DE69014512T2 - Reagens zum Nachweis von Bilirubin in Urin. - Google Patents

Reagens zum Nachweis von Bilirubin in Urin.

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Description

  • Die Erfindung betrifft ein neues Reagens, das für den Nachweis und die Bestimmung von Bilirubin im Urin nützlich ist.
  • Derzeit können der Nachweis und die Bestimmung von Bilirubin in Körperflüssigkeiten nach drei Verfahren durchgeführt werden:
  • a) dem spektrophotometrischen Verfahren durch direktes Ablesen des gelben Pigments von Bilirubin. Offensichtlich kann ein solches Verfahren für die Bestimmung im Urin nicht verwendet werden, da die Farbe der Flüssigkeit oft gleich ist wie die des Pigments.
  • b) dem enzymatischen Verfahren, bei dem Bilirubinoxidase verwendet wird: das oxidierte Bilirubin verliert die gelbe Farbe, daher kann seine Konzentration durch eine Abnahme in der Absorption analysiert werden; Dieses Verfahren wird ebenfalls nicht allgemein für die Bestimmung im Urin verwendet.
  • c) dem chemischen Verfahren durch Diazo-Kupplung zwischen einer diazotierten aromatischen Verbindung (Diazo-Verbindung) und Bilirubin. Dieses Verfahren zeigt die höchste Empfänglichkeit wie auch wirtschaftliche Vorteile.
  • Bei der Diazo-Kupplung zwischen Bilirubin und einer geeigneten Diazo-Verbindung wird Azobilirubin, eine Substanz, die sich wie ein pH-Indikator verhält, gebildet. Sie verfärbt sich in der Tat in neutraler oder etwas saurer Lösung rot, blau in stark alkalischer Lösung und purpur in sehr saurer Lösung.
  • Die Bestimmung von Bilirubin im Urin bringt vollständig andere Schwierigkeiten, verglichen mit der Bestimmung im Serum, mit sich. In der letzteren biologischen Flüssigkeit liegt Bilirubin sowohl in freier als auch in konjugierter Form, d.h. in Form eines Glucuronsäuresalzes vor. Diese zwei Formen zeigen gegenüber den Diazo-Verbindungen unterschiedliche Reaktivität. Das freie Bilirubin ist für die Diazo-Kupplung weniger empfänglich, die dementsprechend nur in Anwesenheit geeigneter Beschleuniger stattfindet. Vom klinischen Standpunkt aus ist es wichtig, die Konzentration beider Formen im Serum und ebenfalls das Verhältnis der beiden zu bestimmen.
  • Im Urin liegt Bilirubin im wesentlichen in konjugierter Form vor, es ist daher nicht erforderlich, Beschleuniger für die Diazo-Kupplung zu verwenden. Jedoch ist die quantitative Bestimmung in dieser Flüssigkeit nicht zufriedenstellend, da viele und unterschiedliche Substanzen, die vorhanden sind, Störungen sowohl in der photometrischen Ablesung als auch durch direkte Umsetzung mit der Diazo-Verbindung und die Bildung nicht-spezifischer Färbung mit sich bringen.
  • Damit diese Art der Analyse treuer, genauer und reproduzierbarer wird, wurden Modifizierungen sowohl hinsichtlich der Stabilität als auch der Empfindlichkeit der Reagentien, wie auch des analytischen Verfahrens durchgeführt.
  • Wie bekannt ist, sind Diazo-Verbindungen im allgemeinen nicht stabil. Es wurden Versuche unternommen, diesen Nachteil zu beseitigen, indem ihre Komplexe mit Zinksalzen verwendet wurden (die sogenannten Fast Red RC, Fast Red PDC, usw.).
  • Unglücklicherweise hat sich gezeigt, daß diese Verbindungen für die Bestimmung von Bilirubin im Urin ungeeignet sind, da sie ebenfalls mit dem Urobilinogen reagieren, einer Substanz, die immer im Urin vorhanden ist, wenn auch in unbestimmten Mengen. Weiterhin können die Diazo-Verbindungen unspezifische Färbungen hervorrufen, indem sie mit den Medikamenten und/oder mit deren Metaboliten reagieren.
  • Eine andere Schwierigkeit entsteht durch die extreme Variationsmöglichkeit des Aussehens und der Farbe des Urins.
  • Diese Eigenschaften unterliegen bemerkbaren Veränderungen bei der Zugabe stark saurer Reagentien. Die plötzliche Senkung des pHs verursacht beispielsweise die Präzipitation von Substanzen, wie Harnsäure, die in sauren Umgebungen nur wenig löslich sind.
  • Zur Verringerung solcher Störungen hat man versucht, die Probe nach der Reagenszugabe, wie bei dem Verfahren für das Serum, alkalisch zu machen, so daß sich Azobilirubin von blau nach rot verfärbt. Dies bewirkt, daß die Bestimmung spezifischer wirkt, da wenige störende Substanzen Blaufärbungen ergeben.
  • Trotzdem ist dieses Verfahren nicht geeignet, da Azobilirubin in alkalischer Umgebung nur in Anwesenheit von Proteinen stabil ist und es bekannt ist, daß, ausgenommen für pathologische Situationen, Proteine nie im Urin vorhanden sind. Daraus folgt, daß die Instabilität des Bilirubinpigments die Ergebnisse vollständig unzuverlässig macht.
  • Man hat weiterhin die Tatsache ausgenutzt, daß Azobilirubin gefärbte Komplexe zusammen mit Metallionen wie Co³&spplus;, Cu²&spplus; und Ni²&spplus; ergibt. Insbesondere wird die Bildung eines Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplexes unter anderem von Michaelsson M., in Scand. J. Clin. Lab. Invest., 13, Erg. 56, 1 (1961) beschrieben. Dabei wird die Bildung eines blauen Reaktionsproduktes ebenfalls in Abwesenheit alkalischer Substanzen möglich. Wie bereits oben erwähnt, ermöglicht die blaue Farbe die photometrischen Ablesungen, die bei Wellenlängen durchgeführt werden können, bei welchen andere Pigmente nicht stören. Es ist bekannt, daß, während Azobilirubin rot ist und einen Absorptions-Peak bei 530-550 nm in neutraler oder leicht saurer Umgebung besitzt, der Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplex blau ist und einen Absorptions-Peak bei 615-620 nm bei einer pH-Ablesung zwischen 3,8 und 11 ergibt. Bei pHs unter 3,8 ändert sich die blaue Farbe progressiv in rot und der Peak von 615 nm nimmt ab, bis er verschwindet, und schließlich wird die Farbe rein rot bei einem Absorptions-Peak bei 535 nm bei pH 2,4. Dies führt zu der Annahme, daß der Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplex nur bei einem pH in einem Bereich zwischen 3,8 und 11 stabil ist und bei pH-Werten unter 3,8 mehr und mehr dissoziiert, und vollständig bei pH 2,4 dissoziiert ist.
  • Der Grund für die Wahl von Michaelsson, einen pH-Wert von 6 für das Diazo-Kupplungsverfahren und die daraus folgende Bildung des blauen Komplexes mit Cu²&spplus; für die Bestimmung von Bilirubin im Urin zu verwenden, ergibt sich aus diesen Beobachtungen.
  • Dieses Verfahren besitzt jedoch nennenswerte Nachteile hinsichtlich der Praktikabilität, und insbesondere der Automatisierung der Analyse. In der Tat erfordert das Verfahren die Verwendung von vier unterschiedlichen Reagentien und dementsprechend vier Reaktionen für jede geprüfte Probe ("Kupferprobe", "Kupferkontrollprobe", "Wasserprobe" und "Wasserkontrollprobe") mit der sich daraus ergebenden Bewertung der Ergebnisse für jede Reaktion und die Reaktionszeiten (ungefähr 10 Minuten) sind für analytische Laboratorien, die Hunderte von Proben pro Tag zu analysieren haben, zu lang.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Analyseverfahren nach Michaelsson zu verbessern und zu vereinfachen, indem ein Reagens zur Verfügung gestellt wird, mit dem genaue und zuverlässige Ergebnisse ohne mögliche Störungen mit den in der Probe vorhandenen Substanzen erhalten werden, das gleichzeitig leicht zu handhaben und im Verlauf der Zeit stabil ist.
  • Diese und andere Aufgaben werden mit dem erfindungsgemäßen Reagens gelöst, welches eine aromatische Verbindung, die eine Diazo-Reaktion eingehen kann, ein lösliches Kupfer(II)- Salz, einen Puffer, der geeignet ist, den pH zwischen 3 und 7 zu halten und gegenüber Kupfer(II)-Ionen inert ist und ein Alkalimetallnitrit, das Teil des oben erwähnten Gemisches sein kann oder das zu dem Gemisch zum Zeitpunkt der Bestimmung zugegeben werden kann, enthält.
  • Eine solche Zusammensetzung enthält ebenfalls ein oder mehrere anionische oder nicht-ionische grenzflächenaktive Mittel (oder Detergentien) und Dimethylsulfoxid (DMSO).
  • Das erfindungsgemäße Reagens enthält bevorzugt den Puffer in einer Konzentration zwischen 10 mmol/l und 5.000 mmol/l, die geeignete aromatische Verbindung in einer Konzentration zwischen 5 mmol/l und 200 mmol/l, und das Kupfer(II)-Salz in einer Konzentration zwischen 1 mmol/l und 30 mmol/l, und das Nitrit in einer Konzentration zwischen 10 mmol/l und 1.000 mmol/l. Mehr bevorzugt ist der Puffer in einer Konzentration von etwa 3.000 mmol/l, die geeignete aromatische Verbindung in einer Konzentration von etwa 150 mmol/l, das Kupfer(II)- Salz in einer Konzentration von etwa 5 mmol/l und das Nitrit in einer Konzentration von etwa 45 mmol/l vorhanden.
  • Das grenzflächenaktive Mittel oder das Gemisch davon ist in einer Konzentration zwischen 0,3% und 10% Gew./Vol., bevorzugt in einer Konzentration von etwa 0,3% Gew./Vol. vorhanden.
  • Die DMSO ist in einer Konzentration zwischen 0% und 100% Gew./Vol., bevorzugt in einer Konzentration von etwa 50% Gew./Vol., vorhanden.
  • Überraschenderweise wurde gefunden, daß es nicht erforderlich ist, Cu²&spplus; zur Bildung des Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplexes am Ende der Diazo-Kupplung, wie von Michaelsson beschrieben, zuzugeben. Cu²&spplus; kann einem Einzelreagens, das all die oben erwähnten Verbindungen und gegebenenfalls Nitrit als Initiator, das in einer Reihe von Reaktionen wirkt, welche die Bildung des blauen Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplexes ergeben, beigemischt werden.
  • Es wurde weiterhin überraschenderweise gefunden, daß im Gegensatz zur Lehre der Literatur im Zusammenhang mit der Diazo-Kupplung bei stark saurem pH die aromatische Verbindung, die gegenüber der Diazo-Reaktion empfindlich ist, zu dem Reagens bei schwach saurem bis neutralem pH, der durch einen Puffer stabil gehalten wird, zusammen mit Cu²&spplus; und gegebenenfalls grenzflächenaktiven Mitteln, die nützlich sind um schnell besondere Arten von Proben zu klären, zugegeben werden kann.
  • Überraschenderweise wurde weiterhin gefunden, daß der Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplex sich bei pH-Werten unter 3,8 vollständig bildet, selbst wenn er bei solchen Bedingungen schnell dissoziiert. Bei solchen pH-Werten reicht die "Überlebens"- Zeit des Komplexes aus, um das photometrische Ablesen, das für die Bestimmung von Bilirubin erforderlich ist, durchzuführen. Die Bedeutung der Verwendung von pH 3 liegt in der Tatsache, daß bei einem solchen pH eine schnelle Solubilisierung der Calcium- und Magnesiumphosphate erreicht wird, da solche Salze häufig in Urinproben bei neutralem oder alkalischem pH ausfallen und diese trübe machen.
  • DMSO kann verwendet werden, um die Bildung des Azobilirubin- Cu²&spplus;-Komplexes gemäß einem Prinzip zu verlangsamen, das sich vollständig von den bekannten unterscheidet, bei dem DMSO nur als Beschleuniger zur Bestimmung von freiem Bilirubin im Serum verwendet wird. DMSO bildet Koordinationskomplexe mit Kupfer und anderen Metallen, und es wurde ebenfalls gefunden, daß diese Eigenschaft in dem erfindungsgemäßen Reagens auch genutzt werden kann, um Cu²&spplus; mehr oder weniger direkt für die Bildung des Azobilirubin-Cu²&spplus;-Komplexes verfügbar zu machen, mit der daraus sich ergebenden Möglichkeit, die Bildungsgeschwindigkeit des Komplexes selbst zu variieren. Eine solche Möglichkeit ist hauptsächlich nützlich, wenn die Analyse manuell durchgeführt wird, d.h. wenn langsamere Reaktionszeiten für die Ablesung der Werte erforderlich sind.
  • Weiterhin hat sich gezeigt, daß das erfindungsgemäße Reagens für den Nachweis und die Bestimmung von Bilirubin im Urin vorteilhaft ist wegen der Kürze der Analysezeiten und der gesamten Möglichkeit einer Automatisierung.
  • Das erfindungsgemäße Reagens vereinigt überraschenderweise alle Substanzen, die für den Nachweis und die Bestimmung von Bilirubin im Urin nützlich sind, wodurch ein analytisches Instrument verfügbar wird, das extrem einfach, zuverlässig und handhabbar ist. Durch Unterteilung der aktiven Komponenten in zwei Reagentien, von denen das erste das Nitrit und gegebenenfalls das DMSO und das zweite den Puffer, die aromatische Verbindung, die die Diazo-Reaktion eingeht, Cu²&spplus; und grenzflächenaktive Mittel enthält, verbleiben die Reagentien länger als ein Jahr bei Raumtemperatur stabil.
  • Die beiden Reagentien können vor der Verwendung unter Bildung eines einzigen Reagenses mit geringerer Stabilität, aber mit mehr als ausreichender Stabilität, vermischt werden, um eine Reihe von Bestimmungen innerhalb einer Zeit zu ermöglichen, die erforderlich ist, um ein normales analytisches Verfahren durchzuführen. Beachtet man, daß es möglich ist, eine Analyse in einigen Sekunden mit dem offenbarten System durchzuführen, erlaubt die Verwendung des einfachen Reagenses die Analyse von mindestens 700 Proben/Stunde, insbesondere, wenn es mit einer schnellen automatischen Vorrichtung gekoppelt ist. Eine solche Arbeitsgeschwindigkeit ist unzweifelhaft höher als die, welche man in der Mehrzahl der Analyselaboratorien erreicht.
  • Alternativ wird durch die Verwendung von zwei getrennten Reagentien jedes Stabilitätsproblem beseitigt, da die beiden Reagentien ebenfalls in der automatischen Vorrichtung verbleiben können, wenn getrennte Behälter für die Aufnahme der Reagentien vorgesehen sind. Auch in diesem Fall erlaubt die extrem hohe Reaktionsgeschwindigkeit, die mit den beschriebenen Reagentien möglich ist, die Analyse von über 350 Proben/Stunde bis mindestens 700 Proben/Stunde.
  • In den Versuchen, die zur Optimierung der unterschiedlichen Komponenten durchgeführt wurden, wurde der Wahl des Puffers und der Konzentration von Cu²&spplus; besondere Beachtung geschenkt. In der Tat wurde gefunden, daß eine zu niedrige Konzentration von Kupfer(II)-Ionen einen Verlust der Empfindlichkeit mit sich bringt, da sie für die vollständige Bildung des Azobilirubin-Komplexes nicht ausreichen. Im Gegensatz dazu bewirkt eine zu hohe Konzentration, daß der Komplex und die entstehende Farbe instabil werden. Daraus folgt, daß die Konzentration von Cu²&spplus;, die verwendet wird, geeigneterweise in dem erfindungsgemäßen Reagens im Bereich von 1 bis 10 mmol/l liegt.
  • Unter den Puffern, die bei pHs im Bereich von 3 und 7 geprüft wurden, schienen Citrate und Succinate nicht geeignet zu sein. Citrat bildet Chelate und entfernt Cu²&spplus; von der Bildung des Komplexes mit Azobilirubin und Succinat verursacht die Präzipitation des entsprechenden Kupfer(II)-Salzes. Es wurde gefunden, daß geeignete Puffer Essigsäure- Natriumacetat, Glycin-HCl und Formiat-HCl sind, obgleich irgendein Puffersystem verwendet werden kann, mit der Maßgabe, daß es keine unlöslichen Salze, Chelate oder Kupfer(II)-Komplexe bildet.
  • Es hat sich gezeigt, daß von den Zusatzstoffen, außer dem bereits erwähnten DMSO, die grenzflächenaktiven Mittel (oder Detergentien) von überraschendem Nutzen sind. Wie bereits zuvor erwähnt, sind sie besonders nützlich, um einige besondere Arten von Proben schnell zu klären. Ein Beispiel ist, daß der Urin eine große Zahl von Leukozyten, Erythrozyten oder anderen Zellen enthält, die bewirken, daß er ein besonders milchiges oder trübes Aussehen hat. In Abwesenheit von grenzflächenaktiven Mitteln kann es geschehen, daß die Trübung der Probe die photometrische Ablesung bemerkenswert hindert, indem sie das Durchgehen von Licht verhindert. Es kann weiterhin geschehen, und dies ist am häufigsten und schädlichsten, weil es am wenigsten kontrollierbar ist, daß beim Mischen der Probe und der Reagentien eine langsame Zell-Lyse eine allmähliche Abnahme der Trübung des Gemisches mit der daraus folgenden Abnahme der Absorption bewirkt. Eine solche negative Änderung kann negative Fehler durch Überlagerung der positiven Änderung, bedingt durch die spezifische Farbreaktion von Bilirubin ergeben. Die Zugabe von grenzflächenaktiven Mitteln zu dem Reaktionsgemisch bewirkt eine sehr schnelle Zell-Lyse und Klärung des Gemisches vor der spezifischen Farbreaktion des Bilirubins.
  • Die folgenden nicht einschränkenden Beispiele erläutern die Erfindung:
  • Beispiel 1
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 80 mmol/l Sulfanilsäure, 300 mmol/l Glycin-HCl-Puffer, so daß der pH 4,5 betrug, 12 mmol/l Cu²&spplus; und 0,1% Gew./Vol. Triton X-67 (Rohm & Haas Co.) enthielt. Getrennt wurde eine Reagens B hergestellt, welches 45 mmol/l NaNO&sub2; in Wasser enthielt. Die Reagentien A und B wurden vor der Verwendung zu gleichen Teilen vermischt (Einzelreagens C). Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, und es wurde Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10, und 20 mg/dl zugegeben.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 2 ml Wasser und 0,5 ml der Testprobe vermischt. Die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) wurde bei 635 nm durchgeführt. Dann wurde 1 ml Einzelreagens C zugegeben. Fünf Sekunden nach der Zugabe des Reagenses C wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebefalls bei 635 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A&sub2;-A&sub1;) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 1 hervorgeht. Tabelle 1 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 2
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 80 mmol/l Sulfanilsäure, 300 mmol/l Glycin-HCl-Puffer, so daß der pH 4,5 betrug, 12 mmol/l Cu²&spplus; und 0,1% Gew./Vol. Triton X-67 (Rohm & Haas Co.) enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, welches 45 mmol/l NaNO&sub2; in 50% DMSO Vol./Vol. in Wasser enthielt. Die Reagentien A und B wurden vor der Verwendung zu gleichen Teilen vermischt (Einzelreagens C). Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10, und 20 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 2 ml Wasser und 0,5 ml der Testprobe vermischt. Die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) wurde bei 635 nm durchgeführt. Dann wurde 1 ml Einzelreagens C zugegeben. Dreißig Sekunden nach der Zugabe des Reagens es C wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebenfalls bei 635 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A&sub2;-A&sub1;) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 2 hervorgeht. Tabelle 2 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 3
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 10 mmol/l Sulfanilamid, 500 mmol/l Natriumformiat-HCl-Puffer, so daß der pH 3,6 betrug, 3 mmol/l Cu²&spplus; und 0,05% Gew./Vol. Brij-35 (Atlas Chemical Industries Inc.), enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, das 500 mmol/l NaNO&sub2; in Wasser enthielt. Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10, und 20 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 1 ml Wasser, 0,5 ml der Testprobe und 2 ml des Reagenses A vermischt. Die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) wurde bei 615 nm durchgeführt. Dann wurde 0,05 ml Reagens B zugegeben. Fünf Sekunden nach der Zugabe des Reagens es B wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebenfalls bei 615 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A&sub2;-A&sub1;) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 3 hervorgeht. Tabelle 3 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 4
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 70 mmol/l Sulfanilsäure, 200 mmol/l Glycin-HCl-Puffer, so daß der pH 3,1 betrug, 10 mmol/l Cu²&spplus; und 0,15% Gew./Vol. Natriumdodezylsulfat enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, welches 200 mmol/l NaNO&sub2; in Wasser enthielt. Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat- Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10 und 20 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 1 ml Wasser, 0,5 ml der Testprobe und 1 ml des Reagenses A vermischt. Die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) wurde bei 620 nm durchgeführt. Dann wurde 0,5 ml Reagens B zugegeben. Sieben Sekunden nach der Zugabe des Reagenses B wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebenfalls bei 620 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A&sub2; -A&sub1;) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 4 hervorgeht. Tabelle 4 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 5
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 90 mmol/l Sulfanilsäure, 400 mmol/l Essigsäure-Natriumacetat-Puffer, so daß der pH 5,5 betrug, 3 mmol/l Cu²&spplus; und 0,12% Gew./Vol. Triethanolaminlaurylsulfat enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, welches 45 mmol/l NaNO&sub2; in 50% DMSO Vol./Vol. in Wasser enthielt. Die Reagentien A und B wurden vor der Verwendung zu gleichen Teilen vermischt (Einzelreagens C). Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10 und 20 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 1 ml Wasser, 0,5 ml der Testprobe und 1 ml des Einzelreagenses C vermischt. Nach dreißig sekungen wurde die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) bei 610 nm durchgeführt; nach fünf Sekunden wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebenfalls bei 610 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A&sub2;-A&sub1;) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 5 hervorgeht. Tabelle 5 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 6
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 140 mmol/l Sulfanilsäure, 3 mmol/l Essigsäure-Natriumacetat-Puffer, so daß der pH 3,8 betrug, 4,9 mmol/l Cu²&spplus; und 0,28% Gew./Vol. Triton X-100 (Rohm & Haas Co.), enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, welches 42 mmol/l NaNO&sub2; in Wasser enthielt. Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0, 0,31, 0,62, 1,25, 2,5, 5, 10 und 20 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 1,3 ml Wasser, 0,5 ml der Testprobe und 0,4 ml des Reagenses A vermischt. Die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) wurde bei 635 nm durchgeführt. Dann wurde 0,5 ml des Reagenses B zugegeben. Zehn Sekunden nach der Zugabe des Reagenses B wurde eine zweite photometrische Ablesung (A&sub2;) ebenfalls bei 635 nm durchgeführt. Der Unterschied zwischen den beiden Ablesungen (A2-A1) stand in Korrelation zu der Konzentration von Bilirubin, mindestens bis zu 20 mg/dl, wie aus der folgenden Tabelle 6 hervorgeht. Tabelle 6 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Beispiel 7
  • Ein Reagens A wurde hergestellt, welches 150 mmol/l Sulfanilsäure, 450 mmol/l Essigsäure-Natriumacetat-Puffer, so daß der pH 5 betrug, 7 mmol/l Cu²&spplus;, enthielt. Getrennt wurde ein Reagens B hergestellt, welches 18,2 mmol/l NaNO&sub2; in 0%, 37,5% und 75% Vol./Vol. DMSO in Wasser enthielt. Die Proben wurden aus einem Pool von Normalurin entnommen, zu denen Ditaurat-Bilirubin in Konzentrationen von 0,6 und 10 mg/dl zugegeben wurde.
  • In einer spektrophotometrischen Küvette wurden 0,5 ml Wasser und 1 ml der Testprobe, 0,5 ml des Reagenses A und 1 ml des Reagenses B vermischt. Fünf Sekunden nach der Zugabe des Reagenses B wurde die erste photometrische Ablesung (A&sub1;) bei 610 nm durchgeführt. Dann wurde die Zeit bis zu einer 50%igen Erhöhung von A&sub1; gemessen.
  • Aus der folgenden Tabelle 7 ist ersichtlich, wie die Erhöhung des DMSO-Prozentgehaltes in dem Reagens einer Erhöhung der Anfangsreaktionsgeschwindigkeit (l/t) mit sowohl 0,6 mg/dl als auch 10 mg/dl Bilirubin entspricht. Dies bedeutet, daß eine Proportionalität zwischen der Konzentration von DMSO und der Zeit, die erforderlich ist, um A&sub1; um 50% zu erhöhen, besteht, d.h., eine inverse Proportionalität der Konzentration von DMSO und der Reaktionsgeschwindigkeit. Tabelle 7 Ditaurat Bilirubin (mg/dl)
  • Vergleichsbeispiel 8 Vergleich zwischen der Spezifizität des erfindungsgemäßen Reagenses und einem der derzeit verwendeten Verfahren.
  • Unter Verwendung der Reagentien und des Verfahrens von Beispiel 6 wurden vier Urinproben jeweils mit den folgenden Eigenschaften analysiert:
  • Probe 1: klares Aussehen, strohfarben
  • Probe 2: etwas trübes Aussehen, strohfarben
  • Probe 3: klares Aussehen, hellgelb
  • Probe 4: trübes Aussehen, orange
  • Die Proben 1 und 2 wurden analysiert, da ein klinisches Analyselabor fehlerhafte und stark positive Ergebnisse in Abwesenheit von zusätzlichen pathologischen Eigenschaften und im Gegensatz zu dem, was aus der Blutanalyse, die normal war, erwartet werden konnte, bei Verwendung der "deep and read"- Methode, das derzeit verfügbar ist, erhielt. Die Proben 3 und 4 wurden als negative und positive Kontrollproben analysiert.
  • Die oben erwähnten Urinproben wurden gemäß der folgenden Verfahren analysiert:
  • a) manuelles semi-quantitatives Verfahren mit Reagensstreifen COMBUR-9 (Boehringer Biochemia Robin);
  • b) manuelles semi-quantitatives Verfahren mit Reagensstreifen N-MULTISTIX (Ames-Miles);
  • c) automatisches semi-quantitatives Verfahren mit Reagensstreifen URIFLET (Kyoto Daiichi) in einem KYOTO URINE ANALYZER -Instrument (Kyoto Daiichi);
  • d) quantitatives spektrophotometrisches Verfahren in der Verwendung von Bilirubinoxidase, modifiziert für die Bestimmung von Bilirubin im Urin (vergleiche US-PS 4 571 383 und Doumas B.T., Perry B., Jendrzejczak B. und Davis L., Clin. Chem., 33, 1349, 1987);
  • e) qualitatives Fouchet-Verf ahren (vergleiche Strasinger S.D., F.A. Davis Co., Philadelphia, 1985).
  • Die Verfahren a), b) und c) sind Diazo-Kupplungsverfahren, bei denen trockene Reagentien, die am Reagensstreifen immobilisiert sind, verwendet werden und die überwiegend in den meisten chemischen Analyselaboratorien verwendet werden. Die Verfahren d) und e) wurden als Vergleich und Kontrolle verwendet; sie beruhen beide auf den Variationen im Absorptionsspektrum von oxidiertem Bilirubin. Bei dem Verfahren d) wird die enzymatische Oxidation von Bilirubin verwendet, bei dem Verfahren e) wird die chemische Oxidation von diesem verwendet.
  • Die Analysenergebnisse der vier geprüften Proben sind aus folgender Tabelle 8 ersichtlich. Tabelle 8 Verfahren Probe Beispiel 6(mg/dl) COMBUR-9 N-MULTISTIX URIFLET Bil.oxidase (mg/dl) Fouchet neg Spuren pos

Claims (8)

1. Reagens für den Nachweis und die Bestimmung von Bilirubin im Urin, dadurch gekennzeichnet, daß es einen Puffer, der geeignet ist, den pH zwischen 3 und 7 zu halten und gegenüber Kupfer(II)-ionen inert ist, eine aromatische Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Sulfanilsäure und Sulfanilamid, ein lösliches Kupfer(II)-salz in einer Konzentration zwischen 1 mmol/l und 30 mmol/l und ein Alkalimetallnitrit und mindestens ein grenzflächenaktives Mittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus anionischen und nichtionischen grenzflächenaktiven Mitteln, enthält.
2. Reagens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Puffer aus der Gruppe ausgewählt wird, die besteht aus Essigsäure-Alkalimetallacetat, Glycin- HCl, Alkalimetallformiat-HCl.
3. Reagens nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich Dimethylsulfoxid enthält.
4. Reagens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Puffer in einer Konzentration zwischen 10 mmol/l und 5000 mmol/l vorliegt, die aromatische Verbindung in einer Konzentration zwischen 5 mmol/l und 200 mmol/l vorliegt und das Nitrit in einer Konzentration zwischen 10 mmol/l und 1000 mmol/l vorliegt.
5. Reagens nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Puffer in einer Konzentration von etwa 3000 mmol/l vorliegt, die aromatische Verbindung in einer Konzentration von etwa 140 mmol/l vorliegt, das Kupfer(II)-salz in einer Konzentration von 5 mmol/l vorliegt und das Nitrit in einer Konzentration von etwa 45 mmol/l vorliegt.
6. Reagens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das grenzflächenaktive Mittel in einer Konzentration zwischen 0,3 und 3% (Gew./Vol.) vorliegt.
7. Reagens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Dimethylsulfoxid in einer Konzentration zwischen 0 und 100% (Gew./Vol.) vorliegt.
8. Reagens nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Dimethylsulfoxid in einer Konzentration von etwa 50% (Gew./Vol.) vorliegt.
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