DE686247C - Mittel zum Waschen lebender Haare - Google Patents

Mittel zum Waschen lebender Haare

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DE686247C
DE686247C DE1934SC105521 DESC105521D DE686247C DE 686247 C DE686247 C DE 686247C DE 1934SC105521 DE1934SC105521 DE 1934SC105521 DE SC105521 D DESC105521 D DE SC105521D DE 686247 C DE686247 C DE 686247C
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DE
Germany
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soap
lime
hair
washing
salts
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Hans Schwarzkopf and Henkel GmbH
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Description

  • Mittel zum Waschen lebender Haare Seit jeher benutzt man zum Waschen lebender Haare Seifen oder Seifengemische, die auch puffernde Salze, wie Alkalicarbonate, Borate, Phosphate u. dgl., enthalten. Diesen Waschmitteln die man im allgemeinen unter der Bezeichnung alkalische Haarwaschmittel zusammenfaßt, haftet als wesentlicher Nachteil die Eigenschaft an, daß sie mit den in natürlichen Wässern vorhandenen Härtebildnern beim Waschen Kalkseife bilden, die sich als grauer Belag im Haar absetzt und sich auch durch Spülen nicht entfernen läßt. Diese Kalkseifen machen das Haar unansehnlich und spröde.
  • Infolgedessen ist man seit einiger Zeit dazu übergegangen, als Haarwaschmittel Estersalze der höheren Fettalkohole oder Salze hochsulfonierter Fette oder Öle zu benutzen. Diese Haarwaschmittel, die man unter dem Sammelbegriff neutrale oder saure Waschmittel zu bezeichnen pflegt, zeigen nicht den den sogenannten alkalischen Haarwaschmitteln anhaftenden Machteil des Kalkseifenbelages im Haar. Diese Haarwaschmittel sind im wesentlichen Verbindungen von der allgemeinen Formel R-S O3--Me, wobei R ein aliphatischer, hydroaromatischer oder aromatischer Rest ist, der eine Kette oder einen Ring von wenigstens so Kohlenstoffatomen .enthält, und wobei Me ein Kation ist, dessen Salze leicht löslich sind, wie z. B. Natrium, Kalium, Ammonium und organische Basen.
  • Diese sauren Waschmittel besitzen aber gewisse andere Nachteile, die darin bestehen, daß die Mittel oft nicht genügend schämen, vielfach auch zu stark entfettend wirken und vor allem in der Praxis wegen ihres höheren Preises zur Herstellung billiger brauchbarer Kopfwaschmittel oft nicht angewendet werden können.
  • Ziel der Erfindung ist es nun, die Mängel, die den beiden beschriebenen Gruppen der bisher verwendeten Haarwaschmittel anhaften, zu beseitigen. Dabei geht die Erfindung von der Tatsache aus, daß die genannten Stoffe von der Formel R-S 03--Me vielfach leicht lösliche Erdalkalisalze bilden und auf Kalkseife peptisierend wirken. Auf Grund dieser Erkenntnis wurde versucht, die genannten Stoffe den üblichen seifenhaltigen Waschmitteln zuzusetzen, um den Kalkseifenniederschlag am Haar zu verhindern. Im Gegensatz zu den Erfahrungen, die finit ähnlichen Mischungen in der Textilindustrie gemacht waren, zeigte sich aber, daß die Ergebnisse bei der Kopfwäsche unbefriedigend waren. Der Grund wurde darin gefunden, daß die Bedingungen beim Waschen und Spülen des Haares ganz andere sind@als bei den entsprechenden Vorgängen in der Textilindustrie. Während man dort nämlich infolge des dauernd vorhandenen Überschusses an Behandlungsmitteln die sich auf den Fasern abspielenden Vorgänge genau in der Hand hat, so ist das bei der Kopfwäsche nicht der Fall. Auf das mit dem Waschmittel eingeschäumte Haar läuft beim Spülprozeß dauernd frisches Wasser mit einem natürlichen Gehalt von Härtebildnern. Auf diese Weise tritt sehr bald der Zustand ein, in dem die Seife vollkommen ausflockt und auch bei Gegenwart größerer Mengen der genannten emulgierend wirkenden Stoffe sich als Kalkseife im Haar absetzt.- Einwandfreie Waschmittel lassen sich daher nur mit einem größeren Überschuß an emülgierend wirkenden Stoffen herstellen.
  • Es wurden infolgedessen auch noch andere Versuche unternommen, die Aufgabe von einer anderen Richtung aus zu lösen. Zu diesem Zweck wurden "den Kopfwaschmitteln Lösungsmittel für Kalkseifen in Form der Metaphosphate zugesetzt. Dabei verhindern beispielsweise die Alkalisalze der Metaphosphorsäure Kalkseifenbildung, ja sie lösen bereits gebildete Kalkseife auf, wenn sie in beträchtlichen Mengen angewendet werden. Dieses Verfahren hat jedoch einen gewissen Nachteil, der darauf beruht, daß sich die Auflösung der Kalkseife bei der üblichen Körpertemperatur nur allmählich vollzieht, und infolgedessen stößt die praktische Verwendung dieses Verfahrens bei der Kopfwäsche auf gewisse Schwierigkeiten.
  • Eine in jeder Richtung befriedigende Lösung der Aufgabe, bei den mit gewöhnlicher Seife hergestellten Kopfwaschmitteln die Bildung des unerwünschten Kalkbelages im Haar zu vermeiden, wurde nun dadurch erreicht, daß man den üblichen seifenhaltigen Waschmitteln geringe Mengen von die Kalkseife dispergierenden Stoffen, beispielsweise die obengenannten Sulfonate, und Lösungsmittel für diese Kalkseifen in Form der erwähnten Metaphosphate zusetzt. Die Wirkung ist überraschend, und alle grundsätzlichen oder teilweisen Mängel der bisher beschriebenen Verfahren sind dabei vermieden. Die beim Waschvorgang mit diesen Mischungen auftretenden Vorgänge hat man sich wohl so vorzustellen, daß es infolge des Zusatzes der Sulfoverbindungen nur zu einer fein dispersen Ausscheidung der Kalkseife kommt, die durch das vorhandene Metaphosphat leichter als die sonst entstehenden verhältnismäßig groben Flocken gelöst und damit leicht ausgespült werden kann.
  • Die Haarwaschmittel nach der Erfindung können in fester, pastenartiger und flüssiger Form hergestellt werden. Als Seifen sind verwendbar gewöhnliche Kalium-, Natrium- und Ammoniumseifen oder Seifen organischer Basen wie die des Di- oder Triäthanolamins. Auch die vielfach in beträchtlichen Mengen Seifen enthaltenden, schwach sulfurierten Öle (Türkischrotöle) lassen sich auf diese Weise verbessern bzw. vorteilhaft verwenden. Die feuchtigkeitempfindlichen, festen Metaphosphate können im Bedarfsfall durch Paraffinüberzug u. dgl. vor Anziehen von Feuchtigkeit geschützt werden.
  • Den genannten Mischungen aus Seifen und den Dispersions- und Lösungsmitteln für die Kalkabscheidung können auch noch andere Stoffe zur Erhöhung der technischen und kosmetischen Wirksamkeit zugesetzt werden, z. B. Polysaccharide, wie Stärke und Buchweizenmehl, Drogenextrakte, wie Kamillenextrakt, Hennaextrakt, Teer, Holzteer, Fichtennadelteer, Schwefel, Lipoide, wie Cholesterin, Lecithin, Hormone sowie Vitamine.
  • Als Dispersionsmittei können die obengenannten Salze der allgemeinen Formel R-S O3-Me dienen, beispielsweise Salze der aliphatischen Sulfonsäuren, z. B. Dodecylsulfonsäure, Octadecylsulfonsäure, Octadecylensulfonsäure, Salze der aliphatischen Sulfonsäuren mit Stickstoff im Molekül, wie z. B. Dodecvlrr-thylaminoäthansulfonsäure oder Oleylmethylaminoäthansulfonsäure. Weiter können verwendet werden Salze, die durch Kondensation von Fettsäuren und aus durch Abbau von Eiweiß entstandenen nachträglich sulfonierten Säuren oder Oxyalkylsulfonsäuren hergestellt sind, und ferner Salze der hochsulfonierten Öle nach Art des Türkischrotöls oder der gechlorten sulforierten Öle. Praktisch sind eine große Anzahl von Verbindungen des genannten Typus R-S 0,5-Me verwendbar.
  • Als Ausführungsbeispiel für ein Kopfwaschmittel in fester Form sei folgende Zusammensetzung gegeben:
    3o Teile Seife,
    - Natriummetaphosphat,
    7 - Natriumsalz der Oleylmethyl-
    aminoäthansulfonsäure,
    6 - Borax,
    2 - Natriumsalz des Laurylschwe-
    felsäureesters,
    30 - Natriumbicarbonat,
    in - Buchweizenmehl,
    2 - Kamillenextrakt.
    Das Natriumsalz der Olevlmethvlaminosulfonsäure kann auch zur Hälfte durch das Natriumsalz der Tetrahydronaphthalinsulfosäure oder der Naphthalinsulfosäure ersetzt werden.
  • Ein Ausführungsbeispiel für die Zusammensetzung eines Kopfwaschmittels in flüssiger Form ist folgendes:
    ioö Teile 3o°%ige Kaliumkokosseife,
    5 - Kaliummetaphosphat,
    3 - Triäthanolaminododecylsulfo-
    nat,
    7 - Kaliumsalz der Dodecylmethyl-
    aminosulfonsäure,
    5o bis ioo Teile Wasser.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Mittel zum Waschen lebender Haare, gekennzeichnet durch einen den üblichen seifenhaltigen Waschmitteln beigegebenen Zusatz geringer Mengen eines Kalklösungsmittels in Form von Alkali.metaphosphat und eines Kalkseifendispergierungsmittels, wie wasserlöslicher Salze organischer Sulfonsäuren der allgemeinen Formel R-S 03-1fe, wobei Me ein salzbildeades Kation und R ein aliphatischer, hydroaromatischer oder aromatischer Rest mit insgesamt io oder mehr Kohlenstoffatomen bedeutet, der gegebenenfalls mit dem Sulfonsäurerest auch über eine stickstoffhaltige Gruppe verbunden sein oder in esterartiger Bindung vorliegen kann.
DE1934SC105521 1934-11-07 1934-11-07 Mittel zum Waschen lebender Haare Expired DE686247C (de)

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