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Vorrichtung zum Vorführen von Stoffen Die Erfindung bezieht sich auf
eine Vorrichtung zum Vorführen von Stoffen, z. B. W ollwattierungseinlagen für Kleidungsstücke,
wie Mäntel, Jacketts u. dgl. Die Vorrichtung ist gekennzeichnet durch einen einer
Drehbewegung und einer auf- und abwärts gerichteten Bewegung auszusetzenden Träger
für den Knüllbeanspruchungen zu unterwerfenden und vorzuführenden Stoff, wobei dieser
Träger gleichzeitig ein den vorzuführenden Stoff aufweisendes Schaustück in Bewegung
setzt.
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Dadurch, daß der- vorzuführende Stoff, also z. B..eine Wollwattierungseinlage,
am genannten Träger befestigt eine Drehbewegung und eine auf- und abwärts, gerichtete
Bewegung ausführen muß, wird dieser vorzuführende Stoff gezwungen, sich auf die
Unterlage der Vorrichtung in gaawindeartig hintereinanderfolgenden Falten zusammenzuknüllen.
Sobald sich dann der Träger wieder aufwärts bewegt, hat der vorzuführende Stoff
die Möglichkeit, frei herabzuhängen, und der Beschauer ist in der Lage, zu beurteilen,
ob diese Knüllbewegongen für den vorzufehrenden Stoff irgendwelche Spuren der oft
sich wiederholenden Knüllbeanspruchungen hinterlassen.
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Da nun der Träger gleichzeitig-ein Schaustück in Bewegung setzt, welches
den vorzuführenden Stoff ebenfalls aufweist, sio, ist dem Beschauer zwangsläufig
die überlegung vermittelt, daß der Stoff, der schadlos häufigen Knüllbeanspruchungen
unterworfen werden kann, für den Benutzer des Schaustückes, nämlich des Jacketts
oder des Mantels, besonders vorteilhaft sein muß.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung stellt demnach einen besonders
geeigneten Blickfang dar. Es handelt sich um eine Einrichtung, die einerseits eine
Werkstoffprüfvorrichtung darstellt, anderseits aber auch, durch die vorgenommenen
Bewegungen einerseits des vorzuführenden Stoffes, anderseits des Schaustückeas dem
Beschauer den; Stoff sowohl als auch das Schaustück selbst von allen Seiten sichtbar
macht.
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Besonders vorteilhaft ist es, dafür zu sorgen, daß der vorzuführende
Stoff am Träger so befestigt ist, daß dieser Stoff bei Erreichung der oberen Endstellung
des Trägers im Abstand von dem Untergestell frei herabhängt. Würde der Stoff bei
der obersten Stellung des Trägers sich im gespannten Zustand befinden, dann wäre
kein klares Urteil darüber möglich, ob nicht tatsächlich doch durch die Knüllbeanspruchungen
Spuren derselben im Stoff verbleiben. Wenn aber, wie nach der Erfindung vorgeschlagen,
der Stoff abwechselnd zusammengedrückt und frei entspannt
dem Beschauer
vorgeführt ist, so ist ein sicheres Urteil darüber möglich, ob der Stoff trotz dieser
Beanspruchungen völlig glatt bleibt oder nicht.
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Es sind bereits Vorrichtungen bekannt,.-d-.,2'#9 dazu dienen sollen,
dem Kunden die Gute' eines Bekleidungsstückes nachzuweisen durch abwechselndes Knüllen
und Strecken dieses Bekleidungsstückes. Hierbei wird das Bekleidungsstück, und zwar
ein Hut, durch eine Auf- und Abwärtsbewegung des Trägers der Vorrichtung zusammengedrückt
und wieder auseinandergespannt. Das Bekleidungsstück selbst wird hierbei nicht einer
Drehbewegung unterworfen, so daß man nicht in der Lage ist, den Hut von allen Seiten
zu betrachten.
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Es ist ferner eine Vorrichtung bekannt, um ein Bekleidungsstück, welches
an einem Träger befestigt ist; durch eine Drehbewegung des Trägers dem Beschauer
von allen Seiten zu zeigen und gleichzeitig, um die Schauwirkung zu erhöhen, mittels
einer auf- und abwärts gerichteten Bewegung des Trägers dem Schaustück eine entsprechende
zusätzliche Bewegung zu geben.
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Gegenüber diesen bekannten Vorrichtungen hat die Einrichtung nach
der Erfindung den Vorteil; daß nicht nur das fertigeBekleidungsstück dem Beschauer
von allen Seiten vorgeführt wird, sondern daß außerdem gleichzeitig der bei dem
Schaustück verwendete Stoff häufig sich wiederholenden Knüllbeanspru chüngen unterworfen
wird. Es wird also die Brauchbarkeit des Stoffes dem Kunden praktisch vor Augen
geführt, und darüber hinaus wird dem Kunden gezeigt; für welche Zwecke dieser Stoff
Verwendung finden soll.
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Auf der Zeichnung ist im teilweisen Längsschnitt dieVorführungseinrichtung
mitKnüllap2arat dargestellt.
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Auf der Achse i ist ein Einspannring 2 am Träger 2a vorgesehen, der
mittels der Verschraubung 3 geschlossen werden kann und mit dessen Hilfe der vorzuführende
Stoff q. an seiner Oberkante eingeklemmt wird: Oberhalb des Einspannringes 2 ist
auf einem Gestell 5 eine Büste 6 vorgesehen; auf die ein Herrenjackett7 übergezogen
ist. Dieses Jackett ist nur teilweise fertig verarbeitet und läßt die Wollwattierung
8 erkennen, die aus dem gleichen Stoff gemacht wird wie das am: Einspannring 2 eingespannte
Stoffmuster d..
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Wie die eingezeichneten Pfeile erkennen lassen, hat die Achse i sowohl
eine Auf- und Abwärtsbewegung als auch eine Drehbewegung, und zwar abwechselnd eine
Links- und Rechtsdrehbewegung durchzuführen.
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Zum Herbeiführen dieser Drehbewegung ist in dem Sockel 9 der Vorrichtung
ein Motor io mit einem Untersetzungsgetriebe r i vorgesehen. Über einen Kettentrieb
12, 13, 14 wird die Achse 15 in Drehbewegungen versetzt: Auf der Achse 15 ist ein
Hebel 16 verkeilt, der über eine am Ende der Achse i -befestigte Gelenkstange i7
dafür sorgt, daß ;die Achsei eine Abwärts- und Aufwärtsewegung durchführen müß.
Das Maß der Aufwärts- und Abwärtsbewegung der Achse i entspricht der doppelten Größe
des Hebels 16.
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Von dei Achse 15 wird über einen Kettentrieb 18, i9, 2o die Achse2i
in Umdrehung versetzt, die mit einem Hebel 2z verkeilt ist. Der Hebel 22 greift
mit einem Stift 23 in eine Längslochführung 24. eines im Bolzen 25 schwenkbar gelagerten
doppelarmigen Hebels 26 ein, der an seinem oberen Ende wiederum mit einer Längslochführung
27 versehen ist. In die Längslochführung 27 greift ein Stift 28 an .einer Zahnstange
29 ein. Die Zahnstange 29 greift in ein Ritzel 3o auf der Achse i ein.. Das Ritzel
30 ist mit einem Keil 31 in ;einer Längsnut 3 2 geführt.
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Während also über das Hebelgestänge 16,17 die Achse i zu einer Auf-
und Abwärtsbewegung gezwungen wird, wird -gleichzeitig durch das Hebelgestänge 22
bis 27 über die Zahnstange 29 und das Ritzel 3o durch die hin und her gehende Bewegung
der Zahnstange 29 eine Links- und Rechtsdrehung der Achse i bewirkt. Die Längsnut
32 ist dazu bestimmt, daß trotz der Links- und Rechtsdrehung der Achse i diese gleichzeitig
auch eine Auf- und Abwärtsbewegung durchführen kann.
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Wie aus der Zeichnung weiterhin hervorgeht, ist ein Gegengewicht 33
vorgesehen, welches an einem Seil 34 über Rollen 35 und 36 an, einer Lasche 37 am
unteren Ende der Achse i befestigt ist.
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Durch das Gegengewicht 33 wird das mittels der Achse i anzuhebende
Gewicht- ausgeglichen, so daß eine kleinere Kraftquelle für den Betrieb der Vorrichtung
ausreicht.
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Auf der Zeichnung ist-die Büste selbst kurz vor ihrer obersten Lagedargestellt.
Sobald der Hebel 16 sich weiter im Uhrzeigersinne dreht, geht die Achse i abwärts.
Gleichzeitig wird die Zahnstange a9 nach rechts bewegt, so daß auch die Achse i
gleichzeitg über das Ritzel 3o eine Drehbewegung nach links ausführt. Die Wollwattierung
d. trifft demnach auf die Unterfläche 38 des Sockels, 9 auf und wird, in eine Form
zusammengeknüllt, so daß sich gewindeartig hintereinanderfolgende. Falten in dem
zusammengeknüllten Stoff ergeben. Geht dann die Büste 6 mit dem Einspannring 2 wieder
aufwärts; so soll nachgewiesen werden, daß das Stoffmuster q. wieder völlig geglättet
vom Einspannring 2 frei herabhängt; ohne Kniffe ,oder Faltenbildungen noch aufzuweisen.
Während also der Beschauer den Verlauf der Knüllvorgänge beobachten
kann,
hebt und dreht sich gleichzeitig das Jackett 7 auf der Büste 6, so daß der Beschauer
auch in die Lage versetzt wird, den verarbeiteten Stoff 8 von allen Seiten zu betrachten.