DE68866C - Apparat zur Säuerung von Hefengut - Google Patents

Apparat zur Säuerung von Hefengut

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DE68866C
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Germany
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yeast
mash
acidifying
water
temperature
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DENDAT68866D
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O. und H. MlELCKE in Berlin N-, Brunnenstr. 121
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/14Fungi; Culture media therefor
    • C12N1/16Yeasts; Culture media therefor

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  • Apparatus Associated With Microorganisms And Enzymes (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Es ist bekannt, dafs in jeder Spiritusbrennerei ein Gährmittel gebraucht wird, um die Hauptmaische in Gährung zu versetzen. Gewöhnlich verwendet man dazu — einige kleinere Hefefabriken machen hierin eine Ausnahme — ein Gemisch von Malz und Roggen etc., welches in dem Hefeansatzgefä'fs bei einer bestimmten Temperatur vermischt, d. h. gemaischt wird. Die Einmaischung erfolgt bei einer Temperatur von 48 bis 490R.; hierauf bleibt diese Masse etwa 2 bis 3 Stunden zur Zuckerbildung und zur Einleitung der Milchsäurebildung bedeckt stehen, wird dann auf die Temperatur von 42 ° R. abgekühlt und sich selbst überlassen. In den ersten 2 bis 3 Stunden darf der Ansatz nicht abkühlen. Da es erforderlich ist, die Maische einer Säurebildung zu unterwerfen, diese Säure aber nur möglichst »reine Milchsäure« sein soll, so ist es nothwendig, die erwähnte Temperatur während der Dauer der Säurebildung zu erhalten ; unter keiner Bedingung darf die Temperatur unter 370 R. sinken. Allerdings beschleunigt die letztgenannte Temperatur die Säurebildung, so dafs diese in 8 bis 10 Stunden beendet ist, die erzeugte Säure jedoch ist wenig gut, während die Säurebildung bei 40 bis 420R. 16 bis 18 Stunden Zeit erfordert; die Säure ist dann eine gute, was für Spiritusbrennereien und namentlich für Hefefabriken ein unbedingtes Erfordernifs bleibt.
In kleineren Brennereien (die gröfseren sind ausgeschlossen) wird aber die oben genannte Temperatur in der Ansatzhefe nicht gehalten, weil gewöhnlich die Hülfsmittel dazu fehlen und gewöhnlich keine genügend warmen Räume zur Verfügung stehen. In den kleineren Brennereien existiren gewöhnlich keine besonderen Hefekammern, sondern die Hefegefäfse werden in dem Apparatraum oder gar in vielen Fällen im Gährungsraum untergebracht. Dafs hier von der Züchtung einer reinen. Hefe nicht die Rede sein kann, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Der Brenner mufs diese Räume benutzen, weil andere ihm nicht zur Verfügung stehen und weil wieder andere wohl gesunder, aber zu kalt sind, so dafs die Hefenmaische schon in ein paar Stunden vollständig abkühlen würde. Es existiren zwar einige Nothbehelfe, um die Maische ab und zu zu erwärmen, z. B. das sogenannte Dampfmaischholz, durch welches beim Umrühren Dampf zur Maische geleitet wird, aber selbst dieses kann in kleineren Brennereien nicht benutzt werden, weil bereits einige Stunden nach der Beendigung der Arbeit kein Dampf mehr zur Verfügung steht. Andererseits wird, wo Dampf zur Verfügung steht, die Hefenmaische oftmals überhitzt, so dafs eine Säurebildung überhaupt nicht mehr stattfindet. In vielen kleineren Hefefabriken kann nicht einmal mit Ansatzhefe gearbeitet werden, weil die geforderte Temperatur nicht annähernd zu halten ist; diese stellen die Maische direct mit Prefshefe an, was wegen der hohen Preise grofse Kosten verursacht, die bei kleineren Betrieben schon eine Rolle spielen. Es wird auch, da sich die Temperatur länger hält, häufig sehr dick eingemaischt, was deshalb keinen Vortheil bringt, weil mehr Maischmaterial genommen werden mufs. Abgesehen hiervon besitzt eine dünne Maische den Vor-
theil, dafs nicht weniger Hefezellen gebildet werden als in einer dicken Hefenmaische.
Zur Beseitigung dieser Uebelsta'nde dient der vorliegende Apparat, mit welchem jede gewünschte Temperatur leicht zu erhalten und ebenso die Dauer der Säuerungszeit nach Belieben ausgedehnt werden kann. v Mit Hülfe dieses Apparates kann der Brenner die Säurebildung an jedem beliebigen Ort vornehmen, wo reine Luft zur Verfügung steht; selbst ein nur gegen Unwetter geschützter Ort ist anwendbar, es bleibt nur nothwendig, »die Heizung zu reguliren« , um die nöthige Temperatur zu halten.
Der Apparat besteht aus einem Behälter A, welcher unten mit einer beliebigen, am besten mit einer Grudefeuerung α versehen ist. Durch einen Boden wird nach oben ein Raum b zur Aufnahme des Hefengefäfses c geschaffen, welcher gröfser als das Hefengefäfs sein mufs, damit genügend freier Raum zur Aufnahme des das Hefengefäfs von allen Seiten umspülenden Wassers bleibt. Das Hefengefäfs wird mit einem doppelwandigen Deckel d verschlossen, dessen Innenraum durch eine verschraubbare Verbindungsröhre e mit dem Wasserraum b in Verbindung steht. In den Deckel münden von unten her eine Anzahl Röhrchen f, welche über die Bodenfiäche hinausragen, so dafs sich im Deckel sammelndes Condensationswasser nicht in das Hefengefäfs gelangen kann. Die Röhrchen werden bis auf einige, je nach Wahl, unten geschlossen. Ferner besitzt der Deckel auch Dampfableitungsrohre g. Unterhalb des Deckels, mit diesem fest verbunden, ist ein aus Wellblech bestehender, mit erhöhtem Rand versehener Schutzschirm h angebracht, welcher in den oberen Wellungen mit Oeffnungen versehen ist. Der aus den Röhrchen ausströmende Dampf trifft zunächst auf diesen Schirm, kühlt sich etwas ab und erst dann kann er durch die Oeffnungen in das Hefegefäfs gelangen, so dafs er durch seine Hitze der Maische keinen Schaden zufügen kann. Das sich bildende Condensationswasser sammelt sich in den unteren Räumen und wird von Zeit zu Zeit auf geeignete Weise entfernt.
Aus dem Wasserraum führt ein Rohr i nach aufsen, in welchem man durch ein hineingehaltenes Thermometer die Wasserwärme ermitteln kann, um zur Innehaltung der vorgeschriebenen Temperatur die Feuerung entsprechend reguliren zu können. Das mit dem Ansatz gefüllte Gefäfs wird in den Wasserraum gesetzt und die Feuerung in Gang gebracht, so dafs durch das die Aufsenwände umspülende heifse Wasser die gewünschte Temperatur gehalten wird. Der sich entwickelnde Dampf strömt durch das Verbindungsrohr e in den Bottichdeckel d und wird aus diesem durch die offenen Röhrchen/ auf die Oberfläche der Maische geleitet, so dafs eine allseitig gleiche, die Säurebildung beeinflussende feuchte Wärme durch Reguliren der Feuerung leicht zu halten ist, ohne zur Aufstellung des Hefegefäfses an einen bestimmten Ort gebunden zu sein. Mari hat es vollständig in der Hand, die Säurebildung genau nach den als mafsgebend erkannten Grundsätzen, nach der geeigneten Zeit und den allein geeigneten Temperaturen vor sich gehen zu lassen, ohne zu kostspieligen Anlagen von besonderen Hefekammern, Dampfentwicklern zu greifen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Apparat zur Säuerung von Hefengut, bestehend aus einem zur Aufnahme von Heizwasser und einem Hefengutbottich bestimmten Gefäfs, dadurch gekennzeichnet, dafs der Wasserbehälter (b) mittels eines Rohres (e) mit einem doppelwandigen, nach unten mit hervortretenden Röhrchen (f) und einem Schutzschirm (h) versehenen Deckel (d) in Verbindung steht, so dafs die im Wasserbehälter entwickelten Dämpfe nach Passirung des Deckels und des zur Ansammlung von Condensationswasser bestimmten Schutzschirmes mit der Oberfläche der im Hefenbottich befindlichen Maische in Berührung kommen.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT68866D Apparat zur Säuerung von Hefengut Expired - Lifetime DE68866C (de)

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