DE69413461T2 - Legierung auf Nickelbasis mit hohe Bruchfestigkeit und sehr guten Korngrössenregelung - Google Patents

Legierung auf Nickelbasis mit hohe Bruchfestigkeit und sehr guten Korngrössenregelung

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Description

    "Legierung mit verbesserter Hochtemperaturfestigkeit"
  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Nickelbasis-Legierung mit verbesserter Zeitstandfestigkeit, Dauerfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit sowie eingestellter Korngröße.
  • In bestimmten Industriezweigen besteht ein Bedarf an Legierungen für einen Betrieb unter erschwerten Bedingungen, insbesondere bei hohen Temperaturen und Belastungen. Dies gilt beispielsweise für Gasturbinenkomponenten, für die gängige Spezifikationen eine Standzeit von über 50 Stunden bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa vorschreiben. Die Hersteller derartiger Komponenten setzen zunehmend höhere Standards, was die Hersteller dazu zwingt, nach besseren Legierungen zu vergleichbaren Preisen zu suchen. Zu den unabdingbaren Erfordernissen derartiger Legierungen gehört die Beständigkeit gegen Oxidation bei konstanten oder wechselnden Temperaturen und Aufkohlung sowie Gefügestabilität nach einer langzeitigen Beanspruchung bei mittleren Temperaturen, eine gute Schweißbarkeit, eingestellte Korngröße und ausgezeichnete Zeitstandfestigkeit.
  • Zu den Werkstoffen, die bislang diesem Eigenschaftsprofil genügten, gehört die weitverbreitete Legierung Inconel®617 (Inconel ist eine Marke der Inco- Gruppe), deren Zusammensetzung sich von der Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Legierung durch das Fehlen von Tantal unterscheidet. Die Standzeit dieser Legierung bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa übersteigt normalerweise etwa 47 Stunden nicht; sie läßt sich jedoch bei zunehmender Glühtemperatur auf über 100 Stunden steigern. Diese Verbesserung der Standzeit geht jedoch auf Kosten der Dauerfestigkeit, die mit zunehmender Korngröße als Folge höherer Glühtemperaturen abnimmt.
  • Eine der Legierung Inconel®617 ähnliche Nickelbasis-Legierung beschreibt die britische Offenlegungsschrift 1 336 409.
  • Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Nickelbasis-Legierung mit verbesserter Standzeit, ausgezeichneter Dauerfestigkeit infolge eingestellter Korngröße und guter Korrosionsbeständigkeit zu schaffen.
  • Die Lösung dieser Aufgabe besteht in einer Legierung mit etwa der folgenden Zusammensetzung in Gew.-%:
  • Kohlenstoff 0,04 bis 0,15
  • Eisen 0 bis 8
  • Chrom 18 bis 25
  • Kobalt 10 bis 15
  • Molybdän 5 bis 15,5
  • Aluminium 0,7 bis 1,5
  • Wolfram 0 bis 5
  • Titan 0 bis 0,5
  • Tantal 0,7 bis 2,5
  • Mangan 0 bis 1
  • Silizium 0,05 bis 0,75
  • Zirkonium 0,01 bis 0,05
  • Bor 0 bis 0,01
  • Nickel und unvermeidliche Verunreinigungen Rest
  • Die Patentansprüche 5 und 9 sowie die abhängigen Patentansprüche 2 bis 4 und 6 bis 8 beziehen sich auf bevorzugte engere Gehaltsgrenzen einiger Legierungsbestandteile, während der Patentanspruch 10 die bevorzugten Eigenschaften der Legierung bezeichnet.
  • Es wurde festgestellt, daß eine kontrollierte Zugabe von Wolfram und Tantal in Anwesenheit von die Korngröße beeinflussenden Legierungsbestandteilen die Standzeit verbessert. Dies erlaubt beim Schlußglühen Temperaturen bis 1204ºC, um Standzeiten über 50 Stunden bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa sowie bei 927ºC und einer Belastung von 76 MPa zu erreichen, während gleichzeitig die Korngröße zwischen ASTM 4 und 6,5 (89 und 38 um) liegt und somit eine Dauerfestigkeit beibehalten bleibt, wie sie für einen Betrieb unter schweren Bedingungen erforderlich ist.
  • Fig. 1 beinhaltet einen Vergleich der Dauerfestigkeiten bis zum Bruch der Legierung 617 und einer erfindungsgemäßen Legierung bei verschiedenen erhöhten Temperaturen,
  • Fig. 2 eine grafische Darstellung der Gewichtsänderung erfindungsgemäßer Legierungen und herkömmlicher Legierungen X, 188, 230 und 617 in einer Atmosphäre aus Wasserstoff, 5,5% Methan und 4,5% Kohlendioxid bei 1000ºC und
  • Fig. 3 die Gewichtsänderungen einer erfindungsgemäßen Legierung und der herkömmlichen Legierungen X, 188, 230 und 617 in einer Atmosphäre aus Luft mit 5% Wasserdampf.
  • Zahlreiche Versuche wurden mit Proben der beanspruchten Legierung, hinsichtlich ihrer Zusammensetzung benachbarter Legierungen und von Vergleichslegierungen aus Inconel®617 durchgeführt, um die Wirksamkeit der beanspruchten Legierung zu veranschaulichen. Die Zusammensetzung der einzelnen Proben ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle 1. Tabelle 1 Tabelle 1 Tabelle 1
  • Wie sich aus der Tabelle 2 ergibt, wurden Zeitstandversuche an Legierungen mit unterschiedlichen Gehalten an Tantal, Wolfram und Titan durchgeführt. Die Zeitstandversuche wurden unter Verwendung von Streifen mit einer Dicke von 0,158 cm durchgeführt, die fünf Minuten bei 1204ºC geglüht und anschließend in Wasser abgeschreckt wurden. Sämtliche Zeitstandversuche der vorliegenden Beschreibung wurden in Übereinstimmung mit der Norm ASTM E-139 durchgeführt. Dabei wurden die Standzeit und die Dehnung bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa sowie bei 927ºC und einer Belastung von 76 MPa gemessen. Die Gehalte der einzelnen Legierungsbestandteile wurden aus Gründen einer Vereinfachung des Vergleichs aufgerundet. Tabelle 2
  • Die Zeitstandversuche zeigen, daß die Standzeit der Proben mit mindestens 2% Tantal bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa deutlich besser ist. Zugaben von 5% Wolfram verbessern ebenfalls die Standzeit bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa, während eine Erhöhung der Gehalte an Titan und Wolfram die Zeitstandfestigkeit zu Lasten der Schlagfestigkeit weiter verbessert.
  • Die Daten der Tabelle 3 zeigen die Schlagfestigkeit von Proben mit verschiedenen Gehalten an Tantal, Wolfram und Titan. Die Schlagfestigkeitsversuche wurden unter Verwendung von Drahtproben mit einem Durchmesser von 0,159 cm durchgeführt, die 24 Stunden bei den angegebenen Temperaturen geglüht wurden. Weitere Proben wurden bei 760ºC langzeitig, beispielsweise 100 und 300 Stunden geglüht. Die Versuche zu Tabelle 3 und allen anderen Tabellen wurden in Übereinstimmung mit der Norm ASTM E- 23 durchgeführt. Tabelle 3
  • Die vorstehenden Daten zeigen, daß die Gehalte an Tantal, Wolfram und Titan im Hinblick auf die Zeitstandfestigkeit, Schlagfestigkeit und nicht technischen Gesichtspunkte wie die hohen Kosten für Tantal aufeinander abgestimmt werden müssen.
  • Außer den vorerwähnten Eigenschaften muß die Legierung eine gute Dauerfestigkeit besitzen. Diese Eigenschaft läßt sich am besten durch Einstellen der Korngröße gewährleisten. Eine geringe Korngröße, beispielsweise zwischen ASTM 4 und 6,5 (89 und 39 um) verleiht der Legierung eine gute Dauerfestigkeit. Korngrößen wie ASTM 2 (178 um) verleihen der Legierung zwar eine bessere Zeitstandfestigkeit, bringen jedoch die Dauerfestigkeit auf niedrigere, nur für bestimmte Zwecke geeignete Werte.
  • Das Einstellen der Korngröße geschieht mit Kornfeinungselementen, beispielsweise durch geringe Gehalte an Zirkonium, Silizium, Titan, Stickstoff und etwa 0,08% Kohlenstoff. Darüber hinaus ist die Glühtemperatur wichtig für das Einstellen der Korngröße. Die Tabelle 4 zeigt die Wirkung verschiedener Glühtemperaturen auf bestimmte Legierungen. Tabelle 4
  • Die einzelnen Proben wurden fünf Minuten bei den angegebenen Temperaturen gehalten und in Wasser abgeschreckt, mit Ausnahme der zehn Minuten geglühten Vergleichsprobe B. Das Wasserabschrecken verhindert ein schädliches Ausscheiden von Karbiden aus der Formgebung. Die Versuchsergebnisse zeigen, daß Glühtemperaturen über 1204ºC die Zeitstandfestigkeit bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa nicht merklich verbessern, während sich bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa die Standzeit anhaltend bei 1204ºC und 1232ºC erhöht. Mit steigenden Glühtemperaturen vergröbert sich das Korn bei entsprechender Abnahme der Dauerfestigkeit. Daher bietet eine Glühtemperatur von etwa 1204ºC das gewünschte ausgewogene Verhältnis von guter Standzeit und guter Dauerfestigkeit. Im Gegensatz dazu zeigt die weder Tantal noch Wolfram enthaltende Vergleichslegierung keine mit der Glühtemperatur steigende Standzeit. Die Abwesenheit der obenerwähnten Kornfeinungsmittel, nämlich Silizium und Zirkonium, führt zu einem unkontrollierten Kornwachstum und unangemessenen Dauerfestigkeiten. Normalerweise würde sich eine Siliziumzugabe negativ auf die Standzeit auswirken. Die Erfinder haben jedoch festgestellt, daß gezielte Zugaben von Tantal und Wolfram die Zeitstandeigenschaften in Anwesenheit von Silizium bewahren.
  • Um die Wirkung des Stickstoffs und des Kohlenstoffs als Kornfeinungsmittel und deren gleichzeitige Wirkung auf die Zeitstandeigenschaften festzustellen, wurden vier Schmelzen mit 1,5% Tantal sowie jeweils zwei verschiede nen Kohlenstoffgehalten von 0,04 und 0,08% sowie zwei verschiedenen Stickstoffgehalten von 0 und 0,04% erschmolzen. Die Proben wurden fünf Minuten bei den angegebenen Temperaturen gehalten und anschließend in Wasser abgeschreckt. Die Glühtemperaturen lagen bei 1149, 1177 und 1204ºC. Die Zeitstandversuche bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa sowie bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa sowie die jeweilige Korngröße nach den verschiedenen Glühbehandlungen sind aus der nachfolgenden Tabelle 5 ersichtlich. Tabelle 5
  • Die Daten zeigen, daß die stickstoffhaltigen Schmelzen infolge eines feineren Korns eine geringere Standzeit besitzen und dies bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa deutlicher zu Tage tritt. Gute Zeitstandwerte lassen sich mit 1,5% Tantal bei ausreichender Anwesenheit von Kornfeinungsmitteln, beispielsweise geringen Gehalten an Zirkonium und 0,08% Kohlenstoff erreichen. Da sich Zirkonium negativ auf die Schweißbarkeit auswirken könnte, übersteigt der Zirkoniumgehalt vorteilhafterweise 0,1% nicht. Hingegen dürfte Stickstoff als Kornfeinungsmittel unkritisch sein.
  • Außer den bereits erwähnten Legierungsbestandteilen lassen sich auch die Gehalte an Aluminium und Titan im Hinblick auf die Hochtemperatureigenschaften der Legierung variieren. Die Tabelle 2 veranschaulicht die Wirkung von Aluminium und Titan auf die Standzeit und die Dehnung. Generell besitzen die Legierungen 21 und 22 mit niedrigeren Gehalten an Aluminium und Titan eine höhere Standzeit. Deutlicher noch zeigt sich die Verbesserung der Schlagfestigkeit bei diesen Legierungen im Vergleich zu den Legierungen 19 und 20, wie in Tabelle 3 dargetan.
  • Generell belegen die bei den Versuchen ermittelten Zeitstandfestigkeiten im Hinblick auf die Festigkeiten bei hohen Temperaturen, daß sich gute Standzeiten (über 50 Stunden) mit etwa 1 bis 1,5% Tantal, 3 bis 5% Wolfram und 7 bis 10% Molybdän erreichen lassen. Eine Erhöhung des Wolframgehaltes von 3 auf 5% verringert jedoch die Schlagfestigkeit nach einem langzeitigen Glühen bei 760ºC, wie ein Vergleich der Legierungen 21 und 22 mit den Legierungen 40 und 44 belegt. Darüber hinaus dürfte bei 1,3% Aluminium auch eine Erhöhung des Tantalgehalts von 1 auf 1,5% zu einer Verringerung der Schlagfestigkeit führen. Gute Schlagfestigkeiten lassen sich bei höheren Tantalgehalten erreichen, wenn der Aluminiumgehalt geringer ist, wie sich bei einem Vergleich der Legierungen 36 und 40 zeigt. Eine Erhöhung des Tantalgehalts auf über 2%, wie im Falle der Legierung 33 mit 2,4% Tantal, macht bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa Standzeiten nahe bei 100 Stunden möglich. Die Schlagfestigkeit verringert sich jedoch nach einem Glühen bei Zwischentemperaturen infolge des Entstehens von mu-Phase. Außerdem erhöhen sich die Kosten für die Legierung wegen des teueren Tantals.
  • Des weiteren konnte festgestellt werden, daß sich allzu viel Molybdän (mindestens 10% Molybdän) nachteilig auf die Schlagfestigkeit nach einem langzeitigen Glühen bei erhöhter Temperatur auswirken. Beispielhaft gibt Tabelle 6 die Schlagfestigkeiten nach einem längeren Glühen bei 871ºC. Tabelle 6
  • Die Daten der Tabelle 6 machen deutlich, daß sich bei einer Legierung mit etwa 10% Molybdän die Schlagfestigkeit mit zunehmender Glühzeit verringert. Der Molybdängehalt sollte daher 5 bis 9% betragen. Vorteilhafterweise übersteigt der Molybdängehalt jedoch 8,5%, besser noch 8% nicht, um eine Beeinträchtigung der Schlagfestigkeit bei 871ºC in Grenzen zu halten.
  • Das Diagramm der Fig. 1 vergleicht die Zeitstandfestigkeit der alterungsbeständigen Legierung 47 mit der herkömmlichen Legierung 617. Die Proben der Legierung 47 wurden 1,5 Stunden plus je 2,4 min pro mm Blechdicke bei 1177ºC geglüht und in Wasser abgeschreckt. Gegenwärtig ist anzunehmen, daß ein Glühen bei 1177ºC mit anschließendem Wasserabschrecken bei Legierungen mit höchstens 9% Molybdän optimale Eigenschaften ergibt. Die erfindungsgemäße Legierung sollte nach der Wärmebehandlung vorteilhafterweise keinerlei mu-Phase enthalten. Bei Temperaturen ab 871ºC zeichnet sich die erfindungsgemäße Legierung durch eine erhöhte Zahl von Lastwechseln bis zum Bruch um mindestens zwei Größenordnungen aus.
  • Um übliche Lötzyklen beim Verbinden verschiedener Gasturbinenkomponenten zu simulieren, wurden die folgenden Versuche angestellt: Ausgewählte Proben wurden auf 1191ºC erwärmt und 20 Minuten bei dieser Temperatur gehalten, alsdann mit einer Geschwindigkeit von 22,2ºC/min auf 927ºC und sodann an Luft abgekühlt. In einigen Fällen wurde dieser Zyklus dreimal wiederholt. Die Proben wurden dann hinsichtlich ihrer Zeitstandfestigkeit bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa untersucht. Die Versuchsergebnisse sind in der Tabelle 7 zusammengestellt; sie zeigen, daß die Proben der Legierungen 21 und 22 auch nach den Lötzyklen noch ihre Zeitstandfestigkeit beibehielten. Tabelle 7
  • Wichtig sind auch die Korrosionseigenschaften. Die Tabelle 8 gibt die Korrosionsbeständigkeit mehrerer Proben in Form der Gewichtsänderung je Einheit des Querschnitts wieder. Die mit "OX2" gekennzeichneten Daten beziehen sich auf eine isotherme Oxidation bei 1100ºC und die mit "OX" gekennzeichneten Daten auf die Oxidation infolge zyklischer Temperaturbelastung bei 1093ºC, die mit "C1" gekennzeichneten Daten auf Aufkohlungsversuche in einer Atmosphäre aus Wasserstoff und 1% Methan sowie die mit "C2" gekennzeichneten Daten auf Versuche in einer Atmosphäre aus Wasserstoff, 5,5% Methan und 4,5% Kohlendioxid jeweils bei 1000ºC. Die zyklische Temperaturbelastung bestand bei dem Oxidationsversuch aus einem viertelstündigen Erwärmen der Proben auf die jeweilige Temperatur und einem fünfminütigen Abkühlen an Luft bei 1500 Zyklen, bei den Oxidations/Aufkohlungsversuchen etwa 1000 Stunden. Die Daten veranschaulichen die Wirkung der einzelnen Elementen: Aluminium, Titan, Silizium, Tantal, Molybdän und Wolfram auf die Beständigkeit der Legierung gegenüber speziellen Atmosphären. Die Versuche dauerten 1000 Stunden mit Ausnahme der Versuche mit wechselnder Temperatur, die jeweils etwa 1500 Zyklen dauerten. Tabelle 8
  • Die Daten der Tabelle 8 zeigen, daß ein niedriger Aluminiumgehalt die Oxidationsbeständigkeit bei hohen Temperaturen nicht beeinträchtigt, während sich die Oxidationsbeständigkeit bei zyklisch wechselnder Temperatur im Falle der Schmelzen mit niedrigerem Aluminiumgehalt beträchtlich verringert (vgl. Legierungen 21 und 22 mit der Legierung 40 und diese drei Legierungen mit den übrigen, 1,2 bis 1,3% Aluminium enthaltenden Legierungen). Höhere Aluminiumgehalte erhöhen die Beständigkeit in einer Atmosphäre aus Wasserstoff plus 1% Methan ("C1") in aufkohlender Atmosphäre (vgl. Legierungen 19 und 21). Geringe Gehalte an Zirkonium dürften die Oxidationsbeständigkeit bei zyklischer Temperaturänderung im Vergleich zu der Legierung 617 verbessern (vgl. Legierung 34 mit der Vergleichslegierung A).
  • Höhere Titangehalte von 0,5% im Vergleich zu 0,3% scheinen die Beständigkeit gegen Oxidation und in einer Atmosphäre aus Wasserstoff plus 1% Methan bei hohen Temperaturen zu verbessern, ohne die Oxidations/Aufkohlungsbeständigkeit zu beeinträchtigen (vgl. Legierungen 43 und 42). Höhere Siliziumgehalte verbessern die Oxidations/Aufkohlungsbeständigkeit (vgl. Legierung 44 und 45). Außerdem zeitigen verschiedene Legierungen ohne eine Siliziumzugabe Massenänderungen von 10 bis 20 mg/cm², während die Schmelzen mit einem Siliziumzusatz lediglich eine Gewichtsabnahme unter 10 mg/cm² in einer oxidierenden Aufkohlungsatmosphäre aus Wasserstoff mit 5,5% Methan und 4,5% Kohlendioxid unterlagen. Eine Erhöhung des Tantalgehalts von 1,5 auf 2,5% scheint die Oxidationsbeständigkeit bei höheren Temperaturen nicht zu beeinträchtigen (vgl. Legierungen 38 und 36). Eine Verringerung des Molybdängehalts unter 7% verringert die Oxidationsbeständigkeit bei hohen Temperaturen (vgl. Legierungen 35 und 40). Eine Erhöhung des Wolframgehalts von 3% (vgl. Legierungen 36 und 38) verringert jedoch die Oxidationsbeständigkeit bei hoher Temperatur in einem anderen Falle nicht (vgl. Legierungen 21 und 22). Höhere Wolframgehalte verringern hingegen die Beständigkeit in reduzie render aufkohlender Atmosphäre aus Wasserstoff mit 1% Methan in den beiden erwähnten Fällen.
  • Die Diagramme der Fig. 2 und 3 zeigen, daß die Legierung 47 im Vergleich zu der Legierung 617 eine ähnliche bis leicht verbesserte Korrosionsbeständigkeit besitzt. Die erfindungsgemäße Legierung besitzt hingegen eine merklich bessere Korrosionsbeständigkeit in einer Atmosphäre aus Wasserstoff, 5,5% Methan und 4,5% Kohlendioxid sowie in Luft mit 5% Wasserdampf im Vergleich zu den Legierungen X, 188 und 230.
  • Die Versuchsergebnisse lassen sich dahingehend zusammenfassen, daß der Aluminiumgehalt im Hinblick auf eine gute Beständigkeit gegen Oxidation und Aufkohlung bei zyklischer Temperaturbeanspruchung 0,8% betragen sollte. Ein gewisser Siliziumgehalt ist im Hinblick auf die Beständigkeit in oxidierend-aufkohlender Atmosphäre erforderlich. Titan verbessert zwar die Beständigkeit in oxidierend-aufkohlender Atmosphäre, beeinträchtigt jedoch die Oxidationsbeständigkeit bei hohen Temperaturen. Geringe Gehalte an Zirkonium können die Oxidationsbeständigkeit bei wechselnder Temperatur verbessern und eine Verringerung des Aluminiumgehalts hinsichtlich der Schlagfestigkeit ausgleichen. Auf der Grundlage der Versuche bezüglich der mechanischen Eigenschaften und der Korrosionsbeständigkeit ergeben die folgenden Gehaltsgrenzen eine Legierung mit den gewünschten Eigenschaften: Tabelle 9
  • Die Legierung kann Verunreinigungen, beispielsweise bis 0,05% Magnesium und höchstens 1% Kupfer enthalten. Die vorstehenden Gehaltsgrenzen gewährleisten gute Zeitstandfestigkeiten bei ausgezeichneter Korngröße. Die Oxidations- und Aufkohlungsbeständigkeit der Legierung sollte derjenigen der Legierung 617 entsprechen. Ein Glühen im Anschluß an ein Wiedererwärmen sollte bei 1177ºC stattfinden; das Schlußglühen jedoch im Hinblick auf gute Zeitstandeigenschaften bei 1204ºC oder 1177ºC.
  • Zusätzliche Zugversuche belegen eine Verbesserung der Streckgrenze und der Zugfestigkeit bei Legierungen mit unter 9% Molybdän. Darüber hinaus auch eine im Vergleich zu der Legierung 617 bessere Anfangskriechfestigkeit. Größere Blöcke können ESU-behandelt werden; dies sollte jedoch mit Umschmelzgeschwindigkeiten geschehen, die ein Zeilengefüge vermeiden. Ein solches Gefüge kann nämlich die Schlagfestigkeit verringern. Knetlegierungen können zur Verbesserung ihrer Verformbarkeit auch Bor enthalten.

Claims (10)

  1. Legierung mit verbesserter Hochtemperaturfestigkeit, eingestellter Korngröße und Korrosionsbeständigkeit aus - in Gewichtsprozent -
    0,04 bis 0,15% Kohlenstoff
    0 bis 8% Eisen
    18 bis 25% Chrom
    10 bis 15% Kobalt
    5 bis 9% Molybdän
    0,7 bis 1,5% Aluminium
    0 bis 5% Wolfram
    0 bis 0,5% Titan
    0,7 bis 2,5% Tantal
    0 bis 1% Mangan
    0,05 bis 0,75% Silizium
    0,01 bis 0,1% Zirkonium
    0 bis 0,05% Bor,
    Rest einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen Nickel.
  2. 2. Legierung nach Anspruch 1 mit 0 bis 6% Eisen, 19 bis 24% Chrom und 5 bis 8,5% Molybdän.
  3. 3. Legierung nach Anspruch 1 oder 2 mit 1 bis 5% Wolfram.
  4. 4. Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit 0,7 bis 2,2% Tantal.
  5. 5. Legierung mit verbesserter Hochtemperaturfestigkeit, eingestellter Korngröße und Korrosionsbeständigkeit aus
    0,04 bis 0,15% Kohlenstoff
    0 bis 6% Eisen
    19 bis 24% Chrom
    10 bis 15% Kobalt
    5 bis 8,5% Molybdän
    0,7 bis 1,5% Aluminium
    1 bis 5% Wolfram
    0 bis 0,5% Titan
    0,7 bis 2,2% Tantal
    0 bis 1% Mangan
    0,05 bis 0,6% Silizium
    0,01 bis 0,1% Zirkonium
    0 bis 0,02% Bor
    Rest einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen Nickel.
  6. 6. Legierung nach Anspruch 5 mit 0 bis 4% Eisen, 20 bis 23% Chrom und 5 bis 8% Molybdän.
  7. 7. Legierung nach Anspruch 5 oder 6 mit 2 bis 5% Wolfram.
  8. 8. Legierung nach einem der Ansprüche 5 bis 7 mit 0,7 bis 2,0% Tantal.
  9. 9. Legierung mit verbesserter Hochtemperaturfestigkeit, eingestellter Korngröße und Korrosionsbeständigkeit mit
    0,04 bis 0,15% Kohlenstoff
    0 bis 4% Eisen
    20 bis 23% Chrom
    10 bis 15% Kobalt
    5 bis 8% Molybdän
    0,7 bis 1,5% Aluminium
    2 bis 5% Wolfram
    0,05 bis 0,5% Titan
    0,7 bis 2% Tantal
    0 bis 1% Mangan
    0,05 bis 0,5% Silizium
    0,01 bis 0,1% Zirkonium
    0,0001 bis 0,01% Bor,
    Rest einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen Nickel.
  10. 10. Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit einer Standzeit über 50 Stunden bei 871ºC und einer Belastung von 98 MPa sowie bei 927ºC und einer Belastung von 62 MPa sowie einer Korngröße von 38 bis 89 um.
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