DE69017374T2 - Stapelfaser aus gezogenem Stahl und diese Faser enthaltendes Faserverbundmaterial. - Google Patents

Stapelfaser aus gezogenem Stahl und diese Faser enthaltendes Faserverbundmaterial.

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Description

  • Die Erfindung betrifft Faser-Verbundstoffe.
  • Sie betrifft insbesondere eine neue Formgebung einer Metall-Stapelfaser zum Einarbeiten in einen Faser-Verbundstoff, insbesondere ein Zementmaterial.
  • Betone oder Mörtel haben ein gutes Verhalten unter Druckbeanspruchung und ein schlechtes Verhalten unter Zugbeanspruchung. Dieses schlechte Verhalten kann Risse im Beton zur Folge haben.
  • Der Vorgang der Rißbildung im Beton läuft in drei Stufen ab, die unabhängig von der mechanischen Belastung immer die gleichen sind. Anfänglich beobachtet man eine zerstreute und über das gesamte Materialvolumen verteilte Bildung von Mikrorissen. Dann wird man Zeuge, wie sich eine Anzahl Mikrorisse zu einem oder mehreren Makrorissen vereinigen. Schließlich breiten sich in der letzten Stufe ein oder mehrere in der vorhergehenden Stufe entstandene Makrorisse aus, bis das Material vollständig bricht.
  • Um das Verhalten dieser Materialien unter Zugbeanspruchung zu verbessern, ist vorgeschlagen worden, Stapelfasern in sie einzuarbeiten. Im Unterschied zu herkömmlichen Verstärkungseinlagen bei armiertem Beton sind diese Stapelfasern über das gesamte Materialvolumen verteilt.
  • Die Stapelfasern greifen bei den drei Stufen der Rißbildung des Betons ein. Während der ersten Stufe der Rißbildung wirken die Fasern als Nähte und hemmen die Entwicklung der Mikrorisse und somit das Entstehen von Makrorissen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt haben sich letztere trotz allein gebildet, und die Fasern wirken bei ihnen als Brücken, die die Kräfte quer zu den Rändern der Makrorisse aufnehmen und so die Stabilität der von Rissen durchzogenen Struktur sicherstellen.
  • Damit die Faser zur Überbrückung der Mikrorißbildung oder zur Überbrückung der Makrorißbildung dienen kann, muß sie gut in der Zementmatrix verankert sein.
  • Um eine gute Verankerung der Faser zu erhalten, muß sie eine gute Haftung an der Matrix aufweisen. Die Haftung ist eine Eigenschaft der Verbindung Faser - Matrix und kennzeichnet den Widerstand gegen ein örtliches Gleiten der Faser. Diese gute Haftung der Faser hängt ab von dem Material, aus dem sie gefertigt ist, davon, ob ihre Oberflächenkennzahl mehr oder weniger groß ist, davon, ob ihre Oberflächenbeschaffenheit mehr oder weniger rauh ist, und weiter davon, ob Zähne, Wellen usw. vorhanden sind.
  • Wenn die Haftung zwischen der Faser und der Matrix nicht sehr gut ist, kann man trotzdem eine genügende Verankerung der Faser sicherstellen. In diesem Fall reicht es nämlich aus, eine im Vergleich zu den maximalen Rißbreiten, die die Faser überbrücken soll, sehr beträchtliche Faserlänge zu wählen, oder man kann auch die Enden der Faser mit Verankerungsköpfen, wie beispielsweise Haken, ausstatten.
  • Im Handel sind viele Ausführungen von Metall-Stapelfasern zum Verbessern der mechanischen Eigenschaften einer Zementmatrix erhältlich, aber zwei grundlegende technologische Probleme können im allgemeinen auftreten, wenn man Metall-Stapelfasern in eine Zementmatrix einarbeitet.
  • Das erste Problem ist, daß, je mehr man eine beträchtliche Fasermenge in den Beton einarbeitet, die Verarbeitbarkeit dieses Betons um so mehr abnimmt, was Probleme beim Einfüllen des Faserbetons in die Verschalungen verursacht. Die Lösung für dieses Problem besteht darin, die Kornstruktur des Betons zu verändern, das heißt, das Verhältnis von Sand zu Körnchen. Die Verarbeitbarkeit des Faser-Verbundstoffs wird so verbessert, dies aber zum Nachteil der mechanischen Festigkeitseigenschaften, die abnehmen.
  • Das zweite technologische Problem ist, daß sich für die meisten gezogenen Stahldrahtfasern, deren Länge größer als die der größten Körnchen in der Zementmatrix ist, eine Verwirrung der Fasern in der Matrix ergibt, besonders dann, wenn der Prozentsatz eingearbeiteter Fasern beträchtlich wird. Die Fasern haben eine gewisse Neigung, sich in Pakete zusammenzuschließen. Wegen dieses Effekts erhält man einen Faser-Verbundstoff, der Bereiche ohne Fasern aufweist, und deshalb eine sehr beträchtliche Materialheterogenität. Dieser Gesichtspunkt ist für die mechanischen Eigenschaften des Verbundstoffs sehr nachteilig.
  • Die Fasern aus gezogenem Stahldraht haben eine große Streckbarkeit unter Zugbeanspruchung, so daß sie sich beträchtlich verlängern können, während sie weiterhin die Beanspruchung aushalten, der sie ausgesetzt sind. Bei Beton müssen die Fasern aus gezogenem Strahldraht deshalb die Ränder der Makrorisse, die eine beträchtliche Breite haben, miteinander verbinden können, während sie der mit Rissen durchzogenen Struktur eine gewisse Stabilität verleihen.
  • Gerade Stapelfasern, die bekannt sind, weisen schlechte Verankerungseigenschaften in der Matrix auf, und sie schließen sich in flüssigem Beton zu Paketen zusammen, wenn sie 15 mm lang oder länger sind und bei eingearbeiteten Volumenprozentzahlen, die ein Prozent oder mehr betragen.
  • Gewellte Fasern oder solche, die an ihren Enden besondere Verankerungsköpfe aufweisen, beispielsweise Fasern mit Verankerungsköpfen in Knochenform und solchen in Nagelkopfform, weisen gute verankerungseigenschaften auf, aber neigen auch dazu, sich zusammenzuballen, wenn man sie in einem hohen Prozentsatz in die Matrix einarbeitet. Nur durch besondere technologische Verfahren des Einarbeitens dieser Fasern in die Matrix kann dieses Problem gelöst werden, aber diese Verfahren erhöhen den Selbstkostenpreis sehr spürbar.
  • Auch sind mit Haken versehene Fasern bekannt, die die Gestalt von Plättchen zusammengefügter Fasern haben und es beträchtlich vereinfachen, die Fasern in den Beton einzuarbeiten und letzteren zu mischen. Überdies verbessern die Haken die Verankerung dieser Fasern beträchtlich. Die Spitzen dieser Fasern weisen voneinander weg, um zu verhindern, daß diese sich ineinander verhaken und zusammenballen, was dem Faser-Verbundstoff eine Oberflächenbeschaffenheit mit sichtbaren Spitzen verleiht.
  • Auch sind Stapelfasern bekannt, die die Gestalt einer konvexen und geschlossenen Schleife aufweisen. Das Patent US 1 913 707 offenbart eine kreisbogenförmige Faser, deren beide Enden einander gegenüberliegen. Bei dieser kreisförmigen Faser würde sich die Verbesserung der Verteilung durch Reibung, die man durch die Wahl eines kleinen Krümmungsradius erzielen würde, für die Verankerungslänge nachteilig auswirken. Auch kann sich beim Mischen der Zementmatrix der Kreisbogen öffnen, was ein Zusammenballen der Fasern zur Folge hat.
  • Das Patent US 3 616 589 offenbart eine Faser mit konvexer, aber geschlossener Form. Der Ring kann geschlossen werden, indem die beiden Enden eines Kreisbogens verschweißt werden. Diese Struktur vermeidet das Zusammenballen der Fasern, aber mit ihr läßt sich dabei nicht eine große Energieaufnahme durch Reibung (gleiches Problem wie bei US 1 913 707) und durch plastische Verformung erreichen, die sich auf die dem Riß benachbarte Abschnitte der Kreisbögen konzentriert.
  • Das Patent US 3 616 589 bildet den nächstliegenden Stand der Technik der Erfindung.
  • Die Erfindung betrifft somit eine Stapelfaser aus gezogenem Stahldraht, die dazu bestimmt ist, in einen Faser-Verbundstoff, insbesondere in ein Zementmaterial, eingearbeitet zu werden, hergestellt aus einem Stahldrahtstück, das so geformt ist, daß die Faser in einer Ebene enthalten ist und in dieser Ebene die Gestalt einer konvexen und geschlossenen Schleife aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Gestalt einer länglichen Schleife aufweist, deren Enden von gebogenen Drahtabschnitten begrenzt sind, wobei diese gebogenen Drahtabschnitte miteinander durch gerade Drahtabschnitte verbunden sind, und daß die zwei Endteile des Drahtstücks nebeneinander und in entgegengesetzter Richtung angeordnet sind und sich zwischen den gebogenen Drahtabschnitten erstrecken, um einen der geraden Drahtabschnitte zu bilden.
  • Diese Gestalt der Faser ermöglicht eine beträchtliche Energieaufnahme durch Reibung und durch plastische Verformung. Die gebogenen Drahtabschnitte weisen nämlich einen geringen Krümmungsradius auf, der eine maximale Energieaufnahme durch Reibung ermöglicht. Die geraden Drahtabschnitte verleihen der Faser außerdem eine große Verankerungslänge und folglich im Falle eines Querrisses eine große Energieaufnahme durch plastische Verformung. Zusätzlich verbessern die beiden Endstücke des Drahtstücks, die nebeneinander angeordnet und nicht miteinander verschweißt sind, die Energieaufnahme durch plastische Verformung weiter, wobei sie verhindern, daß sich die Fasern beim Mischen der Zementmatrix ineinander verhaken.
  • Vorteilhaft beträgt die Länge der geraden Drahtabschnitte zwischen zehn und 50 Millimeter.
  • Vorteilhaft sind die beiden Drahtabschnitte in einem Abstand voneinander angeordnet, der größer als zwei Fünftel der Länge der geraden Drahtabschnitte und kleiner als das Doppelte dieser Länge ist.
  • Vorteilhaft ist der Draht zylindrisch und sein Durchmesser beträgt zwischen 0,1 und 1 mm.
  • Die Geometrie der vorgeschlagenen Faser ist mit der einer Büroklammer verwandt, die keine Schleife zum Sicherstellen des Einklemmens aufweist.
  • Der geschlossene Aufbau der vorgeschlagenen Stapelfaser erlaubt ein örtliches Umschließen der Zementmatrix, was zu einer besseren Einschränkung der Bildung von Mikrorissen führt, die in der Matrix auftreten können.
  • Die Gestalt der vorgeschlagenen Faser kann als eine mit sehr großen Haken versehene Faser angesehen werden, deren benachbarte Teile der Spitzen sich über eine große Strecke überlappen, was eine vorzügliche Verankerung der Faser in der Matrix erlaubt.
  • Die Verwendung dieser Fasern ist leicht und erfordert keinerlei zusätzliche besondere Technologie, um zu vermeiden, daß sich die Fasern bei der Herstellung des Faser-Verbundstoffs zu Paketen zusammenschließen. Dies erklärt sich dadurch, daß die größten Betonkörner, die eine Gestalt und Abmessungen haben, die denen der vorgeschlagenen Faser ähnlich sind, wie eine Wand wirken und die Vereinzelung der Faser in der Matrix beim Mischen erlauben. Ferner setzt man sich nicht länger einer Verletzungsgefahr durch die Spitzen der Fasern bei ihrer Verarbeitung aus.
  • Die Erfindung betrifft auch einen Faser-Verbundstoff mit einer Faser, die der oben beschriebenen Faser entspricht.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Hinweis auf die beigefügte einzige Zeichnung beschrieben, die eine erfindungsgemäße Stapelfaser aus gezogenem Stahldraht darstellt.
  • Die Stapelfaser 1 aus gezogenem Stahldraht, wie in der Zeichnung klar ersichtlich, ist aus einem Stück 2 zylindrischen Stahldrahts hergestellt, das so geformt ist, daß die Faser 1 in einer Ebene enthalten ist und in dieser Ebene die Gestalt einer konvexen und geschlossenen Schleife aufweist, wobei die beiden Endteile 3 und 4 des Stahldrahtstücks 2 nebeneinander und in entgegengesetzter Richtung angeordnet sind. Vorzugsweise weist die Faser die Gestalt einer länglichen Schleife mit zwei halbkreisförmig gebogenen Drahtabschnitten 5 und 6 auf, die miteinander durch gerade Drahtabschnitte 7 und 8 verbunden sind. Die beiden Endteile 3 und 4 des Drahtstücks 2 bilden den geraden Abschnitt 8 und erstrecken sich zwischen den gebogenen Abschnitten 5 und 6.
  • Die Länge der geraden Abschnitte 7 und 8 beträgt zwischen zehn und fünfzig Millimeter, und diese geraden Abschnitte verlaufen im wesentlichen parallel und sind in einem Abstand voneinander angeordnet, der zwischen zwei Fünfteln ihrer Länge und dem Doppelten dieser Länge beträgt. Das Drahtstück 2 ist vorzugsweise zylindrisch und sein Durchmesser beträgt zwischen einem Zehntel Millimeter und einem Millimeter.
  • Die Abmessungen der in einem Faser-Verbundstoff, insbesondere einer Zementmatrix, eingesetzten Faser 1 hängt von der Größe der in der Zementmatrix enthaltenen Körnchen ab. Der Volumenprozentsatz der Fasern in der Zementmatrix beträgt ungefähr ein Prozent.
  • Die geschlossene Gestalt der Fasern 1 verhindert, daß sie sich ineinander verhaken, und die Wände der Körner nehmen die Fasern bei der Mischung der Zementmatrix mit und ermöglichen so, einen homogenen Faser-Verbundstoff zu erhalten, in dem die Fasern vereinzelt sind. Diese geschlossene Gestalt ermöglicht auch eine vorzügliche Verankerung der Fasern und verleiht dem Verbundstoff eine Oberflächenbeschaffenheit ohne Spitzen.

Claims (6)

1. Stapelfaser aus gezogenem Stahldraht, die dazu bestimmt ist, in einen Faser- Verbundstoff, insbesondere in ein Zementmaterial, eingearbeitet zu werden, hergestellt aus einem Stahldrahtstück (2), das so geformt ist, daß die Faser in einer Ebene enthalten ist und in dieser Ebene die Gestalt einer konvexen und geschlossenen Schleife auweist, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Gestalt einer länglichen Schleife aufweist, deren Enden von gebogenen Drahtabschnitten (5, 6) begrenzt werden, wobei diese gebogenen Drahtabschnitte (5, 6) untereinander durch gerade Drahtabschnitte (7, 8) verbunden sind, und daß die zwei Endteile (3, 4) des Drahtstücks (2) nebeneinander und in entgegengesetzter Richtung angeordnet sind und sich ischen den gebogenen Drahtabschnitten (5, 6) erstrecken, um einen der geraden Drahtabschintte (8) zu bilden.
2. Faser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lange der geraden Drahtabschnitte (7, 8) zwischen zehn Millimeter und fünfzig Millimeter beträgt.
3. Faser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei geraden Drahtabschnitte (7, 8) in einem Abstand voneinander angeordnet sind, der größer als zwei Fünftel der Lange der geraden Drahtabschnitte (7, 8) und kleiner als das Doppelte dieser Länge ist.
4. Faser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht zylindrisch ist und daß sein Durchmesser zwischen 0,1 Millimeter und 1 Millimeter beträgt.
5. Faser-Verbundstoff, insbesondere eine Zementmatrix, umfassend eine Stapelfaser aus gezogenem Stahldraht, welche in eine Zementmasse eingebettet ist, dadurch gekennzeichnet, daß er eine Faser (1) nach einem der Anspruche 1 bis 4 enthält.
6. Faser-Verbundstoff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der prozentuale Volumenanteil der Fasern ungefhhr ein Prozent ist.
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