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Antrieb eines Malteserkreuzgetriebes für Kinomaschinen Man hat bisher
Lichttonbild- und Stummbildwiedergabemaschinen durch Elektromotoren angetrieben,
die ihre Kraft durch Riemen oder Ketten auf die anzutreibende Maschine übertrugen.
Neuerdings kuppelt man die Antriebsmotoren direkt mit der Wiedergabemaschine, indem
man die Motoren an das Triebwerkgehäuse anflanscht und die Motorachse über ein Zwischenrad
unmittelbar mit dem Triebwerk der Kinomaschine verbindet.
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Diese an sich vorteilhafte Maßnahme hat aber einen großen Nachteil,
wenn man nichtregelbare Motoren, z. B. die heute zum Tonfilmantrieb notwendigen
Synchronmotoren, verwendet: Im Augenblick des Anlassens dieser Synchronmotoren tritt
'eine schlagartig hohe Be-* anspruchung der Zahnräder auf; die je nach der Größe
der zu beschleunigenden Massen unter Umständen 'zum Bruch der Zähne führen kann:
Diese schlagartige Beanspruchung entsteht folgendermaßen: Zwischen der Antriebswelle
des Motors und der Achse des Malteserkreuzschwungrades sind: stets einige Zahneingriffe
vorhanden. Das bei diesen Zahneingriffen stets gegebene Spiel in der Verzahnung,
der sog. tote Gang des gesamten Übersetzungsgetriebes, gestattet dem Motor, bereits
einen bestimmten Drehwinkel nach dem Anlassen zurückzulegen, bevor sämtliche Zahnflanken
in entsprechender Richtung-anliegen und das Schwungrad des Malteserkreuzes in Bewegung
gesetzt werden muß. ° Da das Massenträgheitsmoment dieses Schwungrades bei den heute
üblichen Konstruktionen etwa 5o bis 75% des Gesamtmassenträgheitsmomentes der Maschine
ausmacht, treten in diesem Augenblick sehr hohe Verzögerungskräfte der Motorbewegung
auf. Das schlagartige Kuppeln, von zwei großen Massen, z. B. der Masse des schnell
rotierenden Motors und derjenigen des Schwungrades am Malteserkreuz, führt in den
meisten Fällen zum Bruch der Zähne, wenn nicht besondere Vorsichtsmaßregeln angewendet
werden. Eine dieser Maßnahmen, besteht darin, auf der Motorwelle oder auf einer
benachbarten Welle eine elastische Federkupplung zu verwenden, welche die auftretenden
Schläge in entsprechendem Maße, verringert. Es hat sich aber herausgestellt, daß
diese federnde Kupplung im Antrieb bei Tonfihnaggregaten durch Resonanzerscheinungen
usw. zu Störungen im Gleichlauf des Films führen kann.
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Diesen Nachteil behebt die vorliegende Erfindung. Sie besteht darin,
daß bei einem Antrieb eines Malteserkreuzgetriebes für Kinomaschinen ein elastisches
Glied; beispielsweise eine Feder, vorgesehen ist; durch das während des Anfahrens
das Schwufigrad von der Einzahnwelle, auf der es lose sitzt, mitgenommen und während
des normalen Laufes ein am Schwungrad, angebrachter. Anschlag zum Anliegen an einer
an der Eizahnwelle
befindlichen Nase angebracht wird. Dadurch wird
ein stoßfreies Anfahren und während des Laufes beim Beginn jeder Schaltbewegung
des' Malteserkreuzes das sofortige Wirksamwerden der in der Schwungscheibe vorhandenen
`zig sätzlichen Kraft ermöglicht.
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Bei einer bekannten Bauart mit starr'@auf ihrer Welle befestigter
Schwungscheibe ist ein stoßfreies Anfahren ausgeschlossen, dagegen wird im normalen
Betriebe das Schwungrad als Kraftreserve mit Beginn jeder Filmschaltung sofort wirksam.
Bei einer anderen Bauart mit Omegafederkupplung zwischen der Schwungscheibe und
ihrer Welle ist zwar stoßfreies Anfahren möglich, im Betriebe muß aber während jeder
Schaltpetiode die Omegafeder erst gespannt werden, ehe die Schwungscheibe ihre volle
Kraft auf die Einzahnscheibe zusätzlich ausüben kann, d. h. diese Kraftabgabe beginnt
und endet nicht gleichzeitig mit den Schaltporioden; während deren der erhöhte Kraftbedarf
besteht, sondern sie hinkt diesen nach. Der ErfIndungsgegenständ ist also der starren
Befestigung der Schwungscheibe für die Dauer des Anfahrens überlegen und während
des normalen Betriebes gleichwertig, dagegen der bekannten Bauart während des normalen
Betriebes überlegen und während des Anfahrens gleichwertig. Er vereinigt somit in--
sich die Vorteile beider Bauarten unter Vermeidung ihrer Nachteile.
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Abb. i zeigt das gesamte Maltesergetriebe. Auf der Einzahnwelle i
läuft lose das Schwungrad z. Auf der Einzahnwelle i ist eine Nockenscheibe 3 mit
einem Nocken 30. befestigt. Eine gleichartige Nockenseheibe q. mit einem Nocken
40 ist am Schwungrad 2 angebracht. Beide N.ockenscheiben g und 4 sind durch ein
elastisches Organ, z. B. eine Feder 5, miteinander verbunden, d. h. also die 'ginzahnwelle
i ist mit dem lose auf ihr launden Schwungrad 2 elastisch verbunden. .f,-In den
Abb.2; 3 und q. ist die Anordnung la öchmals in verschiedenen Bewegungsphasen schematisch
dargestellt. Ahb.2 zeigt den Antrieb in normalem Ruhezustand. Die Feder 5 hat das
Schwungrad 2 mit dem Nocken 40 an den Nocken 3o der Nockenscheibe 3 auf der Einzahnwelle
herangezogen. Wird nun die Einzahnwelle i in Bewegung versetzt, so wird das lose
auf ihr sitzende Schwungrad 2 durch: die Feder 5 mitgenommen (s. Abb. 3). Das Massenträgheitsmoment
der Schwungmasse wird also von der Einzahnwelle stoßfrei überwunden. Benn normalen
Lauf wird sich nun die Schwungradnocke q.o der Einzahnwellennocke 3o nähern und
dann an dieselbe anlegen. Kommt der Einzahn in die Zugperiode, so tritt eine geringe
Geschwindigkeitsverminderung auf, wodurch das Schwungrad durch seine ihm innewohnende
kinetische Energie den Widerstand des Maltesergetriebes überwinden hilft. Diese
Phase ist in Abb. q. der Zeichnung dargestellt.