DE674280C - Schutzschaltung - Google Patents

Schutzschaltung

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DE674280C
DE674280C DES99153D DES0099153D DE674280C DE 674280 C DE674280 C DE 674280C DE S99153 D DES99153 D DE S99153D DE S0099153 D DES0099153 D DE S0099153D DE 674280 C DE674280 C DE 674280C
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
    • G01R29/00Arrangements for measuring or indicating electric quantities not covered by groups G01R19/00 - G01R27/00
    • G01R29/16Measuring asymmetry of polyphase networks

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Emergency Protection Circuit Devices (AREA)

Description

  • Schutzschaltung Es ist bekannt, Schutzrelais von der znitläufigen oder gegenläufigen Komponente des Stromes oder der Spannung oder beider zu erregen. Man hat zu diesem Zweck Kunstschaltungen vorgeschlagen, welche eine Zerlegung der Leitungsströme oder der Leitungsspannungen in der Weise ermöglichen, daß ein unter Anwendung einer solchen Kunstschaltung gespeistes Relais entweder nur von der mitläufigen Komponente oder nur von der gegenläufigen Komponente der entsprechenden Betriebsgröße erregt wird. In den Betriebsgrößen Strom und Spannung einer tt=phasigen Wechselanlage ist aber außer den gegenläufigen symmetrischen Komponenten häufig auch noch eine sogenannte Nullkomponente oder Erdschlußkomponente enthalten. Zu ihrer Erfassung hat man bisher besondere Stromwandler- und Spannungswandlerschaltungen angewendet, weil die Kunstschaltungen zur Aussiebung der mitläufigen und gegenläufigen Komponenten bestimmte Stromwandler- und Spannungswandlerschaltungen zur Voraussetzung haben,. welche einen An'schluß eines von der Nullkomponente zu erregenden Relais nicht zulassen.
  • Gemäß der Erfindung wird bei Schutzschaltungen für n-phasige Wechselstromnetze mit Kunstschaltungen zum Aussieben der mitläufigen und der gegenläufigen Komponente, in welche man die Betriebsgrößen eines unsymmetrischen Netzes zerlegen kann, und mit an diese Kunstschaltungen angeschlossenen Schutzrelais, die von sämtlichen n-phasigen Mit- oder Gegenkomponenten des Stromes oder der Spannung des Wechselstromnetzes erregt werden, :ein weiteres an die Kunstschaltungen angeschlossenes Relais vorgesehen, welches von der Erschlußkomponente des Stromes b-zw. der Spannung oder von diesen beiden Größen erregt wird. Es wird dadurch der Vorteil erzielt, daß besondere Spannungs-oder Stromwandler für die Erregung dieses Relais nicht mehr erforderlich sind.
  • Bei einem Dreiphasensystem, welches unter normaler Belastung steht und das also symmetrisch belastet ist oder das unbelastet ist, gibt es nur die Komponenten der positiven Phasenfolge. Die Ströme eines solchen symmetrischen Dreiphasensystems sind gleich groß und in der Phase um rao° gegeneinander versetzt. Es gibt dabei keinen Summenstrom. Infolgedessen müssen dann also die negativen Phasenfolgekomponenten und die Nullphasenfolgekomponenten Null sein, und die positiven Phasenfolgekomponenten. stellen für sich allein das gesamte System der Spannungen bzw. der Ströme, dar. Bei einem dreiphasigen Kurzschluß behalten alle Ströme untereinander die gleiche Winkellage und die gleiche Größe; das System ist also auch in diesem Falle ein symmetrisches System, so daß wiederum die positiven Phasenfolgekomponenten für sich allein die Ströme bei Dreiphasenkurzschluß darstellen, und in jedem Augenblick fließt die positive Phasenfolgekomponente, welche in einem der Leiter in der einen Richtung fließt, in den beiden anderen Leitern zurück.
  • Die negativen Phasenfolgekomponenten bilden :ein symmetrisches Dreiphasensystemund unterscheiden sich von den positiven Phasenfolgekomponenten dadurch, daß ihr Umlaufsinn dein der positiven Phasenfolgekomponente entgegengesetzt ist. Im übrigen kann der Widerstandswert einer Reaktanz für die negative Phas@enfolgekomponente größer oder kleiner als der für die positive Phasenfolgekomponente der Ströme sein. Der Wert einer Resistanz ist für beide Phasenfolgekomponentensysteme gleich groß.
  • Wenn ein Kurzschluß zwischen zwei Phasenleitern auftritt, und zwar ohne Erdschluß, treten lediglich die positiven und die negativen Phasenfolgekornponenten auf. Die Gröle der beiden Komponenten der Spannung hängt ab von der Größe der Impedanz für die beiden Komponenten, und die Größe der positiven und .negativen Stromkomponente des Fehlerstromes ist bei gleicher Impedanz die gleiche.
  • Im Erdschlußfall .eines Systems mit belastbarem Nullpunkt treten Ströme der positiven, der negativen und der Nullphasenfolgekomponente auf. Die Nullphasenfolgekomponente des Stromes enthält drei gleiche Ströme; die positiven und negativen Phasenfolgekomponenten heben die Nullphasenkomponenten in den beiden erdschlußfreien Phasen an der Fehlerstelle auf. Die Größe der positiven, negativen und Nullphasenfolgekomponente nehmen ein bestimmtes Verhältnis zueinander ein, entsprechend den für die einzelnen Komponente wirksamen Reaktanzen; wie weiter oben bereits gesagt wurde, kann die negative Phasenreaktanz im wesentlichen gleich der positiven Phasenreaktanz angenommen werden. Die Nullphasenreaktanz kann sehr große Werte einnehmen.
  • In Fig. i sind Stromwandler 12, 13 und 14 für die Phasenleiter A, B, C eines Dreiphasensystems i i dargestellt. Eine Anschlußklemme der Sekundärwicklung jedes Transformators ist parallel zu einem Widerstand R und einer Induktivität Z geschaltet. Die Widerstände R und die Induktanzen E sind in Reihe geschaltet und bilden eine Kunstschaltung 16, mit deren Hilfe die negativen Phasenfolgekomponenten der Ströme des Netzes i i herausgesiebt werden. Die in Stern geschaltete Wicklung a, h; c eines dreiphasigen Relais 17 sind zwischen je zwei der in Reihe geschalteten Widerstände R und Z angeschlossen.
  • Die anderen Anschlüsse der Sekundärwicklung,en der Stromwandler 12, 13, l q. sind in entsprechender Weise an eine Kunstschaltung r 8 angeschlossen, die ebenfalls Widerstände R und Induktanzen Z .enthalten, die in Serie geschaltet sind. Auch an die Kunstschaltung i 8 ist ein dreiphasiges Relais i 9 angeschlossen. Die Kunstschaltung i 8 siebt die positiven Phasenfolgekomponenten der Ströme im Leitungsnetz i i heraus.
  • Ein einphasiges Relais 21 ist mit dem einen Ende seiner Wicklung 22 mit dem Sternpunkt der dreiphasigen Wicklung des Relais 1 7 und mit seinem anderen Ende mit dem Sternpunkt der dreiphasigen Wicklung des Relais 19 verbunden. Dieses Relais spricht infolgedessen auf die Nullkomponente der Ströme des Leitungssystems i i an. Bei seinem Ansprechen schließt es einen Kontakt 23 und auf diese Weise einen Stromkreis, der zur Hervorrufung irgendeiner Wirkung dient.
  • Die Kontakte der dreiphasigen Relais 17 und 1g sind nicht dargestellt. Auch durch die Kontakte dieser Relais können Stromkreise geschlossen werden, die zur Hervorrufung irgendeiner Wirkung dienen, und zwar in Abhängigkeit von den negativen Phasenfolgekomponenten bzw. den positiven Phasenfolgekomponenten des Leitungsstromes.
  • Die Größe der Widerstände R und der Induktanzen Z der Kunstschaltung 16 sind so gewählt, daß dem Relais 17 die negativen Phasenfolgekomponenten der Leitungsströme zugeführt werden. Die Größe der Widerstände R und der Induktanzen Z der Kunstschaltung 18 sind so bemessen, daß das Relais 19 von den positiven Komponenten .der Leitungsströme erregt wird.
  • Bei einem Dreiphasenkurzschluß wird nur das Relais 19 erregt und kann nicht dargestellte Schutzeinrichtungen in Tätigkeit setzen. Bei einem Kurzschluß zwischen zwei Phasenleitern, beispielsweise zwischen den Leitern A und B, werden die Relais 17 und 19 ansprechen und können dann geeignete Schutzmaßnahmen auslösen. Wenn einer der Phasenleiber, beispielsweise der Leiter A, Erdschluß ' bekommt, sprechen die Relais 17 und 19 und außerdem das Relais 21 an. Auch bei einem Doppelerdschluß werden diese drei Relais ansprechen.
  • In Fig.2 liegen ebenfalls die Stromwandler 12, 13 und 1,1 in den Phasenleitern A, B und C des Drehstromsystems i i. Das eine Wicklungsende jeder Sekundärwicklung der Stromwandler ist an je ein Paar von Impedanzen R und Z der Kunstschaltungen 16 und 18 angeschlossen. Die Kunstschaltungen 16 und 18 entsprechen denen der Fig. i. Die Phasenwicklungen a, b' und c und a'; b' und c' der in Stern geschalteten Wicklungen der beiden Relais 17 und 19 sind in entsprechender Weise wie in Fig. i mit den Kunstschaltungen 16 und 18 verbunden.
  • Die anderen Enden der Sekundärwicklungen der Stromwandler sind untereinander verbunden. Die von diesem Verbindungspunkt ausgehende gemeinsame Leitung 24 ist mit dein einen Ende der Wicklung 22 eines Relais 21 verbunden, dessen anderes Ende über die Leitung 26 mit den Sternpunkten der beiden Relais 17 und 19 verbunden ist.
  • Das Relais 21 besitzt Kontakte 23, die beim. Ansprechen des Relais geschlossen werden. Das Relais 21 spricht an, ivemi eine Nullphasenfolgekomponente auftritt.
  • Die mehrphasigen Relais 17 und i 9 besitzen nicht dargestellte Kontakte und sprechen auf nur negative bzw. positive Phasenfolgekomponenten des Stromes an. Die Relais 17, 19 und 21 in Fig. 2 verhalten sich bei den verschiedenen möglichen Fehlerarten genau so wie die entsprechenden Relais in Fig. 1.
  • Die Künstschaltung 16 siebt die negative Phasenfolgelcomponente aus dem Strom des Leitungssystems i i heraus. Infolgedessen wird das Relais 17 in allen Fehlerfällen erregt, mit Ausnahme des dreiphasigen Kurzschlusses. Die Kunstschaltung 18 dient zur H.eraussiebung der positiven Phasenfolgekompoizenten. Das Relais i9 bekommt also immer Strom.
  • In Fig. 3 liegen Spannungswandler 42, 43 und @14 an den Phasenleitungen C, B und A und dem Nulleiter N des Dreiphasensystems i i. Die Kunstschaltungen 16 und 18 sind an die Sekundärwicklungen dieser Spannungswandler in der gleichen Weise angeschlossen wie die entsprechenden Kunstschaltungen an die Stromtvandler in Fig. i. Die Relais 17, 19 und 21 sind in .entsprechender Weise wie in Fig. i geschaltet. In Fig. 3 sind die Stromkreise zur Erregung der mehrphasigen Relais 17 und 19, von denen das eine von den negativen Phasenfolgekomponenten und das andere von den positiven Phasenfolgekomponenten der Netzspannung erregt wird, und die Stromkreise zur Erregung des Relais 21 durch die Nullphasenfolgekomponente der Spannung des Dreiphasensystems i i dargestellt.
  • Fig.4 zeigt eine Schaltung, welche der in Fig.2 dargestellten, abgesehen von der Verwendung von Spannungswandlern 42, 43 und 44, entspricht. Die Spannungswandler sind mit den einzelnen Phasenleitungen C, B und A und mit den Nulleitern N des Dreipliasensystems i i verbunden. Die mehrphasigen Relais 17 und 19 werden durch die negative bzw. die positive Phasenfolgekomponente der Spannung erregt. Das Relais 21 wird durch die Nullphasenkomponente der Spannung erreg t.
  • Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt die Fig.5, wobei die mehrphasigen Relais durch die negative bzw. positive Phasenfolgekomponente der Spannung und des Stromes in der Leitung erregt werden.
  • Die Primärwicklungen der Sp.ann,ungswandler 52, 53 und 54 liegen zwischen dem Nullleiter N und den Phasenleitern C, B und A der Drehstromleitung i i ; die Sekundärwicklungen der Wandler sind in Stern geschaltet. Die mehrphasigen Relais 61 und 62 mit Ständerwicklungen 63 und 64 und Rotorwicklungen 66 und 67 sind so geschaltet, daß die Ständerwicklungen von den Phasenfolgekomponenten der Spannung und die Rotorwicklungen von den Phasenfolgekomponenten des Stromes des Drehstr omsystems i i erregt werden. Die Stator- und die Rotorelemente 63, 66 und 64, 67 des Relais 61 bzw. 62 sind in Stern geschaltet.
  • Die Ständerwicklunggen 63 und 64 der beiden Relais 61 und 62 sind an Kunstschaltungen 56 und 58 angeschlossen, die im Sekundärkreis der Spannungswandler 52, 53 und 54 liegen. Die Verbindungen zwischen den Kunstschaltungen 56 und 58 und den Ständerwicklungen der mehrphasigen Relais entsprechen im Prinzip der Anordnung nach Fig. 4. Die Kunstschaltung 56 siebt die positive Phasenfolgekomponente der Spannung und die Kunstschaltung 58 die negative Phasenfolgekomponente der Netzspannung heraus. Die Phasenwicklungen a, .b und e und a', F3' und c' der Ständerwicklungen 63 und 64 werden infolgedessen von den positiven bzw. von den negativen Phasenfolgekomponenten der Spannung erregt.
  • Die Rotorwicklungen 66 und 6; der Relais 61 und 62 besitzen die Phasenwicklungen S, T, U und S', ', U', welche von den positiven bz-d. den negativen Phasenfolgekomponenten des Stromes des Drehstromnetzes 11 erregt werden. Drei Stromwandler 72, 73 und 74 liegen in den Phasenleitern A, B bzw. C. Die Sekundärwicklungen dieser Wandler sind in Stern geschaltet. Zwei Kunstschaltungen 76 und 78 sind vorgesehen, von denen jede eine Mehrzahl von Ohmschen Widerständen R und Induktivitäten Z besitzt und die in den Sekundärstromkreis der Stromwandler eingefügt sind. An die Kunstschaltung 76 sind die Phasenwicklungen S', T' und U', an die Kunstspannung 78 die Phasenwicklungen S, T und U der mehrphasigen Rotonvicklungen 67 bzw. 66 angeschlossen. Die Stromwandler 72, 73 und 74 und die Rotonvicklungen 66 und 67 der Relais sind im wesentlichen in der in Fig. z dargestellten Schaltung miteinander verbunden. An Stelle eines einphasigen Relais zur Erfassung der Nullphasenkomponente, welches in die Verbindung der Sternpunkte der Spannungswandler und der Sternpunkte der Ständenvicklungen bzw. in die Verbindungsleitung der Sternpunkte der Stromwandler und der Sternpunkte der Rotorwicklungen -eingeschaltet ist, wird ein von Strom und Spannung in entgegengesetztem Sinne beeinflußtes Relais 6o vorgesehen. Die Spannungswicklung 57 dieses Relais liegt zwischen denn Sternpunkt der Sekundärwickliulgen der Spannungswandler einerseits und den miteinander verbundenen Sternpunkten der Ständenvicklungen der Relais 61 und 62 andererseits. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Wicklung 57 von der Nullphasenkomponente. der Spannung des Drehstromsystems erregt wird.
  • Die Stromwicklung 59 des Relais 6o liegt in entsprechender Weise zwischen dem Sternpunkt der Sekundärwicklung der Stromwandler und den miteinander verbundenen Sternpunkten der Rotorwicklung 66 und 67. Der Strom in der Spule 59 entspricht dann der Nullphasenkomponente des Stromes. Das Relais 6o wirkt wie :ein Impedanzrelais und kann somit als Zeitrelais dienen, dessen Laufzeit von der Entfernung der Fehlerstelle vom Relaisort abhängig ist.
  • Es ist offensichtlich, daß die elektrischen Verbindungen der Ständenvicklungen 63 und 64 und der Rotorwicklungen 66 und 67 vertauscht werden können. Desgleichen kann das Relais 6o auch fortgelassen werden. Es kann ein einphasiges Relais vorgesehen werden, das auf die Nullphasenkomponente der Spannung - oder das auf die Nullphasenkomponente des Stromes anspricht an Stelle des Relais 6o, welches von der Nullphasenkomponente der Spannung und des Stromes beeinflußt wird, Relais 6o kann auch ein wattmetrisches Relais sein oder ein Blindwattmeterrelais und kann dann als Richtungsrelais wirken, welches von der Nullphasenkomponente von Strom und Spannung beeinflußt wird.
  • Die mehrphasigen Relais 61 und 62 können ebenfalls wattmetrische Relais oder Richtungsrelais oder Impedanzrelais sein, je nachdem, welches Schutzsystem zum Schutz der Leitung r t angewendet werden soll. Es ist auch gleichgültig, ob die Ständerwicklungen oder die Rotorwicklungen des Relais von den Strömen oder den Spannungen des Netzes erregt werden. Da die beiden Wicklungen des Relais 61 von den positiven Phasenfolgekomponenten der Spannung und des Stromes erregt werden, wird das Ansprechen dieses Relais offenbar von der Energierichtung dieser Phasenfolgekomponente von Strom und Spannung oder von der Lage des Fehlers abhängen, je nachdem, ob das Relais 61 nur ein einfaches Richtungsrelais oder ein Impedanzrelais ist. Entsprechend hängt das Ansprechen des Relais 6a von den negativen Phasenfolgekomponenten der Spannung und des Stromes der Leitung ab.
  • Aus der Beschreibung geht hervor, daß das Relais 61 bei allen vorkommenden Fehlern im Leitungsnetz r z ansprechen wird; die Größe seiner Erregung wird von der Art und Schwere des Fehlers abhängen. Das Relais 62 wird bei allen Fehlerfällen mit Ausnahme des dreiphasigen Kurzschlusses ansprechen, während das Erdschlußrelais 6o nur bei einem einfachen oder Doppelerdschluß in Tätigkeit tritt.
  • Bezüglich Fig.5 sei darauf hingewiesen, daß die Kunstschaltungen 56 und 58 miteinander vertauscht werden können. Die Ständerwicklungen 63 und 64 werden dann im Gegensatz zu der zuerst gemachten Annahme derart erregt, daß die Wicklung 63 von der negativen und die Wicklung 64 von der positiven Phasenfolgekomponente der Spannung erregt wird, während bei den Rotorwicl~Iungen 66 und 67 nichts geändert wird.
  • Statt "dessen kann auch die Anderung Platz greifen, daß die Wicklungen 66 und 67 von der negativen bzw. von der positiven Phasenfolge des Stromes :erregt werden, wenn man nämlich die Kunstschaltungen 76 und 78 so ausbildet, daß die erstere die positive Phasenfolgekomponente heraussiebt und die zweite die negative Phasenfolgekomponente des Leitungsstromes.
  • Da die beiden mehrphasigen Relais 61 und 62 einander gleich sind, ist es bei jedem Relais möglich, die Ständerwicklung durch die positive oder die negative Phasenfolgekomponent:e der Spannung oder des Stromes und die Rotonvicklung durch die positive oder die negative Phasenfolgekomponente des Stromes oder der Spannung zu erregen.
  • Um bei einem mehrphasigen Relais die Ständerwicklung durch die positive oder negative Phasenfolgekömponente des Stromes und die Rotorwicklung durch die positive oder negative Phasenfolgekomponente der Spannung zu erregen, braucht man nur anzunehmen, daß die Wicklung 63 und 64 der Relais 61 und 62 die Retonvicklungen und die Wicklungen 66 und 67 die Ständerwicklungen sind.
  • Es ist möglich, die mehrphasigen positiven, negativen und Nullphasenfolge-Elemente in jeder beliebigen gewünschten Kombination zu vereinigen. Zum Beispiel kann jede beliebige Komponente der Spannung mit derselben oder einer anderen Komponente der Spannung kombiniert werden; jede beliebige Komponente des Stromes kann mit derselben oder anderen Komponenten des Stromes kombiniert werden; jede beliebige Komponente der Spannung kann mit der entsprechenden oder einer anderen Komponente des Stromes kombiniert werden. Im Relais selbst können solche Phasenverschiebungen angewendet werden, daß sich ein Relais der Wirk-Wattmetertype oder der Blind-Wattmetertype ergibt oder auch andere Winkelbeziehungen vorhanden sind. Wie bereits gesagt wurde, kann das Relais auch das Verhältnis je einer Komponente aus Spannung und Strom messen, beispielsweise wenn es ein Impedanzrelais ist. Die Relais können auch so beschaffen sein, daß sie die Summe oder die Differenz oder das Verhältnis ungleicher Größen ergeben.
  • Es kann auch zweckmäßig sein, die Empfindlichkeit der mehrphasigen Relais einstellbar zu machen. Zu diesem Zweck kann man Anordnungen vorsehen, mit deren Hilfe das übersetzungsverhältnis der Wandler oder die Windungszahlen in den Relais geändert werden können. Ein Vorteil ist dabei, daß es durch Einstellen der Relais möglich ist, zu erreichen, daß ihre Ansprechempfindlichkeit für solche Fehler, bei denen das Gleichgewicht gestört wird, einstellbar ist, ohne daß die Empfindlichkeit der Anordnung für symmetrische Belastung oder für Fehler, welche eine symmetrische Belastung hervorrufen, ebenfalls mitgeändert wird.
  • Es können zur Durchführung der Erfindung auch andere Kunstschaltungen zum Heraussieben der einzelnen Phasenfolgekomponenten verwendet werden, als in den Ausführungsbeispielen wiedergegeben sind. Zum Beispiel können an Stelle der induktiven Widerstände kapazitive Widerstände in den Kunstschaltungen verwendet werden. Der einzige Unterschied, der eintritt, wenn die induktiven Widerstände durch kapazitive Widerstände ersetzt werden, besteht darin, daß die Kunstschaltung dann an Stelle der negativen Phasenfolgekomponente die positive Phasenfolgekomponente herauszieht, und umgekehrt.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Schutzschaltung für iz-phasige Wechselstromnetze mit Kunstschaltungen zum Aussieben der mitläufigen und der gegenläufigen Komponente, in welche man die Betriebsgrößen eines unsymmetrischen Netzes zerlegen kann, und mit an diese Kunstschaltungen angeschlossenen Schutzrelais, die von sämtlichen n-phasigenMit-oder Gegenkomponenten des Stromes oder der Spannung des Wechselstromnetzes erregt werden, gekennzeichnet durch ein weiteres an die Kunstschaltungen angeschlossenes Relais (2 i bzw. 6o), welches von der Erdschlußkomponente des Stromes oder der Spannung oder von- diesen beiden Größen erregt wird.
  2. 2. Schutzschaltung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais (21) 'zur Erfassung der Nullkomponente des Stromes oder der Spannung in. die Verbindungsleitung zwischen den Sternpunkten der- mit in Stern geschalteten mehrphasigen Wicklungen (a, b, c bzw. n', b', c') ausgestatteten Relais (i7 bzw. ig) zur Erfassung der Mit- und. der Gegenkomponente des Stromes oder der Spannung eingeschaltet ist (Fig. i und 3).
  3. 3. Schutzschaltung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais (2i) zur Erfassung der Nullkomponente des Stromes oder der Spannung mit seiner Wicklung (22) einerseits an die Verbindungsleittmg (26) zwischen den Sternpunkten der in Stern geschalteten mehrphasigen Wicklungen (a, b, c bzw. a', b', c') der Relais (17 bzw. i g) zur Erfassung der Mit- und Gegenkomponente des Stromes oder der Spannung und andererseits an den Sternpunkt der in Stern geschalteten Stromwandler (12, 13, 14) oder Spannungswandler (42, 43, 44) angeschlossen ist (Fig.2 und 4).
  4. 4. Schutzschaltung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch Relais mit zwei Gruppen (63, 66 bzw. 64, 67) gemeiazsam wirkender mehrphasiger Wicklungen (a, b, c, S, T, U bzw. a', b', c', S', T', U'), die von der Mit- und der Gegenkomponente des Stromes oder der Spannung erregt werden (Fig.5). 5. .Schutzschaltung nach Anspruch i und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais mit zwei Gruppen mehrphasiger Wicklungen ein Produkt- oder Verhältnisgerät ist. 6. Schutzschaltung nach Anspruch i und 5, dadurch gekennzeichnet, daß, zwei Relais (6i, 62) vorgesehen sind, von denen das eine (6i) von *den Mitkomponenten des Stromes und der Spannung und das andere (62) von den Gegenkomponenten des Stromes und der Spannung erregt wird (Fig.5). 7. Schutzschaltung nach Anspruch i und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wicklungen (a, b, c und S, T,- U bzw. a', b', c' und S', T', U') der Relais (6 i, 62) in Stern geschaltet sind, und daß ein Erdschlußrelais (6o) .einerseits von dem zwischen dem Sternpunkt des die Relais speisenden Spannungswandlersatzes (52, 53, 54) und den untereinander verbundenen Sternpunkten der von den Mit-und Gegenkomponenten der Spannung erregten Relaiswicklungen (a, b, c bzw. a', b', c') fließenden Strom und andererseits von dem Strom zwischen den entsprechenden Sternpunkten der von den Mit- und Gegenkomponenten erregten r\,rlaiswickltuigen (S, T, U bzw. S', T', (J') und des Stromlvandlersatzes (72; 73, 74) gespeist wird (Fig. 5). B. Schutzschaltung nach Anspruch i und 7, dadurch gekennzeichnet, daß das LrdschluBrelais (6o) ein Produkt- oder Verhältnisgerät ist (Fig.5). g. Schutzschaltung nach Anspruch i und 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Rrdschlußrelais (6o) eine abhängige Verzögerungszeit besitzt (Fig.S).
DES99153D 1930-06-16 1931-06-12 Schutzschaltung Expired DE674280C (de)

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