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Elektrische Glimmentladungsröhre für Fernsehzwecke Die Erfindung betrifft
elektrische Glimmentladungsröhren für Ferns.chzwecke mit positiver Säule iund langem
eingeschnürtem Entladungsweg zwischen Kathode und Anode 'und mit Füllgas aus Neon.
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Bei den bekannten Gasentladungslampen mit Neongasfüllung und positiver
Leuchtsäule treten störende streifenförmige Schichtungen der Leuchtsäule auf, die
sich in einem Fernsehbild als schachbrettartige oder streifenförmige Maserung der
Bildteile zeigen. Bei diesen bekannten Lampen ist überdies bei Unterbrechung der
Entladung infolge schwacher Impulse Hilfszündung erforderlich.
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Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen, daß in der Glimmentladungsröhre
außer der Neongasfüllung Quecksilberdampf enthalten ist und. gleichzeitig die Kathode
als großilächige Drahtnetzelektrode ausgebildet ist. Dadurch wird einmal die genannte
streifenförmige Schichtung der Leuchtsäule vermieden und weiterhin erreicht, daß
bei Unterbrechung der Entladung, beispielsweise infolge schwacher Impulse, die Entladung
bei neuen stärkeren Impulsen ohne Hilfszündung vor sich geht.
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Es sind zwar auch schon Entladungslampen mit Drahtnetzelektroden bekannt,
aber die Verwendung solcher Drahtnetzelektroden bei Neongasentladungslampen gerade
für Fernsehzwecke ermöglicht die Erzielung hochfrequenter störungsfreier Lichtmodulation.
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An Hand der Zeichnungen wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
beschrieben: Fig. i zeigt eine Glimmlampenanordnung gemäß der Erfindung.
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Fig. 2 zeigt in vergrößertem Maßstäbe einen Schnitt durch die Lampe
längs Linie 9-9.
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Die in Fig. i dargestellte Glimmlampe enthält ein Paar durchsichtige,
in einem Abstände voneinander angeordnete Hüllen oder Kolben 59 und 6o, die durch
eine verhältnismäßig lange, enge, durchsichtige Röhre 61 verbunden sind, die an
jedem Ende mit den Hüllen verschmolzen ist, so daß die Röhre einen Verbindungsgang
zwischen ihnen bildet. Eine gelegentlich benutzte Lampe für Fernsehzwecke besaß
ein etwa 3o cm langes Rohr, dessen Durchmesser etwa o,6 cm betrug. Jede der Hüllen
59 und 6o ist den für kleine elektrische Lampenkolben benutzten Hüllen, -wie z.
B. einer io-Watt-Lampe, ähnlich, und wie eile solche hat die Hülle 59 einen Hals
62, mit dem das nach einwärts gewendete Preßstück 63 verschmolzen ist, das einen
einzigen mit einem Zuführungsdraht 65 verbundenen Tragstab 64 hält. Die Anode 66
ist aus einem kleinen Becher aus dünnem gepreßtem Metall, z. B. Nickel, hergestellt,
der mit dem Ende 67 des Tragstabes 6,4 verschweißt ist, wobei das Ende mit einem
rechten Winkel umgebogen ist, so daß der Becher neben der öffnung der Röhre 61 in
dem Kolben 59 angeordnet ist.
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Der Kolben 6o ist ganz ähnlich dem Kolben 59 mit einem Hals
68 ausgebildet, mit dem das einwärts gewendete Preßstück 69 verschmolzen
ist, das den mit dem Zuführungsdraht 7 1 verbundenen Tragstab 7 o hält. Eine
Kathode
72 ist aus Drahtnetz hergestellt, das z. B. aus Molybdän besteht. Sehr günstig
ist die Herstellung der Kathode aus einem langen Streifen 73 eines Drahtnetzes,
der an dem einen Ende an dem Tragstab 7o befestigt ° t und um den Stab spiralig,
wie es in @tg. adargestellt ist, gewickelt wird: Bei einer' brauchbaren Ausführungsform
wurde zur Herstellung der Kathode ein Drähtnetzstreifen von etwa 2,5 cm Breite
und etwa 25 cm Länge benutzt; indem er -, wie angedeutet, befestigt und aufgerollt
wurde. Dadurch wird eine außerordentlich große Oberfläche erzielt, die dem Gas in
der Hülle leicht zugänglich ist, da das Gas frei die Zwischenräume des Netzes durchströmen
kann. In einigen Fällen wurde die erste Windung der Wicklung mit einem größeren
Durchmesser als der Stab gewickelt, so daß ein Hohlzylinder gebildet wurde.
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Bei dieser Ausführungsform der Lampe, bei der die Entladung über eine
beträchtliche Strecke zwischen zweiElektroden erfolgt, wird die Intensität des Lichtes
vergrößert, indem der Querschnitt des Rohres 61 stark vermindert wird, so daß die
Entladung auf eine kleine Querschnittsfläche sich verdichtet. Wenn eine Lampe der
obenerwähnten Abmessungen mit Neongas und Quecksilberdampf in den angegebenen Verhältnissen
einer Spannung von 6oo bis 'i 5öo Volt ausgesetzt wird, so wird ein starkes, weißblaues
Licht erzeugt, das gleichmäßig über die Rohrlänge ist. Bei der obenerwähnten Spannung
beträgt der Strom etwa i oo Miniampere.
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Wenn die Elektroden wie bei dieser Lampenart in einem weiten Abstand
voneinander angeordnet sind, ist oft eine höhere Spannung für das Anlaufen der Lampe
als für die Aufrechterhaltung des Stromdurchganges durch die Lampe erforderlich.
In einigen Fällen ist es wünschenswert, eine Hochspannungsspule 74 rnit einer Sekundärwicklung
75 vorzusehen, die durch die Drähte 76 und 77 mit den beiden Drähten 78 und
7 9 verbunden sind, die zu den Klemmen 65 und 71 der Lampe führen und mit der Stromquelle
verbunden sind. In dem Sekundärkreis ist eine Funkenstrecke 8o eingeschaltet, wie
sie z. B. eine Unterbrechung des Drahtes 77 bildet, so daß der Lampenarbeitsstrom
nicht durch die Sekundärwicklung fließen kann. Eine Primärwicklung 81 ist über einen
Unterbrecher 82, eine Batterie 83 und einen Schalter 84 durch die Drähte
85, 86 und 87 verbunden, so daß bei dem Niederdrücken des Schalters 8¢ die Sekundärwicklung
eine Spannung erzeugt, die größer als die Arbeitsspannuxtg der Lampe ist. Wenn die
Lampe in :.Betrieb genommen werden soll; ist es nur erforderlich, den Schalter einen
Augenblick niederzudrücken, woraufhin der durch die hohe Spannung: erzeugte Strom
durch das Gas in die Lampe fließt und es ionisiert. Wenn der Schalter nicht mehr
niedergedrückt und somit dieser Strom unterbrochen wird, hält der Lampenarbeitsstrom
die Entladung aufrecht.
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Aus vorstehendem ergibt sich, daß eine Entladungslampe geschaffen
wurde, in der die Elektroden verhältnismäßig kühl bleiben; wodurch eine Lichtbogenbildung
oder eine örtliche Entladung vermieden wird und in der der Berührungswiderstand
zwischen dem Metall der Elektrode und dem Gas infolge der außergewöhnlich großen
benutzten Oberfläche auf ein Kleinstmaß vermindert wird.
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Eine wie oben beschriebene, zu Fernsehzwecken benutzte Lampe besitzt
den hervorragenden Vorteil einer getreuen Nachalunung der Modulationssignale. Das
ist sogar der Fall, wenn die Art des Signals derart ist, daß eine Unterbrechung
des Lampenstromkreises und der Lichtlinie in der Lampe bewirkt wird, wobei das Licht
sogleich wiederhergestellt wird, wenn die Modulation die Wiederherstellung gestattet.
Dies ist offenbar die Folge der Benutzung von Quecksilberdampf in der Lampe mit
seinen hohen Leitungs- und Ionisationseigenschaften und weiterhin die Folge der
Benutzung der Gazeelektrode, die wegen ihrer ausgedehnten Oberflächenberührung mit
dem Gas wahrscheinlich eine besonders schnelle und gute Gasionisation und damit
eine gute Leitfähigkeit der Gasstrecke bedingt.