DE695035C - Verfahren zur Herstellung eines Streumittels, insbesondere zur Seuchenbekaempfung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Streumittels, insbesondere zur Seuchenbekaempfung

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DE695035C
DE695035C DE1937W0102181 DEW0102181D DE695035C DE 695035 C DE695035 C DE 695035C DE 1937W0102181 DE1937W0102181 DE 1937W0102181 DE W0102181 D DEW0102181 D DE W0102181D DE 695035 C DE695035 C DE 695035C
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peat
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disinfectant
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DE1937W0102181
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Dipl-Chemiker Dr Herber Wittek
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DIPL CHEMIKER DR HERBERT WITTE
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DIPL CHEMIKER DR HERBERT WITTE
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    • A01K1/00Housing animals; Equipment therefor
    • A01K1/015Floor coverings, e.g. bedding-down sheets ; Stable floors
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    • A01K1/0155Litter comprising organic material
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
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    • A01N59/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing elements or inorganic compounds
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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Streumittels, insbesondere zur Seuchenbekämpfung Die wirksame Bekämpfung von Viehseuchen, insbesondere der gefährlichen Maul- wind Klauenseuche, stößt unter :anderem auch deswegen auf große Schwierigkeiten, weil der Virus leicht von Gehöft zu Giehöft, von Ortschaft zu Ortschaft nicht nur durch das Vieh, sondern auch durch ,die sich auf den Straßen bewegenden Menschen und Fahrzeuge verschleppt wird.
  • Man hat schon versucht, diese Verschleppungsmöglichkeit dadurch einzuschränken, daß -man Torfmull mit Soda oder Desinfektionsmitteln, wie Quecksilberchlorid oderätherischen ölen (Eukalyptusöl o. dgl.), vermischte und das Gemisch zum Ausstreuen brachte. Da das wirksame Mittel hierbei mit großer Feinheit ;angewandt werden mixß, um es möglichst ;gleichmäßig im Torf zu verteilen, wird es durch Zug und Wind leicht aus der Torffaser herausgeblasen und weggenommen und durch Regen oder ähnliche atmosphärische oder Witterungseinflüsse schnell ausgewaschen, wodurch naturgemäß ein solcher Torf schon in kürzester Zeit an Wirksamkeit verliert.
  • Es ist auch bekannt, Torf, Sägespäne oder ähnliche organische Fasern mit dem zu tränken. Ein solches Verfahren kommt zunächst nur denn in Betracht, wenn das betreffende Desinfektionsmittel an sich flüssig ist oder aber sich in einem billigen Lösungsmittel, insbesondere Wasser, löst, sofern es durch letzteres nicht chemisch verändert wird und hierbei seine Desinfektionskraft vorzeitig einbüßt. Außerdem haften selbst die in flüssigem Zustande vorliegenden, vorgebildeten Desinfektionsmittel nicht kräftig genug an der organischen Faser.
  • Es ist ferner bekannt, Pflanzenprodukte in hinreichend zerkleinertem Zustande mit unlöslichen Stoffen zu härten bzw. zu beschweren, dadurch, daß man unlösliche Niederschläge auf ihnen erzeugte, indem man z. B. Tabakstaub mit Natriumsulfat tränkt und durch Zusatz von Kalk Calciumsulfat ,auf dem Staub niederschlägt. Dies geschah zur Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln mit erhöhter Haftfähigkeit an den damit zu behandelnden Pflanzen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die oben beschriebenen Übelstände vermeiden kann, wenn man an Stelle eines Gemisches von Torf o. dgl. mit fertigen, bereits vorgebildeten Desinfektionsmitteln ein Erzeugnis anwendet, bei welchem die Desinfektionsmittel im Entstehungszustande auf ;der Torffaser niedergeschlagen worden sind. Wird für die Herstellung des Desinfektionsmittels ein Mittel verwendet, welches in konzentrierter, insbesondere wäßriger Lösung zur Anwendung kommt, so empfiehlt es sich, die Torffaser vorher auf einen Wassergehalt von q.o bis 6o% vorzutrocknen. Sodann wird die Reaktion mit zwei oder mehreren in Form konzentrierter Lösung angewandten Verbindungen vorgenommen und schließlich zu Ende getrocknet und nötigenfalls verpreßt.
  • Wird dagegen einer der Reaktionsstoffe in Form von Gasen oder Dämpfen oder im Schmelzzustand oder in - Lösung in einem leichtflüchtigen Lösungsmittel angewandt, so ,empfiehlt es sich, vor der Reaktion -den Torf auf seinen H20-Gehalt von 3o bis 400/p H20 vorzutrocknen und dann das Desinfektionsmittel unter Niederschlagung in der Torffaser herzustellen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann z. B. in der Weise durchgeführt werden, daß man alkalische Phenollösungen von vorgetrocknetem Torf aufsaugen läßt, den Torf zu Ende trocknet und sodann mit Kohlensäure behandelt, wobei das Alkaliphmolat unter Bildung von Natriumbicarbo;nat unter Freigabe .des Phenols aufgespalten wird, oder man behandelt die entsprechend auf 5o bis 6o% H2O-Gehalt getrocknete Torffaser mit Ätzkalk, benetzt mit der zur Hydratisierung gegebenenfalls noch ,nötigen Menge Wasser und läßt auf dieses mit Ätzkalk imprägnierte lockere Erzeugnis in der bei der Chlorkalkfabrikation üblichen Weise trockenes Chlorgas zur Einwirkung gelangen. Ein so erhaltenes Mittel läßt sich sehr leicht verpressen und ist in diesem Zustande gut transportfähig, so daß es ohne Schwierigkeit zunächst an Ort und Stelle ausgestreut und sodann erst mit der zur Wirksamkeit des Chlors im Chlorkalk benötigten Menge Wasser angefeuchtet werden kann; oder man imprägniert den Torf mit einer kolloidalen Lösung oder feinen Suspension der das desinfizierende Salz bildenden. Base und läßt auf einen so imprägnierten Torf die betreffende Säure, z. B. verdünnte Schwefelsäure, einwirken, worauf das Präparat bis auf ungefähr 3o% H20-Gehalt getrocknet wird. Es können naturgemäß, soweit die Wirtschaftlichkeit hierdurch nicht in Frage gestellt wird, auch andere Desinfektionsmittel, wie Chloramine, Anilinfarbstoffe, ätherische öle u. dgl., für die Imprägnierung der Torffaser Anwendung finden, soweit die Möglichkeit besteht, sie unmittelbar auf der Faser entstehen zu lassen- bzw. auszufällein.
  • Man kann auf diese Weie je nach Belieben die Torffaser mit desinfizierenden Mitteln mehr oder weniger anreichern.
  • Man verhält nach der Erfindung eine mit dem betreffenden desinfizierend wirkenden Stoff innerlich und äußerlich inkrustierte, imprägnierte Torffaser. Ein solches Torferzeugnis ist sehr lagerbeständig und gut transportfähig, da es sich leicht zu Ballen und selbst zu Preßlingen kleinen Formats, wie Tafeln, Tabletten, verpressen läßt.
  • Die Torffaser enthält den wirksamen Stoff in fester Bindung, sowohl an ihrer Oberfläche als in ihrem Innern und gibt Hin nur in dem Umfange ab, als sie durch Belastung, d. h. Betreten oder Befahren, mechanisch beansprucht wird. Wind und Zug können den desinfizierenden Stoff aus der Faser nicht herausblasen, und auch bei starkem Regen oder 'völliger Durchnässung hält die Torffaser den Stoff verhältnismäßig lange fest. Ein solches Erzeugnis läßt sich auch leicht handhaben, verteilen und ausstreuen.
  • An Stelle von Torf als Träger des desinfizierenden Mittels kann man naturgemäß auch andere geeignete ,organische Stoffe anwenden, welche als Träger eine große Oberfläche darbieten, so z. B. Sägespäne, Häcksel, Moos u. dgl. Als Desinfektionsmittel, welche in Gegenwart der Faser in der erfindungsgemäßen Weise ;gebildet bzw. auf ihr niedergeschlagen werden können, kommen vor allem billige Stoffe in Frage, wie z. B. Chlorkalk, Carbolsäure, Kresole, Alaun, Eisen- und Kupfersulfat, Soda (aus Natronlauge und Kohlensäure), Calciumhydroxyd (z. B. aus Calciumsalzlösungen und Ammoniak oder Alkali) u. dgl. Das erfindungsgemäße Streumittel eignet sich auch für andere Streuzwecke, so z. B., wenn für' die Imprägnierung oxydierend wirkende Chemikalien, z. B. Chlorkalk, angewandt worden sind, als Streumittel für Luftschutzzwecke.
  • Die folgenden beiden Beispiele zeigen vergleichsivveise die Haltbarkeit. dieses Erzeugnisses, das nach der Erfindung herbestellt wurde (Beispiel i) mit einem imprägnierten Torfmull, wie er bisher verwendet wurde (Beispiel 2).
  • Beispiel i i oo kg fein zerkleinerter Torf mit einem Gehalt von 30% H20 werde. unter kräftigem Vermischen m einer mit Fürdersch;neck e versehenen Vorrichtung mit 5 kg Phenolatlauge, die etwa i o % Carbolsäure enthält, gut vermischt, das Gemisch hierauf . zweitergetrocknet und in der gleich-en Vorrichtung mit kohlensäurehaltigem Gas weiterbehandelt. Beim Ausstreuen des Produktes in Form einer freien Schicht von etwa 2 cm bleibt die Desinfektionskraft desselben ungefähr 2o Tage erhalten.
  • Beispiel 2 iookg der gleichen Art wie bei Beispiel i werden unter kräftigem Vermischen mit einer Lösung von o, 5 kg Carbolsäure in q. kg Wasser behandelt. Die Desinfektionskraft eines auf diese Weise hergestellten Produktes bleibt unter sonst gleichen Verhältnissen wie bei 'Beispiel i nur 5 Tage erhalten.

Claims (3)

  1. PATE NTA\TSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellungeines Streumittels, insbesondere zur Seuchenbekämpfung, aus Torf, Sägespänen, Häcksel oder anderen geeigneten großflächigen organischen Substanzen durch Imprägnierung mit bekannten. ,desinfizierend wirkenden Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß, die desinfizierend wirkenden Stoffe in Gegenwart der- Torffaser oder anderer geeigneter organischer Fasern ,erst gebildet, insbesondere dieselben in statu nascendi aus .der Lösung auf der Faser zur Ausfällung gebracht werden, und daß nötigenfalls das imprägnierte Produkt getrocknet und zu Ballern oder Pneßlilngen kleinen Formates verprießt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Anwendung eines der .das Desinfektionsmittel bildenden Reaktionsstoffe in Form vorn konzentrierten Lösungen den Torf o. dgl. in Form :eines auf ¢o bis 6o% H20-G:ehalt vorgetrockneten Produktes anwendet und xiach°.der Reaktion zu Ende trocknet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gzkemizeichnet, daß man bei Anwendung eines der das Desinfektionsmittel bildenden Reaktionsstoffe in Gasform oder im Schm,elzzustande oder in Lösung in einem leichtflüchtigen Lösungsmittel einen schon weitgehend, ungefähr auf 3o bis ¢o% H20-Gehalt vorgetrockneteg Torf o. dgl. anwendet.
DE1937W0102181 1937-10-28 1937-10-28 Verfahren zur Herstellung eines Streumittels, insbesondere zur Seuchenbekaempfung Expired DE695035C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE202006017318U1 (de) * 2006-11-11 2007-12-20 Kalkwerk Hufgard Gmbh Klauenbehandlungsmittel

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE202006017318U1 (de) * 2006-11-11 2007-12-20 Kalkwerk Hufgard Gmbh Klauenbehandlungsmittel

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