicht. Gegenwärtig werden
Dosen in einem Intervall von 0,1 bis 1000 mg/Tag, vorzugsweise in
einem Intervall von 0,1 bis 100 mg/Tag betrachtet. Die gewählten Dosierungen
hängen
natürlich
von dem Antikörpertiter
der fraglichen Präparation
ab. Die exakten Dosierungen und die Behandlungsvorschrift können durch
den für
den Patienten der mit Helicobacter infiziert ist verantwortlichen
Arzt gewählt
werden. Routineexperimente und spätere, mit steigender Erfahrung über dieses
Verfahren, empirische Informationen werden genügen um die benötigte Menge
zu etablieren. Es können
multiple Dosierungen je nach Bedarf verwendet werden um das gewünschte Niveau
einer therapeutischen oder prophylaktischen Wirkung bereitzustellen.
Die erfindungsgemäßen Immunglobulinpräparationen
können auch,
da sie von nachteilen Nebenwirkungen frei sind und im wesentlichen
keine Überdosierungsgefahr
darstellen, prophylaktisch oder therapeutisch von einer Person ohne
medizinische Überwachung
eingenommen werden.
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Eine
therapeutische Wirkung kann außer
bei dem spezifischen Antikörper
gemäß der vorliegenden
Erfindung auch mit mindestens zwei Fab-Fragmenten des Antikörpers erreicht werden. Diese
Ausführungsform ist
vom Umfang der vorliegenden Erfindung ebenfalls umfaßt.
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Gemäß noch einer
weiteren Ausführungsform
werden avirulente Mikroorganismen, vorzugsweise Bakterien als Expressionssysteme
für den
erfindungsgemäßen spezifischen
Antikörper
verwendet. Ein "avirulenter
Mikroorganismus" in
diesem Kontext ist ein Mikroorganismus, der die Fähigkeit
dazu aufweist, ein infiziertes Individuum zu kolonisieren und sich
zu replizieren, jedoch nicht zu Erkrankungssymptomen führt, die mit
virulenten Stämmen
derselben Organismenart assoziiert sind. Die in dem GRAS (Generally
Regarded As Safe)-Konzept inhärente
Definition kann hier angewandt werden. Ein GRAS-Organismus ist zur
Verwendung gemäß der vorliegenden
Erfindung geeignet, unter der Voraussetzung, daß der Organismus den Antikörper externalisiert
oder für
diese Wirkung modifiziert werden kann. Die Bezeichnung "Mikroorganismus" wie hier verwendet beinhaltet
Bakterien, Protozoen und einzellige Pilze. Vorzugsweise werden die
Bakterien als Expressionssysteme verwendet, zum Beispiel Bakterien
der Gattung Lactobacillus, Streptococcus oder Enterobacteriaceae.
Das oben erwähnte
Expressionssystem kann in vitro für die Erzeugung des spezifischen
Antikörpers
gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden oder gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung können
die Mikroorganismen, die das Expressionssystem bilden, dem Patienten
direkt verabreicht werden. Die Mikroorganismen können als solche geerntet und
verabreicht werden, werden jedoch vorzugsweise mit einem geeigneten
Träger
vermischt, mit einem geeigneten Nahrungsmittel vermischt, lyophilisiert,
verkapselt oder auf jede andere konventionelle Weise behandelt,
die für
die Zufuhr lebensfähiger
Mikroorganismen zum Gastrointestinaltrakt verwendet wird.
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Gemäß noch einer
weiteren Ausführungsform
werden avirulente Mikroorganismen, vorzugsweise Bakterien als Expressionssysteme
für das
spezifische Adhesin-Protein der vorliegenden Erfindung verwendet. Ein "avirulenter Mikroorganismus" in diesem Zusammenhang
ist ein Mikroorganismus, der die Fähigkeit dazu aufweist, ein
infizierte Individuum zu kolonisieren und sich zu replizieren jedoch
nicht zu Erkrankungssymptomen führt,
die mit virulenten Stämmen
derselben Organismenart assoziiert sind. Die in dem GRAS (Generally Regarded
As Safe)-Konzept inhärente
Definition kann hier angewandt werden. Ein GRAS-Organismus ist zur Verwendung
gemäß der vorliegenden
Erfindung geeignet, unter der Voraussetzung, daß der Organismus das Adhesin-Protein
externalisiert oder für
diese Wirkung modifiziert werden kann. Die Bezeichnung "Mikroorganismus" wie hier verwendet
beinhaltet Bakterien, Protozoen und einzellige Pilze. Vorzugsweise
werden die Bakterien als Expressionssysteme verwendet, zum Beispiel
Bakterien der Gattung Lactobacillus, Streptococcus oder Enterobacteriaceae.
Das oben erwähnte
Expressionssystem kann in vitro für die Erzeugung des spezifischen
Adhesins gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden oder gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung können
die Mikroorganismen, die das Expressionssystem bilden, dem Patienten
direkt verabreicht werden. Die Mikroorganismen können als solche geerntet und
verabreicht werden, werden jedoch vorzugsweise mit einem geeigneten
Träger
vermischt, mit einem geeigneten Nahrungsmittel vermischt, lyophilisiert,
verkapselt oder auf jede andere konventionelle Weise behandelt,
die für
die Zufuhr lebensfähiger Mikroorganismen
zum Gastrointestinaltrakt verwendet wird.
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Die
exakten Dosierungen und die Verabreichungsbehandlungsvorschrift
der Mikroorganismen können durch
den Arzt gewählt
werden, der für
den mit Helicobacter pylori infizierten Patienten verantwortlich
ist. Routineexperimente und spätere,
mit steigender Erfahrung über
dieses Verfahren, empirische Informationen werden genügen um die
benötigte
Menge zu etablieren. Es können
multiple Dosierungen je nach Bedarf verwendet werden um das gewünschte Niveau
einer therapeutischen oder prophylaktischen Wirkung bereitzustellen. Die
erfindungsgemäßen avirulenten
Mikroorganismen, die den Antikörper
oder das Adhesin-Protein gemäß der Erfindung
exprimieren, können
auch, da sie von nachteilen Nebenwirkungen frei sind und im wesentlichen keine Überdosierungsgefahr
darstellen, prophylaktisch oder therapeutisch von einer Person ohne
medizinische Überwachung
eingenommen werden. Ein bevorzugter Träger bei dieser spezifischen
Anwendung ist ein Nahrungsmittel, z.B. ein fermentiertes Produkt,
z.B. fermentiertes Getreide oder ein Milchprodukt.
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Die
Erzeugung der vorher erwähnten
Expressionssystem und der noch früher erwähnten Verfahren zur Erzeugung
von Hybridomen und transgenen Tieren können Schritte beinhalten, die
rekombinante DNA-Verfahren involvieren. Rekombinante DNA-Techniken
sind nun ausreichend wohlbekannt und weitverbreitet um sie als Routine
zu betrachten. In sehr allgemeinen und breiten Ausdrücken bestehen
rekombinante DNA-Techniken aus der Übertragung eines Teils des
genetischen Materials von einem Organismus in einen zweiten Organismus,
so daß das übertragene
genetische Material ein permanenter Teil des genetischen Materials
des Organismus wird, auf den er übertragen
wurde. Verfahren um dies zu erreichen sind wohlbekannt und die Auswahl
der spezifischen Verfahren zum Erhalt bestimmter Ziele, wie in der
vorliegenden Beschreibung und den Ansprüchen beschrieben, fallen unter
den Umfang der Erfindung.
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Es
ist möglich,
daß H.
pylori allein oder zusammen mit verwandten langsam wirkenden Bakterien
an der Genese und der Verschlechterung anderer chronischer entzündlicher
Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt beteiligt ist. Es ist für den geübten Profi
klar, wie die vorliegende Erfindung modifiziert werden muß, wobei sie
im Umfang der Ansprüche
liegt, um eine Nützlichkeit
für die
Behandlung oder Prävention
solcher Erkrankungen zu erreichen. Beispiele für solche Erkrankungen sind
die Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, eine Sarcoidose, eine Wegener-Granulomatose
und andere vaskulitische Störungen
wie auch verschiedene Neoplasmen, einschließlich Karzinom den Kolons,
des Pankreas und der Prostata.
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Beispiele
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Der
H. pylori-Stamm CCUG 17875 wurde von CCUG Göteborg, Schweden, erhalten.
Der Stamm A5, ein Magengeschwürisolat
von Astra Arcus, Södertälje, Schweden.
Die Stämme
P466 und MO19 wurden früher beschrieben
(Borén
et al., Science, 262, 1892 (1993)). Der Stamm 26695 stammt von Dr.
K.A. Esten, The Ohio State University und sein Genom wurde kürzlich von
TIGR, Rockville, Maryland, USA sequenziert. Das Panel von 45 H.
pylori klinischen Isolaten stammt von dem University Hospital in
Uppsala, Schweden. Die Bakterien wurden bei 37°C in 10 % CO2 und
5 % O2 48 h gezüchtet.
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Alle
verwendeten Blutgruppen-Antigen-Glycokonjugate, d.h. semisynthetische
Glucoproteine, konstruiert durch Konjugation gereinigter fucosylierte
Oligosaccharide mit Serumalbumin stammten von IsoSep AB, Tullinge,
Schweden. Der RIA wurde gemäß Falk et
al. (Meth. Enzymol. 236, 353, 1994) mit einigen Modifikationen durchgeführt; die
H-1-, Leb-, Lea-, H-2-, Lex- und Ley-Glycokonjugate waren durch das Chloramin T-Verfahren 125I-markiert worden. 1 ml Bakterien (A600=OD
0,10) wurde mit 300 ng 125I-markiertem Konjugat (d.h.
einem Überschuß an Rezeptoren)
30 min in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS), 0,5 % Albumin,
0,05 % Tween 20 (BB-Puffer)
inkubiert. Nach der Zentrifugatio wurde die 125I-Aktivität im bakteriellen
Pellet durch gamma-Szitillationszählungen gemessen.
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In
dieser Studie charakterisierten und identifizierten die gegenwärtigen Erfinder
zunächst
biochemisch das H. pylori-Blutgruppen-Antigen-Bindungsadhesin, BabA. H. pylori-Stämme wurden
im Hinblick auf ihre Bindung an lösliche 125I-markierte
fucosylierte Blutgruppenantigene analysiert (1A). Die
Bindung dieser Stämme
an die löslichen
Blutgruppen-Antigene korrelierte zur Adheränz in situ. Die Prävalenz der
Blutgruppen-Antigenbindung (BAB)-Aktivität wurde unter 45 klinischen
H. pylori-Isolaten bewertet und die Majorität der Isolate, 71 %, exprimieren
Leb-Antigen-Bindungseigenschaften
(Daten nicht dargestellt). Demgegenüber bindet keiner der Referenzstämme (1A)
oder die Stämme
von dem Panel 45 klinischer Isolate binden an die Lea-,
H-2-, Lex- oder Ley-Antigene.
Dieser Ergebnisse unterstützen
unsere früheren
Feststellungen einer hohen Rezeptorspezifität für die Leb-
und H-1-Blutgruppenantigene und demonstrieren die hohe Prävalenz der
BAB-Aktivität unter
den klinischen Isolaten.
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Basierend
auf der Gegenwart oder Abwesenheit von Virulenzfaktoren wie zum
Beispiel dem Cytotoxin-assoziierten Gen A (CagA) und dem vacuolisierenden
Cytotoxin A (VacA) werden H. pylori-Stämme als Typ I- oder Typ II-Stämme klassifiziert.
H. pylori-Isolate von Patienten mit Duodenumgeschwüren exprimieren
besonders häufig
die VacA- und CagA-Proteine, d.h. Typ I-Stämme. Per Definitionen exprimieren
Typ II-Stämme keinen
dieser Marker. 21 klinische Isolate, die früher für die Expression von CagA und
VacA definiert wurden, wurden auf Leb-Antigenbindungseigenschaften
analysiert. Eine Expression von CagA erwies sich als mit einer bakteriellen
Bindung an das Leb-Antigen korrelierend
(Tabelle 1). Das CagA-Gen gehört
zu einer 40 kb-Pathogenizitätsinsel,
die Komponenten der Sekretions- und Transportsysteme codiert. Diese
Feststellungen könnten
eine funktionelle Unterhaltung zwischen der cag-Pathogenizitätsinsel
und dem BabA-Adhesin-Gen für
eine korrekte Präsentation
des BabA-Adhesin-Proteins in der bakteriellen äußeren Membran anzeigen.
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Um
BabA weiter zu kennzeichnen, bestimmten die gegenwärtigen Erfinder
die Affinitätskonstante
(K
a) zwischen BabA und dem Le
b-Antigen.
Da die K
a-Werte auf Gleichgewichtsbedingungen
basieren (13), haben die vorliegenden Erfinder zunächst die
Wechselwirkung durch Durchführung
einer Rezeptordisplacement-Analyse analysiert. H. pylori CCUG 17875
(positiv für
die Le
b Bindung,
1A) wurde
zunächst
mit
125I-markiertem Le
b-Glycokonjugat
inhibiert. Dann wurde nicht-markiertes Le
b-Glycokonjugat
in einer Verdünnungsreihe
zugeführt.
Das nicht-markierte Le
b-Konjugat versetzte
das gebundene
125I-markierte Le
b-Glycokonjugat
effizient (
1B). Die Ergebnisse demonstrieren,
daß der
gebildete Rezeptor-Adhesinkomplex sich in einem echten Gleichgewichtszustand
befindet. Ein äquivalenter Überschuß an Le
a-Glycokonjugat dissoziierte den Le
b-BabA-Komplex und verifizierte die hohe
Rezeptorspezifität
(
1B). Der K
a-Wert für den Le
b-BabA-Komplex des Stamms CCUG 17875 wurde
mit Le
b-Glycokonjugat in Konzentrationen
von 10 ng bis 260 ng/ml titriert und es wurde bestimmt daß er eine
hohe Affinität
aufwies, nahe an 1 × 10
10 M
–1 (
1C).
Die Zahl an Le
b-Glycokonjugatmolekülen, gebundenen
an BabA auf der bakteriellen Zelloberfläche wurde als bei ungefähr 500/Zelle
liegend geschätzt.
Diese Zahl ist ähnlich
der Zahl von Fimbrienorganellen auf der Oberfläche von E. coli (14). Für das BabA-Adhäsin basieren
die Berechnungen jedoch auf der Annahme, daß die Vielzahl von bakteriellen
Zellen in dem Versuch eine gleiche Zahl an Adhesin-Molekülen mit
Le
b-Antigenbindungseigenschaften zeigen. Tabelle
1: BAB-Aktivität
unter H. pylori Typ I- und Typ II-Stämmen
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Um
die Prävalenz
von BabA in der bakteriellen Population zu bestimmen wurde der Stamm
CCUG 17875 mit Leb und Lea-Antigenen
inkubiert und die bakterielle Bindungsaktivität wurde durch konfokale Fluoreszenzmikroskopie
(2, obere Reihe) sichtbar gemacht. Die Analysen
demonstrieren die hohe Prävalenz der
BabA-Bindungsaktivität
in der bakteriellen Population an das Leb-Antigen
(2A, Grünfärbung) und das vollständige Fehlen
einer Bindung an das Lea-Antigen (2B, rote Gegenfärbung).
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Als
nächstes
wurde die Lokalisierung und Dichte von BabA auf den bakteriellen
Zelloberflächen
durch Immunogold-Elektronenmikroskopie untersucht. Die Leb-Bindungsaktivität des Adhesins lokalisierte
Goldteilchen an die bakterielle äußere Membran
(2C). Individuelle bakterielle Zellen
zeigten eine gleiche Zahl von Goldteilchen (Daten nicht dargestellt).
Wenn das Leb-Antigen durch das Lea-Antigen ersetzt wurde (dem die Rezeptoraktivität fehlte)
wurden keine Goldteilchen nachgewiesen (2D).
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Das
Molekulargewicht von BabA wurde durch eine Rezeptor-Overlay-Analyse gekennzeichnet.
Ein Proteinextrakt des Stamms CCUG 17875 wurde auf SDS-PAGE aufgetrennt
und auf eine Membran geblottet. Die Membran wurde mit biotinyliertem
Leb-Glycokonjugat inkubiert, gefolgt von
einem Nachweis mit Streptavidin und einer erhöhten Chemilumineszenz. Die
BabA-Adhesinaktivität
korrespondiert zu einer einzelnen 74 kDa-Bande (3A).
Die 40 kDa-Bande ist vermutlich eine endogene Peroxidase-Aktivität, da sie
unabhängig von
dem Leb-Konjugat-Overlay angefärbt wird
(Spur 3). BabA war sehr hitzestabil und konnte einige Aktivität nach Erhitzung
auf 97°C
wiedergewinnen (3A, Spur 2). Das Panel
von Stämmen
zeigte dasselbe Molekulargewicht von BabA (3B).
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Um
BabA zu reinigen, wurde eine neue Technik entwickelt, das Rezeptoraktivitäts-gerichtete
Affinitäts-Tagging
(ReTagging). Multifunktionale Vernetzungsmittel mit radioaktiv markierten
Donor-Tags wurden bereits früher
für einer
Rezeptorligandencharakterisierung verwendet. Die Verwendung von
Affinitäts-Donor-Tags,
wie zum Beispiel Biotinresten, präsentiert auf flexiblen Spacerstrukturen,
fügt jedoch
eine neue Dimension zur Anwendbarkeit der Vernetzungstechnologie
bei. Ein Affinitäts-Tag,
Biotin, wird auf das Adhesin-Protein durch die Rezeptoraktivität übertragen
und wird für
die weitere Identifizierung und die Affinitätsreinigung des Adhesinteils
der Wechselwirkung durch Streptavidin übertragen (4A,
B).
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Ein
multifunktionales Vernetzungsmittel mit einer Biotin-Donor-Hantel
wurde an das Leb-Glycokonjugat angehaftet.
Die Rezeptoraktivität
des Leb-Glycokonjugats
dirigierte, darauffolgend das Zielbiotin-Tag des BabA-Adhesin-Proteins
(4A, B). Nach der Vernetzung wurde
das bakterielle Protein von den Stämmen A5, P466 und CCUG 17875
auf SDS-PAGE aufgetrennt. Ein Immunnachweis mit Streptavidin demonstrierte ein
Biotin-Tag-Protein mit einem Molekulargewicht von 74 kDa (3C) (28). Diese Ergebnisse stützen die Schätzungen
des Molekulargewichts der vorherigen Overlay-Analysen (3B). Der Stamm MO19, dem die Leb-Antigen-Bindungseigenschaften fehlen (3B) (1A) war
auch in diesem Satz von Analysen negativ für eine Bindung (3C).
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Die
hohe Spezifität
des ReTagging-Verfahrens stellte ein Verfahren zur Reinigung des
Adhesinproteins bereit. Die Stämme
CCUG 17875 und A5, die beide das BabA-Adhesin exprimieren (1A)
wurden durch das ReTagging-Verfahren
unter Verwendung von Vernetzer-markierten Leb-Rezeptorkonjugat
als Biotindonor verarbeitet. Nach der Vernetzung wurden die Bakterien
in SDS-Probenpuffer suspendiert. Strepavidin-beschichtete magnetische Kügelchen
wurden darauffolgend zu den löslich
gemachten Proteinen zugefügt
und Biotin-markiertes BabA wurde extrahiert (4C).
Die N-terminalen 20 Aminosäuresequenzen
der BabA-Adhesine der Stämme
CCUG 17875 (Australien) und A5 (Schweden) erwiesen sich als identisch,
was ein biologisch konserviertes Protein anzeigte (5).
Kürzlich
wurde eine Reihe von äußeren Membranproteinen
von H. pylori charakterisiert. Diese Proteine, HopA-E sind homolog
in ihren N-terminalen Sequenzen zu BabA (17), was möglicherweise
ein Motiv was einen gemeinsamen Sekretionsmechanimus anzeigt. Das
Biotin-Tag BabA-Adhesin
wurde mehr als 3000-fach aus dem Zellextrakt gereinigt und der Ertrag
wurde als 20 % berechnet. Basierend auf den Daten von Scatchard-Plots wurde das Niveau
an erhältlichem
BabA-Adhesin jedoch ungefähr
5-mal höher
liegen, d.h. ungefähr
1 mg Adhesin/750 mg bakterielles Protein, was nichtsdestotrotz der Grund
für das
hohe Signal-zu-Hintergrundverhältnis
sein könnte
(3B). Die Reinigung von BabA über des ReTagging-Verfahren
zeigt das Potential dieser Technik für eine Reinigung von Lectinen
in komplexen Rezeptor-Ligandeninteraktionen an, wie zum Beispiel
der Selectinfamilie von Zelladhäsionsmolekülen.
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Um
das Gen zu klonieren, das BabA codiert, wurde die N-terminale 20-aa-Sequenz für eine Konstruktion
degenerierter Primer verwendet (18). Zwei Klonsätze wurden identifiziert, die
beide unterschiedliche aber sehr ähnliche Proteine codieren.
Beide Gene codieren für
Proteine mit fast identischen N-terminalen Domänen und identischen C-terminalen
Domänen,
was die Identifizierung des funktionalen BabA-Gens schwierig macht (5).
Um das korrespondierende Gen zu identifizieren wurde das BabA-Adhesin
in großem
Umfang durch ReTagging gereinigt. Dies stellte genug Protein für eine verlängerte aminoterminale
Sequenz bereit. 41 Aminosäuren
wurden identifiziert und diese Rest diskriminierten unzweifelhaft
zwischen den beiden Genen durch Unterschiede in aa-Positionen 28,
35, 37, 38 und 41 (5). Das Gen, das BabA codierte,
wurde als babA bezeichnet und korrespondierte zu einem basischen
Protein mit einem pI von 9,4 und einem Molekulargewicht von 78 kDa,
d.h. einem leicht höheren
Molekulargewicht als dem aus den SDS-PAGE-Analysen vorhergesagten
(3). Das andere Gen, babB, korrespondierend zu
einem Protein mit einem berechneten Molekulargewicht von 75,5 kDa.
Im Gegensatz zu babA enthält
das babB-Gen ein vorhergesagtes Translations-Initiationscodon (5).
Dies könnte
die Existenz eines dritten bab-Gens in dem Genom oder Mechanismen
für Rekombinationsaktivitäten anzeigen.
Interessanterweise wurden die bab-Gene auch in Stämmen nachgewiesen,
denen die Lewisb-Bindungseigenschaften fehlten
(Daten nicht dargestellt). Es wurde gezeigt, daß Genkassettensysteme antigene
Variationen in Neisseria gonorrhoeae unterstützen (19). Eine andere Möglichkeit
wäre die Gegenwart ähnlicher
Gene, die für
Adhesine codieren mit Unterschieden in einem Rezeptorspezifität/Wirtsgewebetropismus
(20). Gen-Inaktivierungsexperimente, die auf bab-Gene abzielen,
könnten
das Verständnis dieser
komplexen Genorganisation unterstützen.
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Immunisierungsexperimente
mit Adhesinen von Bordetella Pertussis (21) zeigen das Potential
von äußeren Membranproteinen
zur Wirkung als Vakzinkandidaten (diskutiert in Ref. 22). In einem
Mausmodell für eine
persistente H. pylori-Infektion erwies sich eine orale Immunisierung
mit H. pylori-Antigenen als schützend gegen
eine H. pylori-Infektion (10). Ergebnisse von Tiermodellen sind
jedoch schwierig für
menschlich spezifische Pathogene zu bewerten, wie zum Beispiel H.
pylori und Polio-Virus.
Für Polio
wurde ein Tiermodell geschaffen indem der Virusrezeptor in transgenen
Mäusen
exprimiert wurde (23). Eine ähnliche
Strategie wurde für
H. pylori verwendet. Eine transgene Maus wurde durch Verwendung
einer 1,3/4-Fucosyltransferase konstruiert, die die Synthese von
menschlichem spezifischen Leb-Antigen im
Gastrointestinaltrakt (24) antreibt. Die Lewisb-Maus
kann für
die Bewertung der Rolle des BabA-Adhesins als Kolonisierungs/Virulenzfaktor
und zusätzlich
für die
Bewertung von BabA als Vakzinkandidat gegen Säure peptische Erkrankung und
Magenadenokarzinom nützlich
sein.
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In
der gegenwärtigen
Studie wurde die ReTagging-Technik für die Reinigung des Adhesinteils
der mikrobiellen Rezeptor-Liganden-Wechselwirkung verwendet. Durch
Verwendung eines gereinigten Adhesin/Lectin-Proteins könnte die ReTagging-Technik
zusätzlich
für weitere
Studien des Rezeptorteils der Interaktion verwendet werden. Eine
Identifizierung der biologisch aktiven Rezeptorstruktur, die Leb-Oligosaccharide
trägt, würde bei
dem Verständnis
der Mechanismen helfen, die eine chronische H. pylori-Infektion stützen.
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Eine
Inhibition der H. pylori-Bindung an ein 125I-markierte
Lewisb-Antigen
durch Präparationen
wird graphisch präsentiert,
als Funktion der Antikörperkonzentration
(mg/ml) in 6: 1 ml Aliquots von H. pylori-Bakterien (A600 = CD 0,10) wurden mit Verdünnungsreihen
von Antikörperpräparationen
in 0,01-10 mg/ml für
2 Stunden in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS), 0,5 % Albumin,
0,05 % Tween 20 präinkubiert.
Dann wurden 500 ng 125I-markiertes Konjugat
(d.h. ein Überschuß der Rezeptorstruktur)
zugefügt
und 30 Minuten inkubiert. Nach der Zentrifugation wurde die 125I- Aktivität im bakteriellen
Pellet durch gamma-Szintillationszählung gemessen. Die verwendeten
Lewisb-Blutgruppen-Antigen-Glycokonjugate,
d.h. semisynthetische Glycoproteine, konstruiert durch Konjugation
gereinigter fukosylierter Oligosaccharide an Serumalbumin stammten
von IsoSep AB, Tullinge, Schweden.
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Ein
Western-Blot-Nachweis für
das BabA-Adhesin durch die unterschiedlichen Antikörperpräparationen
wird in 7 dargestellt. Ein Molekulargewichtsregenbogenmarker
(2 μl) von
Amersham, Buckinghamshire, England, wurde in SDS-Probenpuffer gelöst (Spur
1). Ungefähr
100 ng gereinigtes BabA-Adhesin (ungefähr 74 kDa mit Abbauprodukt
von ungefähr
55 kDa) wurde in SDS-Probenpuffer gelöst (Spur 2). SDS-gelöste Proteinextrakte
vom Stamm CCUG 17875 wurden hergestellt, indem das bakterielle Pellet,
korrespondierend zu 0,15 ml Bakterien (A600 =
OD 0,10) durch SDS-Probenpuffer
gelöst
wurde (Spur 3). Die 3 Proteinproben wurden dann 5 Minuten bei 100°C gekocht.
Die Proteine wurden auf SDS-PAGE getrennt und auf eine PVDF-Membran
für eine
Western-Blot-Immunanalyse übertragen.
Fünf Sätze PVDF-Membranen
wurden hergestellt. Die PVDF-Membranen wurden über Nacht mit 4 % menschlichen
Seren/Plasma blockiert/inkubiert, in phosphatgepufferter Salzlösung von
einem Patienten ohne H. pylori-Infektion, d.h. ohne Serumantikörper gegen
H. pylori. Die Membran wurde dann in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS),
0,5 % Albumin, 0,05 % Tween 20 gewaschen, gefolgt von einer Zugabe
der Antikörperpräparationen.
Die Membranensätze
wurden mit den folgenden 5 Antikörperpräparationen
inkubiert: 1) gepoolte menschliche Seren von H. pylori-infizierten Patienten,
verdünnt
1:500, 2) Hühnerantikörper (positiv)
1 mg/ml verdünnt
1:100x, 3) Rinder I-Präparation
von Antikörpern,
1 mg/ml verdünnt
1:100x. 4) Rinder II-Präparation
von Antikörpern,
1 mg/ml verdünnt
1:100x. 5) Rinder III-Präparation
von Antikörpern,
1 mg/ml verdünnt
1:100 x (angegeben in der Figur). Diese Antikörper wurden mit der Membran
für 2 Stunden
inkubiert, gefolgt von extensiven Waschungen in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS),
0,05 % Tween-20, gefolgt von einer Zugabe von sekundärem anti-menschlichen,
anti-Huhn- und anti-Rind-Antikörpern,
markiert mit HRP-Peroxidase (von DAKO, Dänemark), alle 1:2000-mal verdünnt. Die
Membranen wurden 1 Stunde inkubiert, gefolgt von extensiven Waschungen
in phosphatgepufferter Salzlösung
(PBS), 0,05 % Tween 20. Die Membranen wurden mit verstärkter Chemolumineszenz
(ECL) von Amersham entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, daß die antigene
Reaktion gegen das Adhesin in den Rinderpräparationen stark verstärkt ist.
Diese Feststellung wird auch durch die Inhibitionsdaten in 6 gestützt.
-
Western-Blot-Analysen
von H. pylori-Proteinen durch die unterschiedlichen Antikörperpräparationen sind
in 8 dargestellt. Zwei klinische Isolate (1-2) von
Dr. Lars Engstrand, Department of Clinical Microbiology and Cancerepidemiology,
University Hospital, Uppsala, Schweden und der Stamm CCUG 17875
(3) von Culture Collection, University of Göteborg, Department of Clinical
Bacteriology, Göteborg,
Schweden und Stamm 52 (4) von Prof. Torkei Wadström, Dept.
Medical Microbiology, Lunds University, wurden für die SDS-PAGE-Elektrophorese
hergestellt. Bakterielle Pellets, korrespondierend zu 0,15 ml Bakterien
(A600 = OD 0,10) wurden in SDS-Probenpuffer
gelöst
und 5 Minuten auf 100°C
erwärmt.
Die Proteine wurden auf SDS-PAGE getrennt und auf PVDF-Membranen
für eine
Western-Blot-Immunanalyse übertragen.
Die Western-Blot-Analysen wurden wie oben beschrieben durchgeführt, d.h.
die Membransätze
wurden mit den folgenden 4 Antikörperpräparationen
inkubiert: 1) gepoolte menschliche Seren von H. pylori-infizierten
Patienten, verdünnt
1:500. 2) Hühner-Antikörper (positiv)
1 mg/ml verdünnt
1:100x, 3) Rinder I-Präparation
von Antikörpern,
1 mg/ml verdünnt
1:100x, 4) Rinder III-Präparat
von Antikörpern,
1 mg/ml verdünnt
1:100x (angegeben in der Figur). Diese Antikörper wurden mit der Membran
für 2 Stunden
inkubiert, gefolgt von extensiven Waschungen in phosphatgepufferter
Salzlösung
(PBS), 0,05 % Tween 20, gefolgt von einer Zugabe von sekundären anti-menschlichen,
anti-Huhn- und anti-Rind-Antikörpern, markiert
mit HRP-Peroxidase (von DAKO, Dänemark),
alle 1:2000x verdünnt.
Die Membranen wurden 1 Stunde inkubiert, gefolgt von extensiven
Waschungen in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS), 0,05 % Tween 20.
Die Membranen wurden mit verstärkter
Chemolumineszenz (ECL) von Amersham entwickelt. Die Ergebnisse zeigen,
daß die
Hühner-Antikörper und
die Rinderpräparationen
fast identisch gegen alle vier Stämme reagieren, was konservierte
Eigenschaften bei Stämmen
von unterschiedlichem geographischen Ursprung anzeigt.
-
Obwohl
die Erfindung im Hinblick auf die bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben wurde, die die beste Ausführungsformen, die den Erfindern
gegenwärtig
bekannt sind, bilden, solte verstanden werden, daß verschiedene Änderungen
und Modifikationen für
einen üblichen
Fachmann auf dem Gebiet offenbar sein würden ohne sich vom Umfang der
Erfindung zu entfernen, der in den hier beigefügten Ansprüchen dargestellt ist.
-
Literaturliste
-
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- 6. D. G. Evans, D.J. Evans Jr., J. J. Moulds und D.Y. Graham,
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Science, 262, 1892 (1993), P. Falk et al., Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 90, 2035 (1993).
- 8. H. pylori-Stamm CCUG 17875 wurde erhalten von CCUG Göteborg,
Schweden. Stamm A5, ein gastritisches Ulcus-Isolat kam von Astra
Arcus, Södertälje, Schweden.
Stämme
P466 und MO19 wurden zuvor beschrieben (7). Stamm 26695 kam von
Dr. K.A. Eaton, The Ohio State University und sein Genom wurde kürzlich sequenziert
durch The Institute for Genomic Research (TIGR), Rockville, Maryland
(J.F. Tomb et al., Abstract 3B: 0,59, IX International Workshop
an Gastroduodenal Pathology and Helicobacter pylori, Kopenhagen,
Dänemark 1996).
Das Panel der 45 klinischen Isolate von H. pylori kam von the University
Hospital in Uppsala, Schweden. Die Bakterien wurden bei 37°C in 10 %
CO2 und 5 % O2 für 48 h gezüchtet.
- 9. Alle verwendeten Blutgruppen-Antigenglycokonjugate, d.h.
semisynthetische Glycoproteine, konstruiert durch die Konjugation
von gereinigten fucosylierten Oligosacchariden an Serumalbumin (7,25)
stammten von IsoSep AB, Tullinge, Schweden. Der RIA wurde gemäß Ref. 26
mit einigen Modifikationen durchgeführt; Die H-1-, Leb-,
Lea-, H-2-, Lex-
und Ley-Glycokonjugate
waren durch das Chloramin-T-Verfahren mit 125I
markiert. 1 ml Bakterien (A600=OD 0,10)
wurde mit 300 ng 125I-markiertem Konjugat
(d.h. einem Überschuss
an Rezeptoren) 30 Minuten in Phosphat-gepufferter Salzlösung (PBS),
0,5% Albumin, 0,05% Tween-20 (BG-Puffer) inkubiert. Nach der Zentrifugation
wurde die 125I-Aktivität im Bakterienpellet durch
gamma-Scintillationszählung gemessen.
- 10. A. Covacci et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90, 5791 (1993),
M. Marchetti et al., Science 267, 1655 (1995).
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- 15. Confocal-Mikroskopie wurde auf einem Nikon/Multiprobe 2001-Apparat (Molecular
Dynamics, Sunnyvale CA) durchgeführt.
Die Elektronenmikroskopie wurde auf einem JEOL 100 CX-Apparat durchgeführt.
- 16. J. Brunner, Trends in Cell Biol. 6, 154 (1996), J. D. Bleil
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T.J. Trust, J. Bacteriol. 177, 5447 (1995).
- 18. Die BabA N-terminale Sequenzanalyse wurde verwendet, um
degenerierte Oligonukleotide herzustellen, die in einer PCR verwendet
wurden, um ein amplifiziertes Fragment von dem Chromosom des babA-Gens
zu erhalten. Ein 59 bp-Fragment wurde identifiziert und als Sonde
zum Screening einer Low-Copy-Plasmid(pACYC184)-Bibliothek einer
Sau3A teilverdauten chromosomalen DNA von Stamm-CCUG 17875 verwendet.
- 19. P. Hagblom, E. Segal, E. Billyard und M. So, Nature 315,
156 (1985), R. Haas und T.F. Meyer, Cell, 44, 107 (1986).
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- 27. Die Zellextrakte wurden in SDS-Probenpuffer ohne Mercaptoethanol
hergestellt und 10 Minuten auf 37°C oder
97°C vor
Auftrennung auf SDS-PAGE erhitzt. Die Proteine wurden auf eine PVDF-Membran
geblottet. Die Membran wurde mit 1 μg/ml biotinyliertem Leb-Glycokonjugat oder biotinyliertem Albumin
(Negativkontrolle) über
Nacht inkubiert, markiert wie beschrieben in Ref. 7. Nach einem
Waschen in PBS/0,05 % Tween-20 wurden die durch BabA-Bande gebundenen
biotinylierten Strukturen durch HRP-Streptavidin mit einer Sonde untersucht
und unter Verwendung von ECL-Reagentien
nachgewiesen (Amersham, Buckinghamshire, England).
- 28. Die bakterielle Suspension wurde mit Leb-Glycokonjugat
inkubiert, wozu eine Sulfo-SBED-Vernetzer (Pierce, Rockville, IL)
durch den N-Hydroxysuccinimidester (NHS) gemäß den Angaben des Herstellers
konjugiert worden war. Die Arylazid-Vernetzergruppe wurde durch
UV-Bestrahlung (360 nm) aktiviert. Die Bakterien wurden mit PBS,
pH 7,6, 0,05 % Tween-20 und Proteaseinhibitoren (EDTA) und Benzamidin
unter reduzierenden Bedingungen mit 50 mM Dithiothreitol (DTT) gewaschen.
Die bakteriellen Proteine wurden auf SDS-PAGE aufgetrennt und das
Biotin-Tag-BabA-Protein wurde durch Immunonachweis nachgewiesen (PVDF-Membran/HRP-Streptavidin
und ECL) (3C).
- 29. Die Stämme
CCUG 17875 und A5 wurden zunächst
durch Vernetzung und DTT-Behandlung wie oben unter (28) angegeben
verarbeitet, gefolgt von einem Löslichmachen
in SDS-Probenpuffer. Das Biotin-Tag-BabA-Protein wurde dann mit
Streptavidin beschichteten magnetischen Kügelchen (Advanced Magnetics
Inc., Cambridge, MA) extrahiert. Die Kügelchen wurden in SDS-Probenpuffer gekocht
und die gebundenen Proteine eluiert und alkyliert. Die Proteinpräparation
wurde weiter durch präparative
SDS-PAGE (Prep-Cell 491, BioRad, Hercules, CA) fraktioniert. Fraktionen
mit dem Biotin-Tag-Protein, d.h. die BabA-Fraktionen wurden durch Immunonachweis
unter Verwendung von Streptavidin/ECL identifiziert. Die gesammelte
BabA-Präparation wurde
dann auf SDS-PAGE aufgetrennt und auf eine PVDF-Membran übertragen.
Die BabA-Bande wurde ausgeschnitten
und das BabA-Protein N-terminal unter Verwendung eines ProciseTM 494-Instruments (Applied Biosystems, Foster
City, CA) sequenziert.
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Tabelle
4 Ausrichtung
translatierter Sequenzen der babA- und babB-Gene
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Tabelle
4 (Fortsetzung) Ausrichtung
translatierter Sequenzen der babA- und babB-Gene
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