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Bombensichere, beschußfeste, panzerartige Eindeckung Die insbesondere
bei älteren Bauten üblichen Eindeckungen bieten gegen Fliegerbonibenwurf keinerlei
Sicherheit,' da die Dachhaut selbst von kleinen Brandbomben, die gerade wegen der
Möglichkeit des Massenabwurfs und der leichten Brennbarkeit des Dachgebälks besonders
gefährlich sind, mit Sicherheit durchschlagen wird.
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Zweck der Erfindung ist nun, eine diesen Brandbomben widerstehende
panzerartige Ausbildung der Gebäudeeindeckung zu schaffen, die mit verhältnismäßig
geringen Kosten und ohne Änderung oder Beseitigung des bestehenden Dachgebälks oder
sonstiger Umbauarbeifen im Gefahrfalle in kurzer Zeit als Schutzdach an Stelle der
vorhandenen Dachhaut bzw. als Verstärkung derselben angebracht werden kann. Gemäß
der Erfindung wird diese bombensichere, panzerartige Eindeckung aus einer Vielzahl
von Platten in Gestalt von jeweils zwischen zwei benachbarten Dachsparren aufgehängten,
armierten Betonträgern gebildet, die durch in Längslind Querrichtung der Dachseite
verlaufende Mörtelstege und in einem Teil dieser Mörtelstege angeordnete Armierungseisen
fest miteinander verankert sind, während insbesondere an den Überkreuzungsstellen
in den Mörtelfugen mit den Armierungseisen und dein Mörtelausguß verbundene, in
die Dachsparren eingetriebene Stifte und eine an der unteren Dachkante - befestigte
Schiene die Lage der Plattenabdeckung auf den Dachsparren sichern. Die neue panzerartige
Eindeckung wirkt gegenüber einer aufschlagenden Bombe wie eine homogene Eisenbetonplatte
und hat den Vorzug, daß sie vermöge ihrer Zusammensetzung aus einzelnen beiderseits
auf den Dachsparren aufliegenden trägerartigen Platten ohne Verschalung und, weil
di-zse Tragplatten serienmäßig in den üblichen Längen lierstellbar sind, mit einem
Mindestaufwand an Kosten ausführbar ist.
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Ähnlichen Zwecken dienende Aus.fühiungen sind 'an sich schon vorgeschlagen
worden. Dieselben haben aber den '\achteil, daß mindestens eine, meist aber zwei
Schalungen erforderlich sind, die infolge ihrer Konstruktionszusammensetzung teilweise
nicht mehr entfernt werden können.
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Vorliegende panzerartige Eindeckung hat den bekannten Ausführungen
gegenüber den Vorteil, daß eine Schalung vor der Aufbringung nicht notwendig ist
und die Träger in @ein£acher Weise aneinandergereiht und mit Zementmörtel ausgegossen
werden können. Der Vorteil dieser Maßnahme ist Sparsamkeit und raschere Ausführungsmöglichkeit.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
in fünf Abbildungen dargestellt. Es zeigen Abb. i den Querschnitt eines gemäß der
Erfindung gepanzerten Daches, Abb. 2 einen Teilquerschnitt etwas größer mit verschiedenen
Dachabdeckungen, Abb. 3 einen Schnitt nach A-A der Abb. 2,
Abb.4
den Querschnitt der panzerartigen Eindeckung in etwa halber natürlicher Größe, Abb.
5 einen Schnitt nach B-B der Abb. 4. Die plattenartigen Träger a, aus denen die
Brandbomben abhaltende panzerartige P"" tenabdeckung P zusammengesetzt ist, sts@'@finit
Längs- und Quereisen b, c armierte Beton=; Balken, !in wesentlichen quadratischen
-Querschnitts, welche mit von der Unterseite her auf geringere Stärke abgesetzten
Auflageenden g versehen sind. Zum Zusammenhalt der einzelnen reihenweise aneinandergefügten
Balken oder Tragplatten sind sowohl die Seitenflächen als auch die Stirnflächen
je mit einer rillenartiben Ausnelunungd bzw. e versehen, derart, daß in den Mörtelfugen
zwischen den in eine Ebene verlegten Balken oder 'Tragplatten den Halt des Mörtels
verbessernde und die Einlagerung von Armierungseisen gestattende Erweiterungen entstehen.
Ferner sind die aneinanderstoßenden Seitenflächen der Tragplatten nicht im rechten
Winkel zur Ober- bzw. Unterseite, sondern etwas schräg zu diesen geführt, wodurch
erreicht wird, daß die Belastungen ,ein-er Tragplatte oder eines Betonbalkens sich
zwangsläufig auf die folgenden fortpflanzen, während durch eine stufenförmige Absetzung
der Seitenflächen im Bereich der rillenartigen Ausnehinungen d in der Zusammenwirkung
mit letzteren eine gegenseitige Sicherung der Tragplatten oder Balken gegenüber
Verschiebungen senkrecht zur Plattenebene erreicht wird.
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Die Tragplatten oder Balken werden, nachdem die Konstruktion des Dachstuhls,
falls erforderlich, durch Einziehung von einigen Zwischenpfetten verstärkt und alsdann
die alte Dachhaut entfernt worden ist, finit ihren abgesetzten Enden g jeweils auf
zwei benachbarte Dachsparren D in der aus den Abb. 3 und 5 ersichtlichen Weise aufgelegt,
und zwar so, daß .sowohl zwischen den Stirnflächen der Tragplatten oder Balken über
den Dachsparren D als auch den Seitenflächen der Balken quer zur Längsrichtung der
Dachsparren Fugen h, i verbleiben, die mit Mörtel ausgegossen sind. In den
über den Dachsparren verlaufenden Mörtelfugen lt sind innerhalb der durch
die Ausnehmungen e gebildeten Erweiterungen Armierungseisen k vorgesehen, während
von den zwischen den Längsseiten der Tragplatten oder Balken liegenden Mörtelfugen
i beispielsweise jede zehnte breiter gehalten und innerhalb der von den Ausnehmungen
d gebildeten Erweiterung mit einem über die ganze Dachbreite verlaufenden Armierungseisen
in versehen ist (s. Abb. a bis 5). An den Überkreuzungsstellen der Armierungseisen
k und na sind, wie die Abb.4 und 5 zeigen, in die Dachsparren D Stiftern eingeschlagen,
welche die Armierungseisen hakenartig übergreifen und, nachdem der Mörtelausguß
abgebunden hat, die Plattenabdeckung mit den Dachsparren ..verankern. Eine weitere
Sicherung der @-Schutzabdeckung auf den Dachsparren D ist durch eine an deren unteren
Enden befestigte, über die ganze Dachbreite gehende starke Winkelschiene o gegeben.
Die Mörtelfugen i zwischen den Seitenflächen der Balten oder Tragplatten, insbesondere
diejenigen, «-elche breiter gehalten und armiert sind, werden, um das Ausgießen
mit Mörtel zu erleichtern, auf der Unterseite der Platte mit Lehm p (s. Abb.4) abgedichtet.
Die äußere Abdeckung der Plattenausbildung durch die reihenweise Herstellung und
Anordnung der Tragplatten oder Balken kann, wie in den Abb. a und 3 nebeneinander
dargestellt, mit Dachpappe q, Blech r oder den vorhandenen Dachplatten s geschehen.
Die günstigste Wirkung dürfte jedoch die Pappeeindeckung haben, welche ohne Zwischenlage
von Lattenrosten o. dgl. unmittelbar auf die panzerartige Eindeckung aufgelegt ist;
so daß für die aufschlagende Bombe sehr ungünstige Angriffs-und Durchschlagsmöglichkeiten
entstehen.
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Die Wirkung der beschriebenen Panzerung ist in Abb.4 veranschaulicht.
Die Bombe trifft entsprechend der Dachneigung in Pfeilrichtung I auf einen der Tragplatten
oder Betonbalkexi a auf. Die hierdurch bewirkte Beanspruchung bzw. Erschütterung
des betreffenden Balkens ist aber keineswegs von diesem allein auszuhalten, da die
oben beschriebene Formgebung der die Mörtelfugen i begrenzenden Seitenflächen.,
der Balken oder Tragplatten sofort eine durch die Pfeile II gekennzeichnete Kräftewirkung
nach benachbarten Tragplatten oder Balken entstehen läßt, so daß der Stoß sich von
Balken zu Balken fortpflanzt und somit elastisch abgefangen wird.
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Die Tragplatten oder Balken ä können serienmäßig in den gebräuchlichen
Längen und mit verschieden langen Auflageenden g hergestellt sein, um überall im
Luftgefahrfalle als zusätzliche Dachpanzerung gegen aufschlagende Brandbomben o.
dgl. benutzt zu werden.