DE69332240T2 - Ultrafeines pulver zur inhalation und dessen herstellung - Google Patents

Ultrafeines pulver zur inhalation und dessen herstellung

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    • A61K9/0075Sprays or powders for inhalation; Aerolised or nebulised preparations generated by other means than thermal energy for inhalation via a dry powder inhaler [DPI], e.g. comprising micronized drug mixed with lactose carrier particles

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Description

    TECHNISCHER BEREICH
  • Die Erfindung betrifft ein Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation und ein Verfahren zu seiner Herstellung. Die Erfindung betrifft im Einzelnen ein Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches einen spezifischen Niederalkyl- Celluloseether und ein Medikament umfasst, wobei mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen, ein Verfahren zu seiner Herstellung und eine Pulverzubereitung zur Inhalation, welche das Pulver enthält.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Ein Inhalat ist eine Zubereitung, welche dazu bestimmt ist, als ein Medikament von der Mund- oder Nasenhöhle hauptsächlich an einen unteren Abschnitt der Luft- oder Atemwege, so etwa die Trachea, die Bronchien und die Alveolen, abgegeben zu werden. Im vorliegenden Text sind die unteren Abschnitte der Atemwege definiert als Trachea, Bronchien, Bronchiolen, Alveolen etc.
  • Von Inhalaten wird erwartet, dass sie ihre Wirkung zielgerichtet in einem bestimmten Organ entfalten (sog. Targeting-Konzept), dass sie als Zubereitungen für eine lokale Anwendung von Medikamenten zur Behandlung von Brustleiden wie Asthma, Bronchitis und Lungenemphysem wirksam sind, und dass sie auf der Basis des Targeting Nebenwirkungen vermindern und eine schnelle Wirkung erreichen, und es findet sich bereits eine Vielzahl von Inhalaten im praktischen Gebrauch. In letzter Zeit machen Inhalate als Medikamente, die im wesentlichen zum Transport von physiologisch aktiven Peptiden, Proteinen etc. von den Alveolen zum Blutstrom verwendet werden (V. H. L. Lee: "Peptide and Protein Drug Delivery", Marcel Dekker, 1991, pp. 1-56), stark auf sich aufmerksam. Ferner sind Impfstoffzubereitungen versucht worden, z. B. Impfstoffe gegen Influenza, mit dem Ziel, eine lokale Immunität durch Inhalation eines Antigens zu induzieren.
  • Derartige Inhalate lassen sich nach dem Zustand der sich in einem Atemweg niederschlagenden Partikel wie folgt klassifizieren: (1) Lösungen, welche sich in Tröpfchenform abscheiden; und (2) Aerosole oder Pulver, welche sich als Pulver ablagern. Im Falle der Lösung handelt es sich im Allgemeinen um eine wässrige Lösung eines Medikaments. Sie wird mit Hilfe eines Nebulisators (oder Zerstäubers) fein vernebelt und als winzige Tröpfchen in einen Atemweg verabreicht, wobei sie in dem Atemweg in Tröpfchenform deponiert wird. Demgegenüber wird im Falle eines Aerosols ein Medikament allgemein in Form einer Dispersion oder Lösung in einem Fluorkohlenwasserstoff in ein Druckbehältnis abgefüllt. Wenn das Aerosol zum Zeitpunkt der Anwendung aus dem Behältnis freigegeben wird, verdampft der Fluorkohlenwasserstoff nach und nach, und das dispergierte oder gelöste Medikament wird allmählich zu einem feinteiligen Pulver, welches schließlich als feinteiliges Pulver im Atemweg deponiert wird. Weiterhin wird im Falle eines Pulvers ein feinteiliges Pulver, welches ein Medikament enthält, als Pulver in ein Behältnis abgefüllt, bei dem es sich um eine Hartkapsel handeln kann. Hieraus wird es von einem Patienten im Allgemeinen als Pulvernebel durch einen vom Patienten selbst ausgelösten Atemzug über einen geeigneten Medikator inhaliert, und das feinteilige Pulver selbst wird im Atemweg deponiert.
  • Wünschenswerte Eigenschaften der Inhalate lassen sich nach dem Aspekt der Medikamentenwirksamkeit und nach physikalisch-chemischen Aspekten wie folgt klassifizieren.
  • Was den Aspekt der Medikamentenwirksamkeit betrifft, so wird zunächst aufgrund der einem Atemweg eigenen komplizierten und engen Struktur von dem Medikament gefordert, dass es wirksam an einen Zielort innerhalb des Atemweges abgegeben und deponiert werden kann. Bei der Abgabe des Medikaments an die Zielorte, wie Trachea, Bronchien, Bronchiolen und Alveolen, und seiner Deposition an den Zielarten müssen eine Vielzahl von Faktoren mitwirken, zu denen beispielsweise Partikelgröße; Partikeleigenschaften wie Dichte, Gestalt und elektrische Ladung; Konzentration des Nebels, Partikelgrößenverteilung und Respirationsmuster zählen (siehe z. B. V.H.L. Lee: "Peptide and Protein Drug Delivery", Marcel Dekker, 1991, p. 10, wie oben erwähnt). Unter diesen Faktoren ist die Partikelgröße allerdings der wichtigste. Weil die Beziehung zwischen Partikelgröße und Abgabeort je nach Forscher variiert, ist sie nicht absolut. Beispielhaft für die Beziehungen kann jedoch Folgendes angeführt werden: Partikel mit einer Größe von 10 um werden in Mundhöhle und Nasenhöhle gefangen und dort deponiert; sie müssen eine Größe von ca. 5 bis 15 um haben, um der Trachea oder den Bronchien zugeführt und dort deponiert zu werden; sie müssen eine Größe von ca. 2 bis 5 um aufweisen, um den Bronchiolen zugeführt und dort deponiert zu werden; sie müssen eine Größe von ca. 0,3 bis 2 um besitzen, um den Alveolen zugeführt und dort deponiert zu werden (Bericht von "Workshop on Medical Aerosol").
  • Nach einer umfassenden Prüfung anderer Berichte kann geschlussfolgert werden, dass, damit ein Medikament an einen tiefer als die Trachea liegenden Ort, nämlich einen unteren Atemweg, wirksam abgegeben und dort deponiert werden kann, das Medikament wünschenswerterweise eine Partikelgröße aufweist, die im Bereich von 0,5 bis 10 um angesiedelt ist.
  • Zweitens: weil die Oberfläche von Atemwegen, wie die Trachea oder die Bronchien, mit einer Schleimhaut überzogen ist, stellen die Atemwege ein sehr empfindliches Organ dar; eine Zubereitung sollte daher nicht-irritierend sein. Zusätze und Lösungsmittelreste, welche die Schleimhaut schädigen könnten, sind weitgehend zu vermeiden.
  • Drittens ist es wünschenswert, dass ein Medikament an einem Zielort innerhalb des Atemweges hinreichend lange zurückgehalten wird, so dass es seine Wirkung entfalten kann. Die Epidermis eines Atemweges ist mit Flimmerhaaren (Cilia) ausgestattet, deren Bewegung inhalierte Fremdstoffe in Richtung Ösophagus transportiert. Damit das Medikament also seine Wirkung entfalten kann, ist es wünschenswert, dass das Medikament von den Flimmerhaaren nicht leicht bewegt wird, sondern an dem Ort, wo es abgeschieden werden soll, zurückgehalten wird. Ein Freisetzen des Medikaments mit Depoteffekt, während es zurückgehalten wird, verbessert seine Wirksamkeit noch weiter.
  • So werden beispielsweise bei der Asthmabehandlung Dinatriumcromoglicinat, welches eine hohe Einnahmefrequenz verlangt, und Steroide, deren Dosis unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit wünschenswerterweise verringert werden sollte, sehr von Nutzen, wenn sie als Zubereitungen mit Depoteffekt formuliert werden können, die mit einer verringerten Einnahmehäufigkeit und einer verringerten Dosis auskommen. Ferner ist im Falle der Verabreichung eines physiologisch aktiven Peptidproteins zu erwarten, dass eine Zubereitung davon, die dazu bestimmt ist, die Mucoadhäsion oder Haftfähigkeit an Schleimhäuten zu verbessern, wirksam absorbiert wird. Der Entwurf einer Depotzubereitung mit einem Inhalat kann also zu einer breit einsetzbaren nützlichen Technik werden.
  • Viertens ist es selbstverständlich wünschenswert, dass ein Inhalat - wie auch andere Formen von Medikamenten - einfach zu gebrauchen ist. Insbesondere ist es bei einem Inhalat wünschenswert, dass es im Falle eines Asthmaanfalls oder dergleichen leicht und sofort verwendbar ist.
  • Als nächstes, was den physikalisch-chemischen Aspekt eines Inhalats anbelangt, sind erstens die feinen Partikel, aus denen die Zubereitungen aufgebaut sind, wünschenswerterweise gleichförmig, unabhängig davon, ob die Zubereitungen in Form einer Lösung oder in Pulverform vorliegen. Die Forderung nach Partikelgleichförmigkeit ist nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Qualitätsstandards selbstverständlich, sondern ist auch eine Notwendigkeit, um Abgabe und Deposition der feinen Partikel in einen Atemweg sicher zu realisieren, und so die Wirkungen der Zubereitungen zu erhalten. Zweitens sind die Zubereitungen wünschenswerterweise stabil. Insbesondere im Falle von Medikamenten für chronische Erkrankungen, wie Asthma und Bronchitis, sind Zubereitungen erwünscht, die bei Raumtemperatur aufbewahrt werden können. Drittens sollten die Zubereitungen in guter Ausbeute industriell herstellbar sein. Die Zubereitungen sollten also nach einem Verfahren herstellbar sein, welches die obenerwähnte industrielle Produktion ermöglicht.
  • Angesichts der erwünschten Eigenschaften von Inhalaten, wie sie im Vorstehenden beschrieben wurden, ergibt sich aus einer Überprüfung der Formen der obengenannten konventionellen Inhalate, dass diese Inhalate nicht unbedingt alle erwünschten Eigenschaften erfüllen.
  • Erstens: Tröpfchen mit einer Partikelgröße von 0,5 bis 10 um können aus Lösungen wirksam erzeugt werden, wenn ein Nebulisator von geeigneter Leistung verwendet wird. Allerdings ist ein Nebulisator erforderlich, um Nebel zu erzeugen, und dieser ist weder einfach noch bequem in der Anwendung, noch ist er tragbar. Lösungen lassen sich nur schwer an Zielorten zurückhalten, weil sie wässrig sind, wenngleich Lösungen, sofern die Zusätze geeignet gewählt sind, keine Irritationsprobleme verursachen. Außerdem ist eine Liposomen-Zubereitung vorgeschlagen worden als ein Mittel zur Verbesserung der Rückhalteeigenschaften im Lösungszustand an Zielorten (siehe japanische Offenlegungsschrift Nr. 58-128318). Liposomen sind jedoch im Allgemeinen unstabil und lassen sich nur schwer bei gewöhnlicher Temperatur, zum Beispiel bei Raumtemperatur, über einen langen Zeitraum hinweg aufbewahren. Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich, dass die konventionellen Lösungen nicht immer zufriedenstellend sind.
  • Zweitens: ein Aerosol, welches Fluorkohlenwasserstoffe einsetzt, kann feine Partikel mit einer Partikelgröße von 0,5 bis 10 um wirksam erzeugen, wenn die in dem Fluorkohlenwasserstoff zu dispergierenden Medikamentenpartikel feinpulvrig sind. Die Anwendung eines Aerosols ist einfach, wenn ein Inhalator mit Dosierungsmöglichkeit verwendet wird, und Irritationsprobleme treten kaum auf. Probleme hinsichtlich Gleichförmigkeit, Sicherheit und Produktivität treten bei Verwendung eines Aerosols selten auf. Allerdings muss wegen der globalen Umweltgefährdung die Benutzung von Fluorkohlenwasserstoffen eingeschränkt werden. Wie oben beschrieben, ist ein Aerosol-Agens, welches Fluorkohlenwasserstoffe einsetzt, nicht immer befriedigend, und im Hinblick auf die Umweltprobleme ist eine Substitution des Aerosol-Agens dringend erforderlich.
  • Drittens: Pulverinhalate sind bislang relativ unzureichend entwickelt worden; angesichts der Notwendigkeit, eine einfache Verabreichungsmethode zu entwickeln, die frei von der vorstehend erwähnten Fluorkohlenwasserstoffproblematik ist und Lösungen substituieren kann, haben sie jedoch rasch die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die folgenden drei Arten von konventionellen Pulvern gibt es:
  • (1) Ein wohlgemischtes Pulver, umfassend ultrafeine Medikamentenpartikel und Medikamententrägerpartikel, welche ausgewählt sind aus Lactose etc. und deren Partikelgröße größer ist als die der Medikamentenpartikel, wobei der Medikamententräger an Mundhöhle, Pharynx oder Larynx deponiert wird und nur die ultrafeinen Medikamentenpartikel an einen unteren Atemweg, z. B. Trachea und Bronchien, abgegeben und dort deponiert werden, wenn die Partikelmischung aus einem geeigneten Behältnis in einen Atemweg verabreicht wird;
  • (2) ein Pulver, welches aufgebaut ist aus Medikamentenpartikeln mit einer relativ großen Partikelgröße, hergestellt durch mildes Granulieren von ultrafeinen Medikamentenpartikeln, wobei das granulierte Pulver während seines Fluges in die am Aufbau beteiligten ultrafeinen Medikamentenpartikel zerfällt, wenn es aus einem geeigneten Behältnis an einen Atemweg verabreicht wird, wobei die so gebildeten ultrafeinen Medikamentenpartikel an einen unteren Atemweg, wie Trachea und Bronchien, abgegeben und dort deponiert werden; und
  • (3) ein nur aus ultrafeinen Medikamentenpartikeln bestehendes Pulver, welches an einen unteren Atemweg, wie Trachea und Bronchien, abgegeben und dort deponiert wird, wenn es aus einem geeigneten Behältnis an einen Atemweg verabreicht wird.
  • Diese drei Arten von Pulvern sind immer noch mit ungelösten Problemen behaftet, wie im Folgenden beschrieben.
  • Hinsichtlich der unter (1) und (3) genannten Pulver werden nur Medikamentenpartikel an Zielorten deponiert, und es ist schwer, ihre Rückhaltung und Freisetzung mit Depoteffekt an den Orten zu gewährleisten.
  • Die Rückhaltung und Medikamentenfreisetzung mit Depoteffekt an Zielorten eines Pulvers nach (2) sind nur schwer sicherzustellen; die Situation ist ähnlich wie bei dem unter (1) angeführten Pulver. Hinzu kommt, dass in manchen Fällen wegen der physikalischen Eigenschaften des Medikamentes selbst die ultrafeinen Medikamentenpartikel nicht mild granuliert werden können. Das Ausmaß, in dem die am Aufbau beteiligten ultrafeinen Partikel zerfallen, kann zuweilen unterschiedlich ausfallen, so dass die an einen Zielort abgegebene und dort deponierte Menge variieren kann.
  • Dementsprechend wäre es wünschenswert, ein Pulverinhalat zu realisieren, welches eine gute Abgabe und gute Deposition an einen unteren Atemweg, wie Trachea und Bronchien, zeigt und welches eine hervorragende Rückhaltung und Medikamentenfreisetzung mit Depoteffekt an Depositionsorten aufweist.
  • Es sind Mikrokapseln aus einer Polymilchsäure, einem biologisch abbaubaren Polymer, für ein derartiges Pulver-Inhalat vorgeschlagen worden (siehe japanische Offenlegungsschrift Nr. 3-17014). Bei dieser Methode kann zwar eine Medikamentenfreigabe mit Depoteffekt aus den Mikrokapseln erwartet werden, die Adhäsion und Rückhaltung der Mikrokapseln selbst an den Schleimhäuten eines unteren Atemweges ist jedoch nur sehr schwer zu gewährleisten. Weil die Bildung der ultrafeinen Partikel nicht leicht ist und die Bildung der Partikel mit einer Partikelgröße von 0,5 bis 10 um sehr schwer ist, weist das Inhalat eine niedrige Produktivität auf. Ferner hat das Inhalat den Nachteil, dass die Entfernung des bei der Mikroverkapselung des Inhalats verwendeten organischen Lösungsmittels nicht leicht ist.
  • Es wäre also wünschenswert, ein Pulverinhalat zu realisieren, welches eine gute Abgabe und gute Deposition an einen unteren Atemweg, wie Trachea und Bronchien, zeigt, welches eine ausgezeichnete Rückhaltung und Medikamentenfreisetzung mit Depoteffekt an Depositionsorten aufweist und welches auch in Bezug auf sämtliche Eigenschaften wie Produktivität, Stabilität, Sicherheit und Gleichförmigkeit hervorragend ist.
  • Im Hinblick auf eine pharmazeutische Zusammensetzung, welche einen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst, haben die betreffenden Erfinder ferner eine Depotzubereitung für die Nasenhöhle in der japanischen Auslegeschrift Nr. 60-7965 offenbart. Das in Einklang mit der vorliegenden Erfindung realisierte Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches einen spezifischen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst, und eine das Pulver mit ultrafeinen Partikeln enthaltende Zubereitung unterscheiden sich in folgender Hinsicht klar von der in der obengenannten Patentveröffentlichung offenbarten Zubereitung:
  • (1) Die Erfindung der Patentveröffentlichung bezieht sich auf eine Zubereitung für die Nasenhöhle, während die vorliegende Erfindung eine Zubereitung zur Inhalation betrifft, die hauptsächlich an einen unteren Atemweg abgebbar ist. Die Partikelgrößenverteilungen der beiden Zubereitungen lassen sich eindeutig voneinander unterscheiden.
  • (2) In der Patentveröffentlichung ist nichts offenbart, was darauf hinweist, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung ferner vermahlen werden kann, um ultrafeine Partikel zur inhalativen Applikation zu erhalten.
  • (3) Die ultrafeinen Partikel zur Inhalation in Einklang mit der vorliegenden Erfindung, welche hauptsächlich an einen unteren Atemweg abgebbar sind, unterscheiden sich von der in der obengenannten Patentveröffentlichung offenbarten Zusammensetzung für die Nasenhöhle darin, dass die ultrafeinen Partikel nicht durch das Verfahren erzeugt werden können, bei dem ein Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament gemischt werden, um eine Zusammensetzung zu erhalten. Ein Niederalkyl- Celluloseether vor dem Mischen kann nicht einmal gemahlen werden, um Partikel mit einer für ein Inhalat geeigneten Partikelgröße zu erhalten. Das heißt, Medikamentenpartikel eines Inhalats weisen im Allgemeinen eine Partikelgrößenverteilung von ca. 0,5 bis 10 um auf und werden üblicherweise durch Mahlen mit Hilfe einer Strahlmühle und dergleichen hergestellt. Ein Niederalkyl-Celluloseether in feinen Partikeln mit einer Partikelgröße von kleiner als 10 um kann jedoch nicht in hoher Ausbeute erhalten werden - wenigstens nicht durch Trockenmahlen. Selbst wenn ultrafeine Partikel von einem Niederalkyl-Celluloseether erhalten werden, ist es sehr schwer, geeignet agglomerierte feine Partikel, die ein gleichförmiges Verhalten zeigen, durch Mischen der ultrafeinen Partikel mit ultrafeinen Medikamentenpartikeln zu erhalten. Die erfindungsgemäßen ultrafeinen Partikel zur Inhalation können nur durch Sprühtrocknen erzeugt werden.
  • (4) Ferner offenbart die japanischen Auslegeschrift Nr. 60-7965 die Verwendung von Niederalkyl-Celluloseethern als Grundlage für den Aufbau von Pulverzubereitungen, zusammen mit einem Medikament für eine Pulverzubereitung zur Verabfolgung auf die Nasenhöhlenschleimhaut, wobei 90 Gew.-% oder mehr der Partikel eine Partikelgröße von 20 bis 250 um aufweisen. Beispiele für derartige Niederalkyl-Celluloseether sind Methylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose. Es wird offenbart, dass aus der Reihe der genannten Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose unter Geruchs- und irritativen Aspekten zu bevorzugen sind. Andererseits werden in Einklang mit der vorliegenden Erfindung Hydroxyropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose als Komponente zum Aufbau einer Pulverzubereitung gewählt, wobei 80 Gew.-% oder mehr des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen. Die Gründe für ihre Wahl beruhen jedoch auf einem vollkommen anderen technischen Gedanken als die obenerwähnte Pulverzubereitung für die Nasenhöhlenschleimhaut. Namentlich ist, wie schon erwähnt, die wichtigste Eigenschaft des Inhalats seine Partikelgröße. Diesbezüglich wurde in den folgenden zwei experimentellen Untersuchungen überraschend gefunden, dass sich die Hydroxypropylcellulose und die Hydroxypropylmethylcellulose in Einklang mit der vorliegenden Erfindung von den anderen Niederalkyl-Celluloseethern unterscheiden (die Details hierzu werden an späterer Stelle als Referenzexperimente beschrieben).
  • Experiment 1: Lagerstabilität der Partikelgröße während der Lagerung von feinen Partikeln für ein Inhalat
  • In Einklang mit der vorliegenden Methode wurden ein Pulver (A), welches Beclometasondipropionat und Hydroxypropylcellulose umfasst und wobei 80 Gew.-% oder mehr des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen, ein Pulver (B), welches Beclometasondipropionat und Hydroxypropylmethylcellulose umfasst und die gleiche Partikelgröße aufweist wie im Vorstehenden erwähnt, ein Pulver (C), umfassend Beclometasondipropionat und Methylcellulose und mit der gleichen Partikelgröße wie oben erwähnt, ein Pulver (D), welches Beclometasondipropionat und Hydroxyethylcellulose umfasst und die gleiche Partikelgröße aufweist wie vorstehend erwähnt, ein Pulver (E), umfassend Beclometasondipropionat und Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose und mit der gleichen Partikelgröße wie oben erwähnt, und ein Pulver (F), umfassend Beclometasondipropionat und Natriumcarboxymethylcellulose und mit der gleichen Partikelgröße, nach einem Sprühtrocknungsverfahren hergestellt.
  • Demgegenüber wurden nach dem in der japanischen Auslegeschrift Nr. 60-7965 offenbarten Verfahren ein gemischtes Pulver (G) von Beclometasondipropionat und Hydroxypropylcellulose, wobei 90 Gew.-% oder mehr des Pulvers eine Partikelgröße von 20 bis 250 um aufweisen, ein gemischtes Pulver (H) von Beclometasondipropionat und Hydroxypropylmethylcellulose mit der gleichen Partikelgröße wie vorstehend erwähnt, ein gemischtes Pulver (I) von Beclometasondipropionat und Methylcellulose mit der gleichen Partikelgröße wie oben erwähnt, ein gemischtes Pulver (J) von Beclometasondipropionat und Hydroxyethylcellulose mit der gleichen Partikelgröße wie oben erwähnt, ein gemischtes Pulver (K) von Beclometasondipropionat und Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose mit der gleichen Partikelgröße wie oben erwähnt und ein gemischtes Pulver (L) von Beclometasondipropionat und Natriumcarboxymethylcellulose mit der gleichen Partikelgröße nach einem mechanischen Mischverfahren hergestellt.
  • Ferner wurden Pulver (M) bis Pulver (R) mit der den obenerwähnten Pulvern (G) bis (L) jeweils entsprechenden Kombination nach einem Sprühtrocknungsverfahren derart hergestellt, dass bei 90 Gew.-% oder mehr die Partikelgröße im gleichen Bereich von 20 bis 250 um angesiedelt war.
  • Die obenerwähnten Pulver (A) bis (R) wurden bei 25C/50% rF über 48 Stunden befeuchtet, um dann die Partikelgrößen unter Verwendung einer Partikelgrößenverteilungsmesseinrichtung vom Laser-Diffraktionstyp zu messen. Deshalb wurden die Pulver bei 25ºC/65% rF 7 Tage lang stehengelassen, um anschließend die Partikelgrößen nach demselben Verfahren zu messen. Im Ergebnis wurde im Falle der Pulver (G) bis (L) und (M) bis (R), welche die erforderliche Partikelgrößenverteilung für eine in die Nasenhöhle zu verabreichende Zubereitung aufwiesen, keine Veränderung in der Partikelgröße nach der Lagerung beobachtet, unabhängig von der Art des Niederalkyl-Celluloseethers. Demgegenüber zeigten im Falle der Pulver (A) bis (F), welche die notwendige Partikelgrößenverteilung für ein Inhalat aufwiesen, die Pulver (A) und (B) mit der Hydroxypropylcellulose und der Hydroxypropylmethylcellulose keine Änderungen in der Partikelgröße nach der Lagerung. Im Falle der anderen Pulver allerdings, nämlich der Pulver mit Methylcellulose, (C), Hydroxyethylcellulose, (D), Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose, (E), und Natriumcarboxymethylcellulose, (F), wurde die Anwesenheit von großen Partikeln beobachtet, von denen angenommen wird, dass sie durch die Bildung von agglomerierten Massen der Ursprungspartikel entstanden sind.
  • Experiment 2; Lungen-Depositionierbarkeit von feinen Partikeln zur Inhalation
  • Die in dem obenerwähnten experimentellen Verfahren 1 verwendeten Pulver (A) bis (F) für ein Inhalat wurden in Bezug auf ihre Depositionierbarkeit in der Lunge im befeuchteten Zustand (d. h. 37ºC/98%) mittels eines Kaskaden- Impaktors untersucht. Im Ergebnis zeigten das Pulver (A) mit der Hydroxypropylcellulose und das Pulver (B) mit der Hydroxypropylmethylcellulose in Einklang mit der vorliegenden Erfindung einen mittleren aerodynamischen Radius, der so eingeschätzt wird, dass bei der tatsächlichen Anwendung auf den Menschen eine ausreichende Menge des Pulvers an Trachea, Primärbronchus und peripheren Lungenbereichen hiervon deponiert wird. Die anderen Pulver (C) bis (F) aber, welche die anderen Niederalkyl-Celluloseether enthalten, zeigten einen mittleren aerodynamischen Radius, der so eingeschätzt wird, dass diese Pulver an der Larynx deponiert werden. Es wird also davon ausgegangen, dass es nicht möglich ist, die Pulver in den anvisierten Bereichen, d. h. Trachea, primärer Bronchus und periphere Lungenbereichen hiervon, zu deponieren.
  • Die Gründe für diesen beachtlichen Unterschied zwischen Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose und den anderen Niederalkyl-Celluloseethern sind nicht klar; es wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser Unterschied zur Hygroskopizität (Gleichgewichtsfeuchte) der Niederalkyl-Celluloseether in Beziehung steht. Bekanntlich ist die Hygroskopizität von Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose niedriger als die von Methylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose, Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose. Dennoch erwartet der Fachmann auf dem Gebiet nicht, dass der obenerwähnte Unterschied in der Hygroskopizität Ursache ist für den obenerwähnten beachtlichen Unterschied zwischen der erforderlichen Partikelgröße für das Inhalat und der erforderlichen Partikelgröße für die Zubereitung zur Verabfolgung in die Nasenhöhle (worin keine wesentlichen Unterschiede beobachtet werden), was die Agglomeration oder das Wachstum der Partikel anbelangt, wie in den obigen Experimenten gezeigt.
  • Aus den obigen zwei Experimenten wird klar, dass der technische Gedanke der vorliegenden Erfindung, der auf die Verwendung von Hydroxypropylcellulose und Hyxroxypropylmethylcellulose aus der Reihe der Niederalkyl-Celluloseether kommt, und der technische Gedanke, der aus der Reihe derselben Niederalkyl- Celluloseether Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Methylcellulose als die bevorzugten auswählt, vollkommen verschieden sind. Ferner ist der technische Gedanke, der der Auswahl in Einklang mit der vorliegenden Erfindung zugrundeliegt, eine Angelegenheit von wesentlicher Bedeutung für die Inhalat-Technik und zeigt die Neuheit und den erfinderischen Schritt der vorliegenden Erfindung.
  • Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation vollkommen verschieden ist von der in der japanischen Auslegeschrift Nr. 60-7965 offenbarten Zusammensetzung für die Nasenhöhle.
  • Andererseits ist bereits bekannt, eine pharmazeutische Zusammensetzung, welche einen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst, durch Sprühtrocknen herzustellen. So werden zum Beispiel Medikamentenpartikel durch Sprühtrocknen mit Hydroxypropylcellulose beschichtet, wobei Hydroxypropylcellulose den Geschmack des eigentlichen Medikamentes überdeckt und seine Elution begrenzt. Von M. Vidgren et al. ist berichtet worden, dass feine Partikel mit einer Partikelgröße von ca. 3 bis 10 um, welche Dinatriumcromoglicinat oder Beclometasondipropionat und eine Polyacrylsäure und/oder Natriumcarboxymethylcellulose umfassen, durch Sprühtrocknen erhalten werden, und dass die resultierenden feinen Partikel die Fähigkeit zur Freisetzung mit Depoteffekt und Mucoadhäsion zeigen (Drug Development and Industrial Pharmacy, 18(5), 581-597, 1992, 6th International Conference on Pharmaceutical Technology, Paris, 2-4 June 1992). Jedoch ist die Herstellung durch Sprühtrocknen von ultrafeinen Partikeln, welche einen spezifischen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfassen und welche die erfindungsgemäße Partikelgrößenverteilung aufweisen, nie geoffenbart worden, und bezüglich der Verwendung der erfindungsgemäßen ultrafeinen Partikel als Inhalat, welches hauptsächlich an einen unteren Atemweg abgebbar ist, gibt es nicht einmal eine Anregung.
  • OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
  • In Einklang mit der vorliegenden Erfindung wird ein Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation bereitgestellt, umfassend 20 bis 99,8 Gew.-% Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und 0,2 bis 80 Gew.-% eines Medikaments, wobei mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen.
  • Es ergibt sich aus der obigen Beschreibung, dass das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und ein Medikament umfasst und Partikel mit einer Partikelgröße von 0,5 bis 10 um in einer Menge von mindestens 80% enthält, ein neuartiges technisches Konzept darstellt, welches auch nicht analogisch nach dem konventionellen technischen Gedanken erhalten werden kann.
  • Als ein Ergebnis intensiver Untersuchungen der im Vorstehenden dargelegten Problematik haben die betreffenden Erfinder gefunden, dass, wenn ein Pulver mit ultrafeinen Partikeln, welches Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und ein Medikament umfasst, wobei mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen, als Inhalat verwendet wird, das Pulver zu einem Inhalat wird, welches eine gute Abgabe und Deposition an einen unteren Atemweg, wie Trachea und Bronchien, zeigt, hervorragende Eigenschaften bezüglich Rückhaltung und Freisetzung mit Depoteffekt des Medikaments an Depositionsorten aufweist und ausgezeichnete Eigenschaften wie effiziente Produktivität, Stabilität, Sicherheit und Gleichförmigkeit zeigt. Die vorliegende Erfindung wurde auf der Grundlage dieser Entdeckung erzielt.
  • Ferner wird erfindungsgemäß ein Verfahren bereitgestellt zur Herstellung eines Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation mittels Sprühtrocknung, wobei das Pulver Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und ein Medikament umfasst und wobei mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen.
  • Ferner wird erfindungsgemäß eine Pulverzubereitung zur Inhalation bereitgestellt, welche ein derartiges Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation enthält. Weil ein derartiges erfindungsgemäßes Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation eine Partikelgröße in einem spezifischen Zahlenbereich aufweist, kann es hauptsächlich an einen unteren Atemweg abgegeben werden.
  • KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
  • Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügte zeichnerische Darstellung näher erläutert; in der Zeichnung zeigen:
  • Fig. 1 die Partikelgrößenverteilung eines erfindungsgemäßen Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation (BDP : HPC = 1 : 4) nach Beispiel 1. In der Figur stehen die Zeichen Δ-Δ ungefüllt für die Verteilungsdichte des Pulvers und gefüllt für die Feingut-Verteilungssumme des Pulvers;
  • Fig. 2(A) die Ergebnisse der Röntgendiffraktionsanalyse des Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation (BDP : HPC = 1 : 4), welches nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in Beispiel 1 erhalten wird;
  • Fig. 2(B) die Resultate der Röntgendiffraktionsanalyse eines Pulvers (BDP : HPC = 1 : 4), welches durch Mischen unter Verwendung eines Mörsers erhalten wird;
  • Fig. 3 die graphische Darstellung eines Verfahrens zum Beurteilen des erfindungsgemäßen Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation unter Verwendung von Meerschweinchen nach Beispiel 5;
  • Fig. 4 den Atemweg- und Lungen-Rückhaltegrad eines gemischten ultrafeinen Pulvers von Hydroxypropylcellulose und Fluorescein nach Beispiel 5;
  • Fig. 5 eine graphische Darstellung eines Verfahrens zur In-vivo-Beurteilung der Atemweg-Clearance eines ultrafeinen Pulvers von mit ¹&sup4;C markierter Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose nach Beispiel 6.
  • Beste Ausführungsform der Erfindung
  • In Einklang mit der vorliegenden Erfindung werden unter den Niederalkyl-Celluloseethern Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose als Inhalat verwendet. Der Grund dafür ist, dass wegen der im Vergleich zu den anderen Niederalkyl-Celluloseethern geringeren Hygroskopizität von Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose die Stabilität der Partikelverteilung und die Inhalierbarkeit in einen Atemweg hervorragend sind. Hinzu kommt, dass Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose wegen ihrer Wasserlöslichkeit Wasser an der Schleimhaut absorbieren, nachdem sie an einem Atemweg deponiert wurden, und moderate adhäsive und Fließeigenschaften zeigen, um so eine Freisetzung mit Depoteffekt des Medikaments zu bewirken und anschließend zu einer Flüssigkeitsschicht aufgelöst zu werden, die den Atemweg bedeckt und von diesem durch mukoziliären Abtransport entfernt wird. Weil Hydroxypropylcellulose in einem niederen Alkohol gelöst wird und weil Hydroxypropylmethylcellulose in einer Mischung aus Ethanol und Dichlormethan gelöst wird, kann außerdem eine Mischung hiervon mit einer viel breiteren Vielfalt von Medikamenten formuliert werden, so etwa mit Steroiden, die in Wasser unlöslich sind. Aus diesen Gründen können erfindungsgemäß Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose als bevorzugte Grundlage für die Freisetzung mit Depoteffekt von Medikamenten zur Inhalation verwendet werden.
  • Beispiele für die Medikamente, welche für die vorliegende Erfindung Verwendung finden können, umfassen Medikamente zur lokalen Behandlung von Brustleiden wie Asthma; Medikamente, welche aufgrund ihrer Instabilität im Verdauungstrakt für eine orale Anwendung ungeeignet sind, so etwa Peptidproteine und synthetische organische Verbindungen mit niedrigem Molekulargewicht; Medikamente, welche anerkanntermaßen eine rasche Wirkung und Absorption zeigen, wenn sie - gegenüber dem peroralen Gebrauch - inhaliert werden; und Impfstoffe, welche dazu bestimmt sind, eine lokale Immunität an Schleimhäuten zu induzieren.
  • Typische Beispiele für das Medikament umfassen Steroide, wie Beclometasondipropionat, Triamcinolonacetonid und Flunisolid; Antiallergika, wie Dinatriumcromoglicinat; Elastaseinhibitoren, wie SLPI; Chemotherapeutika zur Behandlung von Infektionskrankheiten, z. B. Gentamycin, Kanamycin, Carbenicillin, Amphotericin B, Ribavirin und Pentamidin; Antitussiva, wie Codeinphosphat; Bronchodilatatoren, wie Salbutamolhemisulfat; antineoplastische Medikamente wie 5-Fluorouracil; physiologisch aktive Peptidproteine, wie Insulin, Calcitonin und SLPI; Medikamente gegen Migräne, wie Ergotamintartrat; Impfstoffe (wobei die damit erhaltene lokale Immunität an den Schleimhäuten wirksam ist, Infektionen und Krankheitsbildung von Viren, wie z. B. dem Influenza-Virus, zu verhindern); und Medikamente für Kreislauforgane.
  • Diese Medikamente können für sich allein oder in Mischung mit einem oder mehreren weiteren verwendet werden, solange die Mischung nicht unverträglich ist.
  • Unter den obengenannten Medikamenten zeigen im Besonderen Steroide, wie Beclometasondipropionat, und Antiallergika, wie Dinatriumcromoglicinat, eine verbesserte Wirksamkeit, wenn sie als Pulverzubereitung zur Inhalation, welche das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln enthält, verwendet werden.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation umfasst den Niederalkyl-Celluloseether in einer Menge von 20,0 bis 99,8 Gew.-% pro Partikel davon.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation umfasst ein Medikament in einer Menge von 0,2 bis 80 Gew.-% pro Partikel davon.
  • Die Partikelgröße des erfindungsgemäßen Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation ist so, dass mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches die Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst, wobei mindestens 80 Gew.-% des Pulvers eine Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen, wird durch Sprühtrocknen erzeugt.
  • Das Sprühtrocknen in Einklang mit der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, bei dem der spezifische Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament in Einklang mit der Erfindung in einem Lösungsmittel gelöst werden oder das Medikament, welches ultrafein gemahlen ist, in einer Lösung suspendiert wird, welche den Niederalkyl-Celluloseether enthält, und die resultierende Lösung oder Suspension nach einem herkömmlichen Verfahren sprühgetrocknet wird. So wird zum Beispiel das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation nach folgender Vorgehensweise erhalten: der erfindungsgemäße Niederalkyl-Celluloseether wird in einem Lösungsmittel gelöst, z. B. in Wasser oder einem Alkohol, der den Alkylether zu lösen vermag, und ferner wird ein Medikament darin gelöst oder ultrafein gemahlen und darin suspendiert, und die resultierende Lösung oder Suspension wird mit Hilfe einer düsenartigen Vorrichtung sprühgetrocknet. Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches einen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst und welches die vorgesehene Partikelgrößenverteilung von 0,5 bis 10 um aufweist, kann in hoher Ausbeute durch Anpassen des Sprühdrucks des Sprühtrockners, des Düsendurchmessers und der Konzentration der Probenlösung erhalten werden. Im Falle, dass das resultierende Pulver einen hohen Anteil an Partikeln aufweist, deren Partikelgröße 10 um überschreitet, müssen diese durch Siebung entfernt werden.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation, welches den Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament umfasst, ist so einzustellen, dass ca. mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgrößenverteilung von 0,5 bis 10 um aufweisen, so dass das Pulver mit ultrafeinen Partikeln geeignet ist, an einen unteren Abschnitt der Atemwege des Menschen abgegeben und dort deponiert zu werden. Das Pulver mit ultrafeinen Partikeln wird dann durch Inspirationsgas oder durch ein Treibmittel, z. B. ein Gas, wirksam vernebelt und inhalativ appliziert.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation muss in einem pharmazeutisch geeigneten makroskopisch gleichförmig gemischten Zustand vorliegen. Das heißt, jeder Teil des Pulvers muss stets eine gleichförmige Medikamentenkonzentration aufweisen. Ferner muss das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation in einem mikroskopisch gleichförmig gemischten Zustand vorliegen, der pharmazeutisch geeignet ist, als dessen Folge die prozentuale Zusammensetzung einer Fraktion des Pulvers, welche an den menschlichen Atemapparat abgegeben und dort deponiert wird, zu der prozentualen Zusammensetzung des Pulvers insgesamt korrespondieren sollte. Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation sollte zwar in einem mikroskopisch gleichförmig gemischten Zustand vorliegen; das Medikament kann aber mit einem Niederalkyl-Celluloseether vollständig gemischt, in amorpher Form, vorliegen oder darin dispergiert, in mikrokristalliner Form, vorliegen oder in einer sich zwischen den zwei vorstehend erwähnten Zuständen befindlichen Form vorliegen.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation umfasst den spezifischen Niederalkyl-Celluloseether und ein Medikament, wobei jedoch seine Eigenschaften gegebenenfalls verbessert werden können, indem einer Probenlösung, welche sprühgetrocknet werden soll, ein Gleit- oder Schmiermittel wie Magnesiumstearat etc., ein oberflächenaktives Agens wie Sojabohnenlecithin, ein Antistatikum, ein Stabilisierungsmittel, ein geruchsveränderndes Agens und dergleichen vorab zugesetzt werden.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikel zur Inhalation kann als Pulverzubereitung zur Inhalation für sich allein oder in Mischung mit anderen Zusätzen, z. B. einem Träger mit dispergierender und/oder verdünnender Funktion, oder in einer pneumatischen Dispersion mit einem Treibmittel, z. B. einem Gas, verwendet werden.
  • Wird das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation für sich alleine als Pulverzubereitung zur Inhalation verwendet, kann das Partikelpulver mit Hilfe eines Systems verabreicht werden, bei dem eine Dosis des Pulvers in eine Kapsel abgefüllt ist und der Inhalt zum Zeitpunkt der Anwendung des Pulvers entnommen wird, oder mit Hilfe eines Mehrdosen-Systems, bei dem zum Zeitpunkt der Anwendung des Pulvers eine Dosis des Pulvers aus einem Speicherbehältnis separat ausgeschüttet wird. In jedem der beiden Systeme wird das Pulver mit ultrafeinen Partikeln durch einen Pulver-Inhalator verabfolgt, der das Pulver mit einem Sauggas pneumatisch dispergiert.
  • Es kann ein Träger, wie Lactose, Dextran, Manitol und Maltose, für das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln verwendet werden, um Adhäsion des Pulvers an Kapseln und Inhalatoren und Agglomeration des Pulvers (Dispersionsfunktion) zu vermeiden und um einen Anstieg der Gewichtsabweichung des Pulvers beim Prozess des Abfüllens sehr kleiner Mengen des Pulvers in Kapseln etc. (Verdünnungsfunktion) zu hemmen. Die Trägerpartikel haben eine Partikelgröße von vorzugsweise 30 bis 150 um, und der Anteil, in dem sie mit dem Pulver mit ultrafeinen Partikeln zu vermischen sind, wird bestimmt von der erforderlichen Menge des Medikaments. Das Mischen des Pulvers mit ultrafeinen Partikeln und des Trägers kann mit Hilfe eines Mischers vom Typ der Rotations-Container-Mischer oder der mechanischen Rührer durchgeführt werden. Weiterhin können auch Gleit- oder Schmiermittel etc. mit dem Pulver mit ultrafeinen Partikeln vermischt werden, um seine Dispergierbarkeit und seine Behälteradhäsion zu verbessern. Die so erhaltene Pulverzubereitung zur Inhalation wird unter Verwendung eines Pulverinhalators verabfolgt, der die Zubereitung durch Saugluft pneumatisch dispergiert mit Hilfe eines Systems, bei dem eine Dosis des Pulvers separat in eine Kapsel abgefüllt ist, oder mit Hilfe eines Systems, bei dem eine Dosis des Pulvers zum Zeitpunkt der Anwendung des Pulvers separat ausgeschüttet wird.
  • Das erfindungsgemäße Pulver mit ultrafeinen Partikeln zur Inhalation kann auch pneumatisch dispergiert werden, indem das Pulver mit einer geeigneten Menge eines oberflächenaktiven Agens, wie Sojabohnenlecithin und Sorbitantrioleat, gemischt wird und die resultierende Mischung in einem Zerstäuberagens, wie Fluorkohlenwasserstoff, suspendiert wird.
  • [Industrielle Anwendbarkeit]
  • Die vorliegende Erfindung stellt also ein Pulverinhalat bereit, welches eine gute Abgabe an einen unteren Atemweg, z. B. an Trachea und Bronchien, und ausgezeichnete Eigenschaften hinsichtlich Rückhaltung und Freisetzung mit Depoteffekt des Medikaments an Depositionsorten zeigt und dessen Eigenschaften hinsichtlich Produktivität, Stabilität, Sicherheit und Gleichförmigkeit hervorragend sind. Dementsprechend ist die vorliegende Erfindung von sehr großer Bedeutung.
  • BEISPIELE
  • Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf Beispiele noch näher erläutert, wobei die Beispiele jedoch nur der Veranschaulichung der Erfindung dienen und die Erfindung nicht einschränken sollen.
  • Beispiel 1
  • In diesem Beispiel wurde ein gemischtes Pulver mit ultrafeinen Partikeln, umfassend Hydroxypropylcellulose (HPC) und Beclometasondipropionat (BDP) durch Sprühtrocknen in Einklang mit der vorliegenden Erfindung hergestellt, und die Eigenschaften des Pulvers wurden bewertet.
  • Hydroxypropylcellulose und Beclometasondipropionat wurden in Ethanol gelöst, so dass der Beclometasondipropionat-Gehalt der Zusammensetzung und der Gehalt der Gesamtfestsubstanz (Gelöstes) Werte von ungefähr bis zu 80% bzw. ca. 2 bis 5 (Gew.-/Vol.-)% annahmen. Die resultierende Lösung wurde unter Verwendung eines Sprühtrockners mit Zweistoffsprühdüsen (Handelsname GS 31, hergestellt von Yamato Scientific Co., Ltd.), sprühgetrocknet, wobei ein Pulver in einer Ausbeute von ca. 45 bis 80% erhalten wurde. Die prozentuale Zusammensetzung des Pulvers korrespondierte gut zum Beladungswert. Die Gleichförmigkeit des Pulvers wurde nach dem Stichprobenverfahren (n = 30) untersucht, und der so erhaltene CV-Wert betrug 3,1%, was belegt, dass das Pulver eine recht gleichförmige Mischung darstellte. Die Ergebnisse der elektronenmikroskopischen Beobachtung des Pulvers bestätigten, dass die Partikelgröße gut zu der durch Laser-Diffraktionsmessung erhaltenen korrespondierte und dass die Gestalt der Partikel der einer Kugel ähnlich war, wenn der Gehalt an Beclometasondipropionat hoch war, und mit sinkendem Gehalt faltig und schlaff wurde. Die Partikelgrößenverteilung eines Pulvers mit einem BDP-Gehalt von 20%, ausgewählt als typisches Beispiel, wurde unter Verwendung einer Partikelgrößenverteilungsmesseinrichtung vom Laser-Diffraktionstyp gemessen (Handelsname JEOL/SYMPATEC, ein Produkt der Firma Heros & Rodos); die Ergebnisse sind in Fig. 1 dargestellt. Aus Fig. 1 wird ersichtlich, dass mindestens 80% des Pulvers eine Partikelgrößenverteilung von 0,5 bis 10 um aufweisen.
  • Es wurde eine Röntgendiffraktionsanalyse des Pulvers durchgeführt; die Ergebnisse zeigt Fig. 2. Aus Figur (2A) wurde gefunden, dass BDP in der Pulvermischung in amorpher Form vorlag und dass ein gleichförmiges Pulver erhalten wurde. Als Referenz wurde eine Röntgendiffraktionsanalyse eines Pulvers durchgeführt, welches durch Mischen von BDP und HPC mittels eines Mörsers hergestellt wurde; die Resultate sind in Fig. 2(B) dargestellt. Aus Fig. 2(B) wurde gefunden, dass BDP in kristallinem Zustand vorlag.
  • Beispiel 2
  • In diesem Beispiel wurde eine Pulvermischung mit ultrafeinen Partikeln aus Hydroxypropylcellulose und Dinatriumcromoglicinat durch Sprühtrocknen hergestellt, und seine Eigenschaften wurden bewertet.
  • Eine durch Lösen von Hydroxypropylcellulose und Dinatriumcromoglicinat in Wasser hergestellte Lösung wurde in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 sprühgetrocknet. Ungefähr 80% der so erhaltenen Pulvermischung hatten eine Partikelgrößenverteilung von 0,5 bis 10 um.
  • Beispiel 3
  • In diesem Beispiel wurde ein gemischtes Pulver mit ultrafeinen Partikeln von Hydroxypropylcellulose und Beclometasondipropionat nach einem Sprühtrocknungsverfahren hergestellt, und seine Eigenschaften wurden bewertet.
  • Hydroxypropylmethylcellulose und Beclometasondipropionat wurden in einer Mischung von Ethanol und Dichlormethan mit einem Volumenverhältnis von 1/l gelöst, so dass der Gehalt von Beclometasondipropionat Werte von ungefähr bis zu 80% annahm und der Gehalt der Gesamtfestsubstanz (Gelöstes) Werte von ca. 0,5 bis 2 (Gew.-/Vol.-)% annahm, mit anschließendem Sprühtrocknen.
  • Das Pulver wurde zurückgewonnen, bei ca. 50 bis 70%, wobei das Zusammensetzungsverhältnis gut zum Beladungswert korrespondierte und das Pulver m wesentlichen gleichförmig gemischt war. Die Partikelgrößenverteilung, die mit Hilfe einer Partikelgrößenverteilungsmesseinrichtung vom Laser-Diffraktionstyp bestimmt wurde, betrug bei 80% oder mehr des Pulvers 0,5 bis 10 um.
  • Beispiel 4
  • In diesem Beispiel wurden die Bestimmung der klinischen Verabreichungsmethode des durch Sprühtrocknen erzeugten gemischten Pulvers mit ultrafeinen Partikeln aus Hydroxypropylcellulose und Beclometasondipropionat und die effektive Verabreichungsmenge (die in einem erkrankten Bereich der Atemwege deponierte Menge) bewertet.
  • Hydroxypropylcellulose und Beclometasondipropionat wurden in Ethanol gelöst, so dass der Beclometasondipropionat-Gehalt der Zusammensetzung und der Gehalt der Gesamtfestsubstanz (Gelöstes) Werte von ungefähr bis zu 20% bzw. ca. 1,25 (Gew.-/Vol.-)% annahmen. Die resultierende Lösung wurde sprühgetrocknet, wobei das gemischte Pulver mit ultrafeinen Partikeln mit einer mittleren Größe von 1,8 um (50% unter kumulativer Größe) und einer geometrischen Standardabweichung von 2,3 erhalten wurde. Das resultierende Pulver wurde mit dem gewichtsmäßig Neunfachen an Lactose für ein Inhalat (Pharmatose 325M, erhältlich von DMV Corp.) mittels eines V-Mischers gleichförmig gemischt, um die Pulverzubereitung zur Inhalation zu erhalten.
  • Die resultierende Pulverzubereitung zur Inhalation wurde in Mengen von jeweils 5 mg (100 ug Beclometasondipropionat enthaltend) in Gelatinekapseln #3 abgefüllt und durch Saugluft in einen Inhalator geladen, welcher die Pulverzubereitung durch Saugluft erzeugt. Dieser Inhalator ist derart konstruiert, dass vor der Inhalation die Kapsel an den beiden Kopfbereichen mit Hilfe einer Nadel geöffnet wird und eine darin enthaltene Pulverzubereitung während der Inhalation wirksam entladen und zerstäubt wird, während der Kapsel eine geeignete Schwingung erteilt wird. Der Inhalator war über eine Induktionsöffnung, die ein Modell eines oberen Atemweges darstellt, an einem Kaskaden-Impaktor montiert (Andersen-Probenehmer). Der Test zur Beurteilung der Zerstäubung der Zubereitung wurde mit einer Saugluftmenge von 56,6 l/min durchgeführt. Im Ergebnis wurde gefunden, dass die Deposition in den unteren Atemweg 12% betrug und die Deposition von der Mundhöhle in die oberen Atemwege 44% betrug, was den effektiven Dosen eines kommerziell verfügbaren Inhalats äquivalent ist.
  • Beispiel 5
  • In diesem Beispiel wird eine In-vivo-Beurteilung der Partikeldepositionsverteilung und Zurückhaltung eines Medikaments des durch Sprühtrocknen hergestellten gemischten ultrafeinen Pulvers von Hydroxypropylcellulose und einem Fluoreszenzfarbstoff, Fluorescein, in einem Atemweg mit Hilfe von Meerschweinchen durchgeführt.
  • Hydroxypropylcellulose und Fluorescein wurden in Ethanol gelöst, so dass der Fluorescein-Gehalt der Zusammensetzung einen Wert von 20% annahm und der Gesamtgehalt der Festsubstanz (Eluiertes) einen Wert von 1,25 (Gew.-/Vol.-)% annahm, mit anschließendem Sprühtrocknen und gleichförmigem Mischen zum Erhalt des ultrafeinen Pulvers.
  • Das resultierende gemischte ultrafeine Pulver wurde in einer Vorrichtung, welche einen mit einer 160 l-Luftkammer verbundenen Staubzuteiler DF-3 (Shibata Kagaku) umfasste, stetig in ein Aerosol umgewandelt. Die Bestimmung der Aerosolkonzentration und der aerodynamischen Partikelgrößenverteilung erfolgte durch Anschluss eines Laser-Partikelzählers und eines Kaskaden-Impaktors an die Luftkammer (Fig. 3). Die Aerosolkonzentration war stabil über die Zeit; die mittlere aerodynamische Größe betrug 1,8 um, und die geometrische Standardabweichung betrug 2,1.
  • Das Meerschweinchen (Hartley, männlich, 6 Wochen alt) wurde unter Narkose mit einer Trachealkanüle versehen und mit Hilfe eines Respirators dem Pulveraerosol ausgesetzt, welches von der Luftkammer mit einer Ventilationsmenge von 2,5 ml pro Mal und einer Ventilationsfrequenz von 80 Mal pro Minute (Fig. 3) zugeleitet wurde. Die Verteilung des Fluorescein, welches in einem Atemweg unmittelbar nach Exposition deponiert wurde, betrug 40% von Trachea bis sekundärem Bronchus und 60% von sekundärem Bronchus bis periphere Atemwege und Lunge. Es wurden also gute Werte hinsichtlich Erreichbarkeit durch die Partikel erzielt. Ferner, wie in Fig. 4 gezeigt, sind die zurückgehaltenen Fluorescein-Mengen an Atemwegen und Lunge eine Stunde nach Exposition deutlich höher als die des als Kontrolle dienenden kristallinen feinen Fluorescein-Pulvers, welches die gleiche aerodynamische Partikelverteilung und Atemwegsdepositionsverteilung hatte wie das obengenannte gemischte ultrafeine Pulver. Auf diese Weise wurde das Rückhaltevermögen beobachtet.
  • Beispiel 6
  • In diesem Beispiel wird die In-vivo-Atemweg-Clearance eines durch Sprühtrocknen hergestellten ultrafeinen Pulvers von mit ¹&sup4;C markierter Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose beurteilt.
  • Die ¹&sup4;C-Hydroxypropylcellufose und -Hydroxypropylmethylcellulose wurden mit ¹&sup4;C-Propylenoxid als Veresterungsmittel synthetisiert. Die ¹&sup4;C-Hydroxypropylcellulose wurde in Ethanol gelöst, und die ¹&sup4;C-Hydroxypropylmethylcellulose wurde in einer Mischung von Ethanol/Dichlormethan mit einem Volumenverhältnis von 1/1 gelöst, so dass die Gehalte Werte von 1,25 (Gew.-/Vol.-)% und 1,00 (Gew.-/Vol.-)% annahmen, mit anschließendem Sprühtrocknen, um das ultrafeine Pulver zu erhalten.
  • Das resultierende mit ¹&sup4;C markierte ultrafeine Pulver wurde sieben Tag lang wiederholt einem männlichen Hartley-Meerschweinchen (6 Wochen alt) mit einer Dosis von 200 ug/kg/Tag durch Inhalation verabreicht. Nach der Verabreichung wurde die zurückgehaltene Menge des Pulvers in der Lunge und die über den Kot ausgeschiedenen Mengen über einen Zeitraum von 96 Stunden bestimmt, wobei in der Lunge keine Radioaktivität gefunden wurde und die Ausscheidung von 93% oder mehr der verabreichten Menge der Radioaktivität über den Kot bestätigt wurde. Im Ergebnis wird davon ausgegangen, dass die inhalativ verabreichte, an Atemwege und Lunge deponierte Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose durch mukoziliäre Clearance eliminiert und - ohne Absorption in der Lunge und ohne Migration in Körperfluide - geschluckt wurde.
  • Beispiel 7 (Referenzexperiment 1: Stabilität der Partikelgröße bezogen auf die Beispiele 1 und 7)
  • Feine Pulver, welche die folgenden Niederalkyl-Celluloseether und Beclometasondipropionat umfassten, wurden mittels eines Sprühtrockners (Yamato Kagaku: GS-31) in ähnlicher Weise hergestellt wie das in Beispiel 1 erhaltene, Hydroxypropylcellulose und Beclometasondipropionat umfassende feine Pulver.
  • In Beispiel 7 wurden Hydroxypropylmethylcellulose und Beclometasondipropionat in einer Mischung von Ethanol/Dichlormethan gelöst, und die resultierende Lösung wurde in dem Sprühtrockner sprühgetrocknet, um das Pulver zu erzeugen. Andererseits wurde in den Kontrollbeispielen 1 bis 4 das ultrafein zerteilte Beclometasondipropionat mit einer Größe von ca. 0,5 um in einer wässrigen Lösung von Niederalkyl-Celluloseethern dispergiert, und die resultierende Dispersion wurde in dem Sprühtrockner sprühgetrocknet, um das feine Pulver zu erhalten. Die Pulver von Beispiel 1, Beispiel 7 und Kontrollbeispiel 1 bis 4 wurden bei 25ºC/50% rF über 48 Stunden gelagert; dann wurde die Partikelgrößenverteilung mittels einer Partikelgrößenverteilungsmesseinrichtung vom Laser-Diffraktionstyp gemessen. Im Ergebnis wurde bestätigt, dass 80 Gew.-% oder mehr der Partikel in dem Bereich von 0,5 bis 10 um angesiedelt waren. Nach Lagerung dieser Pulver bei 25ºC/65% rF über 7 Tage wurden die Partikelgrößenverteilungen gemessen. Im Ergebnis wurden in den Beispielen 1 und 7 keine wesentlichen Veränderungen beobachtet; in sämtlichen Kontrollbeispielen 1 bis 4 aber war eine Abnahme der Partikel in dem Bereich von 0,5 bis 10 um auf 50 Gew.-% oder weniger und ein deutlicher Anstieg der Menge der Partikel mit einer Größe von 10 bis 100 um zu verzeichnen.
  • Andererseits, wenn Pulver aus den Referenzbeispielen 1, 2, 3, 4, 5 und 6, wobei 90 Gew.-% oder mehr eine Größe von 20 bis 250 um aufweisen, hergestellt durch mechanisches Mischen von Beclometasondipropionat mit einer Größe von 20 bis 50 um mit Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose und Natriumcarboxymethylhydroxyethylcellulose, wobei 90 Gew.-% eine Größe von 20 bis 250 um aufweisen, und Pulver aus den Referenzbeispielen 7, 8, 9, 10, 11 und 12, wobei 90 Gew.-% oder mehr eine Größe von 20 bis 250 um aufweisen, hergestellt aus dem gleichen Rohmaterial, aber unter anderen Betriebsbedingungen im Sprühtrockner, aus den Beispielen 1 und 7 und aus den Kontrollbeispielen 1 bis 4 unter den gleichen Bedingungen gelagert wurden, wurden keine wesentlichen Veränderungen in den Partikelgrößen vor und nach der Lagerung beobachtet. Aus den obengenannten Versuchen ergibt sich, dass zwar, ungeachtet der Art der Niederalkyl-Celluloseether, keine Veränderungen in den Partikelgrößen bei Lagerung unter feuchten Bedingungen in den Pulverzubereitungen beobachtet wurden, die eine für Zubereitungen zur Verabreichung in die Nasenhöhle geeignete Partikelgröße aufwiesen; bei den Pulverzubereitungen mit einer für ein Inhalat geeigneten Größe aber konnten Veränderungen in den Partikelgrößen nur dann nicht beobachtet werden, wenn aus der Reihe der Niederalkyl-Celluloseether Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose verwendet wurden.
  • Referenzexperiment 2
  • Ein Bestimmungssystem mit einem Kaskaden-Impaktor wurde in einer Maschine mit konstanter Temperatur und konstanter Feuchtigkeit (37ºC/93% rF) installiert, um die aerodynamische Partikelgrößenverteilungsbestimmung mit Hilfe eines Kaskaden-Impaktors unter Bedingungen zu messen, welche die Verhältnisse in den menschlichen Atemwegen simulierten. Mit dem Kaskaden-Impaktor verbunden war ein Inhalator, um aus dem in eine Gelatinekapsel abgefüllten Pulver durch Saugluft über eine Induktionsöffnung ein Aerosol zu erzeugen.
  • Die Pulver, welche die gleiche Partikelgrößenverteilung aufwiesen, wurden durch Sprühtrocknen auf die gleiche Weise hergestellt wie in Beispiel 1 und Beispiel 7 und in den Kontrollbeispielen 1 bis 4, wie in Referenzexperiment 1 beschrieben, ausgenommen, dass ein Teil der vorgegebenen Beclometasondipropionat-Menge durch Fluorescein ersetzt wurde. Die so hergestellten Pulver (Referenzbeispiele 7, 8, 9, 10, 11 und 12) wurden jeweils in Mengen von 5 mg in Gelatinekapseln #3 abgefüllt, und nachdem die Kapseln in ein dichtschließendes Behältnis gepackt worden waren, wurden die Kapseln in die Maschine mit konstanter Temperatur und konstanter Feuchtigkeit eingebracht.
  • Von außen wurde der verschlossene Behälter in der Maschine mit konstanter Temperatur und konstanter Feuchtigkeit unter Verwendung von Gummihandschuhen geöffnet, und die Gelatinekapseln mit den in den Referenzbeispielen gewonnenen Pulvern wurden mit Inhaliergeräten verbunden. Nach Öffnen der Löcher in den Kapseln wurde die Pumpe des Kaskaden-Impaktors gestartet. Sodann wurde der Kaskaden-Impaktor aus der Maschine mit konstanter Temperatur und konstanter Feuchtigkeit genommen, und das Fluorescein auf jeder Platte wurde quantitativ durch HPLC bestimmt, und die aerodynamische Partikelgröße wurde berechnet. Die mittleren aerodynamischen Partikelgrößen betrugen 2,3 um in Referenzbeispiel 7, 2,4 um in Referenzbeispiel 8, 6,8 um in Referenzbeispiel 9, 5,9 um in Referenzbeispiel 10, 7,4 um in Referenzbeispiel 11 und 7,3 um in Referenzbeispiel 12.
  • Bekanntlich werden bei den mittleren aerodynamischen Partikelgrößen gemäß den Referenzbeispielen 7 und 8 die Pulver bis zum sekundären Bronchus deponiert, während bei den mittleren aerodynamischen Partikelgrößen gemäß den Referenzbeispielen 9 bis 12 die Pulver um die Larynx deponiert werden. Demnach zeigten die erfindungsgemäßen feinen Pulver, welche Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose umfassen, eine gute Lungendepositionierbarkeit.

Claims (7)

1. Pulver mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren, umfassend 20 bis 99,8 Gew.-% von mindestens einem Niederalkyl-Celluloseether, ausgewählt aus der Gruppe, welche besteht aus Hydroxypropylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose, und 0,2 bis 80 Gew.-% eines Medikaments, wobei mindestens 80% des Pulvers einen Partikelgröße von 0,5 bis 10 um aufweisen.
2. Pulver mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren nach Anspruch 1, worin das Medikament gleichmäßig innerhalb jedes der Partikeln dispergiert ist.
3. Pulver mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren nach Anspruch 1 oder 2, worin das Medikament ausgewählt ist aus der aus Steroiden, Antiallergika, Bronchodilatatoren, Medikamenten für die Chemotherapie von Infektionskrankheiten, Antitussiva, Elastaseinhebitoren, Antineoplastica, cardiovasculäre Medikamente, physiologisch aktiven Peptidproteinen und Impfstoffen bestehenden Gruppe.
4. Verfahren zur Herstellung des Pulvers mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren nach Anspruch 1, umfassend den Schritt des Sprühtrocknens.
5. Pulverzubereitung zum Inhalieren, umfassend das Pulver mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren nach Anspruch 1.
6. Pulverzubereitung zum Inhalieren nach Anspruch 5, worin die Pulverzubereitung zum Inhalieren das Pulver mit ultrafeinen Partikeln nach Anspruch 1 umfasst und ein dispergierendes Agens und/oder ein Verdünnungsmittel.
7. Pulver mit ultrafeinen Partikeln zum Inhalieren nach Anspruch 1, worin das Pulver mittels Sprühtrocknen erhalten ist.
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