-
Einrichtung zur selbsttätigen Durchführung des Landevorganges eines
Luftfahrzeuges Die mit der Selbststeuerung von Luftfahrzeugen zusammenhängenden
Aufgaben können grundsätzlich als gelöst betrachtet werden. Dagegen ergeben sich
noch Schwierigkeiten bei der selbsttätigen Durchführung des Landevorganges. Man
hat zwar bereits Abbremsvorrichtungen für Luftfahrzeuge vorgeschlagen, bei denen
mit Hilfe eines Erdfühlers der Propeller vom Vortrieb auf bremsenden Rücktrieb umgeschaltet
wird, aber derartige Steuerungen sind erst dann brauchbar, wenn der Landevorgang
praktisch schon durchgeführt ist und das Flugzeug sich nur noch eine ganz geringe
Höhe über dem Erdboden befindet. Die zu lösende Aufgabe setzt aber schon viel früher
ein, nämlich in dem Augenblick, da das Flugzeug vom Flug aus zum Landevo.rgang ansetzt.
In diesem Punkt setzt auch bereits die Erfindung ein. Sie betrifft eine Einrichtung
zur selbsttätigen Durchführung des Landevorganges eines Luftfahrzeuges, und zwar
unter Verwendung eines Höhenmessers, der auch als Landefühler ausgebildet sein kann,
und der bei Erreichen der Landehöhe ähnlich wie bei dem bekannten älteren Vorschlag
im Sinne einer Verminderung der Triebwerksleistung wirkt. Von diesem Höhenmesser
wird , gemäß der Erfindung außerdem eine Verstelleinrichtung für das Höhenruder
im Sinne der Einstellung des für die Landung geeigneten Gleitwinkels des Luftfahrzeuges
selbsttätig gesteuert. Die Anordnung kann weiter dahingehend ausgestaltet werden,
daß die Verminderung der Triebwerksleistung bis zum Abstellen des Triebwerkes, das
ist z. B. durch Kurzschließen der Zündmaschine, anhält.
-
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß Steuereinrichtungen für
Luftfahrzeuge bekannt sind, bei denen die Triebwerksleistung-in Abhängigkeit von
einem Höhenmesser geregelt wird. Hierbei handelt es sich jedoch um die Aufrechterhaltung
bzw. Herbeiführung eines eingestellten Höhen-Sollwertes, während bei der Erfindung
der Höhenmesser ein Mittel zur Durchführung des selbsttätigen Landevorganges ist.
-
Die erfindungsgemäße Einrichtung arbeitet' vorzugsweise mit einer
das Flugzeug stabilisierenden Selbststeuer einrichtung zusammen und kann zum Teil
mit dieser zusammenfallen. Hierunter wird der Fall verstanden, daß z. B. das Höhenmeßgerät
gleichzeitig von der erfindungsgemäßen Einrichtung und der Selbststeuereinrichtung
benutzt wird. Das in der erfindungsgemäßen Einrichtung enthaltene Höhenmeßgerät
kann in der Weise arbeiten, daß es, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines
besonderen Kommandogebers, den in Betracht kommenden Geräten der Selbststeuereinrichtung
die innezuhaltenden Sollwerte zuleitet. Z. B. besteht die Möglichkeit, daß die Triebwerksleistung
in Abhängigkeit von der von der Höhenmeßeinrichtung gemessenen Höhe laufend gesteuert
wird: Das gleiche gilt
für die Steuerung bzw. Einstellung des Neigungswinkels
der Längsachse des Luftfahrzeuges. Statt dessen besteht aber auch die Möglichkeit,
das erfindungsgemäße Gerät so: auszubilden; daß es lediglich bei Erreichung bestimmter
Höhengrenzwerte auf die Steuerung des Luftfahrzeuges Einfluß nimmt. Werden beispielsweise
mechanische Landefühler, die an sich bekannt sind und auf ein Kommando bei Einleitung
des Landevorganges vom Flugzeug herabgelassen werden, benutzt, so kann die Steuerung
in der Weise erfolgen, daß beim Auftreffen des einen Landefühlers auf die Landefläche
die Triebwerksleistung auf einen bestimmten Betrag vermindert und der Gleitwinkel
des Luftfahrzeuges eingestellt wird, während beim Auftreffen des zweiten Landefühlers
auf die Landefläche die Triebwerksleistung ganz abgestellt wird, woraufhin das Flugzeug
bis auf die Landefläche durchsackt. Demgemäß wird selbstverständlich die Länge des
zweiten Landefühlers nur von geringer Größe sein dürfen.
-
Was die Einstellung des für die Landung geeigneten Gleifwinkels anbelangt,
so sind verschiedene Fälle je nach den Steuerungsprinzipien der Selbststeuereinrichtung
möglich. Enthält beispielsweise die Selbststeuereinrichtung eine sogenannte Lagenstabilisierung
der Längsachse des Luftfahrzeuges, wird also mit Hilfe eines Neigungsmessers, z.
B. eines Kreiselneigungsmessers, die Längsachse des Luftfahrzeuges durch die Selbststeuereinrichtung
in der Horizontalen gehalten, so kann mit Hilfe der erfindungsgemäßen Einrichtung
bei Erreichen eines bestimmten Höhenwertes oder aber auch überhaupt mit Einsetzen
der Landung die Selb@ststeuereinrichtung bezüglich der Flugzeuglängsachse von der
Lagenstabilisierung auf die sogenannte Geschwindigkeitssteuerung umgeschaltet werden.
Es wird also 'in diesem Fall mit Hilfe der erfindungsgemäßen Einrichtung statt des
auf Lage steuernden Neigungsmessers ein Fahrgeschwindigkeitsmesser auf die Ruderlegvorrichtung
des Höhenruders geschaltet. Diese Geschwindigkeitssteuerung hat, wie an sich bekannt,
eine zur Landung geeignete selbsttätige Einstellung des Neigungswinkels des Luftfahrzeuges
zur Folge, sobald die Geschwindigkeit des -Luftfahrzeuges abnimmt. Letzteres wird
aber durch die Verminderung der Triebwerksleistung, die durch die erfindungsgemäße
Einrichtung herbeigeführt wird, erreicht.
-
Statt die genannte Umschaltung der Eingangsseiteder Ruderlegvorrichtungdes
Höhenruders von dem Neigungsmesser auf den Fahrtgeschwindigkeitsmesser vorzunehmen,
kann man selbstverständlich auch denNeigung smesser, der an sich entsprechend seiner
Einstellung auf horizontale Lage der Längsachse des Luftfahrzeuges stabilisiert,
von derHöhenmeßeinrichtung beeinflussen im Sinne der "-erlagerung seines Nullpunktes,
so daß die Längsachse des Luftfahrzeuges eine für die Landung geeignete Neigung
einnimmt: Auch hier besteht wiederum die Möglichkeit einer laufenden Beeinflussung
des Neigungsmessers seitens des Höhenmessers öder aber auch einer stufenförmigen
Beeinflussung des genannten Neigungsmessers. Es versteht sich, daß die Beeinflussung
des Neigungsmessers im weitesten Sinne zu verstehen ist, d. h. daß damit auch noch
der Fall erfaßf werden soll, daß z. B. der Höhenmesser parallel zum Neigungsmesser
auf die Ruderlegvorrichtung des Höhenruders arbeitet.
-
Die Einleitung des Landungsvorganges kann selbstverständlich in verschiedenster
Weise erfolgen und von einer Mehrheit von Meßgeräten gesteuert werden. Sobesteht
die Möglichkeit, die Einleitung des Landevorganges dann zu bewirken, wenn die Isthöhe
um einen vorzugsweise einstellbaren Betrag die Sollhöhe unterschreitet. Mit Hilfe
einer an dem Höhenmesser angebrachten Kontakteinrichtung o. dgl. kann die Einleitung
des Landev Organges in diesem Fall selbsttätig erfolgen. Des weiteren können Überwachungsgeräte
vorgesehen sein, z. B: zur Überwachung des Benzinstandes, der Kühlwassertemperatur,
des Oldruckes usw. Diesen Geräten können Maximal- oder Minimalkontakte solcher Anordnung
und Schaltung zugeordnet sein, daß die Einleitung des Landevorganges selbsttätig
erfolgt. Wie schon aus der Darstellung hervorgeht, empfiehlt es sich, die genannten
Geräte parallel arbeiten zu lassen, so daß jedes die Einleitung der Landung veranlassen
kann.