DE69112007T2 - Ferritischer, hitzebeständiger Gussstahl und Verfahren zu seiner Herstellung. - Google Patents

Ferritischer, hitzebeständiger Gussstahl und Verfahren zu seiner Herstellung.

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Description

    Hintergrund der Erfindung 1. Gebiet der Erfindung:
  • Diese Erfindung betrifft einen ferritischen, wärmebeständigen Gußstahl und insbesondere einen wärmebeständigen Gußstahl, der für die Herstellung eines Auspuffsammlers für einen Kraftfahrzeugmotor, eines Turbinengehäuses oder dergleichen geeignet ist.
  • 2. Beschreibung des bisherigen Standes der Technik:
  • Für die Herstellung eines Auspuffsammlers oder eines Turbinengehäuses war es üblich, Kugelgraphitguß mit hohem Siliziumgehalt, Niresist (oder Ni-Resist), usw. einzusetzen. Die Entwicklung eines Kraftfahrzeugmotors mit einer höheren Leistung und einem niedrigeren Kraftstoftverbrauch führte jedoch zum Bedarf an Materialien mit einer höheren Wärmebeständigkeit. Wärmebeständige Austenitstähle mit hohem Nickelgehalt und hohem Chromgehalt sind für ihre hohe Wärmebeständigkeit gut bekannt, zeigen aber eine zu geringe Gießbarkeit und Bearbeitbarkeit, um für die effektive Fertigung von Motorteilen zu vernünftigen Kosten akzeptabel zu sein.
  • Auf ferritische, wärmebeständige Gußstähle mit hohem Chromgehalt wurde man infolge ihrer recht guten Gießbarkeit und Bearbeitbarkeit aufmerksam. Diese Stähle waren jedoch hinsichtlich der Wärmebeständigkeit noch unbefriedigend, da sie eine deutliche Reduzierung der Festigkeit bei Temperaturen im Bereich von 550 ºC bis 650 ºC zeigten (siehe beispielsweise "Handbook of Stainless Steels", Nikkan Kogyo Shinbunsha, Seite 513-521, und "Gakujutsu Geppo" (Wissenschaftlicher Monatsbericht), Band 41, Nr. 1, Seite 18-22).
  • Daher wurden verbesserte ferritische, wärmebeständige Gußstähle vorgeschlagen. Beispielsweise wurde in der Japanischen Patentoffenlegung Nr. 159354/1989 ein ferritischer, wärmebeständiger Gußstahl vorgeschlagen, der grundlegend 0,06 biso 0,20 % C, 0,3 bis 1,0 %Mn, 0,4 bis 2,0 % Si und 15 bis 22 % Cr und außerdem etwa 0,01 bis 1,0 % eines weiteren Elementes zur Verbesserung der Wärmebeständigkeit, wie beispielsweise Nb, V, Ni, Mo oder W, enthält, wobei alle Prozentwerte gewichtsbezogen sind. Dieser Stahl zeigt jedoch eine Anzahl von Nachteilen. Er enthält W auf Kosten der Oxydationsbeständigkeit, die einer der großen Vorteile der ferritischen, wärmebeständigen Gußstähle im allgemeinen ist. Der relativ hohe Anteil an enthaltenem Mangan soll wahrscheinlich seine Härte verbessern, wodurch seine Bearbeitbarkeit verschlechtert wird. Der relativ hohe Anteil an Nickel, der enthalten sein kann, ist wahrscheinlich die Ursache dafür, daß er eine niedrigere eutektische Umwandlungstemperatur aufweist, und daß es ihm dadurch an einer strukturellen Stabilität fehlt.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Unter diesen Umständen ist es eine Aufgabe dieser Erfindung, einen ferritischen, wärmebeständigen Gußstahl bereitzustellen, der eine verbesserte Wärmebeständigkeit ebenso wie eine hohe Oxydationsbeständigkeit, eine gute Bearbeitbarkeit und strukturelle Stabilität aufweist, und der daher als Material für die Teile der Abgasanlage eines Kraftfahrzeugmotors geeigneter ist als irgendein bekanntes Material.
  • Diese Aufgabe wird durch den ferritischen, wärmebestandigen Gußstahl erreicht, der 0,05 bis 0,5% C, 1,0 bis 2,0% Si, weniger als 0,6% Mn, weniger als 0,04% P, weniger als 0,04% S, weniger als 0,5% Ni, 10 bis 20 Cr, 0,10 bis 1,0% V, 0,5 bis 1,0% Nb, 0,08 bis 0,50% Mo, weniger als 0,01% W und 0,01 bis 0,2% Ce enthält, wobei die restlichen Porzente Eisen sind, und wobei alle Prozentwerte gewichsbezogen sind.
  • Um die Desoxydationsfunktion des geschmolzenen Stahls zu veranlassen, kann man bei der vorliegenden Erfindung vorzugsweise den Bereich von Mn bei den vorangegangenen Grundelementen auf 0,1 bis 1,5% festlegen. Da die Bearbeitbarkeit von Gußstahl infolge des höheren Gehaltes an Mn verschlechtert wird, wird in diesem Fall vorzugsweise der S-Gehalt auf die höheren 0,01 bis 0,2% festgelegt, und außerdem wird, wenn es erforderlich ist, die Kombination von, 0,01 bis 0,2% Te und/oder 0,01 bis 0,3% Al auf Kosten von Fe zugegeben. Um die Wärmebeständigkeit weiter zu erhöhen, werden außerdem bei der vorliegenden Erfindung vorzugsweise 0,1 bis 5,0% Co und/oder 0,1 bis 5,0% Ti zu den vorangegangenen Grundelementen auf Kosten von Fe zugegeben. In diesem Fall ebenso wie bei den vorangegangenen wird vorzugsweise die zuzugebende Menge an Mn und S in einem etwas höheren Bereich von 0,1 bis 1,5 % und bzw. 0,01 bis 0,20% festgelegt, und zusätzlich dazu kann man außerdem 0,01 bis 1,00% Al auf Kosten von Fe zugeben. Und da das Al eine Desoxydationswirkung zeigt, ohne daß es mit Mn oder S verbunden wird, kann es allein zugegeben werden.
  • Es ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren für die Herstellung eines berbesserten ferritischen, wärmebeständigen Gußeisens zur Verfügung zu stellen.
  • Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren erreicht, das aufweist: das Gießen von Stahl mit Zusammensetzungen, die innerhalb des hierin vorangehend definierten Bereichs liegen, und das Glühen dieses bei einer Temperatur von 750 ºC bis 1000 ºC über eine Zeit von einer bis fünf Stunden.
  • Mit Bezugnahme auf jedes Element und dessen Anteil erklärt sich eine derartige Begrenzung wie folgt: Kohlenstoff verbessert die Festigkeit und Zähigkeit des Stahls und das Fließverhalten (oder die Gießbarkeit) des geschmolzenen Stahls, bringt aber kein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn sein Anteil niedriger als 0,05 % ist. Wenn sein Anteil andererseits 0,5 % übersteigt, so verringert er die Oxydationsbeständigkeit des Stahls und seine eutektische Umwandlungstemperatur, wodurch die strukturelle Stabilität verringert wird. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,05 bis 0,50 %
  • Silizium verbessert die Oxydationsbeständigkeit von Stahl, erhöht seine eutektische Umwandlungstemperatur und ist ein wirksames Desoxydationsmittel, liefert aber kein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn sein Anteil kleiner ist als 1,0 %. Wenn andererseits sein Anteil 2,0 % übersteigt, werden die Zähigkeit des Stahls bei niedriger (oder normaler) Temperatur und seine Festigkeit bei hoher Temperatur verringert. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 1,0 bis 2,0% Si.
  • Mangan ist ein Element, das Perlit bildet, und es ist für den ferritischen, wärmebeständigen Gußstahl nicht sehr erwünscht. Außerdem erhöht es die Härte des Stahls und verschlechtert daher seine Bearbeitbarkeit. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung weniger als 0,6 % Mn. Andererseits, wenn die Festlegung einer großen Menge an Mn gewünscht wird, um die Desoxydation des geschmolzenen Stahls zu veranlassen und die Gießbarkeit zu verbessern, muß S zugegeben werden, um MnS zu bilden und die Bearbeitbarkeit zu verbessern. Wenn Mn kleiner ist als 0,1 %, fehlt in diesem Fall die absolute Menge an MnS, und wenn es 1,5 % übersteigt, geht das Gleichgewicht mit S verloren, und die eutektische Umwandlungstemperatur wird stark herabgesetzt, so daß die Menge davon bei 0,1 bis 1,5 % festgelegt ist.
  • Der Stahl dieser Erfindung enthält weniger als 0,04 % P, da der Phosphor wahrscheinlich die Bildung von Wärmerissen begünstigt, wenn sein Anteil 0,04 % oder mehr beträgt.
  • Da der Schwefel ebenso wie der Phosphor nicht nur die Bildung von Wärmerissen im Stahl begünstigt, sondern auch die Rotwarmbrüchigkeit, werden vorzugsweise weniger als 0,04 % eingehalten. Andererseits wird er in diesem Fall mit Mangan verbunden, um MnS zu bilden, wodurch die Bearbeitbarkeit des Stahls verbessert wird, und die davon enthaltene Menge kann in Übereinstimmung mit der Menge an darin enthaltenem Mn erhöht werden. Wenn die Menge an S kleiner ist als 0,01 %, wird in diesem Fall das Auftreten der vorangehend angeführten Wärmerisse und der Rotwarmbrüchigkeit veranlaßt. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,01 bis 0,20 %.
  • Chrom ist ein sehr wichtiges Element, das die Oxydationsbeständigkeit des Stahls verbessert und seine eutektische Umwandlungstemperatur erhöht, das aber nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt, wenn sein Anteil kleiner ist als 10 %. Wenn andererseits sein Anteil 20 % übersteigt, wird die Zähigkeit des Stahls bei niedriger Temperatur verringert, und es werden grobe primäre Karbidkristalle erzeugt, die die Bearbeitbarkeit des Stahls verschlechtern. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 10 bis 20 % Cr.
  • Vanadium ist ebenfalls ein sehr wichtiges Element, da es in hohem Maße die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls erhöht und wahrscheinlicher Karbid bildet als das bei Chrom der Fall ist, wodurch verhindert wird, daß das primäre Chromkarbid die Bearbeitbarkeit des Stahls verschlechtert, aber wenn sein Anteil kleiner ist als 0,1 %, führt es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Wenn sein Anteil jedoch 1,0 % übersteigt, verringert es die Oxydationsbeständigkeit des Stahls und dessen Hochtemperaturfestigkeit. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,1 bis 1,0 % V.
  • Niob erhöht in hohem Maße die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls an und bildet wahrscheinlicher Karbid als das bei Chrom der Fall ist, wodurch verhindert wird, daß das primäre Chromkarbid die Bearbeitbarkeit des Stahls verschlechtert, und es behindert die Bildung eines sekundären Karbides, um dadurch die Oxydationsbeständigkeit des Stahls zu verbessern, aber es führt zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis, wenn sein Anteil kleiner ist als 0,5 %. Wenn sein Anteil jedoch 1,0 % übersteigt, bildet es eine so große Menge an Karbid, daß der Stahl einen zu niedrigen Gehalt an Kohlenstoff aufweist. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,5 bis 1,0 % Nb.
  • Molybdän verbessert die Festigkeit des Stahls und erhöht seine eutektische Umwandlungstemperatur, führt aber nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, wenn sein Anteil kleiner ist als 0,08 %. Wenn sein Anteil jedoch 0,50 % übersteigt, werden die Zähigkeit des Stahls im kalten Zustand und seine Oxydationsbeständigkeit herabgesetzt. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,08 bis 0,50 % Mo.
  • Wolfram zeigt einen so hohen Dampfdruck, daß ein dichter Chromoxidfilm auf dem Stahl zerstört wird, wodurch seine Oxydationsbeständigkeit bedeutend herabgesetzt wird und ebenfalls seine Zähigkeit im kalten Zustand. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung weniger als 0,01 % W.
  • Zer ist ein wichtiges Element, das zur Bildung sehr feiner Kristallkörner beiträgt und dadurch die Zähigkeit des Stahls im kalten Zustand drastisch verbessert, aber wenn sein Anteil kleiner ist als 0,01 %, führt es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Und wenn sein Anteil jedoch 2,0 % übersteigt, erzeugt es nicht mehr effektiv die feinen Kristallkörner. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,01 bis 2,0 %.
  • Te verbessert die Bearbeitbarkeit von Gußstahl durch Adhäsion am MnS, aber wenn dessen Menge kleiner ist als 0,01 %, führt es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Andererseits, wenn es 0,2 % übersteigt, wird das Fließen bedeutend verschlechtert. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,01 bis 0,2 % Te.
  • Al ebenso wie Te verbessert nicht nur die Bearbeitbarkeit durch Adhäsion am MnS, sondern trägt ebenfalls zur Erhöhung der eutektischen Umwandlungstemperatur und der Oxydationsbeständigkeit bei, um ein wirksames Desoxydationsmittel zu werden. Wenn es andererseits mit weniger als 0,01 % enthalten ist, zeigt es keine zufriedenstellende Wirkung, und wenn es mit über 1,00 % enthalten ist, verringert es die Zähigkeit bei niedriger Temperatur. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,01 bis 1,00 % Al.
  • Co erhöht die Festigkeit bei hoher Temperatur, wenn es aber mit weniger als 0,1 % enthalten ist, ist die Wirkung nicht zufriedenstellend; andererseits, wenn es mit über 5,0 % enthalten ist, wird die Festigkeit bei hoher Temperatur ziemlich verringert, und die Zähigkeit wird ebenfalls verringert. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,1 bis 5,0 % Co.
  • Obgleich Ti die Festigkeit bei hoher Temperatur erhöht, ist die Wirkung aber nicht zufriedenstellend, wenn es mit weniger als 0,1 % enthalten ist, und andererseits, wenn es mit über 5,0 % enthalten ist, wird die Zähigkeit verringert. Daher enthält der Stahl dieser Erfindung 0,1 bis 5,0% Ti.
  • Der Stahl dieser Erfindung enthält nur eine sehr geringe Menge an Wolfram, wenn überhaupt, und zeigt daher einen zufriedenstellend hohen Grad der Oxydationsbeständigkeit. Er zeigt einen hohen Grad an Bearbeitbarkeit, da er nur einen geringen Anteil an Mangan enthält, oder da er, wenn er einen relativ hohen Anteil an Mangan enthält, ebenfalls einen relativ hohen Anteil an Schwefel enthält. Im letzteren Fall kann er außerdem Tellur oder sowohl Tellur als auch Aluminium enthalten, um noch einen höheren Grad der Bearbeitbarkeit zu erreichen. Außerdem enthält der Stahl dieser Erfindung nur eine kleine Menge an Nickel und weist daher eine ausreichend hohe eutektische Umwandlungstemperatur auf, um einen hohen Grad an struktureller Stabilität beizubehalten. Durch Zusatz von Co und Ti wird außerdem die Festigkeit bei hoher Temperatur weiter verbessert. Zusätzlich dazu verbessert das Glühen des Stahls im Gußzustand weiter seine Bearbeitbarkeit, da es die Zersetzung von Martensit und die Bildung einer Ferritstruktur, in der das Karbid dispergiert ist, bewirkt.
  • Diese und weitere Merkmale sowie die Vorteile dieser Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen sichtbar.
  • Kurzbeschreibung der Zeichnungen
  • Fig. 1 ist eine grafische Darstellung, die die Zugfestigkeit des ferritischen, wärmebeständigen Gußstahls im Vergleich mit der Vergleichsprobe zeigt;
  • Fig. 2 ist eine Mikrofotografie, die die Struktur des ferritischen, wärmebeständigen Gußstahls zeigt, der diese Erfindung verkörpert, und im Gußzustand;
  • Fig. 3 ist eine Mikrofotografie, die die Struktur des Stahls im geglühten Zustand zeigt;
  • Fig. 4 ist eine grafische Darstellung, die die Stähle, die diese Erfindung verkörpern, und Vergleichsstähle hinsichtlich der thermischen Dauerfestigkeit vergleicht;
  • Fig. 5 ist eine grafische Darstellung, die die Stähle, die diese Erfindung verkörpern, und den Vergleichsstahl hinsichtlich der Bearbeitbarkeit vergleicht;
  • Fig. 6 ist eine grafische Darstellung, die die Stähle, die diese Erfindung verkörpern, und weitere Vergleichsmaterialien hinsichtlich der Bearbeitbarkeit vergleicht;
  • Fig. 7 ist eine grafische Darstellung, die die eutektischen Umwandlungstemperaturen der Stahle in Beziehung zu deren Vanadiumgehalt zeigt;
  • Fig. 8 ist eine grafische Darstellung, die die eutektischen Umwandlungstemperaturen der Stähle in Beziehung zu deren Nickelgehalt zeigt;
  • Fig. 9 ist eine grafische Darstellung, die die Härte der Stähle in Beziehung zu deren Mangangehalt zeigt;
  • Fig. 10 ist eine grafische Darstellung, die die Dehnung der Stähle in Beziehung zu deren Zergehalt zeigt;
  • Fig. 11 ist eine grafische Darstellung, die die Oxydationsbeständigkeit der Stähle in Beziehung zu deren Wolframgehalt zeigt;
  • Fig. 12 ist eine grafische Darstellung, die die Zugfestigkeit in Beziehung zu deren Co-Gehalt zeigt; und
  • Fig. 13 ist eine grafische Darstellung, die die Zugfestigkeit in Beziehung zu deren Ti-Gehalt zeigt.
  • Detaillierte Beschreibung der Erfindung
  • Die Erfindung wird jetzt spezieller mit Bezugnahme auf die Zeichnungen und die Beispiele beschrieben.
  • Legierte Stähle mit unterschiedlichen Zusammensetzungen wurden durch Gießen hergestellt, um Beispiele zu liefern, die für die Definition der grundlegenden Zusammensetzung des Stahls entsprechend dieser Erfindung verwendet werden. Sie wurden durch Zugabe von unterschiedlichen Anteilen an Vanadium, Nickel, Mangan, Zer und Wolfram zu Stahl hergestellt, der 0,20 % C, 1,50 % Si, nicht mehr als 0,020 % P, nicht mehr als 0,020 % S, 16,0 % Cr, 0,70 % Nb und 0,20 % Mo enthält, wobei die restlichen Prozent Eisen sind. Die Einflüsse, die die Legierungselemente auf die verschiedenen Eigenschaften des Stahls haben könnten, wurden untersucht.
  • Fig. 7 zeigt die Einflüsse, die das Vanadium den Ermittlungen zufolge auf die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls ausübt. Es wird bestätigt, daß die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls linear mit der Zunahme des Anteils an Vanadium ansteigt. Es ist daher klar, daß das Vorhandensein einer geeigneten Menge wunschgemäß die Bildung einer stabilen Ferritstruktur ohne die Bildung von Austenit sichert.
  • Fig. 8 zeigt die Einflüsse, die das Nickel den Ermittlungen zufolge auf die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls ausübt. Es wird bestätigt, daß die eutektische Umwandlungstemperatur des Stahls in einer Kurve zweiten Grades mit der Zunahme des Anteils an Nickel absinkt, und daß ihre Abnahme bei Stahl besonders steil ist, der 0,5 % oder mehr Nickel enthält. Es ist daher klar, daß das Vorhandensein von weniger als 0,5 % Ni wünschenswert ist.
  • Fig. 9 zeigt die Einflüsse, die das Mangan den Ermittlungen zufolge auf die Härte des Stahls im Gußzustand ausübt. Die Härte des Stahls im Gußzustand zeigt einen steilen Anstieg bei einer Zunahme des Anteils an Mangan von 0,5 bis 0,7 %. Es ist daher klar, daß die Herstellung mit weniger als 0,6 % Mn wünschenswert ist, um die Herstellung von Stahl mit einem zufriedenstellend hohen Grad an Bearbeitbarkeit zu sichern.
  • Fig. 10 zeigt die Einflüsse, die das Zer den Ermittlungen zufolge auf die Dehnung des Stahls bei normaler Temperatur ausübt. Während der Stahl, der weniger als etwa 0,01 % Ce enthält, einen niedrigen und kaum variierenden Wert der Dehnung aufweist, beginnt der Stahl, der etwa 0,01 % Ce enthält, einen steilen Anstieg der Dehnung zu zeigen. Der Stahl, der etwa 0,2 % Ce enthält, zeigt den höchsten Grad der Dehnung, und der Stahl, der mehr Zer enthält, zeigt einen niedrigeren Grad der Dehnung. Es ist daher klar, daß der Bereich des Zers von 0,01 bis 2,0 % vom Standpunkt der Dehnung aus wünschenswert ist.
  • Fig. 11 zeigt die Einflüsse, die das Wolfram den Ermittlungen zufolge auf den Gewichtsverlust durch Oxydation oder die Oxydationsbeständigkeit des Stahls ausübt. Der Stahl, der mehr als 0,008 % W enthält, zeigt einen steilen Anstieg beim Gewichtsverlust durch Oxydation. Es ist daher klar, daß die Grenze des Wolframanteils bei weniger als 0,01 % wünschenswert ist, um jeglichen unerwünschten Anstieg des Gewichtsverlustes des Stahls durch Oxydation oder jegliche unerwünschte Reduzierung seiner Oxydationbeständigkeit zu verhindern. Der Gewichtsverlust des Stahls durch Oxydation wurde dadurch ermittelt, daß er bei einer Temperatur von 950 ºC über 100 Stunden in Luft gelassen wurde.
  • Legierte Stähle mit den grundlegenden Zusammensetzungen von 0,05 % C, 1,1 % Si, 0,3 % Mn, 0,01 % P, 0,01 % S, 15,3 % Cr, 0,10 % V, 0,80 % Nb, 0,31 % Mo, 0,005 % W, 0,05 % Ce, wobei die restlichen Prozent Eisen sind, wurden hergestellt, indem unterschiedliche Anteile von Co und Ti zugegeben wurden. Die Einflüsse, die die Legierungselemente auf die Zugfestigkeit bei hoher Temperatur haben könnten, wurden untersucht. Die Untersuchung wurde bei 950ºC durchgeführt.
  • Die Figuren 12 und 13 zeigen die Einflüsse, die Co und Ti den Ermittlungen zufolge auf die Zugfestigkeit der legierten Stähle ausüben. Dadurch wird klar, daß, obgleich die Zugfestigkeit einen hohen Wert bei mehr als 0,1 % Co oder Ti zeigt, er eine Neigung der Abnahme bei über 5,0 % zeigt, so daß die stabile Zugfestigkeit bei 0,1 bis 5,0 % Co oder Ti erhalten wird.
  • Beispieie und Vergleichsbeispiele
  • Die Stahlproben 1 bis 16 und 21 bis 33, die in den Tabellen 1 und 2 gezeigt werden, und die diese Erfindung verkörpern, sowie die Vergleichsproben 1 bis 3, die in der Tabelle 3 gezeigt werden, wurden durch Gießen hergestellt. Jede Probe, die die nachfolgende Zusammensetzung aufweist, wurde hinsichtlich der Zugfestigkeit bei hoher Temperatur, der Härte, Mikrostruktur, thermischen Dauerfestigkeit, Bearbeitbarkeit und Oxydationsbeständigkeit geprüft oder untersucht. Die Zugfestigkeit bei hoher Temperatur wurde bei 950 ºC ermittelt. Die Prüfüng der thermischen Dauerfestigkeit wurde durchgeführt, indem ein Prüfling mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Länge von 15 mm aus jeder Stahlprobe oder Materialprobe angefertigt, an beiden Enden eingespannt, um ihn vollständig an einer Bewegung zu hindern, einem Wärmzyklus zwischen 250 ºC und 950 ºC ausgesetzt und die Anzahl der Zyklen gezählt wurde, die wiederholt wurden, bis der Prüfling zerriß. Die Prüfung der Bearbeitbarkeit wurde durchgeführt, indem in jeden Prüfling ein Loch gebohrt wurde, um seinen Widerstand gegen den Schub und das Drehmoment, die durch den Bohrer hervorgerufen wurden, als Maß seines Schnittwiderstandes zu ermitteln, ebenso wie durch Messen des Verschleißgrades, der am Bohrer zu verzeichnen war. Die Prüfung der Oxydationsbeständigkeit wurde durchgeführt, indem jeder Prüfling bei einer Temperatur von 950 ºC über 100 Stunden in Luft gelassen und dessen resultierender Gewichtsverlust durch die Oxydation gemessen wurde. Tabelle 1 Chemische Zusammensetzung (Gew.-%) Probe Nr. Probe der Erfindung Tabelle 2 Chemische Zusammensetzung (Gew.-%) Probe Nr. Probe der Erfindung Tabelle 3 Zusammensetzung (Gew.-%) Vergleichsbeispiel Nr.
  • Nr. 1 ist Kugelgraphitguß mit hohem Siliziumgehalt
  • Nr. 2 ist Niresist
  • Nr. 3 ist JIS SCH1
  • Fig. 1 zeigt das Ergebnis der Prüfüng der Zugfestigkeit bei hoher Temperatur. In dieser Fig. wird deutlich, daß jede Probe entsprechend der vorliegenden Erfindung die Fähigkeit zeigt, einen bedeutenden Anstieg der Zugfestigkeit aufzuweisen, wenn man mit dem Vergleichsbeispiel 1 (Kugelgraphitguß mit hohem Siliziumgehalt) und ebenfalls mit den Vergleichsbeispielen 2 (Niresist) und 3 (JIS SCH1) vergleicht. Außerdem zeigen von den Proben der vorliegenden Erfindung diejenigen, die Co und Ti enthalten, eine hohe Zugfestigkeit, verglichen mit denjenigen, die kein Co oder Ti enthalten, und diese wird im Verhältnis zur Zunahme der davon enthaltenen Menge größer.
  • Die Tabelle 4 zeigt die Ergebnisse der Härteprüfüngen, die bei den Proben 1 und 5 bis 8 dieser Erfindung im Gußzustand und bei 980 ºC über drei Stunden lang geglüht durchgeführt wurden. Wie aus der Tabelle 2 ersichtlich ist, zeigten die Proben 1, 5 und 6 dieser Erfindung eine ausreichend geringe Härte im Gußzustand, und sie zeigten eine weitere Reduzierung der Härte, wenn sie geglüht wurden. Die Proben 7 und 8 dieser Erfindung, die mehr Kohlenstoff als irgendeine andere Probe dieser Erfindung enthalten, zeigten eine größere Härte im Gußzustand, konnten aber durch Glühen zufriedenstellend weich gemacht werden. Tabelle 4 Vickershärte (Hv) Probe im Gußzustand im geglühten Zustand Probe der Erfindung Vergleichsprobe
  • Die Figuren 2 und 3 zeigen die Mikrostrukruren der Probe 1 dieser Erfindung im Gußzustand und bzw. im geglühten Zustand. Während Fig. 2 das Vorhandensein von Nadelkristallen des Martensits im Stahl im Gußzustand zeigt, bestätigt Fig. 3, daß dessen Glühen die Zersetzung des Martensits und die Bildung einer Struktur bewirkte die Karbid enthält, das im Ferrit dispergiert ist. Diese Veränderung der Struktur war unverkennbar für die Reduzierung der Härte verantwortlich, die durch das Glühen bewirkt wurde, wie in Tabelle 4 gezeigt wird.
  • Fig. 4 zeigt die Ergebnisse der Prüfungen der thermischen Dauerfestigkeit. Die Proben 1 und 2 dieser Erfindung konnten eine bei weitem größere Anzahl von Heiz- und Kühlzyklen ohne Zerreißen aushalten, als das bei irgendeiner der Vergleichsproben der Fall war. Diese Ergebnisse bestätigen die bedeutend hohe thermische Dauerfestigkeit des Stahls entsprechend dieser Erfindung.
  • Die Figuren 5 und 6 zeigen die Ergebnisse der Prüfungen der Bearbeitbarkeit. Diese Prüfungen wurden durchgeführt, indem die Proben 1 bis 4 dieser Erfindung und die Vergleichsprobe 3 betreffs ihres Schnittwiderstand bewertet wurden, während die Proben 1 und 5 bis 8 im Gußzuständ und im geglühten Zustand und die Vergleichsproben 1 und 2 im Gußzustand benutz wurden, um den Verschleißgrad am Bohrer zu ermitteln. Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, wurde, während die Probe 1 dieser Erfindung im wesentlichen eine gleiche Bearbeitbarkeit wie die Vergleichsprobe 3 (JIS SCH1) autwies, eine stark verbesserte Bearbeitbarkeit bei den Proben 2 bis 4 dieser Erfindung erreicht, die höhere Anteile an Mangan und Schwefel enthalten, und die außerdem Tellur oder Tellur und Aluminium enthalten oder nicht enthalten, wie aus Fig 5 ersichtlich ist. Wie aus Fig 6 ersichtlich ist, waren die Proben 1 und 5 bis 8 dieser Erfindung im Gußzustand hinsichtlich der Bearbeitbarkeit dem Vergleichsbeispiel 2 (Niresist) bei weitem überlegen, und wenn sie geglüht wurden, zeigten sie einen noch höheren Grad der Bearbeitbarkeit, die sich der des Vergleichsbeispiels 1 (Kugelgraphitguß mit hohem Siliziumgehalt) nähert.
  • Die Tabelle 5 zeigt die Ergebnisse der Prüfungen der Oxydationsbeständigkeit. Aus der Tabelle 5 wird ersichtlich, daß die Zugfestigkeit der Beispiele 1 und 2 der vorliegenden Erfindung größer ist, nicht nur mit dem Vergleichsbeispiel 1 (Kugelgraphitguß mit hohem Siliziumgehalt), sondern auch mit dem Vergleichsbeispiel 3 (JIS SCH1) verglichen. Die Proben 1 und 2 dieser Erfindung zeigten sehr geringe Gewichtsverluste durch Oxydation, verglichen mit jeder der Vergleichsproben 1 bis 3. Tabelle 5 Gewichtsverlust durch Oxydation (mg/cm³) Probe der Erfindung Vergleichsprobe
  • Entsprechend dem ferritischen, wärmebeständigen Gußstahl der vorliegenden Erfindung zeigte der legierte Stahl, da er eine kleine Menge an W, Ni und Mn und wahlweise Elemente mit einer besseren Bearbeitbarkeit, wie beispielsweise S, Te und Al oder Co und Ti, enthält, wie vorangehend erklärt wird, daß eine Zunahme der Wärmebeständigkeit erhalten wurde, ohne daß die Oxydationsbeständigkeit, die Bearbeitbarkeit und die strukturelle Stabilität verlorengingen, wodurch er dazu beiträgt, eine hohe Leistung und Absenkung des Kraftstoftverbrauchs des Kraftfahrzeugmotors zu erreichen. Entsprechend dem Herstellungsverfahren für den ferritischen, wärmebeständigen Gußstahl der vorliegenden Erfindung wird der Gußstahl außerdem nach dem Glühen ausreichend erweicht, um eine verbesserte Bearbeitbarkeit zu erlangen.
  • Der ferritische, wärmebeständige Gußstahl, dessen Einsetzbarkeit im Auspuffsammler eines Kraftfahrzeugmotors erweitert werden soll, ohne daß er die Oxydationsbeständigkeit, die Bearbeitbarkeit und strukturelle Stabilität verliert, enthält in Gewichtsprozent 0,05 bis 0,5 % C, 1,0 bis 2,0 % Si, weniger als 0,6 % Mn, weniger als 0,04 % P, weniger als 0,04 % S, weniger als 0,5 % Ni, 10 bis 20 % Cr, 0,1 bis 1,0 % V, 0,5 bis 1,0 % Nb, 0,08 bis 0,50 % Mo, weniger als 0,01 % W und 0,01 bis 0,2 % Ce, wobei die restlichen Prozente seiner Zusammensetzung Eisen sind. Alternativ dazu kann er 0,1 bis 1,5 % Mn und 0,01 bis 0,2 % S enthalten, und er kann außerdem 0,01 bis 0,2 % Te und/oder 0,01 bis 0,3 % Al auf Kosten von Fe enthalten. Außerdem kann er 0,1 bis 5,0 % Co und/oder 0,1 bis 5,0 % Ti auf Kosten von Fe enthalten. Der Gußstahl wird bei einer Temperatur von 850 ºC bis 1000 ºC über eine Zeit von einer bis fünf Stunden geglüht.

Claims (6)

1. Ferritischer, wärmebeständiger Gußstahl, der in Gewichtsprozent aufweist: 0,05 bis 0,5 % C, 1,0 bis 2,0 % Si, weniger als 0,6 % Mn, weniger als 0,04 % P, weniger als 0,04 % S, weniger als 0,5 % Ni, 10 bis 20 % Cr, 0,1 bis 1,0 % V, 0,5 bis 1,0 % Nb, 0,08 bis 0,50 % Mo, weniger als 0,01 % W und 0,01 bis 0,2 % Ce, wobei die restlichen Prozente davon Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen sind.
2. Ferritischer, wärmebeständiger Gußstahl, der in Gewichtsprozent aufweist: 0,05 bis 0,5 % C, 1,0 bis 2,0 % Si, 0,1 bis 1,5 % Mn, weniger als 0,04 % P, 0,01 bis 0,20 % S, weniger als 0,5 % Ni, 10 bis 20 % Cr, 0,1 bis 1,0 % V, 0,5 bis 1,0 % Nb, 0,08 bis 0,50 % Mo, weniger als 0,01 % W und 0,01 bis 0,2 % Ce, wobei die restlichen Prozente davon Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen sind.
3. Gußstahl nach Anspruch 1 oder 2, der außerdem 0,1 bis 5,0 % Co und/oder 0,1 bis 5,0 % Ti auf Kosten von Fe aufweist.
4. Gußstahl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, der außerdem 0,01 bis 1,00 % Al auf Kosten von Fe aufweist.
5. Gußstahl nach Anspruch 2, der außerdem 0,01 bis 0,2 % Te und/oder 0,01 bis 0,3 % Al auf Kosten von Fe aufweist.
6. Verfahren für die Herstellung eines ferritischen, wärmebeständigen Gußstahls, das das Gießen eines Stahls mit der definierten Zusammensetzung in einem der Ansprüche 1 bis 5 und das Glühen des Stahls bei einer Temperatur von 850 ºC bis 1000 ºC über eine Zeit von einer bis fünf Stunden aufweist.
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