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Vorrichtung zur Sterilisation und Desinfektion von Verbandsmaterial
o. dgl. mittels gespannten Dampfes Für die Sterilisation von Verbandsmaterial u.
dgl. mittels gespannten Dampfes hat man bisher .einen Autoklaven verwendet, der
nach dem sog. Strömungsverfahren arbeitet. Bei diesen Autoklaven ist unten an den
Sterilisierraum eine Entlüftungsleitung angeschlossen, die bis zur ersten Dampfentwicklung
bzw. bis zum Einströmen des Dampfes in den Sterilisierraumoffen bleibt, so daß der
größte Teil der Luft aus dem Sterilisierraum ausgetrieben wird. Wenn in dieser Entlüftungsleitung
der i oo° C-Punkt erreicht ist, wird diese Entlüftungsleitung durch ein Ventil nicht
ganz geschlossen, so daß noch .ein Spalt verbleibt, durch den Dampf und Luft entweichen
kann. An Stelle des Spaltes ist auch eine feine Bohrung als Drosselstelle vorgesehen
worden, so daß im letzteren Fall das Ventil ganz geschlossen werden kann. Während
des Druck- und Temperaturanstieges auf i atü bzw. i 2o° C und auch während der nachfolgenden
Abtötungszeit strömt ständig Dampf durch den Ventilspalt bzw. die Bohrung im Ventil
aus, damit die noch in dem meist dicht gepackten Sterilisiergut vorhandenen Luftreste
entfernt werden. Dieses vorgenannte Strömungsverfahren hat den Nachteil, daß etwa
i Stunde lang Dampf ,ausströmt, also einerheblicher Dampfverlust vorhanden ist.
Bei Autoklaven mit eigenem Wasserkessel muß dieser daher entsprechend groß gewählt
*erden, damit man mit Rücksicht auf den hohen Dampfverbrauch vor dem Leerkochen
des Kessels gesichert ist. Da in der Regel der durch das Ventil in der Entlüftungsleitung
,austretende Dampf niedergeschlagen wird, so ist hierzu auch eine grö,-Bere Menge
von Kühlwasser erforderlich. Der größere Wasserkessel und der höhere Dampfverbrauch
bedingt auch einen entsprechend hohen Verbrauch an Gas und :elektrischer Energie.
Außerdem ist eine längere Anheizzeit erforderlich, um den großen Wasserkessel auf
ioo bzw. iao°-C zu bringen.
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Bei dem vorbescliriebenen,. nach dem Strömungsverfahren arbeitenden
Autoklaven muß der Spalt bzw. die Bohrung in ,dem Entlüftungsventil stets so. bemessen
sein, daß in einer halben Stunde der Druck- und Temperaturanstieg auf i atü und
i 2o° C beendet ist, da sonst die Luftreste nicht genügend entfernt werden und .damit
die Sterilisation in Frage gestellt ist. Da diese Steigezeit aber von der Stärke
der Heizung, bei Gasheizung beispielsweise vom Gasdruck und vom Heizwert, ,abhängig
ist, so müßte bei einer Änderung
der Heizstärke jeweils immer die
Drosselstelle im Entlüftungsventil verändert bzw. angepaßt werden. Da es sich bei
dieser Drosselstelle um eine enge Bohrung o. dgl. handelt, so besteht außerdem Verstopfungs-.
gefahr.
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Alle die vorerwähnten Nachteile werden mit der Sterilisiervorrichtung
nach der Erfindung vermieden, bei der die tiefste Stelle des Sterilisierraumes durch
ein Rohr mit dein Oberteil eines unterhalb des Sterilisierraumes angeordneten Luftauffanggefäßes
in Verbindung steht, das an unterster Stelle einen durch ein Ventil völlig verschließbaren
Entlüftungsstutzen aufweist. Bei dieser neuen Vorrichtung kann das Ventil im Entlüftungsstutzen
nach Erreichen des i oo° C-Punktes vollständig geschlossen werden, so daß praktisch
überhaupt kein Dampfverlust auftritt. Die noch im Sterilisiergut vorhandenen Luftreste
gelangen dann in das unter dem Sterilisierraum befindliche Luftauffanggefäß, wo
sie bis zur Beendigung der Sterilisation verbleiben. Da das Ventil im Entlüftungsstutzen
vollständig geschlossen werden kann, so verschwindet damit die Drosselstelle und
die mit ihr verbundenen Nachteile.
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Die Verwendung eines Luftauffanggefäßes ist an sich bei Dampfsterilisatoren
schon bekannt. Bei diesen Dampfsterillsatoren ist seitlich von dem Sterilisierraum,
aber nicht unterhalb desselben ein verhältnismäßig kleines flaschenförmiges Gefäß
von etwa nur 2121 Inhalt angeordnet, dem das Dampf-Luft-Gemisch aus dem Sterilisierraum
zugeleitet wird. An dieser als Luftauffanggefäß bezeichneten Flasche ist unten ein
Kondenstopf vorgesehen, aus dem in gewissen Zeitabständen je nach der Kondensatbildung
in der Flasche das Kondensat und gleichzeitig das Luft-Dampf-Gemisch austritt. Bei
diesem Sterilisator war ;also eine intermittierende Dampfströmung zur Entfernung
der Luft aus dem Autoklaven vorhanden. Autoklaven mit einem Luftauffanggefäß, das
eine große Ob@erfläch-e hatte und als Kühler wirkte, um das für das Arbeiten des
Kondenstopfes @erforderliche Kondensat zu erzeugen, haben sich in der Praxis als
ungeeignet erwiesen. Um nämlich zur Erzielung der notwendigen Sterilisierwirkung
die Luft aus dem Autoklaven zu entfernen, mußte man den Kondenstopf so einstellen,
daß sich praktisch dauernd der Kondenstopf öffnet und Dampf ausläßt. Die Verwendung
eines solchen Sterilisators bringt daher gegenüber einem nach dem reinen Strömungsverfahren
arbeitenden Autoklaven keinen Vorteil. Im übrigen war bei dem vorbeschriebenen Dampfsterilisator
die als Luftauffanggefäß bezeichnete Flasche viel zu klein bemessen, um tatsächlich
die gesamte noch im Sterilisierraum befindliche Luft aufnehmen. zu können.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführung der neuen Sterilisiervorrichtung
dargestellt. In dem Wasserkessel 2, der hier beispielsweise durch einen Gasbrenner
3 erhitzt wird und der mit einem Deckel dampfdicht verschlossen werden kann, ist
ein Behälter i angeordnet, der den Sterilisierraum darstellt. In diesem Raum sind
übereinander mehrere mit Verbandsmaterial o-. dgl. gefüllte Trommeln 8 angeordnet.
Nach der Erfindung ist die tiefste Stelle des Sterilisiexraumes i durch ein Rohr
q. mit dem Oberteil eines unterhalb des Sterilisierraumes liegenden, als Hohlkörper
ausgebildeten Luftauffanggefäßes 5 verbunden. Dieses Luftauffanggefäß kann entweder
unmittelbar unter dem Sterilisierraum i oder aber neben diesem gemäß der Zeichnung
aufgestellt sein. An dem Luftauffanggefäß 5 sitzt unten ein Entlüftungsstutzen,
der durch ein Ventil 7 vollständig geschlossen werden kann.
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Mit der vorbeschriebenen Sterilisiervorrichtung wird wie folgt gearbeitet:
Das Venti17 wird vollständig geöffnet und die Heizung angestellt, indem in diesem
Fall nach Öffnen des Gasventils g' in der Leitung 9 der Brenner 3 entzündet wird.
Der sich in dem Kessele entwickelnde Dampf treibt .den größten Teil der in dem Autoklaven
befindlichen Luft durch die Leitung q., das Luftauffangg6fäß 5 und den Entlüftungsstutzen
aus. Sobald aus dem Entlüftungsstutzen Dampf austritt bzw. wenn das Thermometer
6 im Luftauffanggefäß 5 ioo° C anzeigt, wird das Ventil 7 vollständig geschlossen
und der Autoklav sich selbst überlassen. Die noch in den Sterilisiertrommeln 8 vorhandenen
Luftreste gelangen dann - wahrscheinlich Infolge ihres größeren spezifischen Gewichtes
- in das Luftauffanggefäß 5, das so groß bemessen ist, daß alle Luftreste in dem
Luftauffanggefäß 5 Platz finden. Nach kurzer Zeit befindet sich also in dem Sterilisierrauin
i nur noch Dampf, so daß die Sterilisierung mit Sicherheit eintritt. Nach dem Schließen
des Ventils 7 steigt die Temperatur zunächst von i oo auf i2o°C (Steigezeit), worauf
die Abtötungszeit beginnt, die aus Sicherheitsgründen etwa 15 Minuten beträgt.
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Da bei der vorbeschriebenen neuen Vorrichtung praktisch überhaupt
kein Dampf ins Freie entweicht, so ist der Dampfverbrauch außerurdentlichgering.
Dementsprechendkann auch der Wasserkessel 2 erheblich kleiner als bisher gehalten
werden, ohne daß die Gefahr des Leerkochens besteht. Dieser kleinere Wasserkessel
benötigt natürlich auch nur eine entsprechend geringere Energiemenge für die Heizung,
so daß die Betriebskosten
geringer sind. Außerdem wird auch die
Anheizzeit, dieses Kessels entsprechend kleiner.