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Vorrichtung zum Reinigen von Jagdgewehren und Waffen mit ähnlichem
Kaliber mit Hilfe des bekannten strickförmigen Wischpolsters Bei der Wehrmacht werden
zum Reinigen der Gewehr- und Karabinerläufe ausschließlich sog. Wischpolster benutzt.
Ein solches Wischpolster besteht aus zwei strickförmigen Gebilden, die nebeneinanderliegen
und in ihrer Mitte durch eine Quernaht miteinander verbunden sind. Jeder Strick
ist aus mehreren Fäden zusammengedreht, die locker aus Baumwollabfallfasern gesponnen
sind. Die Länge und der Durchmesser jedes Strickes sind so bemessen, daß beim Einhängen
des Wischstrickes in, die Öse einer Wischkette o. dgl. ein Wischkörper entsteht,
der beim Hindurchziehen durch den Lauf mit dem für den Reinigungszweck erforderlichen
Druck an die Innenwand des Laufes angepreßt wird. Diese Wischpolster haben bei der
Wehrmacht vollständig die Verwendung von Werg verdrängt, was nicht nur eine Vereinfachung
bedeutet, sondern auch im Sinne des Vierjahresplans liegt, der eine Verwendung von
Werg für Reinigungs- und Wischzwecke unangebracht erscheinen läßt. Diese Tatsache
hat nun auch dazu geführt, daß die bisher noch in Schützen-und Jägerkreisen übliche
Verwendung von Werg zum Reinigen der Läufe von Handfeuerwaffen aufhören muß. Der
Verwendung von Wischpolstern zum Reinigen der Handfeuerwaffen, wie sie von Jägern
und Schützen benutzt werden, steht nun insofern eine gewisse Schwierigkeit im Wege,
als die Jäger und Schützen daran gewöhnt sind, einen Wischstock zu benutzen, also
den Wischkörpei durch den Lauf hindurchzustoßen. Das erwähnte Wischpolster ist nun
aber völlig darauf abgestellt, daß es in Verbindung mit einer Wischkette, einem
Wischseil o. dgl. benutzt wird. Man könnte nun daran denken, ein Wischpolster zu
schaffen, das nur für die Verwendung bei Wischstöcken geeignet ist. Dieser Vorschlag
ist auch schon gemacht worden. Zweckmäßiger ist aber die Schaffung einer Möglichkeit
dafür, daß ein und dasselbe Wischpolster je nach Wunsch in, Verbindung mit einer
Wischkette oder in Verbindung mit einem Wischstock benutzt werden kann. Mit dieser
Aufgabe befaßt sich die vorliegende Erfindung. Bei der Lösung dieser Aufgabe bereitet
nun die Tatsache Schwierigkeiten, daß der Gesamtdurchmesser des Wischpolsters durch
die Wandstärke des im Bereich des Wischpolsters befindlichen Teiles des Wischstockes
erhöht und
dadurch die Pressung beim Einführen des Wischpolsters
in den Lauf vergrößert wird. Dies ist an sich kein Nachteil, weil die Wirkung des
Wischpolsters um so besser ist, je fester das Wischpolster an die zu reinigende
Innenfiäch' 'des Laufes angedrückt wird. Auch ist die du die größere Reibung erzeugte
Gegenkraft ge das Durchstoßen des Wischpolsters durch der-'-Lauf deshalb erwünscht,
weil man beim Durch-` stoßen mit Hilfe des Wischstockes größere Kräfte ausüben kann
als beim Durchziehen des Wischpolsters mit Hilfe der Wischkette. Die Schwierigkeit
liegt aber darin., daß mit Rücksicht auf die gegebenen Abmessungen des Einheitswischpolsters
der Wandstärke des vom Wischpolster bekleideten Teiles des Wischstockes Grenzen
gesetzt sind.
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Die Erfindung löst nun die gestellte Aufgabe dadurch, daß der plattenförmige
Träger für das Wischpolster sehr dünn gehalten wird, damit für das Polster ein genügend
großer Raum im Lauf zur Verfügung bleibt und durch eine mit Zähnen versehene schmale
Längsrippe versteift wird. Die sägezahnartigen Messer greifen in das gedrillte Wischpolster
ein, wenn man den Wischstock mit dem Polster in den Lauf einführt. Das Polster wird
nicht, wie sonst üblich, in Schraubenform um den Träger herumgewunden, sondern kann
sich frei hängend an den Träger anlegen. Die dem Wischpolster eigentümliche Sprungkraft
und Weichheit wird also durch den, plattenförmigen Träger nicht beeinflußt, so daß
sich die Vorteile des Wischpolsters in derselben Weise benutzen lassen, wie bei
der bisher üblichen Benutzung der Wischpolster in Verbindung mit einer Wischkette
ohne Verwendung eines plattenförmigen Trägers.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Vorrichtung gemäß
der Erfindung dargestellt.
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Fig. i zeigt in natürlicher Größe eine Draufsicht auf einen Tragkörper,
wie er gemäß der Erfindung zum Reinigen von Jagdflintenläufen in. Verbindung mit
einem Wischpolster benutzt wird.
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Fig. 2 ist ein Aufriß der in, Fig. z dargestellten Vorrichtung. Fig,
3 zeigt eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsform des plattenförmigen. Trägers.
Fig. q. ist der dazugehörige Aufriß.
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Der Tragkörper io besteht aus einer dünnen Platte, die auf jeder Seite
mit einer schmalen 'Versteifungsrippe =q. versehen ist. Die Versteifungsrippe ist
mit Mitnehmerzähnen 13 ausa,gerüstet. In der Platte io ist eine Öffnung 15 zum Einhängen
des Wischpolsters vorgesehen. 16 ist ein. Haken, mit dessen Hilfe die Vorrichtung
an eine Wischkette, ein Wischseil, einen Wischstrick o. dgl. angehängt werden kann,
so daß man den mit dem Wischpolster bekleideter Träger auch durch den Lauf hindurchziehen
kann. Der Gewindezapfen i1 dient in bekannter Weise zum Aufschrauben des Trägers
auf die Wischstockspitze.
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Bei der in Fig.3 und q. dargestellten Ausführungsform sind .die Zähne
13 der auf der Oberseite der Platte liegenden Versteifungsrippe 14 gegenüber den
Zähnen der auf der Unterseite angeordneten Versteifungsrippe um eine halbe Zahnlänge
versetzt. Außerdem sind die Rippen 13, wie an sich bekannt, sägezahnartig ausgebildet.
Das rechte Ende des Trägers io hat die Gestalt einer offenen Gabel 12 zum Einhängen
des Wischpolsters.