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Kantenverzierung und! Zickzackziernahtmaschine zur Herstellung derselben
Gegenstand der Erfindung ist eine neuartige Kantenverzierung aus mehrgliedrigen,
an ihren Enden an der Werkstückkante befestigten Kettenschleifen, die sich von bekannten
Kantenverzierungen ähnlicher Art grundsätzlich dadurch unterscheidet, daß die Enden
einer oder mehrerer Kettenschleifen zwecks Muschelbildung eine gemeinsame Befestigungsstelle
:an der Stoffkante haben.
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Bekannt ist die sog. Merrow-Muschel, von der die neue Kantenverzierung
sich jedoch grundsätzlich dadurch unterscheidet, daß sie aus frei stehenden. Kettenschleifen
besteht, während die Merrow-Muschel bekanntlich aus einfachen Fadenschleifen ohne
inneren Halt ;gebildet wird, die zudem nicht frei stehend, sondern an den Stoffkanten
durch eine gemeinsame Abschlußkette verriegelt sind. Neben dem Nachteil des etwas
größeren Fadenverbrauchs gegenüber der neuen Kantenverzierung bedingt die Merrow-Muschel
zu ihrer Herstellung außerdem eine Spezialmaschine, die ausschließlich für diesen
besonderen Zweck verwendbar ist. Demgegenüber besitzt die neue Kantenverzierung
den Vorteil,. daß sie mit Hilfe einer auch noch für die Erzeugung .anderer Ziernahtformen
geeigneten Zickzackziernahtnähmaschine erzeugt werden kann, wobei gegebenenfalls
für irgendwelche besonderen Zwecke lediglich einige Justeurteile auszuwechseln sind.
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Andererseits kennt man seit Jahrzehnten schon Zickzackziernahtnähmaschinen,
die leine Randverzierung erzeugen, die aber aus einer zickzackförmig an der Kante
verlaufenden freiliegenden Nahtkette besteht, die xvieder nicht mit den Kettenschleifen
gemäß. der Erfindung vergleichbar ist.
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Es ist üblich, zur Erzeugung der bekannten MeTrow-Muschel eine breite
Blattzunge zu verwenden, deren der Nadel abgewandte Seite nahe dem freien Ende zum
Nadelanstichpunkt stellenweise radial gekrümmt ist, während die der Nadel zugekehrte
Seite der Blattzunge
im wesentlichen geradlinig verläuft. Aber gerade
hierin unterscheidet sich von der bekannten Bauweise grundsätzlich der Erfindungsgegenstand,
bei dem erfindungsgemäß-, die ganzen stabförmigen Zungen, soweit i.ie freiliegen,
konzentrisch gekrümmt sein sollen: Selbst wenn man also die bekannten Einrichtungen
untereinander auswechseln, also z. B. die bekannten Stichbildezungen der Zickzackziernä,htnähmaschinen
bei den Merrow-Maschinen einsetzen wollte, oder umgekehrt deren Formfinger bei den
Zickzackziernahtnähmaschinen, so würde man niemals auf diese Art eine Kantenverzierung
erzeugen können, die dem Erfindungsgegenstand gleichartig wäre. Hierbei ist zu beachten,
daß die Arbeitsweise der Merrow-Maschinen vollkommen verschieden ist von derjenigen
der Zickzackziernahtnähmaschinen.
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Demgegenüber ist ein weiterer wesentlicher Fortschritt der neuen Kantenverzierung
darin .zu sehen, daß sie unter Zuhilfenahme einer auch für normale Zickzackar1ieiten
verwendbaren Zickzackziernahtmaschine ausgeführt werden kann, deren Zungensatz zwecks
Ausführung anderer Arbeiten mit der Stichplatte leicht .gegen eine andere mit bekannten
Zungen auswechselbar ist. eine universell verwendbare Maschine kann also nunmehr
eine Kantenverzierung erzeugen, die den bekannten muschelförmigen Kantenverzierungen
mindestens gleichwertig, aber dennoch vollkommen andersartig aufgebaut ist.
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Demgemäß kennzeichnet sich eine Zickz.ackziernahtmaschine zur Herstellung
der Kantenverzierung nach der Erfindung durch zur Befestigungsstelle mehr oder weniger
konzentrisch liegende Kettelzungen, über denen die Kettenschleifen zwischen zwei
Vorschubhüben .gebildet werden, wobei also in bekannter Weise zwischen zwei Vorschubhüben,
ähnlich wie bei der Merrow-Muschel-Maschine, eine bestimmte Gruppe von Stichen gebildet
wird.
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Daß eine freiliegende Zickzackziernaht an sich zu ihrer Bildung der
Stichbildezungen bedarf, ist allerdings nicht zu bestreiten. Aber mit bekannten
geradlinigen Stichbildezungen ist ebensowenig ein Ergebnis im Sinne der Erfindung
zu erzielen wie etwa finit den bekannten Formfingern der Merrow-Maschinen, die :eine
so erhebliche Breite aufweisen, daß sie als Kettelzungen unbrauchbar sind, auch
wenn sie, wie bei einigen Ausführungsformen zur Erzielung .einer Muschelform, eine
konzentrisch gekrümmte Spitze aufweisen.
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Nur solche Kettelzungen, die, wie oben angegeben, in Gruppen mit konzentrischen
Krümmungen angeordnet sind, eignen sich zur Herstellung der besonderen aus Kettenschleifen
bestehenden Kantenverzierung. Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
ist in der Zeichnung dargestellt; es zeigen ' =.Abb. i eine Zickzacknähmaschine
üblicher Ausführung in Seitenansicht und in verkleinertem Maßstab, -ausgerüstet
mit den neuen 'Merkmalen, Abb. 2 in natürlicher Größe eine Teilansicht dieser Maschine
mit der den Vorschubhub steuernden Einrichtung, Abb-.3 die Einrichtung nach Abb.
2 in natürlicher Größe von oben, Abb. q. in natürlicher Größe die Lagerung -und
Befestigung des Kurvenscheiben.antriebes nach Abb.2 und 3, Abb.5 in ;größerem Maßstab
die Stichplatte mit den Stichbildezungen, Abb.6 ein Beispiel der neuen Kantenverzierung.
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Die neue Maschine besitzt im wesentlichen sämtliche Merkmale der bekannten
Zackenziernahtnähmaschinen hinsichtlich Nadel- und Greiferantrieb und Vorschublängsbewegung
für den Stoffschieber, so daß sich eine eingehendere Beschreibung dieser Teile für
den Fachmann erübrigt.
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Wie Abb..i und q. zeigt, ,ist unterhalb der Maschinentischplatte i
eine an einem senkrechten Bolzen 3 frei drehbare Kurvenscheibe 2 angeordnet. Der
Drehbolzen 3 ist im Maschinenbett in geeigneter Weise gelagert und befestigt. Mit
der Kurvenscheibe 2 ist ein Schneckenrad q. lösbar verbunden. Zwecks leichterer
Auswechselbarkeit der Kurvenscheibe 2 kann diese mehrteilig, z. B. zwei-' teilig,
ausgeführt sein. Die Schnittstellen der Kurvenscheib.enteile 2a und 2b
(Abb.
3) verlaufen parallel zu einer durch die Drehachse gelegten Ebene. Der Vorteil dieser
Maßnahme besteht darin, daß die in die Kurvennut eingreifende Führungsrolle 16 auch
beim Überlaufen der Schnittstellen ganz sicher geführt ist. Würden die Schnittlinien
radial verlaufen, so bestünde Gefahr, daß' die Führungsrolle beim Überlaufen der
Stoßstelle nicht sicher geführt würde, sondern zu schlagen anfinge, was frühzeitigen
Verschleiß von Kurve und Führungsrolle zur Folge hätte. Dias ebenfalls um den Drehbolzen
3 drehbare, mit der Kurvenscheibe verbundene Schneckenrad q. arbeitet mit der Schnecke
5 zusammen, die auf der im Unterteil der Maschine gelagerten Hauptwelle 6 befestigt
ist. Drehung der Hauptwelle 6 hat also auch Drehung der durch die Schnecke 5, angetriebenen
Teile zur Folge. Die mehrteilige Kurvenscheibe 2 besitzt eine Kurvennut 7, in die
die schon obenerwähnte Führungsrolle 16 eingreift, die an dem freien Ende eines
Hebelarmes 8 befestigt ist. Dieser Hebelarm 8 ist auf derselben Achse 9 gelagert,
um die auch der Stoffschieberschwin;grahmen i o schwingt, und ist ferner durch einen
Quersteg i i mit einem zweiten Hebelarm 12 verbunden, der durch Lenker i 3
mit
dem Stoffschieberträger 14 in Verbindung steht. Die Kurvennut 7 weist Nocken 15
auf, deren Anzahl sich nach .der Zahl der je Muschel zu erzeugenden Kettenstäbe
richtet. Unter Wirkung dieser Nocken 15 wird die Führungsrolle 16 und .damit auch
der Hebelarm 8 sowie der mit ihm verbundene Arm 12' und hierdurch wiederum der Stoffschieberträger
i4 angehoben. In diesem Falle erfolgt dann Eingriff des Stoffschiebers 17 mit dem
Stoffstück 24, um es um die Länge des Vorschubhubes fortzubewegen.
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Der Stoffschieber 17 arbeitet in bekannter Weise in einem Schlitz
(Fenster) 18 der Stichplatte i9. Diese trägt die erwähnten Stichbildezungen 2o,
2I, 22 (Abb. 5), die in bekannter Weise in Schlitzen gelagert sind und dort durch
breite Kopfschrauben festg-e-'halten werden.
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Die der Stoffkante a zunächst liegende Zunge 2o ist nur schwach, die
äußeren Zungen sind stärker gekrümmt zum Zweck, die Zungenenden möglichst nahe an
die Stoffkante heranzubringen. Die Zunge 22 ist an ihrem freien Ende derart gekröpft,
daß ein Abgleiten der Kettenstäbe c vor Eintritt des Vorschubhubes verhindert wird.
Die Zunge 2 1 ist ebenfalls gekrZpft, und zwar in Vorschubrichtung. Dadurch_ soll
jedoch nur das Abgleiten des fertigen Stabes in Richtung des Vorschubes erleichtert
werden. Ohne diese Kröpfung würde die Zungenform das Abgleiten der Kettenglieder
hemmen und den Kettenstab verzernen, wodurch die Erscheinung der fertigen Muschel
nachteilig beeinflußt würde.
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Die Nadel 26 bildet nun in bekannter Weise über die Zungen eine freie
Kette: Zunächst rüber die Zunge 2o, dann die Zungen 2 i und 22 und zurück. Die fertigen
Kettenstäbe werden von der Zunge 22 zurückgehalten, bis der Stoffschieber unter
dem EinHuß der Steuernocken 15 der Kurvenscheibe angehoben und damit in Tätigkeit
tritt, d. h. das Werkstück fortbewegt. Dann beginnt der Nähvorgang von neuem. .