-
Stickmaschine Bei der den Gegenstand des Patents 637 577 bildenden,
einen senkrecht beweglichen Dorn, eine pendelnd aufgehängte, seitlich ausschwingende
Nadel und einen Dorn und Nadel umschließenden Stoffdrücker aufweisenden Stickmaschine
zum Herstellen bestickter Rundlöcher wird nach vollzogenem Lochumsticken bei stillgesetztem
Hauptrohr und stillgesetztem Greifergehäuse die Nadel noch um eine kurze, etwa halbe
Stichbreite einmal hin und her geschwungen und außerdem die gleichzeitig mit der
Hilfswelle durch Hand- oder Kniebedienung eingerückte Hauptwelle der Maschine erst
nach Beendigung der zusätzlichen kurzen Nadelpendehing selbsttätig ausgerückt, um
anschließend an die Lochumstickung nur noch zwei kurze, übereinanderliegende Lochverriegelungsstiche
zu bilden. Das Einrücken -und selbsttätig erfolgende Ausrücken der mittels Motorantrieb
für schnelles Arbeiten eingerichteten Maschine erfolgt hierbei unter Verwendung
eines bei Kurbelstickmaschinen üblichen, am Seitenständer des Maschinengestelles
senkrecht verschiebbar geführten, federbeeinflußten Schiebers, der mittels seines
oberen Endes den Ausrückhebel einer an der Hauptwelle angebrachten Kupplungshülse
sperrt und freigibt.
-
Die Erfindung bezweckt das Einrücken und insbesondere selbsttätige
Ausrücken der durch den Motorantrieb sehr schnell laufenden Maschine rockfreier
und ohne Gefahr einer Beschädigung des Ausrückhebels und des mit diesem zusammenwirkenden
Sperrschiebers
durchzufiiliren. Zu diesem Zwecke ist erfindungsgemäß an den am Seitenständer des
Maschinengestelles senkrecht verschiebbar geführten, den Ausrüc_";-hebel der Hauptwelle
sperrenden, federbce'i; flußten Schieber ein Hebel angeschlossen, "ä einen im Stromkreis
des Antriebsmotors liege!,` den Schalter erst nach Freigabe des Ausrückhebels schließt
bzw. den gleichen Schalter am Ende des Lochumstickens öffnet, bevor de Ausrückhebel
wieder gesperrt wird. Zweckmäßig wird dieser auf den Ein- und Ausschalter des Motorstromkreises
einwirkende Hebel durch eine Verlängerung des im Patent 637 577 erwähnten, an den
Sperrschieber angelenkten Hebels gebildet, der durch Auflaufen auf die. Rastfläche
einer Rastflächenscheibe den Sperrschieber erst nach Stillsetzen der Hilfswelle
des Hauptrohres und des Greifergehäuses in die Sperrlage hochdrückt. Es ist dann
nur erforderlich im Bereiche der Hebelverlängerung den im Motorstromkreisliegenden
Schalter, einen Druckknopf- oder Hebelschalter, anzuordnen.
-
Auf der Zeichnung ist ein Ausfühiungsbeispiel der neuen Rundlochstickmaschine
im Aufriß dargestellt.
-
Im Seitenständer x des Maschinengestelles ist die die Aufundabbewegung
der nicht dargestellten Nadel vermittelnde Hauptwelle 2 gelagert, deren unter Wirkung
einer Feder 3 stehende Kupplungshülse 4 einen seitlich vortretenden Kupplungsstift
5 besitzt, der bei nach rechts verschobener Kupplungshülse 4 in das Kegelrad 6 und
die mit der Schnurscheibe 7 fest verbundene Antriebshohlwelle 8 eingreift, so daß
dann die Hauptwelle sowohl mit dieser Hohlwelle 8 als auch mit dem Kegelrad 6 gekuppelt
ist. Letzteres überträgt die Drehung unter Vermittlung des Kegelrades g und der
senkrechten Welle zo weiter auf den nicht dargestellten Greifer. Parallel zur Hauptwelle
verläuft, wie üblich, die mittels der Zahnräder !z, 12 mit halber Geschwindigkeit
angetriebene Hilfswelle 13, von der die Drehung des nicht dargestellten Hauptrohres
der Maschine und auch des Greifergehäuses abgeleitet ist. Zu diesem Zweck ist wieder,
wie im Tatent 637 577 dargestellt, eine von der Hilfswelle 13 mittels eines Schalträdgetriebes
in schrittweise Umdrehung versetzte Welle 14 vorgesehen, die ihre Bewegung mittels
der Kegelräder 15, 16 auf die senkrechte Welle 17 und mittels der Kegelräder
18, zg und der Welle 2o auf das Greifergehäuse weiterleitet. Die Hilfswelle 13 trägt
in ähnlicher Weise wie die Hauptwelle eine verschiebbare Kupplungshülse, deren nicht
dargestellter Ausrückhebel durch den Hebel 21 gesteuert wird. Letzteier greift zwischen
die beiden Bunde 22 der unter der Wirkung der Feder 23 stehenden, abwärts preßbaren
Stange 24, die wiederum am unteren Ende eine Nase 25 besitzt, die bei stillstehender
Maschine in einen Ausschnitt der an de: senkiechten Welle 17 angebrachten .Spe:rscheibe26
eingreift.
-
Der- 1z eine Kurvennut 27 der Kupplungs-@@1^;daee 4 eingreifende s.Ahwingbare
Ausrückliebcl_ :3 v viid du_rh den im Seitenständer i senkrecht 'geführten, unter
der Wirkung der Fed^. 29 stehenden Schieber 30 gesperrt. Mittels des an der
abwärts p_eßbaren Stange24 angebrachten A-mes 31, der auf den Stift 32 des Schiebers
3o einwi-kt, kann de: Schieber 3o entgegen der Wi#kung der Feder 2g abv,-äits gepreßt
und damit der Aus;ückhebe128 zum Einkuppeln der Hauptwelle 2 freigegeben werden.
An das untere Ende des Sperrschiebe-s 3o ist unte-Zwischenschalten des Lenkers 33
ein Hebel 3 4 angeschlossen, der bei stillgesetzter Maschine mit einem Stift 35
an der Rastfläche 36 cine@ Rastflächenscheibe 37 anliegt, die unter Vermittlung
der Schneckenräder 38, 3g bei !aufeirder Maschine in langsame Umdrehung versetzt
wird.
-
Wie bei der Maschine nach dem Patent 637 577 dient zu ihrem Einschalten
ein mittels Knie bedienbarer Preßhebe14o, der ante: Vermittlung des an der Maschinenplatte
41 gelagerten Winkelhebels 42 auf die senkrechte Stange 43 einw1rkt. Am oberen Ende
der letzteren ist ein Hebel 44 angeschlossen, der bei seinem Ausschwingen die den
Stoffdrückerring 45 tragende Stange 46 entgegen de:- Wirkung einer Feder 47 hochhebt.
An einem Bund 48 der Stange 43 liegt das eine Ende 49 eines um den Bolzen 5o drehbaren
Hebels 51 an, dessen anderes Ende zu einem Zahnsegment 52 ausgebildet ist. Dieses
ist in ständigem Eingriff mit einem am Seitenständer Z gelagerten kleinen Zahnrad
53, mit dem eine auf den Bund 54 der Steuerstange 24 drückende Daumenscheibe 55
fest verkeilt ist.
-
Unter der Maschinenplatte 4E befindet sich der Antriebsmotor 56, dessen
Schnurscheibe 57 durch den Schnurlauf 58 mit der Schnurscheibe 7 der Maschine verbunden
ist. In den an die Netzanschlußklemmen 58 angeschlossenen b--1-den Stromleitungen
59, 6o des Motors 56 ist ein Anlaßwiderstand 61 und ein Ein- und Ausschalter
eingebaut, dessen unter der Wirkung einer Feder 62 stehender, senkrecht beweglicher
Druckknopf 63 zwei Kontakte 64, 65 überbrückt. Über das obere Ende des Druckknopfes
greift eine Verlängerung 66 des an der Rastflächenscheibe 37 anliegenden Hebels
34 unter Belassung eines kleinen Abstandes hinweg. Der Schwenkhebel 67 des Anlaßwiderstandes
6 1 steht endlich durch eine Stange 68 mit der Fußtrittplatte 69 der
Maschine in Verbindung.
-
Soll die Maschine in Gang gesetzt werden, so wird vorerst der Kniehebel
40 in Pfeilrichtung verschwenkt. Die Verschwenkung des Knieliebels 40 hat das Abwärtsziehen
der Stange 43, das Anheben des Stoffdiü--ke.ringes 45 und
das Verschwenken
des Zahnsegmenthebels 51, 53 nebst Drehen der Daumenscheibe 55 zur Folge, wodurch
die Stange 24. entgegen der Wirkung der Feder 23 abwärts gepreßt und die Nase 25,
wie schon im Patent 637 577 beschrieben, fast vollständig aus der Sperrscheibe 26
ausgerückt witd. Das Abwärtspressen der Stange 2 4 führt weiterhin unt:e" Vermittlung
des Steuerhebels 21 zum Eins ürken der Hilfswolle i3 und durch den auf den Stift
32 drückenden Arm 31 zum Abwärtsp_essen des Sperrschiebers 3o. Hierdurch wild einerseits
der Ausrückhebel 28 freigegeben und andererseits der den Stift tragende Hebel 34
ab@jäz-ts gcpreßt. Die Verlängerung 66 desselben d_ ückt hie--bei den Duckknopf
63 gegen die Kontakte 64., 65. Wird jetzt die Fußtriftplatte 6q abwä_ts gedtüclzt,
so ist der Motor-,@rornkreis vollkommen geschlossen, und es wird alsdann durch Vermittlung
des Schnurlaufes 58 die Hohlwelle 8 mit dem Kegelrad 6 in Umdrehung versetzt. Noch
während der ersten Teildrehung des letzteren, unter Umständen sogar sofort bei Beginn
der Kegelradd_rehung, schnappt der Stift 5 der Kupplungshülse 4. durch `Vizkung
der Feder 3 in das Kegelrad 6 ein, wodurch dann die Hauptwelle 2 eingerückt ist.
Da die Umdrehungsgeschwindigkeit der Hohlwelle 8 beim Anlaufen des -Motors noch
gering ist, erfolgt das Einrücken der Hauptgelle sanft und ohne Beschädigungsmöglichkeit
einzelne- Maschinenteile. Die unter Vermittlung der Welle 1a und der Kegelräder
15, 16 von der nunmehr auch laufenden Hilfswelle 13 angetrIebene Sperrscheibe 26
drückt hierbei, wie im Patent 637 571 beschrieben, zufolge geeigneter . 1usbildung
ihres Nasenausschnittes die Steuerstange 24. noch geringfügig weiter abwärts, wodurch
der Bund 5 4. von der Daumenscheibe 55 eitz#as abgezogen wird. De- Zahnsegnzenthebel
51, 52, die Stange 4.3, der Hebel ;,. und der angehobene Stoffdtückerring .1
.5 können dadurch bei Freigabe des Kniehebels q.o durch Wirkung der Fede47
und einer auf den Zahnsegmenthebel roch einwirkenden Feder wieder in ihre Anfangslage
zurückkehren.
-
Bei Beendigung der L ochumstickung hat die Sperrscheibe 26 eine Umdrehung
vollzogen, so daß alsdann durch Einschnappen der Nase 25 in den Sperrscheibenausschnitt
die Stange 24. hochbewegt und mittels des Steuerhebels 21 die Hilfswelle 13 ausgerückt,
somit das senkrechte Hauptrohr der Maschine und das Greifergehäuse stillgesetzt
wird. Der Alm 31 hat sich hierbei vom Stift 3 2 abgehoben, da der Schieber 30 noch
durch den auf dem Kreisumfang der etwas langsamer als die Sperrscheibe 26 umlaufenden
1<ascfächenscllcibe 37 gleitenden Hebel 3¢ in der Tieflage gehalter wi-d. Die
Hauptwelle 2 i ;nft demgemäß nach Stilisetzen der Hilfswe-lle noch etwas weiter,
um, wie im Patent 637 577
bc-4chrieber, Heistellen zweier kurzer Verriegelungsstiche
zu veranlassen. Anschließend läuft d.--@r Stift 35 des unter der Wirkung der Feder
-29 stehenden Hebels 3.4 auf die Rastfläche 36 der Rastflächenscheibe auf, wobei
sich sofort die Verlängerung 66 des Hebels 34 anhebt und der Druckknopf 63 durch
Wirkung der Feder 62 von den Kontakten 6.1, 65 abgehoben wird. Der Alotor wird dadurch
ebenfalls sofort beim Auflaufen des Stiftes 35 auf die Rastfläche 36 abgeschaltet.
Die Hohlwelle 8 kommt hierbei jedoch nicht plötzlich zum Stillstand, sondern macht
durch den Eigenschwung noch mit verminderter Geschwindigkeit einige Umdrehungen.
Am Ende der Aufwärtsbewegung des Hebels 34 schiebt sich de_ Kopf des Schiebers
30 in die Bahn des jetzt nur noch langsam hin und her pendelnden Ausrückhebels
28, und zwar in einem Außenblick, wo das unte--e Ende des Ausrückhebels nach rechts
ausgependelt ist. Das weite---e verlangsamte Drehen der Kupplungshülse .4 hat dann,
wie schon im Hauptpatent beschrieben, ein Linksverschieben der Kupplungshülse 4.
unter Ausrücken der Hauptweile 2 zur Folge.
-
Der in den Motorstromkreis eingebaute Druckknopfschalter kann aach
anders ausgebildet sein und beispielsweise auch durch einen Hebelschalter ersetzt
werden. Wenngleich die Erfindung mit besonderem Vorteil bei schnell laufenden Rundlochsticknlaschinen
nach Patent637577 anwendbar ist, da sie diese durch Herstellung eines ruckfreien
Betriebes und Vermeidung einer Beschädigung des Ausrückhebels beim Ein- und Ausschalten
des Motors erst praktisch lebensfähig macht, so läßt sich die Erfindung jedoch auch
vorteilhaft bei ähnlich arbeitenden und mittels Motorantrieb sehr schnell laufenden
Stickmaschinen mit auf eine Kupplungshülse der Hauptwelle einwirkenden Ausrückhebel
und einem durch Vermittlung einer Hilfswelle in schrittweise Umdrehung versetztem,
einen Stoffdrü--ker tragenden Hauptrohr anwenden.