DE668222C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Futtermitteln - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von FuttermittelnInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Futtermitteln Es ist bekannt, Grün- und Rauhfutterstoffe von langhalmiger oder grobstengeliger Beschaffenheit auf Teile von angemessener Länge zu häckseln, Wurzel- oder Knollenfrüchte zu Scheiben, Streifen oder Schnitzeln zu zerschneiden, frisch geerntete Futterpflanzen durch mehrstufige Verarbeitung, z. B. Häckselung, und darauffolgende Vermahlung oder Zerquetschung zu Grünbrei oder zu Grünmus umzuwandeln und Kartoffeln durch sägeartige Vorrichtungen zu Brei zu zerreiben. Durch eine solche Zubereitung wird seine Zerkleinerung der Futtermittel erzielt, so daß die Vermischung mit anderen Futterstoffen ermöglicht, die Zuteilung der Futtergaben erleichtert, die Kauarbeit vermindert und ein schnellerer Verzehr ,angeregt wird.
- Die Kurzhäckselun,g, Feinzerkleinerung oder Breiherstellung von frischen Rauhfuttermitteln bzw. Hackfrüchten haben insofern Nachteile bei der Verfütterung, als ein derart zubereitetes Futter dem Tier fast jede Kauarbeit erspart und daher eine gründliche Einspeichelung irr Maule des Tieres nicht erfolgt; dazu kommt noch die Notwendigkeit komplizierter maschineller Hilfsmittel sowie auch gegebenenfalls eine mehrstufige Arbeitsweise, welche die Futterbereitung bei Verringerung der mengenmäßigen Leistung verteuert. Grobschnitt ist zwar technisch einfacher ausführbar, ergibt aber eine viel zu geringe Angriffsfläche der Rohfaser für die Einspeichelung und vermehrt die Gefahr des Verschluckens zu großer und zu harter Bissen und der Schlundverstopfung. Bei harten Früchten, z. B. Zuckerrüben, würde der Grobschnitt auch deswegen ungeeignet sein, weil die Kauarbeit sehr bald Schmerzen am Zahnfleisch und an den Zähnen verursachen und zur Futterverweigerung führen würde. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, die frischen Rauhfuttermittel und Hackfrüchte durch mechanische Verarbeitung in einer Zerreißvorrichtung derart umzuformen, daß das Futtergut in einem Arbeitsgange zu einem groben bis faserigen Gemengsel unter Vermeidung eines breiartigen Zustandes zerrupft bzw. zerrissen und zerschlissen wird.
- Die Vorgänge des Zerrupfens, Zerreißens und Zerschleißens, welche selbstverständlich schneller oder langsamer, gewaltsamer .oder schonender ausgeübt werden können und schon dadurch einen unterschie.dlich@en. Ausfall gewährleisten, bewirken jedenfalls immer die Entstehung eigenartig ungleichmäßiger Körper, deren Rohfaserstoffe vielfältig ,angerissen, gelockert und zerstört worden sind. Die absichtlich hergestellte Ungleichförmigkeit, die man für Wiederkäuer zweckmäßig gröber, für Tiere mit einfachem Magen etwas feiner ausfallen läßt, zwingt zum Kauen. Infolge solcher Vorb.ehandlung wird der Futtersaft so leicht zugänglich und die Schmackhaftigkeit so verbessert, daß ein reichlicher Speichelfluß stattfindet, das Futter gut gekaut und gehörig eingespeichelt wird. Zerrissene und zerschlissene Rohfaser wirkt schwammartig in der Aufsaugung des Maulspeichels.
- Es kann erfindungsgemäß ferner zweckmäßig sein, verschiedene Futterarten zu mengen, etwa dann, wenn sehr eiweißreiches Grünfutter zur Vermeidung von Eiweißrergeudung durch Zusatz von Stärkewerten
oder Zucherrübentrockenschnitzel einem Kleegrasgemenge während des Zerreißvorganges zugefügt werden.(Tro kenfutter) im Gehaltsverhältnis berich- tigt werden soll. In solchen Fällen kann:; Vermengung vorteilhaft mit der beschrie, nen Zerkleinerung des Futters in einem beitsgan.-e erfol.gen. Es können z. B. S - Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind folgende: Bei der Verfütterung der zerrupften bzw. zerrissenen und zerschlissenen Futtermittel findet infolge des reichlichen Austritts an Futtersaft eine gute Einspeichelung des Futters im. Maule des Tieres statt unter Vermeidung aller der bei der Fein-oder Grobzerkleinerung entstehenden vorstehend aufgezählten Nachteile. Ferner wird eine vollkommene Futteraufnahme erreicht, indem das -Tier gezwungen wird, alle Teile einer Futterpflanze einschließlich der harten oder scharfkantigen Stengelteile u. dgl., die sonst gern liegengelassen werden oder aber Schlundverstopfung oder Schäden am Zahnfleisch hervorrufen, ohne Schaden zu verzehren. Weiter erfolgt bei gleichzeitigem Zerreißen von verschiedenen Futterstoffen auf billige und einfache Weise seine gute Vermischung derselben. Verfahrensgemäß behandeltes Grünfutter und/oder Hackfrüchte eignen sich infolge der ausgiebigen Durchsaftung besonders gut zur Einsilie rung. Schließlich lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren in kurzer Zeit sehr große Futtermittelmassen verarbeiten.
- Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens, welche aus einer mit Stiften, besetzten Tromm>el besteht, wobei die Form, die Stellung und die Anzahl der Stifte der jeweiligen; Futterverarbeitung anzupassen ist. Der schnell umlaufende, trommelförmige und mit Stiften besetzte Körper ist erfindungsgemäß in einem bedingt geräumigen Gehäuse angeordnet, dessen mit veränderlicher Anzahl von Stiften besetzter Wandlungsteil, insbesondere auch während des Betriebes der Vorrichtung, verstellbar ist. Es wurde nämlich erkannt, daß bei einer erhöhten Umlaufzahl der Trommel die Verarbeitungsleistung in Menge und Güte sehr wesentlich gesteigert und der Kraftaufwand beträchtlich vermindert wird, woraus sich die erforderliche Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und der Vorrichtung ergibt.
- Zur beispielsweisen Erläuterung der Zerreißvorrichtung gemäß der Erfindung zeigt Abb. z einen aus Stirnwänden und Leisten zusammengesetzten, trommelförmigen Körpera, der mit Hilfe der drehbar gelagerten Welle innerhalb des Gehäuses c kreist. Die Vorderwand des Gehäuses ist in der Abbildung entfernt gedacht. Während der Drehung des trommelfärmigen Körp.ersa werden mit seinen Leisten d starr verbundene Stifte e an '-ruhenden, mit dem Gehäuse c fest verbunde--;#en Stiften f derartig vorbeibewegt, daß der won den Stiften e umschriebene Raum in den Raum zwischen den Stiften/ eingreift, wobei die Tiefe des Eingriffs nach Maßgabe des gebotenen Zerrupf- bzw. Zerreiß- und Zerschleißgrades des Futtergutes regelbar ist.
- Infolge dieser Anordnung der Stifte wird das in, der Pfeilrichtung zugeführte Futtergut innerhalb des Gehäuses zu eigenartig geformten Einzelteilern zerkleinert und durch die Bodenöffnung des Gehäuses ausgeworfen. Diese Wirkung ist im Sinne der Erfindung durch Veränderung .der grundsätzlich hohen Drehzahl des trommelförmigen Körpers, weiter durch die Anzahl und die Form und Stellung der Stifter und f sowie durch die Tiefe des gegenseitigen Eingriffs der Stiftarten wechselnden Anforderungen anzupassen, wobei die Eingriffstiefe, insbesondere auch während des Betriebes der Vorrichtung, z. B. dadurch geändert wird, daß der mit den Stiften/ ausgestattete Teil des Gehäuses e etwa mittels Stellschraube g gegenüber den kreisenden Teilen mehr oder weniger verstellt wird. Die Berührung des Futters zwischen den Spitzen der kreisenden und der ruhenden Stifte kann bei Futterarten mit besonders weichem Zellgefüge noch so stark sein, daß es geboten ist, die Stifte aus dem beweglichen Gehäuseteil vollständig zu entfernen und das Gehäuse allein als Widerstand dienen zu lassen.
- Es ist gemäß einer weiteren Ausbildungsform der Erfindung zweckmäßig, die in veränderlicher Anzahl angeordneten Stifte in verschiedener Form, Länge und Stellung zu verwenden. Beispielsweise zeigt Abb. z einen schneidend trennenden, gekrümmten Stift und Abb. 3 einen zerteilend wirkenden, gefickten Stift, beide grundsätzlich bekannter Art. Abb. q. erläutert einen geraden Stift, dessen zerteilend wirkende Oberfläche tropfenförmigen Querschnitt besitzt, so daß dieser Arbeitskörper infolge der verhältnismäßig hohen Umfangsgeschwindigkeit des trommelförmigen, Körpers a einen verhältnismäßig geringen Reibungswiderstand ergibt, ohne das Futtergut unerwünscht stark seitwärts zu schleudern.
- Die Abb.5 und 6 zeigen Ausführungsb.eispiele gemeinsamer Anordnung von Stiften f auf einer Grundplatte lt unter Zuhilfenahme von streifenförmigen Leisten i, deren obere Schmalseite gebotenenfalls geneigt ist, um lästiger Ansammlung bzw. Saftstauung des Futtergutes vorzubeugen.
- Je nach dem beabsichtigten Ausfall des zerkleinerten Futtergutes können einzelne Stifte / durch kurze sog. Blindschrauben k ersetzt sein, die gegebenenfalls rasch austauschbar sind.
- Nach einer weiteren Ausbildungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung ragt wenig-' stens ein in Abb. i mit dargestellter hoch- , stegiger, gegebenenfalls dachförmiger, mit dem Gehäuse c fest verbundener Sporn mit seinem zweckmäßig verjüngten bzw. angeschärften Ende in den von den kreisenden Stiftene umschriebenen Raum hinein und ist infolge der begrenzten Umschließung des trommelförmigen Körpers geeignet, letzteren vor übermäßiger unmittiger Belastung willkürlich weitgehend zu schützen. Er greift dabei zwischen oder über die kreisenden Stifte der Zerreißtrommel.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln durch mechanische Verarbeitung von Grünfutter und Hackfrüchten in einer Zerreißvorrichtung gegebenenfalls unter gleichzeitigem Zusatz von Trockenfutter, dadurch gekennzeichnet, daß das Futtergut in einem Arbeitsgange zu :einem groben bis faserigen Gemengsel unter Vermeidung des breiartigen Zustandes zerrupft bzw. zerrissen und zerschlissen wird. '
- 2. Zerreißverrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein schnell umlaufender trommelförmiger Körper mit Stiften in einem Gehäuse' angeordnet ist, dessen finit veränderlicher Anzahl Stiften besetzter Wendungsteil, insbesondere auch während des Betriebes der Vorrichtung, verstellbar ist. 3. Zerreißvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellung und Form der in veränderlicher Anzahl angeordneten Stifte unregelmäßig ist.
- 3. Zerreißvorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Sporn zwischen oder über die kreisenden Stifte der Zerreißtrommel greift.
Priority Applications (2)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE668222C true DE668222C (de) | 1938-11-28 |
Family
ID=33419478
Family Applications (2)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT513218A1 (de) * | 2012-08-01 | 2014-02-15 | Schauer Agrotronic Gmbh | Vorrichtung zum Zerkleinern von Rauhfutter |
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- 1935-10-01 DE DEA77210D patent/DE668222C/de not_active Expired
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1938
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Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| AT513218A1 (de) * | 2012-08-01 | 2014-02-15 | Schauer Agrotronic Gmbh | Vorrichtung zum Zerkleinern von Rauhfutter |
| AT513218B1 (de) * | 2012-08-01 | 2014-09-15 | Schauer Agrotronic Gmbh | Vorrichtung zum Zerkleinern von Rauhfutter |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE685879C (de) | 1939-12-27 |
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