DE67199C - Verfahren zur Herstellung von Verbandstoffen aus chemisch reiner Celiulosen-Wolle - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Verbandstoffen aus chemisch reiner Celiulosen-WolleInfo
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Description
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PATENTAMT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Die wattenartigen Verbandstoffe werden gegenwärtig meistens noch aus Baumwolle hergestellt,
obgleich die Versuche gezeigt haben, dafs Holzwolle, welche aus Holzschliff hergestellt
wird (D. R. P. Nr. 26903 und 30824), die aufsaugenden Eigenschaften in höherem Mafse
besitzt. In neuerer Zeit ist nun auch vorgeschlagen worden, zur Herstellung von Verbandstoffen
Wolle aus Sulfitcellulose zu verwenden. Dieser Stoff ist jedenfalls besser als
alle bisher bekannten Mittel für den angegebenen Zweck geeignet, da Cellulose, welche
mittelst des Sulfit- oder eines ähnlichen chemischen Verfahrens gewonnen ist, chemisch reiner
ist infolge der stattgehabten Auflösung der inkrustirenden Stoffe, Pflanzengummi u. s. w.,
welche die Ursache der Zersetzung des Sublimates sind und daher den Verbandstoff in
kurzer Zeit werthlos machen, eine längere Aufbewahrung desselben also nicht gestatten. Die
chemisch bereitete Cellulose liefert daher einen besonders gut geeigneten Stoff, wenn eine
sachgemäfse Behandlung zu dem besonderen Zweck stattfindet.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet nun ein Verfahren, um aus solcher
chemisch reinen Cellulosen-Wolle einen Verbandstoff herzustellen. Zu diesem Zweck wird
die gut ausgewaschene und getrocknete Cellulose in einem Wolf mit stumpfen Schlagleisten
grob zerkleinert, um hierauf in einem Krempelwolf fein gerissen und in einzelne Fasern zerlegt
zu werden. Die so dargestellte Cellulosen-Wolle wird zur Erzielung einer guten Vliefsbildung
bei der weiteren Verarbeitung in thönerne, nicht glasirte Cylinder eingefüllt, welche mit Filz umkleidet sind, und hierin
längere Zeit einer Temperatur von 200° ausgesetzt. Neben einer vollständigen Verdunstung
des Wassers ist hierbei eine Zunahme des Rauminhalts zu beobachten, die sich dadurch
erklärt, dafs die Fasern aufschwellen und sich kräuseln.
Die auf diese Weise erhaltene Cellulose ist vollkommen staubfrei und bedarf zur Herstellung
eines verhältnifsmäfsig festen Vliefses nur eines geringen Leinen- oder Baumwollzusatzes
von ungefähr 10 bis 20 v. H.
Gegenüber der aus Holzschliff hergestellten sogen. Holzwolle, welche zur Vliefsbildung
einen sehr grofsen Baumwollzusatz deshalb erfordert, weil die Faser hart bleibt und sich
nicht verfilzt, ist Cellulosen-Wolle viel aufsaugungsfähiger und zeichnet sich durch eine
blendende Weifse aus.
Zur Herstellung des Verbandstoffes verfährt man in der Weise, dafs man gleichzeitig auf
zwei verschiedenen Trommeln je ein Netz aus Cellulosen-Wolle und chemisch reiner
Baumwolle oder Flachswerg bilden und durch Berührung der beiden Trommeln in einander
laufen läfst, um sie von der Netztrommel vermittels des Hackers abnehmen zu lassen, oder
aber man benutzt den Tambour zur Bildung des Baumwoll- oder Leinenvliefses und das
Netz für die des Cellulose-Wollevliefses. Auf beide Arten tritt eine innige Verfilzung des
Bindemittels mit der Cellulosen-Wolle ein, so dafs eine durch die ganze Watteschicht gleichmäfsige
Vertheilung stattfindet und mithin auch eine gleichmäfsige Aufsaugungsfähigkeit gesichert
bleibt.
Gegenüber den bekannten, aus Holzschliffoder Cellulosen-Wolle hergestellten Verbandstoffen,
bei welchen die an sich nicht verfilzungsfähige Faser zwischen zwei Baumwollen-
oder Leinenwattevliefsen eingestreut wird, hat die auf die beschriebene Weise hergestellte
Verbandwatte mehrfache Vorzüge. Durch die getrennte Herstellung zweier Vliefse wird die Cellulose-Wolle zunächst in sich
selbst verfilzt und erst später durch ' das ' Zusammenlaufen
der getrennt hergestellten Vliefse mit dem Bindemittel vereinigt. Dadurch entsteht
ein besonders festes Wattenetz und der Verbandstoff kann für den späteren Bedarfsfall
lange aufgespeichert werden; der Stoff ist vollkommen staubfrei und seine Bestandtheile
zerfallen auch im Laufe der Zeit nicht zu Staub; das Verbindungsmittel — Baumwolle
oder Leinen in sehr geringen Mengen — liegt nicht mehr an der Oberfläche, sondern ist
durch das ganze Vliefs gleichmäfsig vertheilt und unter die Cellulosenfasern innig vermischt,
so dais sie bei Verwendung als Ersatz für die theure Verbandwatte gleich dieser beim Herausnehmen
aus der Wunde keine Theilchen zurückläfst. Die Aufgabe, einen bedeutend billigeren, brauchbaren und werthvollen Verbandstoff
als Ersatz für die reine Baumwoll- und Leinenverbandwatte herzustellen, ist nach
Ansicht des Erfinders durch dieses Verfahren gelöst.
Claims (1)
- , Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Verbandstoffen, darin bestehend, dafs chemisch reine Cellulosen -Wolle durch Erhitzen gekräuselt und zu einem selbstständigen Netz verarbeitet, alsdann dem letzteren ein besonders hergestelltes Netz aus einem Verbindungsmittel (Baumwolle, Leinen) zugeführt wird und beide demnächst zu einem Wattevliefs vereinigt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE67199C true DE67199C (de) |
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