DE6512C - Neuerungen an Apparaten zur Behandlung von Celluloid und Vulkanit zur Erzeugung von Platten für künstliche Gebisse und andere Artikel, die unter Druck und Hitze im geschlossenen Räume geformt werden - Google Patents
Neuerungen an Apparaten zur Behandlung von Celluloid und Vulkanit zur Erzeugung von Platten für künstliche Gebisse und andere Artikel, die unter Druck und Hitze im geschlossenen Räume geformt werdenInfo
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Description
1879.
Klasse
ROBERT BREWSTER in LONDON;.
Neuerungen an Apparaten zur Behandlung von Celluloid und Vulkanit zur Erzeugung von
Platten für künstliche Gebisse und andere Artikel, die unter Druck und Hitze im geschlossenen
Raum geformt werden.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Januar 1879 ab.
Diese Erfindung bezieht sich auf Neuerungen an Apparaten zum Vulkahisiren, Kochen und
Formen von Celluloid, Kautschuk, Vulkanit etc. Diese Apparate bestehen aus einer Heizvorrichtung,
einer Presse und einem eingeschlossenen Kessel oder Tiegel. Letzterer ist mit Schalen
versehen, in welchen sich die Modelle und Platten von Celluloid, Vulkanit und dergl. befinden.
■ ■ :.
Ein Hauptvorzug: dieser. Neuerungen besteht erstlich darin, dafs der nöthige Druck nur auf
die Schalen, die: die Modelle enthalten, und nicht zugleich auf- die Wände des Tiegels ausgeübt
wird, welch letzterer diesen Druck um so weniger auszuhälten fähig ist, je stärker er
erhitzt wird.
Ferner ist der: neue Apparat handlicher construirt
und erleichtert das Kochen der Gebifsplatten, indem man die Schalen während des Kochens schliefsen und den Druck auch dann
noch fortdauern lassen kann, wenn die Schalen nebst dem Rahmen, in dem sie sich befinden,
aus dem Kessel entfernt sind, um einer anderen Garnitur von Schalen Platz zu machen.
In beiliegender Zeichnung ist:
Fig.. ι Ansicht des Apparates.
Fig. 2 Verticaldurchschnitt durch die Mitte der Fig. 1.
Fig. 3 Unterseite des Deckels des Tiegels.
Fig. 4 Ansicht des Bügels, der den inneren Prefsrahmen bildet.
Fig. S Grundrifs oder Ansicht von oben der
Fig._4-
Fig. 6 Ansicht des Rahmens mit zwei Schalen, fertig zum Einsetzen in den Tiegel.
A ist eine Heizkammer aus Eisenblech. In diese Kammer ist der Tiegel oder Kessel B
von oben eingesetzt. Im unteren Theile ist die Heizvorrichtung C, ein Bunsen'scher oder
beliebig construirter Brenner angebracht.
Der Tiegel oder Kessel B ist mit einem Sicherheitsventil D und auch mit einem Thermometer
T versehen. E ist ein um Zapfen drehbarer Bügel, F ein Deckel, auf dessen Mitte
die Schraube E1 des Bügels drückt.
So weit ist der Apparat den gewöhnlichen Vulkanisirapparaten gleich, nur dafs die bessere
Anordnung der Theile die Verwendung der nachfolgend beschriebenen Schraubenpresse erleichtert
und den Apparat für den Gebrauch bequemer macht.
Die Mittelschraube E1 des Bügels E hat,
wie schon erwähnt,, blos den Zweck, den Deckel F auf dem Tiegel festzuhalten, jedoch
wird vermittelst derselben kein Druck auf die Schale des Modells, wie bisher üblich war,
ausgeübt. Infolge dessen werden die Wände des Tiegels von dem übermäfsigen Druck befreit,
dem sie (abgesehen von dem Dampfdruck) ausgesetzt wären. ,
Der verbesserte Prefsrahmen und Träger G für die Aufnahme der Modellschalen, welcher
in den Tiegel eingesetzt wird, ist auf folgende Weise construirt.
Ein Rahmen G aus Metall, hier in der Form eines Bügels gebildet, ist mit einer Fufsplatte G'
versehen. Auf dieser letzteren ruht die Schale, in welcher sich die zu pressenden Modelle und
Platten befinden.
Durch das mit Muttergewinde versehene Auge G2 des Bügels G geht eine Prefsschraubei/,
deren Kopf IP. vierkantig oder T-förmig gestaltet ist. Diese Schraube drückt in senkrechter
Richtung auf die Schale bezw. auf eine über dieser befindliche Platte.
In den Fig. 2 und 4 liegt diese Prefsplatte H*
auf der Fufsplatte G1 des Bügels G. Es kann aber auch die Platte lose am unteren Ende der
Preisschraube befestigt sein, so dafs sie die Umdrehung der Schraube gestattet, ohne sich
selbst mitzudrehen. Es ist klar, dafs der Druck, der auf die Schale durch die Schraube H ausgeübt
wird, ganz vom Bügelrahmen G ausgehalten wird und auf denselben beschränkt
bleibt.
Zum Zudrehen der Schraube H dient der Schaft N, zu welchem Zwecke man den doppelarmigen
Hebel Q, der auch zur Bedienung der Schraube E benutzt wird, auf das Viereck N1
aufsteckt. Das Ende des Schaftes N trägt ein konisches Rädchen M. Dieses greift in ein
Rädchen L, das auf einem, im Deckel festgeschraubten Stifte K sich drehen kann. Die
verlängerte Nabe / dieses Rädchens bildet den
Schlüssel für die Schraube ■ H des inneren Bügels G. Der Schaft JV geht durch eine
Stopfbüchse O. Selbstverständlich kann die Form des Deckels eine beliebige sein· und die
Stopfbüchse O sowie der Schaft N einen beliebigen Winkel mit dem Schlüssel / bilden.
Um das Drehen des Bügelrahmens G beim Anziehen der Stellschraube zu verhindern, bringt
man irgend eine geeignete Vorrichtung an, z. B. einen Anschlag- P, Fig. 2.
Wenn der Apparat beim Gebrauch auf den gewünschten Grad erhitzt ist, was durch einen,
an dem Apparat angebrachten Thermometer oder Manometer angezeigt wird, so wird der
Druck auf die darin befindliche Schale oder Schalen mit dem Modelle ausgeübt, indem man
den Schaft JV dreht. Die den Schlüssel bildende Nabe / mufs lang genug sein, damit der
Kopf der Schraube H, auch wenn sie tief genug in den Bügel eingeschraubt ist, noch umfafst
bleibt. In Fig. 2 ist die Nabe / mit Schlitzen versehen, welche die beiden Flügel
des Kopfes If' der Schraube H umfassen.
Dreht man an dem Schaft JV, so dreht sich das Rädchen L (vermöge des Eingriffs in M)
auf dem Stift K, und die lange Nabe / mit den Schlitzen nimmt den Kopf der Schraube mit
herum. Infolge dessen prefst dieselbe auf die Platte H'2 und dadurch auch auf die in den
Schalen befindlichen Gegenstände. Man sieht hieraus, dafs der Druck gänzlich innerhalb des
Rahmens G, d. h. zwischen dem Schraubenende H und der Fufsplatte G J stattfindet.
Nach Bedürfnifs kann man zum Kochen und Formen eine oder mehrere Schalen in den Prefsrahmen
einsetzen. Da die zu formenden Gegenstände dem Druck auch nach Entfernung aus dem Kessel unterworfen bleiben, bis sie abgekühlt
sind und feste Form angenommen haben, so kann man eine beliebige Zahl von Einsätzen
(Prefsrahmen, Schalen und Platten) nach einander in dem Tiegel behandeln, wodurch an
Zeit und Heizmaterial gespart wird, und die zu formenden Gegenstände beim Entfernen aus
dem Kessel keinen Schaden nehmen können.
Dieser Prefsrahmen mit fortdauerndem Druck kann in folgender - Weise modificirt werden :
Die Prefsplatte H- wird mit Sperrklinken versehen,
die durch Federdruck oder ihr Gewicht in eine an den verticalen Schenkeln des Prefsrahmens
angebrachte Verzahnung eingreifen. Während der Druck auf die Platte U1 ausgeübt
wird, gleiten die Sperrklinken an der Verzahnung entlang und stellen sich beim Aufhören
desselben fest, so dafs die Pressung bei dem Herausnehmen und Abkühlen der zu formenden
Gegenstände fortdauert.
Diese Anordnung des Rahmens ist namentlich auch für die gebräuchlichen Vulkanisirapparate
mit directer Pressung anwendbar.
Eine andere Anordnung ist folgende:
An den Untertheil der Schale auf zwei gegenüberstehenden Seiten derselben werden federnde
Fingerstücke angenietet, deren oberes Ende einen starken Haken besitzt. Dieser Haken
federt nach innen und fafst über den Rand des Deckels der Schale und hält den Deckel geschlossen.
Auch auf diese Weise kann die Pressung fortdauernd gemacht werden.
Ein Thermometer, Fig. 2, oder ein Manometer ist auf dem Deckel oder auf einem
anderen passenden Theile des Kessels angebracht, welcher den Grad der Hitze oder des
Dampfdrucks (event, beide) und damit auch den Zeitpunkt anzeigt, wann die Pressung zu geschehen
hat.
Ist die Oeffnung und somit der Verschlufs des Tiegels an der Seite des Apparates angebracht,
wie im Gartreirsehen Apparat, so
kommt der Schaft JV in die Mitte zu stehen und bildet alsdann einen Theil des Schlüssels /.
Es ist die Wirkung somit eine directe, statt mittelst Getriebe, wie oben beschrieben worden.
Ji ist ein Ring, der das Aufheben des Deckels F erleichtert.
Dieser Apparat zum Erhitzen und Pressen kann mit geringer Veränderung der inneren
Behältnisse oder Schalen zur Bereitung von Tincturen und Extracten benutzt werden und
da in vielen Fällen der im Innern des Tiegels entstehende Dampfdruck ein sehr geringer ist
und kein directer Druck auf denselben ausgeübt wird, sondern nur auf den darin befindlichen
Prefsrahmen, so kann eventuell der Tiegel aus Glas, Porcellan oder Steingut gemacht werden.
Claims (3)
1. Die Combination einer Heizkammer, eines Kessels oder Tiegels, die innere Prefsvorrichtung
G G1 G\ H JP, welche in Bewegung
gesetzt wird durch einen Schlüssel I, der auf den Kopf der Schraube der inneren
Prefsvorrichtung pafst und direct oder mittelst des Getriebes des Schaftes JVJV1 gedreht
wird, alles wie beschrieben und in den Zeichnungen, Fig. 2, 3, 4, 5, dargestellt.
2. Ein Vulkanisirapparat, um Gebissplatten oder
andere Artikel mittelst Druck und Hitze zu behandeln, construirt und angeordnet in
Verbindung mit einem inneren Prefsapparat, wie hier erklärt und in den Zeichnungen
dargestellt ist.
3. Die Verwendung einer inneren Prefsvorrichtung mit Vorrichtungen zur dauernden Erhaltung
des Drucks auf die zu formenden Gegenstände auch nach dem Herausnehmen aus dem Kessel oder Tiegel und bis zu
ihrer Abkühlung.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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