DE690127C - Verfahren zur Erhoehung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch Waermebehandlung bis mindestens zur Gluehhitze verfestigten mineralischen Massen - Google Patents

Verfahren zur Erhoehung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch Waermebehandlung bis mindestens zur Gluehhitze verfestigten mineralischen Massen

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DE690127C
DE690127C DE1937I0058792 DEI0058792D DE690127C DE 690127 C DE690127 C DE 690127C DE 1937I0058792 DE1937I0058792 DE 1937I0058792 DE I0058792 D DEI0058792 D DE I0058792D DE 690127 C DE690127 C DE 690127C
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DE1937I0058792
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Dipl-Ing Karl Frank
Dr Siegfried Kiesskalt
Dipl-Ing Joachim Legde
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IG Farbenindustrie AG
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IG Farbenindustrie AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
    • C04B33/16Lean materials, e.g. grog, quartz

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

  • Verfahren zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch Wärmebehandlung bis mindestens zur Glühhitze verfestigten mineralischen Massen Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch. Wärmebehandlung bis mindestens zur Glühhitze verfestigten mineralischen Massen, Gegenständen und Schichten, also etwa von Porzellan, Steinzeug, Steingut, Specksteinerzeugnissen oder anderen magnesiumhaltigen Silikaten u. dgl., aber auch von Glas, Glasuren und emaillierten Gegenständen.
  • Bei mineralischen Erzeugnissen der bekannten Art ist die Beanspruchungsmöglichkeit auf Zug durchweg nur etwa lAo von derjenigen auf Druck. Dieser Mangel, verbunden mit dem Fehlen jeglicher Nachgiebigkeit dieser Stoffe in der Kälte oder bei gewöhnlicher Temperatur, bedingt das häufige Auftreten von Spannungsrissen und die große Empfindlichkeit solcher Körper gegen Erschütterungen und Schläge wie auch gegen Temperaturwechsel. Es ist bekannt, daß die erwähnten Massen um so empfindlicher in dieser Beziehung sind, je homogener glasig sie aufgebaut sind; aber auch die verhältnismäßig am wenigsten glasige Bindemittel enthaltenden Erzeugnisse, wie Porzellan und Steinzeug, sind weit davon entfernt, rissesicher zu sein. Die Unempfindlichkeit von Quarzglas gegen Erhitzen und Abschrecken ist nur scheinbar eine Ausnahme, weil sie auf einem sehr kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten beruht. Gegen mechanische Beanspruchung ist Quarzglas sogar noch 'empfindlicher als gewöhnliches Glas.
  • Die Behebung der vorstehend beschriebenen Mängel durch Einbetten von Metalldrähten oder Drahtgeweben zur Aufnahme der auftretenden Zugspannungen wie im Eisenbetonbau ist nur in seltenen Fällen und nur bei ebener Gestaltung möglich. Aber auch wenn Drähte oder Drahtgewebe benutzt werden, wie z. B. bei Drahtglas, ist die Wirkung nur für größere Flächen gegeben. An einer einzelnen Stelle hocherhitztes Drahtglas beispielsweise erhält doch noch Risse, nur zerfällt es nicht so leicht in Scherben wie gewöhnliches Glas: Für die die Zugspannungen aufnehmenden Einlagen hängt die Mindestgröße von der Art des Grundstoffes, insbesondere seiner Bindekraft und seinem einheitlichen Gefüge, und von den Ausmaßen des zu schützenden Gegenstandes ab. Für die Verwendung von Asbest als Zusatz zu Zement liegt z. B. die untere Grenze der Größenbemessung der Fasern bei mindestens mehreren Millimetern bis etwa ao mm Länge; kürzere Fasern von Asbestmehl oder Metallteile geringer Länge oder kleiner Flächenausdehnung wirken bei Zementerzeugnissen sogar festigkeitsmindernd.
  • Es wurde gefunden, daß im Gegensatz zu Eisenbeton bei durch eine Wärmebehandlung verfestigten Erzeugnissen das makroskopische Prinzip der Bewehrung durch Metall oder andere zugfeste Einlagen infolge der homogenen Beschaffenheit und größeren Bindekraft dieser Massen auch noch im Mikroverhältnis eine bessere Zugfestigkeit ergibt, und daß es dabei erforderlich ist, die metallischen oder mineralischen Teilchen in Form von Flittern verhältnismäßig geringer Längen-und Flächenausdehnung (etwa i mm Länge und darunter öder i qmm Fläche und darunter) bei sehr geringer Dicke (unter o,i nim bis zu o,ooi mm) anzuwenden. Die Flitter müssen dabei jedoch so ausgewählt werden, daß sie, entsprechend der besonderen Verarbeitung der zu verbessernden Erzeugnisse durch Erhitzen auf Glühtemperatur, teilweise sogar bis zur Schmelzung des Erzeugnisses, auch dann noch eine genügende chemische und thermische Beständigkeit besitzen, damit sie als solche erhalten bleiben und beim Brand nicht oxydieren oder von dem Erzeugnis aufgelöst werden. Haben die einzubettenden Flitter keine genügende Beständigkeit in dieser Beziehung, so können sie für besondere Verwendungszwecke erst nachträglich zu der bereits vorgeglühten Masse gegeben werden, etwa zu keramischen Massen, oder sie werden zu solchen Schichten von Email oder Glasur gegeben, die erst nachträglich auf eine Unterage aufgebracht und dann auch nur kurz festgebrannt werden, um ein Iniösunggehen zu vermeiden, das von der Einwirkungszeit der Schmelze abhängt. Gegebenenfalls kann auch eine Oxydation oder Oberflächenverzunderüng der Metallflitter dadurch vermieden werden, daß die Glühbehandlung in einer indifferenten oder reduzierenden Atmosphäre erfolgt. Wesentlich ist jedenfalls, daß beider auf die Einbettung folgenden Wärmebehandlung die metallischen oder mineralischen Flitter als solche erhalten bleiben, damit sie auch nach der Abkühlung imstande sind, festigkeitserhöhend auf das Erzeugnis zu wirken.
  • Als metallische Flitter kommen in erster Linie feine Teilchen aus solchen Metallen in Betracht, die bei der Glühtemperatur der keramischen Erzeugnisse noch nicht schmelzen, oder die bei dieser Temperatur besonders widerstandsfähig gegen Oxydation sind, z. B: hitzebeständiger Stahl, Nickel oder Speziallegierungen. ` Für geringere Temperaturen können Flitter aus Kupfer, Silber oder Graphit angewendet werden, wobei bei diesen Stoffen ein Oberflächenschutz durch Versilberung, Verchrömung o. dgl. vorteilhaft sein kann. Derartige Flitter kommen namentlich in Frage bei solchen Körpern, die bei ihrer Erzeugung oder wenigstens beim Fertigbrand ziemlich weich werden oder sogar ganz zum Schmelzen kommen (Gläser), weil in diesem Falle die Gefahr besteht, däß die Metallflitter durch die glasige Masse deformiert werden und nicht mehr ihre blättchenförmige Gestalt behalten; da sie selbst bei der Glühtemperatur flüssig sind. Handelt es sich hingegen um keramische Körper, die nur sintern ohne zu schmelzen, so kann der Schmelzpunkt der eingebetteten Metallflitter sogar niedriger sein als die Brenntemperatur, weil dann auch bei dem Fertigbrand die Flitter ihre blättchenförmige Gestalt behalten und nicht zu Kügelchen zusammenlaufen. Selbstverständlich muß aber natürlich die Schmelztemperatur höher als die Gebrauchstemperatur des keramischen Gegenstandes sein, wenn eine Festigkeitserhöhung im Gebrauch erzielt werden soll. Das Verfahren der Erfindung ist deshalb nicht anwendbar auf grobkeramische Erzeugnisse, die einer hohen Gebrauchstemperatur ausgesetzt sind, wie feuerfeste Erzeugnisse. ' Für Emaillierungen können statt der erwähnten metallischen Flitter auch Glimmerteilchen o. dgl. angewandt werden; hierbei ist es nötig, um ein Aufblähen beim Glühen des Emails zu vermeiden, bereits vorgeglühte und dadurch entwässerte Glimmerteilchen zu verwenden.
  • Je nach den gewünschten Eigenschaften der keramischen Körper kann man auch v erschiedenartige Flitter, etwa verschiedenartige metallische oder metallische und'mineralische Flitter; nebeneinander in den Erzeugnissen verwenden. Auch können für besondere Erzeugnisse die flitterhaltigen Schichten nur an der Oberfläche oder vorwiegend an der Oberfläche vorhanden sein.
  • Die Flitter. können je nach den Erzeugnissen in der verschiedensten Weise angemischt werden. Bei stärkeren, beliebig geformten keramischen Stücken ist die einfachste. Art die der Einmischung in die trockene oder feuchte Rohstoffmasse nach dem Mahlen, worauf die rohen Erzeugnisse wie üblich geformt, getrocknet und gebrannt werden. Bei dünnschichtigen Erzeugnissen, wie Gläsern,-Email und Glasuren, können die Flitter natürlich auch zu der Grundmasse gegeben werden. Man kann in, diesen Fällen aber auch die Flitter vor, während oder nach einem Glühprozeß aufpudern, diese Puderung mit anderen, z. B. keramischen oder Glasmassen, nochmals aufpudern und, wenn nötig, erneut glühen. Eine zuletzt auf eine Glasur oder ein Email aufgepuderte Glimmerschicht ruft ein . schönes silberiges Aussehen hervor und bewirkt eine hohe Säure- und Alkalibeständigl:eit; sie reißt auch nicht und ist sehr schlagbeständig.
  • Die Menge der zugesetzten Flitter kann je nach dem gewünschten Zweck und dem spezifischen Gewicht in sehr weiten Grenzen schwanken. Schon r °/o Glimmerzugabe zeigt eine erhebliche Wirkung. Man kann sich in einfacher Weise von der Wirkung der Flitterzugabe und der erforderlichen Menge von deren Zusatz überzeugen, wenn man z. B. 5 g Emailglasur in einen Porzellantiegel bringt und die Emaille bei 8oo° C niederschmilzt. Hierauf entfernt man den Tiegel sofort aus dem Ofen und stellt ihn auf eine kalte Steinplatte. Die nicht mit Flitter versetzte Schmelze im Tiegel wird nach dem Erkalten dann mehrere Risse durch die Mitte der Masse aufweisen. Fügt man der Emaille aber vorher 2o °/o versilberten Kupferflitter (Silberbrokat) zu und schmilzt dann nieder, so zeigt die auf gleiche Weise abgekühlte Schmelze keine Risse mehr. Bei Verwendung von Glimmerflitter genügt sogar schon eine Zugabe von 5 0%0. Für besondere Zwecke kann aber auch die Menge von Silberbrokat auf 6o o/o und mehr gesteigert werden.
  • Es ist zwar schon vorgeschlägen worden, in glasige Massen von niedrigem Schmelzpunkt Glimmerpulver einzumischen, jedoch diente diese Maßnahme nur dazu, um bei nicht zu hoher Temperatur eine homogene Auflösung der Glimmerteilchen in dem Glas zu erreichen, aus der sich dann später gegebenenfalls neue kristalline Teilchen bilden sollten. Diese Teilchen sind -aber in ihrer Struktur völlig verschieden von dem Glimmer und dienen nicht mehr zur Erhöhung der Zugfestigkeit, sondern vorzugsweise zur Verbesserung der Isoliereigenschaften gegen Elektrizität und= Wärme sowie zur Hervorrufung .einer Trübung. 2 Ebenso hat auch die Einverleibung von Metallpulvern und runden Einzelkörnern nichts .mit der Erfindung zu tun, denn solche runden Metallteilchen sind nicht imstande, Zugspannungen aufzunehmen und die Festigkeit des Erzeugnisses zu erhöhen, namentlich auch deshalb; weil die Haftung zwischen Metall und der Grundmasse ungenügend ist. Beispiele z. Für Porzellan, Steinzeug, Specksteinerzeugnisse u. dgl.: Man fügt der gemahlenen Rohmasse zo °/o ihres Trockengewichtes feine Metallflitter z. B. aus hitzebeständigem Stahl, Nickel oder verchromtem Stahl, versilbertem oder vernickeltem Kupfer bei, miengt auf Mischschnecken gut durch und verarbeitet die Masse auf den üblichen Wegen, z. B. auf der Töpferscheibe, in Strangpressen oder in Stanzpressen, wobei sich die -Flitter von selbst in die für die Beanspruchung später geeignete Lage richten. Ebenso können die Flitter auch zu keramischen Gießmassen gegeben werden, die durch Eingießen in Gipsformen verformt werden. Die Größe der Flitter richtet sich nach der Körnigkeit der Rohrnasse; sie sind bei Steinzeug bei etwa z qmm Fläche am günstigsten, bei den anderen angegebenen Produkten etwa bei 1/4 qmm Fläche. Bei Verwendung von Kupferflittern mit Nickelüberzug hat der Nickelüberzug etwa dreimal soviel Masse als die Kupferflitter für sich allein.
  • 2. Für Steingut: Das Arbeitsverfahren ist dasselbe wie bei Beispiel r ; nur genügen hierbei weniger hitzebeständige Metalle oder bei Kupferflittern eine geringere Vernickelung.. ' 3. Für Glas Man überbläst die aus geläutertem Glas hergestellten Glasprodukte noch bei hoher Temperatur mit Silberflittern (je nach Wandstärke etwa r bis 2 °%), läßt unter weiterer Einwirkung der Temperatur die Flitter in die Glasmasse einsinken und kühlt dann, wie üblich, langsam ab. Für dieses Verfahren können auch Eisenflitter, die stark mit Kupfer und Chrom überzogen sind, verwendet werden.
  • q,. Für Glasuren: Man mischt der Glasurschlicker oder dem Glasurpuder - feine versilberte Kupferflitter bei, trägt auf und brennt wie üblich. Mengenzugabe 5 bis 2,o %.
  • Für Glasuren: Die fertige Glasur wird in der Glühhitze mit bis zur Entwässerung geglühten Glim-._ merflittern überstäubt: Nach Abkühlung entfernt man den Überschüß des Glimmers und bringt noch eine sehr dünne Glasur auf.
  • 6. Für Email: Man fügt den einzelnen zu verwendenden Emailschlickern io % Silberbrokat zu, brennt zuerst, wie üblich, einen mit solchen Flittern versehenen Fritteemail auf, trocknet, glüht, bringt nach Abkühlen Deckemails mit Metallflittern und emailliert fertig wie üblich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch Wärmebehandlung bis mindestens zur Glühhitze verfestigten mineralischen Mässen, Gegenständen oder Schichten durch Einbetten fein verteilter metallischer und/oder mineralischer Flitter, dadurch gekennzeichnet; daß die eingebetteten Flitter so ausgewählt werden, daß sie bei der nachfolgenden Wärmebehandlung als solche erhalten bleiben und eine genügende chemische und mechanische Beständigkeit aufweisen.
DE1937I0058792 1937-08-11 1937-08-11 Verfahren zur Erhoehung der mechanischen Festigkeit und Rissefreiheit von durch Waermebehandlung bis mindestens zur Gluehhitze verfestigten mineralischen Massen Expired DE690127C (de)

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