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Verfahren zur Verhütung von Unfällen beim Übungsschießen mit Handfeuerwaffen
Beim Übungsschießen mit scharfer Munition aus Handfeuerwaffen entstehen die meisten
Unfälle durch unvorsichtiges Hantieren mit der Waffe seitens unerfahrener Schützen.
Häufig wird abgedrückt, ohne daß sich der Schütze vorher über die Freiheit des Schußfeldes
vergewissert hat und ohne die Genehmigung des aufsichtführenden Schießleiters abzuwarten.
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Mitunter hilft sich der Schießleiter dadurch, daß er das Gewehr eigenhändig
durch Umlegen des Sicherungsflügels entsichert, nachdem er sich vergewissert hat,
daß der Schütze das Gewehr vorschriftsmäßig in Anschlag hält. Der Schießleiter,
welcher dabei das Gewehr berühren muß, bringt es aus der Schußrichtung, so daß der
Schütze gezwungen ist, nochmals das Ziel zu suchen, was letzterem das Zielen erschwert.
Außerdem besteht keine Gewähr, daß der Schütze nachträglich das Gewehr nicht doch
vorschriftswidrig hält und abdrückt, wogegen der Schießleiter u. U. machtlos ist.
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Nach der Erfindung entsperrt der Schießleiter das Gewehr durch Fernbeeinflussung,
also ohne es direkt zu berühren. In die Bewegungsbahn eines der an der Auslösung
des Schlagmittels beteiligten Übertragungsglieder, z. B.. dem Abzug, wird ein steuerbares
Sperrglied angeordnet. Der Schießleiter betätigt ein Auslösemittel, wodurch auf
das verstellbare Sperrglied im Gewehr eingewirkt wird, ohne daß eine direkte Berührung
der Waffe erfolgt; das Sperrglied wird aus dem Bewegungsbereich des Abzuges oder
eines sonstigen an der Auslösung des Schlagmittels beteiligten Übertragungsgliedes
herausgeführt. Alsdann ist die Waffe für die Abgabe eines Schusses in üblicher .Weise
zu handhaben. Die Fernbeeinflussung kann beispielsweise
hydraulisch,
durch Preßluft, elektrisch oder mechanisch erfolgen. Sie geschieht derart, daß sich
die Steuerungskräfte zum Verstellen des Sperrgliedes lediglich im Inneren des Gewehres
auswirken, ohne eine Richtungsänderung zu verursachen und insofern den Schützen
beim Zielen zu behindern. Andererseits kann nur mit Wissen und Wollen des Schießleiters
ein Schuß abgegeben werden; und er ist auch jederzeit in der Lage, den Abzugsmechanismus
wieder zu sperren. Hierdurch wird augenscheinlich eine wesentliche Verininderung
der Unfälle erreicht.
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Es ist zwar bekannt, daß der Schütze selbst den Abzug mittels Bowdenzuges
auslöst und hierdurch den Schuß abgibt. Dies dient jedoch dazu, den Aufenthalt des
Schützen aus der unmittelbaren Nähe des Gewehres zu verlegen, für den Fall, daß
beim Einschießen der Lauf oder die Verschlußteile den Beanspruchungen nicht Stand
halten.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in den nachstehend beschriebenen
und in der Patentzeichnung dargestellten beiden Ausführungsbeispielen enthalten.
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Fig. i zeigt eine mechanisch durch Drahtauslöser beeinflußte Sicherheitseinrichtung
an einem Kleinkalibergewehr, während Fig. 2 eine Darstellung einer elektrisch beeinflußten
Sicherheitseinrichtung an dem gleichen Gewehr wiedergibt.
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Fig.3 stellt ein Schema dar zur Veranschaulichung der Bedienungsweise
der elektrisch gesteuerten Sicherheitseinrichtung nach Fig. 2 durch den Schießleiter.
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Die Waffe, an der die Sicherheitseinrichtung angebracht ist, ist ein
vorbekanntes Kleinkalibergewehr mit Zylinderverschluß. Sein Schaft ist mit i bezeichnet.
Die an ihm befestigte Hülse trägt das Bezugszeichen 2 und der Abzugsbügel das Bezugszeichen
5. Beide Teile sind mittels der Schrauben 3 und 4 mit dem Schaft i verbunden. Um
den Stift 6 schwenkbar ist der den verdeckt liegenden Schlagbolzen auslösende Abzugsstollen
7 an die Hülse 2 angelenkt. Dieser wird durch die in einem Gehäuse 8 liegende und
sich gegen die Hülse 2 abstützende Druckfeder mit seinem hinteren Ende ständig nach
oben gedrückt, damit er den beim Öffnen und Schließen des Gewehrs gespannten Schlagbolzen
in Spannstellung hält. Am hinteren Ende des Abzugsstollens 7 ist der Abzug 9 um
den Bolzen io schwenkbar aufgehängt. Er wird in üblicher Weise durch die Abzugsstollenfeder
in die Ruhelage (nach vorne) gedrückt.
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In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. i ist an den Abzugsstollen 7
mittels zweier Schrauben ii, von denen nur eine zu sehen ist, das Sperrglied, der
gabelförmig ausgebildete Hebel 12, schwenkbar angelenkt. Seine beiden Stangen sind
durch eine Brücke 13 miteinander verbunden, welche das Widerlager bildet für den
Auslösestift 14 des Bowdenkabels 15. Das Ende des Bo-,vdenkabels mündet in eine
Mutter 16, die ihrerseits in den Abzugsbügel 5 eingeschraubt ist.
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In Fig. i liegt der Sperrhebel 12 in der Sperrstellung. Seine Sperrstrebe
17 ruht hinter dem Ansatz 18' des Abzuges 9 und nimmt diesem dadurch die Bewegungsfreiheit.
Wandert durch Druck auf den Auslöseknopf des Bowdenkabels 15 der Auslösestift 14
aus der Mutter 16 heraus und hebt dabei den Sperrhebel iz an entgegen dem Druck
der Feder i9, deren eines Ende im Abzugsstollen 7 verankert ist, während das andere
Ende auf den Sperrhebel 1z einwirkt, um ihn abwärts zu drücken, dann gelangt dessen
Sperrstrebe 17 hinter die Ausnehmung zo des Abzugs 9. Infolgedessen besitzt der
Abzug die zum Auslösen des Schlagbolzens erforderliche Bewegungsfreiheit. Das Gewehr
ist von der Aufsichtsperson zur Abgabe des Schusses freigegeben, und der Schütze
kann abdrücken.
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Sobald die Aufsichtsperson den Auslöseknopf des Bowdenkabels freigibt,
zieht die Bowdenkabelfeder (nicht dargestellt) in bekannter Weise den Auslösestift
14 zurück. Die Feder i9 drückt den Sperrhebel 12 nach unten, so daß seine Strebe
17 den Abzug 9 erneut blockiert, wodurch die Waffe gegen Abgabe eines Schusses wieder
gesperrt ist.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.2 und 3 ist in den Vorderschaft
i des Gewehres ein Elektromagnet 21 eingebaut, dem ein auf einer in dessen Mittelkern
geführten Stange 22 aufgesetzter Anker 23 gegenübersteht. Die Stange 22 setzt sich
nach hinten in einer die Schraube 3 umfassende Gabel 24 fort. Eine sich an der Zwischenwand
25 des Schaftes i abstützende Sperrfeder 26 drückt die Übertragungsgabel
24 sowie die Übertragungsstange 22 mit Anker 23 entgegen der Zugrichtung des Elektromagneten
21 nach vorne. Die Sperrgabel27 ist als Winkelhebel ausgebildet und wie im vorbehandelten
Ausführungsbeispiel erwähnt, beiderseits mittels Schrauben i i am Abzugsstollen
7 gelenkig befestigt. Die federnden Enden der Übertragungsgabel 24 besitzen Stifte
28, welche in die Längsschlitze 29 an der Sperrgabel 27 treten und die Übertragungsgabel
24 mit der Sperrgabel 27 gelenkig verbinden.
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Bei stromlosen Elektromagneten 21 drückt die Feder 26 die Sperrstrebe
17 hinter den Ansatz 18 des Abzugs 9, und die Waffe ist gesperrt.
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Drückt dagegen der Schießleiter auf einen Schaltknopf 30 (Fig. 3),
dann wird der Elektromagnet 21 von der Baterie 31 erregt. Der
Anker
wird angezogen gegen den Druck der Feder 26. Die Sperrstrebe 17 wird angehoben und
der Abzug 9 freigegeben. Die Waffe vermag nunmehr vom Schützen in gewohnter Weise
bedient zu werden.
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Der Ausführungsform der Erfindung nach Fig. 2 und 3 wird der Vorrang
zu geben sein, wenn der Schießleiter vom Schützen weiter entfernt steht.