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Hilfsvorrichtung zum Herausziehen von Stecherrohren Die Erfindung
betrifft eine Hilfsvorrichtung, die in Verbindung mit der Prüfung und Reinigung
von Stecherrohren für Bierdruckapparate benutzt werden soll. Nach der für das Land
Preußen herausgegebenen Polizeiverordnung über Einrichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen
vom 1. 9. 1936 müssen die Anstichkörper und Stecherrohre der Getränkeschankanlagen
so beschaffen sein, - daß das Stecherrohr zwecks Prüfung seines i#neren Zustandes
zu jeder Zeit aus dem.F-aß herausgezogen werden kann. Um eine solche Prüfung und
die hierzu -erforderliche Herausnahme des Stecherrohres aus dem unter Druck befindlichen
Bierfaß zu ermöglichen, sind bisher fest am Spund (des Fasses angebrachte Anstichkörper
verwendet worden, die besonders gestaltet und mit einer Verschlußvorrichtung versehen
waren. Diese bisher bekannten Anstichkörper sind zum Teil von recht verwickelter
Bauart und dementsprechend in der Anschaffung teuer; andererseits weisen sie den
Nachteil auf, &ß die Verschlußvorrichtung und der zur Betätigung desselben erforderliche,
im, Innern des Anstichkörpers angeordnete Mechanismus entweder ständig oder zum
mindesten beim Herausziehen des Stecherrohres mit Odem hochsteigenden Bier in Berührung
kommen und daher leicht verschmutzen. Ist beispielsweise bei Benutzung der bekannten
Vorrichtung das Faß geleert worden, so kommt dennoch das Ventil der Vorrichtung
mit dem restlichen, in dem Faß enthaltenen Bier in Berührung, da letzteres durch
die Kohlensäure hochgetrieb.en wird. Ein Verschmutzen des Ventils tritt daher bei
jedem Faßwechsel in dem betreffenden Schankbetriebe ein. Eine Reinigung des Ventils
und des ganzen Anstichkörpers ist daher sehr umständlich und sehr zeitraubend. Sie
kann nur bei völlig entleertem Faß vorgenommen werden und verlangt
alsdann
eine vollständige Auseinandernahme der ganzen Vorrichtung.
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Die Erfindung bezweckt die Beseitigutior der geschilderten Nachteile
und besteht in einer Prüfvorrichtung für das Stecherroh ' r' die so ausgebildet
ist, daß sie auch an unte - r Druck befindlichen Bierfässern im Betriebe
angebracht werden kann. Die Vorrichtung ermöglicht dabei in einfacher Weise ein
Lösen und Herausziehen des Stecherrohres aus dem Faß, unter Vermeidung jeglichen
Verlustes von Bier o. dgl. Gowie an Druckmittel, wie Kohlensäure, ohne daß die Benutzung
einer Sonderbauart eines Anstichkörpers oder Stecherrohres mit besonderer Prüfvorrichtung
erforderlich ist. Im wesentlichen besteht der Erfindungsgegenstand aus eine-in geteilten,
leicht verschließbar-en und abnehmbaren hüls-enförmigen Dichtungsgehäuse mit selbsttätigem
Absperrventil, welches von Hand aus an dem zu prüfenden Stecherrohr angebracht oder'festgehalten
wird, um das Stecherrohr störungsfrei aus dem Anstichkörper herausziehen zu können.
Erfind:-ungsgemäß ist das Dichtungsgehäuse zweiteilig und auseinanderklappbar ausgebildet,
so daß es seitlich um das Stecherrohr herumgelegt und dann zusammengedrückt werden
kann. Nach Lösen der Stopfbüchsenverschraubung am Anstichkörper läßt sich dann -das
Stecherrohr aus dem Anstichkörper und dem fest auf dem Anstichkörper niedergedrückten
Dichtungsgehäuse herausziehen, wobei sich das in der Dichtungsmuffe befindliche
Ventil selbsttätig schließt, so,daß Bier oder Kohlensäure nicht entweichen kann.
Um die Dichtun,gshülse nicht während der Prüfung des herausgezogenen Stecherrohres
dauernd mit der Hand festhalten zu müssen, kann ein Hilfsstab oder ein beiderseitig
geschlossenes Hilfsrohr mittels der genannten Dichtungshülse in das Faß bzw. den
Anstichkörper für die Dauer (der Prüfung eingeführt wer-den.
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Durch den Erfindungsgegenstand wird daher in einfacher und ischneller
Weise ein Herausnehmen und Wiedereinsetzendes Stecherrohres zwecks Prüfung desselben
auch bei unter Druck befindlichen Fässern ermöglicht, ohne daß eine kostspielige
Sonderbauart eines Anstichkörpers erforderlich. ist. Die alten# bisher im Gebrauch
befindlich#en Anstichkörper können dabei ohne Abänderung weiterverwendet werden,
so daßdieKosten für neue Anstichkörper erspart werden. Da' ferner beim Gebrauch
der Hilfsvorrichtung in das Innere derselben kein Bier gelangt, so ist auch für
eine saubere und hygienisch einwandfreie Benutzung Gewähr geleistet. Zudem kann
eine Reinigung derVorrichtung durch Auseinanderklappen derselben leicht und jederzeit
bewerkstelligt werden. Ein weiterer Vorzu- der Vorrichtung ergibt sich dadurch,
daß dieselbe für beliebig viele Anstichkörper bzw. F.ässer verwendbar ist, so daß
für eine Schankstelle mit einer größeren Anzahl von Leitungen nur die Anschaffung
eines einzigen Exemplares Ader Vorrichtung erforderlich ist.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt.
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Abb. i zeigt die Vorrichtung in geöffnetem, auseinandergeklapptem
Zustande, von der Seite gesehen.
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Abb.:2 ist ein Grundriß von Abb. i.
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Abb. 3 veranschaulicht die um das Stecherrohr herumgelegte
Vorrichtung in geschlossenem Zustande, teilweise im senkrechten Längsschnitt gezeichnet.
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Abb. 4 ist eine Draufsicht von oben auf die geschlossene Vorrichtung
mit eingeschobe-nem Hilfsrohr, und Abb. 5 ist eine Einzelansicht« des Hilfsrohres.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht zunächst aus einem äußeren
zweiteiligen hülsenförinigen Gehäuseo,al, dessen Hälften durch ein Scharniers miteinander
verbunden sind, so daß die Gehäuseteile oder Hülsenhälften auseinanderklappbar sind.
Das Gehäuse a, al kann aus Holz, Metall oder einem anderen geeigneten Material,
wie beispielsweise Kunstharz Qder Preßstoff, bestehen. Die Gehäuseteile a, al sind
je halbrund ausgespart und nehmen an ihrem oberen Ende je
eine halbierte
kurze Gummimuffe C, ci auf, die eine mittlere Bohrung b, entsprechend dem
Durchmesser des Stecherrohres i, hat. An der einen Muffenhälfte c# sitzt eine in
einem Stück damit bestehende biegsame Klappe f, die als Absperrvorrichtung
für die durchlaufende Bohrung b der Hülse dient. Die Klappe f kann
sich in die aus Abb. i ersichtliche Stellung/, umlegen. Unterhalb der Muffe c bzw.
der Klappe J ist eüie zweite, längere, ebenfalls aus zwei Teilen bestehende Gu.mmimuffe
g, gl in die Gehäuseteile a eingesetzt, die über das untere Ende des
Gehäuses ein Stück hervorsteht. Dam-it eine gute Abdichtung durch die zusammengeklappte
Dichtungshülse erzielt wird, stehen die Muffenteile c, cl und g,
gl zweckmäßig etwas über die Längskanten der Gehäuseteile a, al hervor, und ferner
können diese Gehäusekanten mit zurückspringendem Dichtungsfalz d ausgebildet
sein (Abb. i und 2).
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Der Gebrauch der Vorrichtung vollzieht sich wie folgt: Der Abstellhahn
oben am Stecherrohr des Fasses wird zugedreht, die Getränkeleitung vom Stecherrohr
gelöst und etwas zur Seite geschoben. Die Vorrichtung wird dann zweckmäßig in die
linke Hand genommen
und gleich oberhalb des Dichtungskörpers q (Abb-
3) bzw. der Stopfbüchse p um das Stecherrohr i herumgelegt, und z-war
so, daß die Gummiklappe f sich oben befindet und sich senkrecht nach uhten,
wie in Abb. 3 veranschaulicht, gegen das Stecherrohr i anlegt. Alsdann wird
die Stopfbüchsenverschraubung q vom Anstichkörper etwas gelöst und die Vorrichtung
mii der Hand fest zusammen und mit dem unteren Ende gegen die Stopfbüchse
p gedrückt, damit eine gute Abdichtung erfolgt. Das Stecherrohr kann jetzt
aus dem Faß gezogen werden, ohne daß Bier oder Kohlensäure entweicht, worauf das
Stecherrohr zwecks Prüfung seines inneren' Zustandes beiseitegelegt wird. Darauf
wird das zu der Vorrichtung gehörige Hilfsrohr m von ,oben in die mit der Hand festgehaltene
Vorrichtung gesteckt un d 4n den Anstichkörper geführt und die Stopfbüchse
wieder angezogen. Das Faß ist nun wieder abgedichtet, und die Prüfung des St-echerrohres
kann in Ruhe erfolgen.
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Nach vorgenommener Prüfung wird nach vorherigem Lösen der Stopfbüchse
das Hilfsrohr m wieder aus #demAnstichkörper herausgezogeni und das Stecherrohr
wird in der beschriebenen Weise wieder eingesetzt und die Stopfbüchsenverschraubung
p wieder festgezogen. In dieser Weise kann die Vorrichtung für sämtliche
vorhandenen oder später zu kontrollierenden Anstichkörper und Stecherrohre
in Anwendung gelangen.